Feinsinnig und tiefgründig

Manchmal staunt man ja Bauklötze, wenn es um die eigenen Enkel geht. So ist es mir jedenfalls gegangen, als Oma mich auf ein Gedicht aufmerksam gemacht hat, dass unser Jüngster – sieben Jahre alt – mit einem ein Jahr jüngeren Freund verfasst hatte. Die Zeilen lesen sich so, wobei ich der besseren Lesbarkeit wegen die Rechtschreibfehler weggelassen habe, also: “Werf’ dein Leben nicht weg, sonst fällt es in den Dreck und dann ist es weg und es kommt nicht mehr raus, dann frisst es die Laus.” Da staunen Sie auch!?! Zwei Buben im Alter von sechs und sieben Jahren bringen solche Zeilen zu Papier, die es an feinsinniger wie tiefgründiger Philosophie nicht mangeln lassen. Was soll ich sagen? Ich in meinem Alter bin auf so etwas ganz sicher nicht gekommen. Dabei bin ich mir allerdings nicht sicher, worüber man sich mehr freuen soll. Denn solche Gedanken haben eigentlich in diesen kleinen Kinderköpfen noch nichts zu suchen. Aber die Zeiten ändern sich, nicht immer zum Besseren.

Für uns ein gutes Jahr

Man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben. Aber wenn nicht noch etwas Schreckliches passiert, können Oma und Opa bereits heute feststellen: 2018 gehört zu den ausgesprochen guten Jahren, die wir erleben durften. Bis auf den alltäglichen Wahnsinn, der von Washington bis Berlin die Menschen verzweifeln lässt, haben wir nichts, worüber wir zu Recht klagen könnten. Nicht einmal das blamable Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft ändert etwas an unserer Jahresbilanz, die wir Ende nächsten Jahres gerne wieder ziehen würden. So sind wir von Krankheiten ebenso verschont worden wie unsere Kinder und Enkel. Auch der Jahrhundertsommer, der auf der einen Seite zwar allen das Problem der Erderwärmung ziemlich drastisch vor Augen geführt hat, verhalf unserem Land aber auf der anderen Seite zu einem mediterranen Lebensgefühl, das ansonsten nur in Regionen von Südfrankreich, Italien, Spanien oder Portugal zu erleben ist. Auch mein Eintritt in die Rente hat zu keiner Änderung unseres Lebensalltages geführt. Wir stehen jeden Morgen auf, gehen ins Büro und arbeiten – warum auch nicht, haben Oma und Opa doch noch viele gute Ideen und viel vor. Insofern haben wir uns unseren Wien-Tripp mit unserem jüngsten Enkel redlich verdient. Eine gewichtige Rolle spielte 2018 natürlich auch wieder KINDER | KOCHEN, das auf der Bildungsmesse didacta in Hannover von der Bundesregierung offiziell geehrt und ausgezeichnet wurde, das im Roten Rathaus in Berlin auf dem Markt der Möglichkeiten und beim Berliner Hoffest mit jeweils einem starken Auftritt vertreten war und vom Regierenden Bürgermeister beehrt wurde. Und dass Opas Kommunikationsbüro für das Engagement für KINDER | KOCHEN beinahe den Berliner Unternehmenspreis erhalten hätte, war noch das Tüpfelchen auf dem i. Was soll ich sagen? Oma und Opa halten es mit dem 1882 verstorbenen deutschen Schriftsteller Berthold Auerbach, der es einmal so auf den Punkt gebracht hat: Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat, wäre auch nicht zufrieden, wenn er hätte, was er nicht hat.

Und es gibt ihn doch …

Die Fragen “Gibt es das Christkind? oder “Gibt es einen Weihnachtsmann?” sind vermutlich so alt wie das Christkind bzw. der Weihnachtsmann selber. Eine der wohl bewegendsten und anrührendsten Antworten hat im Jahre 1897 Francis P. Church in der New York Sun gegeben, der im Auftrag seines Chefredakteurs folgende Leserzuschrift beantwortete: “Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt. Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt. Papa sagt: ‚Was in der Sun steht, stimmt.‘ Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann? Virginia O’Hanlon. 115 West Ninety-fifth Street.”

“Virginia”, beginnt der Text von Church, der bis zur Einstellung der “Sun” 1950 alle Jahre zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung abgedruckt wurde und nunmehr jedes Jahr an Heilig Abend auf Opas Blog erscheint, “deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Alters. Sie glauben an nichts, das sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, was ihr kleiner Verstand nicht fassen kann. Der Verstand, Virginia, sei er nun von Erwachsenen oder Kindern, ist immer klein. In unserem großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch die Sinne und den Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht. Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen.

Du kannst die Babyrassel auseinander reißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinander reißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseite schieben und die übernatürliche Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger.

Kein Weihnachtsmann! Gott sei Dank lebt er, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehn mal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit glücklich zu machen.”

Was soll ich sagen?

Recht hat Church, und schöner kann man es auch nicht sagen. In diesem Sinne wünschen Oma und Opa allen Lesern frohe und gesegnete Weihnachten.

Trick 17

„Trick 17“, so heißt es bei Wikipedia, „wird im Sprachgebrauch als Beschreibung eines Lösungsweges bei Problemen verwendet. Einerseits werden damit Lösungswege bezeichnet, die originell oder ungewöhnlich sind. Eine solche Lösung kann jedoch nur bei Erfolg Trick 17 genannt werden, da ein Trick 17 immer und sofort auf Anhieb funktionieren muss. Andererseits werden mit Trick 17 aber auch solche Lösungswege bezeichnet, die offensichtlich sind und auf der Hand liegen. Die ironische Wendung „Trick 17 mit Selbstüberlistung“ bezeichnet jedoch als spöttischer Kommentar einen (meist vermeintlich raffinierten) Lösungsansatz, der auf mehr oder minder komische Weise scheitert.“ Mit letzterer Definition haben die Bücher aus der Buchreihe „Trick 17“ der frechverlag GmbH, die mittlerweile auf elf Bücher angewachsen ist, nichts zum tun. In zwei davon habe ich mal reingeschaut und muss feststellen: Nicht schlecht, Herr Specht! Ob die 365 Alltagstipps oder die 22 Lifhacks und Rezepte in Sachen Küche haben mich echt beeindruckt. Zwei Beispiele, erstens: Als Ersatz für Geschenkpapier wird aus altem Zeitungspapier eine Tüte gebastelt, in die dann das Geschenk hineinkommt – was ich als alter Zeitungsmann natürlich sofort ausprobiert und für meinen jüngsten Enkel, der gerade da war, eine solche Tüte gemacht habe. Und zweitens: Für einen Hamburger mit Ei formt man einen Ring aus Hackfleisch, brät ihn von einer Seite an, wendet ihn, gibt in die Öffnung ein Ei und brät das Ganze solange, bis Hamburger und Ei gar sind. Als begeisterter Hobbykoch habe ich auch das sofort ausprobiert, mit Rinderhack und Wachtelei. Unser Jüngster war begeistert und hat mir für die Hamburger, von denen der zweite mit einem Champignon in der Mitte gefüllt war, neun von zehn Punkten gegeben. Was soll ich sagen? Die Punkte geben ich gerne an Trick 17 weiter.

Trick 17 – 365 geniale Alltagstipps                                                                        frechverlag GmbH, Stuttgart, 11. Auflage 2017, 400 Seiten, 17,00 Euro, ISBN: 978-3-7724-7514-6

Trick 17 – Küche                                                                                                  frechverlag GmbH, Stuttgart, 5. Auflage 2017, 320 Seiten, 17,00 Euro, ISBN: 978-3-7724-7468-2

Die Frage aller Fragen

In der Vorweihnachtszeit ist die Frage sozusagen der Klassiker, mit dem sich Eltern und Großeltern alljährlich konfrontiert sehen. „Gibt es den Weihnachtsmann bzw. das Christkind?“, lautet die Fragen aller Fragen. Wer da nicht regelmäßiger Leser von Opas Blog an Heiligabend ist, hat da natürlich ein Problem. Aber es kann in diesem Zusammenhang auch noch Fragen geben, die ganz speziell, weil mit konkreten Erlebnissen unterfüttert sind. So wurde unser jüngster Enkel bei Oma vorstellig und berichtete von einem Gespräch mit einem Schulkameraden. Denn der hatte, man mag es kaum glauben, alle seine Wunschlisten im Bücherschrank seiner Eltern gefunden. Das untergräbt natürlich die Autorität des Weihnachtsmannes/Christkindes beachtlich. Oma rettete sich gerade so mit dem Hinweis, dass das ja nicht gegen die grundsätzliche Idee des Weihnachtsmannes/Christkindes spreche. Schwieriger war es da schon letztes Jahr, als unser ältester Enkel doch erhebliche Zweifel am Gerechtigkeitssinn des Weihnachtsmannes äußerte, und zwar vor dem Hintergrund, dass ein Kind mal mehr, ein anderes mal weniger bekomme – und in Afrika vielleicht gar nichts, wie er verständnislos mit der Bemerkung hinzufügte: „Wie ungerecht ist das denn?“ Was soll ich sagen? Ich will jetzt dem Beitrag für diesen Heiligabend nicht vorgreifen. Aber auf die Kernaussage will ich dann doch heute schon mal hinweisen: „Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können.“ 

Keine leidenschaftliche Bäckerin

Eigentlich gehört Zucker zu Plätzchen wie die Luft zum Atmen. Oma allerdings hat jetzt versucht, sozusagen einen Tomatensalat ohne Tomaten bzw. einen Kartoffelsalat ohne Kartoffeln zu machen. Jedenfalls wunderte sie sich, dass ihr Teig überhaupt nicht süß schmeckte. Als sie da ihr Missgeschick bemerkte, war es fast schon zu spät, aber eben nur fast. Der Zucker wurde noch irgendwie in den Teig gemogelt und die Plätzchen erneut ausgestochen und dann gebacken. Was soll ich sagen? Man merkt halt doch, dass Oma keine leidenschaftliche Bäckerin ist. Schmecken tun die Plätzchen aber trotzdem – wenn auch nicht so süß wie die, die man sonst so zum Naschen bekommt. Aber was soll’s.   Wie sagt doch ein chinesisches Sprichwort: Misserfolg ist die Mutter des Erfolgs.

 Nicht besonders, aber trotzdem lecker.

Eher Sommer denn Herbst

Die Welt ist aus den Fugen, zumal nicht nur in Bayern, sondern auch in Berlin die Uhren offensichtlich anders gehen. Jedenfalls haben wir gegenwärtig einen Wetterbericht, der eher nach Sommer denn nach Herbst aussieht. Heute, morgen und übermorgen 24 Grad, Sonnenschein pur und kein Tropfen Regen. Und danach wird es auch nicht viel schlechter.

So ganz passt das allerdings nicht zur Vegetation, die denn doch eher herbstlich ausschaut, wie unser diesjähriger Quittenertrag nachdrücklich unter Beweis stellt.

   

So viel Quitte war noch nie. Was soll ich sagen? Da scheint die alte Bauernregel ja recht zu haben, die da besagt: Oktobersonne kocht den Wein und füllt auch große Körbe ein. Und wenn diese Regel stimmt, stimmen ja vielleicht auch die: Ist der Oktober freundlich und mild, ist der März dafür rau und wild bzw. Warmer Oktober bringt fürwahr stets einen kalten Januar.

Nichts zu lachen

In dieser Woche war der internationale Tag des Lächelns. Am Freitag lächelte die ganze Menschheit um die Wette. Dabei könnte man diesen Tag inhaltlich eigentlich zwei Mal belegen. Denn jeder Erwachsene lacht etwa 20 Mal am Tag. Dabei fordert 20 Sekunden Lachen unseren Körper mindestens genauso wie drei Minuten Joggen, will die Abendschau des RBB wissen. Das hat natürlich was. Aber das ist noch lange nicht alles. Lachen stärkt das Immunsystem, senkt den Blutdruck und lindert Schmerzen, erklärt ein Mediziner. Was soll ich sagen? Am besten lacht man joggend oder joggt lachend. Das wäre dann doppelt gesund. Nur, vielen Menschen auf dieser Erde vergeht das Lachen, weil sie nichts zu lachen haben. Und nur joggen hilft da auch nicht weiter, so dass die Diagnose leider lautet: An vielen Stellen ist diese Welt so krank, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

Glückszahl 13

Am Wochenende war es wieder einmal soweit: Opas Firma butterfly communications | hatte Geburtstag. 13 Jahre alt ist das Kommunikationsbüro geworden, das sich nach wie vor bester Reputation erfreut. 13, da werden viele denken, eine Unglückszahl. Doch weit gefehlt. Die Zahl gilt sogar zuweilen als Glückszahl wie zum Beispiel in Italien, wo sie auch noch in Verbindung mit dem Heiligen Antonius gebracht wird. Der steht übrigens bei Oma und Opa hoch im Kurs. Das Stoßgebet „Heilige Antonius, goede vrind, sorg dat ik m’n … vind“ kommt, je älter wir werden, immer häufiger vor. Aber es hilft und wir finden immer, was wir gerade suchen. Was soll ich sagen? Ich bleibe dabei: Wer’s nicht glaubt, soll halt weiter suchen …

 

Dohoi isch dohoi

Das Allgäu, genauer gesagt das Oberallgäu, ist Opas Heimat. Geboren bin ich in Kempten, Fischen ist sozusagen mein zweites Zuhause. Dort verbindet meine Familie eine tief verwurzelte Freundschaft mit einer einheimischen Familie – und das aus Sicht unserer Enkel mittlerweile in der fünften Generation. Allein diese Tatsache wäre schon ein Wert an sich, und doch ist es viel, viel mehr. Denn das gibt es sicherlich nicht oft, dass selbst nach einem längeren Zeitraum, in dem man einander nicht gesehen hat, eine Vertrautheit vorhanden ist, die seinesgleichen sucht. Vermutlich ist es die Umgebung, sind es die Berge, die die Sinne füreinander frei machen – ganz im Sinne des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan: „Demut gebietend und erhebend zugleich, kaum etwas in der Natur flößt uns soviel Ehrfurcht ein wie der Anblick von Bergen.“ Und die haben Oma und ich in unserem einwöchigen Urlaub wahrlich genossen, getreu dem Motto des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss: „Der Sinn des Reisens ist es, an ein Ziel zu kommen,
der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein.“ Unterwegs waren wir oft und lange, was zusätzlich durch ein Wetter belohnt wurde, mit dem wir so nicht gerechnet hatten. Jedenfalls präsentierte sich der bayerische Himmel malerisch in seinen typischen Landesfarben weiß und blau. Besser ging’s nicht. Deshalb jetzt auch auf (Ober-)Allgäuerisch: Was soll i saga? Dohoi isch dohoi. Des war allat scho so. (Was soll ich sagen? Daheim ist es am schönsten. Das war schon immer so.)

Und jetzt ein paar Sehnsuchtsbilder: