Weltall am Waldrand

„Um mich glimmernde Sternchen: Glühwürmchen spielen Weltall am Waldrand“, lauten die letzten Zeilen aus dem Juniabend des 2003 verstorbenen Dichters Josef Guggenmos. Und in der Tat muten die Tierchen an wie von einem anderen Stern. Nur: Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal die leuchtenden Käfer gesehen habe. Das hat sich jetzt geändert. Als Oma und ich in der letzten Woche bei einer guten Freundin im Chiemgau zu Gast waren und abends auf der Terrasse saßen, flog so ein Glühwürmchen direkt auf uns zu. Wir Drei waren sprachlos und haben uns wie die Kinder gefreut. Denn allesamt waren wir uns einig, dass es Jahrzehnte her war, dass wir ein Glühwürmchen gesehen haben. Für diejenigen, bei denen das auch so lange her ist, habe ich ein Filmchen entdeckt, bei der die Maus vom WDR die Tiere vorstellt. Was soll ich sagen? Es gibt doch nichts Schöneres als die Natur. Wir sollten sie mehr schützen.

Glühwürmchen: Nach Ansicht von Josef Guggenmos spielen sie Weltall am Waldrand.

Diesmal: Vatertag vor Muttertag

Wer sich heute verwundert die Augen reibt, weil Vatertag ist und die Mütter noch ein paar Tage auf ihre Blumen warten müssen, kann beruhigt sein: Alles im grünen Bereich. Denn hin und wieder kann es tatsächlich vorkommen, dass der Vatertag vor dem Muttertag liegt. Das hängt damit zusammen, dass der Vatertag mit einem christlichen Feiertag verknüpft ist und der Muttertag einen festen Termin hat. Letzterer ist immer der zweite Sonntag im Mai. Vatertag fällt dagegen konstant auf Christi Himmelfahrt, die stets 39. Tage nach Ostersonntag gefeiert wird. Da der Termin von Ostern jedoch vom Mond abhängt, ist das früheste Datum der 21. März, sofern der Sonntag einen Vollmond aufweist. Der späteste Termin ist der 20. April. Damit kann Vatertag frühestens am 30. April, spätestens am 3. Juni stattfinden. Damit liegt der Vatertag auch schon mal vor dem Muttertag, wie das zuletzt 2008 der Fall war. Insofern sind also heute die Väter dran. Was soll ich sagen? Hoffentlich sind die vernünftig und trinken nicht so viel. Stattdessen könnten sie sich ja mit ihrem Nachwuchs beschäftigen. Und der dankt es ihnen. Unser jüngster Enkel beispielsweise hat für seinen Vater ein Auto gebastelt, über das sich auch Opa freuen würde. Alles ist aus natürlichem Material – bis auf das Lenkrad, was ihn ein wenig ärgert, der Sache aber keinen Abbruch tut. Es ist und bleibt ein wahres Kunstwerk.

Gebastelt für Vatertag: Ein wahres Kunstwerk.

Es grünt so grün …

Es ist wieder soweit. Kaum hat der Frühling seine ersten Sonnenstrahlen verschickt, sind unsere Enkel auch schon wieder mit ihrem grünen Daumen zugange. Da wird gepflanzt, gegossen und gestaunt, wie schnell die einzelnen Sorten sprießen. Zwischen den beiden unterstehenden Fotos liegen gerade einmal drei Tage. Was soll ich sagen? Es grünt so grün, wenn die Berliner Gärten blühen …

Die Hölle Grand Canyon

Unser jüngster Enkel ist sich sicher, dass er in den Himmel kommt. “Ich bin doch immer lieb”, sagt er, was in der Tat auch stimmt – von den üblichen Dingen eines kleinen Jungen einmal abgesehen. Wo aber kommen die anderen Kinder und Erwachsenen hin, die nicht so lieb sind? Auch hier hat der kleine Mann klare Vorstellungen: “In den Grand Canyon”, ließ er Oma wissen, die, wie man sich vorstellen kann, nicht schlecht staunte. Denn die 450 Kilometer lange Schlucht im Norden des US-Bundesstaates Arizona zählt zu den großen Naturwundern dieser Erde und wird jedes Jahr von fünf Millionen Menschen besucht. Vermutlich geht die neue Nutzung auf den Einfluss von Donald Trump zurück, der als 45. US-Präsident seit nunmehr über einem Jahr in Washington mit Fake News für Schlagzeilen sorgt. Jedenfalls lügt Trump fünfmal am Tag, “mit ernsthaften Konsequenzen”, wie Max Paul Friedmann, Geschichtsprofessor an der American University in Washington, im Deutschlandfunk Kultur zum Besten gab. Im Vergleich: Trumps Vorgänger Barack Obama log im Durchschnitt nur zwei Mal pro Jahr öffentlich. Wie auch immer: Der Grand Canyon wird vermutlich die Hölle, zumindest aber das Fegefeuer für die Bösewichter dieser Welt sein. Denn alleine schon in der Nähe dieses Despoten sein Dasein fristen zu müssen, ist wohl Strafe genug. Was soll ich sagen? Da verüben wir doch alle lieber jeden Tag eine gute Tat, als in der Welt der Alternativen Fakten zu landen. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Natur mit Demut begegnen

Die Auswirkungen von Sturm “Xavier” halten nicht nur die Bahn auf Trab, sondern haben auch Omas Pläne durchkreuzt. Eigentlich wollte sie ja am Samstag zu einem Familienfest nach Holland fahren – und zwar mit dem Zug. Doch der fiel aus, weil die Strecke nach wie vor nicht befahrbar war. Aber nicht nur Bahnstrecken sind noch gezeichnet vom Sturm. Auch die Straßen rund um Omas und Opas Domizil sehen ziemlich wüst aus. Als am Freitag jemand etwas bei uns etwas abholen wollte, lautete der Kommentar nur lapidar: “Das war wie eine Schnitzeljagd.” Zeitweilig waren in unserer unmittelbaren Nachbarschaft fünf Straßen gesperrt, weil ein Baum die Durchfahrt versperrte. Was soll ich sagen? Derartige Extremsituationen lehren uns wieder ein wenig Demut. Die Menschen in den Bergen und an der See wissen um die Naturgewalten und respektieren sie. Wir in den Städten, die glauben, alles sei jederzeit machbar, müssen daran hin und wieder erinnert werden. Bleiben Sie gesund und ein schönes Wochenende …

Zeitweilig waren in unserer unmittelbaren Nachbarschaft fünf Straßen gesperrt, weil ein Baum die Durchfahrt versperrte.