Mit einer Medaille belohnt

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat es tatsächlich geschafft und sich bei den Europameisterschaften für eine tolle Leistung mit der Bronzemedaille belohnt. Eine Medaille hatte – für manche viel zu optimistisch – Bundestrainer Gordon Herbert im Vorfeld als Ziel ausgegeben. Dass das letzte Spiel gegen Polen in seiner Klasse nicht an die Spiele gegen Griechenland, das bezwungen werden konnte, und gegen Spanien, dem sich Dennis Schröder und Co. geschlagen geben mussten, heranreichte, war zu erwarten gewesen. Aber so Krampfspiele muss man auch erst einmal gewinnen. Wer selbst Sport betrieben hat, weiß das. Umso zufriedener sollten und können alle beteiligten sein, wobei es Herbert noch besonders hoch anzurechnen ist, das er die Verantwortung für die Niederlage gegen die Iberer alleine auf sich genommen hat. Was soll ich sagen? Die spannende Frage, die nach diesem begeisternden Turnier bleibt, ist die, welchen Weg der deutsche Basketball nun einschlägt. Da sich am Horizont aber schon mit Franz Wagner ein Nachfolger der deutschen Basketball-Legende Dirk Nowitzki abzeichnet, muss einem nicht bange sein. Insofern soll dieser Text auch mit einem Zitat der Nummer 14, die nie wieder vergeben wird, enden: Wenn du alles gibst, kannst du dir nichts vorwerfen!

Vielleicht ein Herbstmärchen

So ein Basketball-Spiel habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Es war unglaublich, wie die deutsche Nationalmannschaft am Dienstagabend gegen den Titelfavoriten Griechenland auftrumpfte. Nun steht sie im Halbfinale und ist bei dieser Europameisterschaft noch mindestens zwei Mal zu sehen. Ich kann es kaum erwarten und werde – zumindest am Fernsehen – dabei sein. Dabei werden bei mir Erinnerungen wach, die schon eine Ewigkeit zurückreichen: Damals – Ende der 60er-Jahre – spielte ich nämlich selbst in der noch jungen Basketball-Bundesliga beim ATV Düsseldorf, den es so heute nicht mehr gibt. Eines der unvergessenen Erlebnisse war ein Aufeinandertreffen mit den Harlem Globetrotters, gegen die wir zwei Demonstrationsspiele machen durften. Auch wir haben da so mit Ball gezaubert, dass wir am Ende glaubten, so in der Liga bestehen zu können. Dem war natürlich nicht so. Beim nächsten Heimspiel haben wir eine derart krachende Niederlage einstecken müssen, deren Lehre ich bis heute nicht vergessen habe: Hochmut kommt vor dem Fall. Was soll ich sagen? Vielleicht sollte ich die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft zukommen lassen. Denn die schwebt sicherlich – wie wir seinerzeit – im siebten Basketball-Himmel. Doch beim nächsten Spiel gegen Spanien ist all das nichts mehr wert. Da geht es wieder von vorne los. Aber Bundestrainer Gordon Herbert wird das sicherlich wissen und seine Mannschaft entsprechend einstellen. Wenn das gelingt, erleben wir vielleicht ein Herbstmärchen – mit der dritten EM-Medaille nach Gold 1993 und Silber 2005.

Wahnsinn mit Methode

Ich werde mich hier und jetzt politisch völlig unkorrekt verhalten. Ich kündige dies gleich zu beginn an, damit sich am Ende keiner beschweren kann, ich hätte ihn nicht gewarnt. Also: Der Sturm, der gerade um Winnetou im deutschen Wasserglas tobt, ist Schwachsinn hoch drei. Da braucht im Netz nur irgendjemand was von „kultureller Aneignung“ zu schwafeln oder die „Rassismus“- bzw. “Kolonialismus”-Keule zu schwingen, da knickt ein veritabler Verlag gleich ein und nimmt zwei Winnetou-Bücher vom Markt. Es ist nicht zu fassen. Es war ja schon schlimm genug, dass sich die Grünen-Politiker Bettina Jarasch, mittlerweile Senatorin in Berlin, dafür entschuldigt hat, auf die Frage, was sie als Kind werden wollte, mit „Indianerhäuptling“ geantwortet zu haben. „Unreflektierte Kindheitserinnerungen“ nannte sie dies damals. Und jetzt nun das. Wenn man in diesem Lande denkt, eigentlich kann es nicht schlimmer kommen, wird man eines Besseren belehrt. Was soll ich sagen? Da kommt mir doch William Shakespeare in den Sinn, der in seinem Drama „Hamlet“ den Oberkämmerer Polonius sagen lässt: „Ist dies schon Wahnsinn, hat es doch Methode.“

Mathe mit dem Opa

Zusammenkünfte mit ehemaligen Klassenkameraden sind, so die Berliner Schulsenatorin Astrid-Sabine Busse im Podcast mit dem Tagesspiegel, „immer interessante Treffen“. Das kann ich bestätigen. Konnten meine ehemaligen Klassenkameraden und ich doch gerade unser 50-jähriges Abitur begehen. Auch die Bildungssenatorin hatte nach eigener Aussage „voriges Jahr 50 Jahre Abitur“, was allerdings ein wenig verwundert. Denn die politische Quereinsteigerin ist noch nicht einmal 65 Jahre alt und hat ausweislich der Webseite ihrer Senatsverwaltung 1976 das Abitur an der Luise-Henriette-Schule (Gymnasium) in Berlin gemacht. Der Tagesspiegel würde das jetzt unter der Rubrik „Mathe mit dem Checkpoint“ ablegen. Also machen wir “Mathe mit dem Opa”. Denn ich werde dieses Jahr 70 Jahre alt und habe 1972 Abitur gemacht. Und nach Adam Riese ergibt 1976 plus 50 Jahre 2026. Nun könnte man meinen, die Dame sei ihrer Zeit weit voraus. Doch leider ist dem nicht so. Denn die Probleme, die sie in und mit ihrer Verwaltung hat, sind immer noch die alten: Fehlende Lehrer, marode Schulen, unabsehbare Coronafolgen und die immer währende Frage: Ist das Bildungssystem in Berlin überhaupt noch zu retten. Die Senatorin gibt sich selbstbewusst und kämpferisch: „Warum sollte ich zurücktreten, wenn man dieses Amt für mich auserkoren hat?“ und „Berlin ist nicht verloren und das Bildungssystem auch nicht.“ Was soll ich sagen? Mir kommt da Albert Einstein in den Sinn, der zunächst tröstend daherkommt: „Mach’ dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, daß meine noch größer sind.“ Doch dann kommt es ganz dick, zumindest für die Senatorin: „Gleichungen sind wichtiger für mich, weil die Politik für die Gegenwart ist, aber eine Gleichung etwas für die Ewigkeit.“

Nicht allein das A-B-C

Das Treffen in Düsseldorf aus Anlass unseres vor 50 Jahren abgelegten Abiturs war nicht nur schön, sondern hat auch viele Erinnerung geweckt. Aber dafür sind solche Anlasse ja auch da, in der Vergangenheit zu stöbern und, wenn möglich, nur die schönen Dinge zurückzuholen. Ich denke, dass ist uns bei unserem abendlichen Beieinander sehr gut gelungen. Ich hoffe, die anderen sehen das auch so. Aber wenn ich mir die Gesichter meiner ehemaligen Klassenkameraden vor Augen halte, kann man getrost davon ausgehen. Ich für meinen Teil habe den Aufenthalt in Düsseldorf auch noch genutzt, an die eine oder andere Stelle meiner „Untaten“ zurückzukehren. Ein besonders bewegender Moment war dabei sicherlich der Blick auf meine alte Schule, die ja die Bildungsgrundlage für mein Leben gelegt hat. Meinen Lehrern, von denen die meisten nicht mehr leben, sage ich dafür im Nachhinein noch einmal meinen ganz herzlichen Dank. Was soll ich sagen? Schon der griechische Philosoph Platon wusste, dass es keine Schande ist, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen. Und Wilhelm Busch hat es auf diesen Punkt gebracht: „Also lautet der Beschluss: dass der Mensch was lernen muss. – Nicht allein das A-B-C bringt den Menschen in die Höh’.“

70 Jahr’, graues Haar, …

Heute treffe ich mich mit ehemaligen Klassenkameraden, mit denen ich vor 50 Jahren mein Abitur gemacht habe. Seinerzeit waren wir 14 Schüler – eine für heutige Zeiten unglaublich kleine Zahl – und stolz, dass wir dies auf dem ältesten städtischen Gymnasium Düsseldorfs getan haben. Es gäbe viel zu erzählen. Aber besser als bei der Feuerzangenbowle kann es ohnehin nicht werden. Deshalb will ich gleich ganz darauf verzichten und es dabei belassen, an diejenigen zu erinnern, die an unserem heutigen Treffen nicht mehr teilnehmen können. Denn vier von uns sind bereits verstorben, allesamt viel zu früh. Wir werden auf sie anstoßen und ihrer gedenken. Was soll ich sagen? In Abwandlung eines Hits von Udo Jürgen: 70 Jahr’, graues Haar, so sind wir nun hier.

Bayerisch eben

In Bayern gehen die Uhren einfach anders. Das haben wir jetzt wieder bei unserem Aufenthalt im Allgäu feststellen können. Nur ein paar Beispiele: Da gibt es in Sonthofen – anders als in Berlin – ein flächendeckendes freies WLAN, auf dem Nebelhorn hat man – anders als in Berlin – einen einwandfreien Handyempfang mit voller Balkenzahl und im öffentlichen Freibad in Fischen kommt die Badeaufsicht – anders als in Berlin – noch dazu, das Wasser zu fegen. Aber damit nicht genug. Auf der Grasgehren-Hütte in 1.447 Metern Höhe ist sogar die Selbstbedienung „sehr nett“. Was soll ich sagen? Ich versuch’s mal mit den Worten der BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH: „Bayern ist da, wo die bayerische Lebensfreude zu Hause ist. Wo Deutschland sich gar nicht mehr typisch deutsch anfühlt, sondern irgendwie gemütlicher, heiterer, unbeschwerter. Bayerisch eben.“ Oder wie hat es der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog 1998 auf den Punkt gebracht: Laptop und Lederhose.

Ziemlich schräg (3)

Berlin ist ja berühmt wie berüchtigt dafür, ziemlich schräg zu sein. Aber, man glaubt es kaum, auch andernorts gibt es Dinge zwischen Himmel und Erde, bei denen man entweder fassungslos den Kopf schütteln oder sich nur noch scheckiglachen kann. Ein Beispiel habe ich aus dem Urlaub mitgebracht. In Rothenburg ob der Tauber haben wir in einem Süßwarengeschäft ein Schild im Schaufenster entdeckt, das doch zu denken gibt. Jedenfalls wird darum gebeten: Bitte nicht am Personal lecken! Was soll ich sagen? Ich weiß ja nicht, was Menschen in Rothenburg ob der Tauber so in der Regel alles machen. Aber auf die Idee, das Personal anzuknabbern, muss man auch erst einmal kommen.

Die Weltköche zu Gast im Ikarus

Von Alex Atala aus dem D.O.M. in Sao Paulo bis zu Jin Jie Zhang aus dem Green T. House in Peking – über 200 Sterneköche aus der ganzen Welt haben sich mittlerweile im Ikarus im Hangar 7 in Salzburg die Kochlöffel in die Hand gegeben. Seit 2003 geht das schon so und seit 2014 wird diese einmalige Erfolgsgeschichte von einem Buch begleitet, das unter dem Titel “Die Weltköche zu Gast im Ikarus” einmal jährlich – wie es im Untertitel heißt, “außergewöhnliche Rezepte und wegweisende Chefs im Porträt” präsentiert. War es anfangs noch Roland Trettl, der unter der Schirmherrschaft von Eckart Witzigmann als Chefkoch die Verantwortung trug, ist es seit 2014 Martin Klein, der das Zepter schwingt. Und nun erscheint Band 8 dieser Dokumentation der weltweiten Haute Cuisine. So wie das Küchenkonzept im Ikarus über all die Jahre gleich geblieben ist, ist auch die Konzeption des Buches unverändert geblieben. Nur in Nuancen und der Gestaltung hat sich an der einen und der anderen Stelle immer wieder etwas geändert. Der Konstanten “Qualität” indes hat das keinen Abbruch getan. Das gilt sowohl für die hochwertige Aufmachung und das exzellente Material sowie die eindrucksvollen Bilder und die gelungenen Texte, vor allem aber die Beschreibung der Zutaten und Rezepte, die in ihrer Detailtiefe ihresgleichen suchen. Insofern ist es auch für Hobbyköche durchaus möglich, das eine oder andere Gericht oder zumindest Teile davon nachzukochen, auch wenn diese alle ausgesprochen anspruchsvoll sind. Was soll ich sagen? Dieser achte Band ist – wie all seine Vorgänger auch – wieder einmal eine im wahrsten Sinne des Wortes Sternstunde für alle begeisterten Köche.

Uschi Korda und Martin Klein, Die Weltköche zu Gast im Ikarus
PANTAURO, Elisabethen, 2022, 344 Seiten, 69,95 Euro, ISBN 978-3710500602

Wider dohoi

Zwei Wochen Urlaub sind vorbei. Oma und ich waren – wie man im Allgäu sagen würde – wider dohoi (wieder daheim). Dabei wurden wir von unseren Fischinger Freunden wieder so herzlich aufgenommen, als wären wir nie weggewesen. Auch unsere Enkel, die uns in der ersten Woche Gesellschaft geleistet haben, waren von den dortigen Kindern bereits sehnsüchtig erwartet worden. Und diese Generation ist mittlerweile schon die fünfte, in der unsere beiden Familien miteinander befreundet sind. Auch wenn unsere Ferienwohnung nicht in Fischen sondern in Schöllang am Fuße des Rubihorns gelegen ist, so tat das unserer Verbundenheit mit meiner zweiten Heimat keinen Abbruch, zumal auch unsere Vermieter es an Herzlichkeit nicht mangeln ließen. Umso irritierter war ich aber auch, als ich von einer Schnapsidee erfuhr, die zwar schon einige Jahre her, dafür aber umso unsinniger war. Danach sollte sich nach dem Willen einer Tierrechtsorganisation „Fischen“ in „Wandern“ umbenennen. Zunächst dachte ich ja, das sei ein Witz. Aber eine kurze Recherche ergab, dass das tatsächlich deren Ernst gewesen ist. Begründet wurde die Forderung seinerzeit damit, dass der Ortsname für ein grausames Hobby stehe und daher für eine so schöne Gemeinde nicht länger tragbar sei. “Wir sehen keinen Anlass, unseren Ortsnamen zu ändern“, lautete die prompte Antwort des Bürgermeisters, der darauf verwies, dass der Ort den Namen bereits seit 1791 trage. Was soll ich sagen? Da fällt mir nur ein Allgäuer Spruch aus dem Jahre 1958 ein: „A bissele dumm isch am End jeder, aber so dumm wie mancher isch doch koiner.“

Fischen im Allgäu – meine zweite Heimat – und noch ein paar Sehnsuchtsbilder: