Wieder ein Peperoni-Care-Paket

In Sachen Quitten und Peperoni ist sozusagen alles beim Alten. Während bei den scharfen Sachen wieder totale Flaute geherrscht hat, sind die gelben Monsterfrüchte wieder in Hülle und Fülle an unserem Bäumchen gewachsen. Ich hatte schon Angst um die Zweige, die doch beachtlich durchhingen, aber immerhin durchgehalten haben. Damit wir gewürztechnisch in diesem Winter auch durchhalten können, hat uns Menzeline wieder einmal unter die Arme gegriffen und mit einem Peperoni-Care-Paket versorgt. Was soll ich sagen? Irgendwie hat es schon Tradition, dass den Berlinern geholfen wird. Auf gute Freunde ist halt immer Verlass.

Vom Care-Paket in die Gewürzmühle: Peperoni von Menzeline.

Keine leidenschaftliche Bäckerin

Eigentlich gehört Zucker zu Plätzchen wie die Luft zum Atmen. Oma allerdings hat jetzt versucht, sozusagen einen Tomatensalat ohne Tomaten bzw. einen Kartoffelsalat ohne Kartoffeln zu machen. Jedenfalls wunderte sie sich, dass ihr Teig überhaupt nicht süß schmeckte. Als sie da ihr Missgeschick bemerkte, war es fast schon zu spät, aber eben nur fast. Der Zucker wurde noch irgendwie in den Teig gemogelt und die Plätzchen erneut ausgestochen und dann gebacken. Was soll ich sagen? Man merkt halt doch, dass Oma keine leidenschaftliche Bäckerin ist. Schmecken tun die Plätzchen aber trotzdem – wenn auch nicht so süß wie die, die man sonst so zum Naschen bekommt. Aber was soll’s.   Wie sagt doch ein chinesisches Sprichwort: Misserfolg ist die Mutter des Erfolgs.

 Nicht besonders, aber trotzdem lecker.

Blaue Zipfel einfach spitze

Wenn man in Berlin seinen Gäste blaue bzw. saure Zipfel anbietet, dann sind die meisten erst einmal skeptisch. Denn bei den Zipfeln handelt es sich um Nürnberger Rostbratwürste, die nicht gegrillt, sondern gebrüht werden. Wenn die Gäste aber erst einmal probiert haben, können sie gar nicht genug davon bekommen. In Franken, wo die blauen Zipfel als Nationalgericht gelten, ist das eh so. Nun ist ein guter Bekannter von mir, den ich gestern Abend zufällig getroffen habe, ins Frankenland umgesiedelt. Da habe ich ihm versprochen, mein Rezept der blauen Zipfel zur Verfügung zu stellen, damit er in seiner neuen Heimat groß auftrumpfen kann. Wer die Würste ebenfalls nachkochen will, findet die Anleitung hier. Was soll ich sagen? Es gibt eine Vielzahl an Rezepten für dieses Gericht. Das Rezept meiner Großmutter beispielsweise hatte viel weniger Zutaten als meines, bei dem immerhin 20 Zutaten zum Einsatz kommen. Aber wie auch immer: Oma meint, ich soll nichts mehr ändern. Meine blauen Zipfel seien einfach spitze und lecker. Wenn Oma das sagt, wird es wohl stimmen.

Blaue Zipfel, einfach lecker.

Wer die Blaubeere nicht ehrt …

Wer kann da nicht mitsingen, wenn aus Lautsprechern erschallt: I found my thrill on Blueberry Hill. Ob von Fats Domino, Elvis Presley, Jonny Hallyday oder Elton John interpretiert, dieser Ohrwurm hat schon Generationen verzaubert – ob verliebt oder nicht. Dabei war der Song, der ursprünglich von Vincent Rose, Al Lewis und Larry Stock für den Western The Singing Hill geschrieben worden war, anfangs durchaus umstritten. So lehnte der erste Musikverlag, dem das Werk angeboten worden war, das Lied zunächst ab, weil Blaubeeren nicht auf Hügeln wachsen würden. Allerdings geht es in dem Text überhaupt nicht um Blaubeeren, sondern um einen nach ihnen benannten Hügel, auf dem sich der Sänger verliebte. Ein ganz anderes Erlebnis im Zusammenhang mit Blaubeeren hatten dagegen jetzt Oma und Opa bei einem Chilean Blueberry Cooking, zu dem ProChile und die chilenische Obst-Exporteurs-Vereinigung ASOEX eingeladen hatten. Erst einmal waren wir durchaus skeptisch. Denn was bitte schön soll man denn alles mit Blaubeeren kochen? Auf nur Nachtisch waren wir nicht gerade heißhungrig. Aber, wie das so ist im Leben: Unverhofft kommt oft. Um es gleich vorweg zu nehmen: Es war ein toller Abend mit ausgesprochen netten Menschen, tollem Essen und einem Haufen Inspirationen und neuer Ideen. Hauptanteil daran hatte sicherlich die chilenische Köchin Daniela Fadda, die in Mainz ein Catering-Unternehmen und ein kleines Restaurant betreibt und extra für das Event nach Berlin eingeflogen worden war. Aber auch der Direktor von ProChile in Deutschland, Diego Torres, und der Marketing-Direktor der ASOEX, Charif Christian Carvajal, erwiesen als perfekte Gastgeber eines Abends, der sicherlich mehr Gäste verdient gehabt hätte. Dann das, was da mit Blaubeeren gezaubert wurde, war faszinierend. So gab es es nach einem Blaubeeren-Cocktail als Vorspeise einen Hirschrücken, der besser nicht hätte sein können. Auch die Entenbrust ließ keine Wünsche offen. Und der Nachtisch war einfach himmlisch. Aus Blueberry Hill wurde ein Blaubeeren-Massiv. Was soll ich sagen? Angesichts der hervorragenden chilenischen Weine, die zum Essen angeboten wurden, hätte das Motto des Abends durchaus lauten können: Wer die chilenische Blaubeere nicht ehrt, ist des Weines aus Chile nicht Wert.

                

Kohlröschen – ein neues Gemüse

Opa ist wieder voll im Arbeitsmodus. Das heißt, heute habe ich weitestgehend am Schreibtisch verbracht. Schlimm war das nicht, zumal an einem Sonntag, der so Grau in Grau daherschlich. Was soll ich sagen? Als Belohnung gab’s eine kulinarische Überraschung. Opa hat nämlich ein neues Gemüse entdeckt: Kohlröschen – eine britische Kreuzung aus Grün- und Rosenkohl. Schmeckt fantastisch, einfach nur in Butter gebraten, dazu Fleischpflanzerl in Rotweinsauce. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

                Fleischpflanzerl in Rotweinsauce mit Kohlröschen, einfach nur lecker.

Grüner Kumpane

Glück kommt selten allein und geteilte Freude ist doppelte Freude. So oder so ähnlich kann man verbuchen, was Oma und Opa sich jetzt geleistet haben. Nachdem Opa ja eine Gallone Tabasco gewonnen hatte, fanden wir, dass der Kaventsmann doch irgendwie ziemlich verloren wirkte und mehr oder weniger alleine stand. Also haben wir ihm einen Kumpanen zur Seite gestellt, der nicht minder scharf ist und uns insofern gute Dienste tun wird, als derzeit der grüne Tabasco bei uns eine beachtliche Durchlaufgeschwindigkeit entwickelt hat. Das liegt an einer Salatsauce, die von KINDER | KOCHEN-Schirmherr Tim Raue stammt und einfach genial ist. Man nehme: 100 ml Rapsöl, 20 ml Limettensirup, 20 ml Nuoc-Mom, 10 g grüner Tabasco, 6 g weißer Reisessig 2 g weißer Muscovado-Zucker, 2 g Senf, 2 g Salz und 1/4 Bund Blattpetersilie gezupft. Alles mit dem Zauberstab vermixen und durch ein Sieb passieren. Die Petersilie, die übrig bleibt, lässt sich übrigens bestens für asiatische Fleischbällchen verwenden: Noch etwas Nuoc-Mam in das Gehackte geben, mit Salz und Szechuan-Pfeffer würzen, ausbraten und schon sind die Hackbällchen fertig. Dazu passen übrigens hervorragend Wasabi-Mayonnaise und Sweet Hot Chili Sauce. Doch zurück zur Salatsauce von Tim Raue, die so schon ein Gedicht ist und jedes Salatherz höher schlagen lässt. Wer sich die Arbeit machen will, kann das Ganze noch veredeln, indem er 40 ml Zitronensaft und 40 g Zucker aufkocht, Zesten von 1 Zitrone hinzugibt und drei Minuten köcheln lässt. Feine Kapern hinzugeben und über Nacht ziehen lassen. Als weitere Ergänzung gibt es sechs Perl-Zwiebeln, die in leicht karamelisiertem und mit Edelsaurem P.X.-Essig (100 g) abgelöschtem Honig (50 g) fünf Minuten leicht geköchelt werden und ebenfalls über Nacht ihr Honigaroma ziehen. Was soll ich sagen? Dass ich als bekennende fleischfressende Pflanze jemals so für einen Salat schwärmen würde, hätte ich niemals gedacht. Tim Raue sei Dank.

Der großer rote Tabasco-Kaventsmann hat jetzt einen grünen Kumpanen bekommen.

Eine richtig scharfe Sache

Unverhofft kommt oft, sagt ein altes Sprichwort aus dem 17. Jahrhundert. Gestern war dann mal wieder so ein Tag, mit dessen Überraschung Oma und Opa nicht gerechnet hatten. Jedenfalls staunten wir nicht schlecht, als bei uns eine Gallone Tabasco geliefert wurde, die Opa bei einem Gewinnspiel auf den CHEFDAYS 2017 gewonnen hat. Ja, Sie haben richtig gehört: Eine Gallone. Das sind 3,8 Liter. Da kommt man schon ein wenig mit hin. Umgerechnet in die handelsüblichen Tabasco-Flaschen macht das 66,666666 Flaschen. Und legt man das in die Mini-Fläschen mit 3,7 Milliliter um, würden bei uns in der Küche jetzt 1027,027027 Teile stehen. Was soll ich sagen? Oma und ich überlegen gerade, was wir jetzt mit dem Tabasco machen. Ich neige ja zu einer Tabasco-Party, bei der es als Begrüßungstrunk ein Gläschen Chilisaft gibt. Oma ist das zu heftig. Sie steht eher auf ein Kaffeekränzchen und der Beimischung in einen Schokoladenkuchen. Na, vielleicht können wir beide Varianten ja miteinander kombinieren. Das wird eine richtig scharfe Sache …

Da kommen Oma und Opa jetzt eine Weile mit hin: Eine Gallone Tabasco.

Men’s Health Dad: Opa ist wieder

Die neue Ausgabe von Men’s Health Dad ist da und ab morgen am Kiosk zu haben. Und wer ist wieder mit von der Partie? Na klar, Opa natürlich. Bei der Gewissensfrage gebe ich – neben Mario Förster von Netpapa, Sven Trautwein von Zwillingswelten und Kai Bösel von Daddylicious – meinen Senf dazu und antworte auf die Frage: Können Väter und Kerle ohne Kinder Freunde sein? An anderer Stelle gibt es von mir Rezepte und Tipps, wie man mit Kinder kochen kann. Was soll ich sagen? Men’s Health Dad und Opa, ein generationsübergreifendes Dreamteam. Wer es sich nicht kauft und liest, ist selber schuld.

Die neue Men’s Health Dad ist ab morgen am Kiosk zu haben. Und Opa ist wieder dabei.

Quitten-Produktion verdoppelt

Irgendwie scheint der grüne Daumen bei uns wieder zu funktionieren, nachdem er sich in Sachen Peperoni ja fast gänzlich verabschiedet hatte. Jedenfalls sind in diesem Jahr unsere Quitten derart gewachsen, dass wir ganz stolz vermelden können: Produktion verdoppelt. Waren es 2016 noch 15 Früchte, die unser damals gerade einmal drei Jahre alter Baum trug, glänzte er heuer mit über 30 Quitten – und einige davon über ein Pfund schwer. Apropos glänzen: Omas älteste Schwester hat uns einen Zeitungsartikel aus Holland zukommen lassen, in dem sich eine wunderbare Beschreibung eines Quittenbaumes findet: Er erinnert an einen geschmückten Weihnachtsbaum, in dem die Früchte sorgsam aufgehangen wurden. Und noch eine interessante Information gab’s gleich noch dazu: Das Holz der Quitte ist so elastisch, dass es selbst unter der schwersten Last kaum bricht. Was soll ich sagen? Omas Quittenverwertung läuft auf vollen Touren: Quitten-Chuttney, Quitten-Gelée, Quittenbrot – Oma ist so richtig in ihrem Element.

Wahre Prachtexemplare hat in diesem Jahr unser Quittenbaum hervorgebracht.

Gut gedacht, aber …

Ganz ohne Zweifel ist dieser Nachtisch superlecker. Und ganz sicher war und ist er nicht für Kinder gedacht. Aber die Präsentation in der neuesten Ausgabe von „Mit Liebe“, Deutschlands größtem Food-Magazin aus dem Hause Edeka, ist diesbezüglich mehr als unglücklich. Denn bei der Darstellung der immerhin in 750 Milliliter Rotwein pochierten Äpfel wird ein Zusammenhang mit Kindern hergestellt, der nicht nur für den flüchtigen Leser ausgesprochen missverständlich ist. „Hat wenig Säure und schmeckt deshalb herrlich süß – das macht ihn zum großen Lieblingsapfel bei Kindern“, heißt es bei der Beschreibung der empfohlenen Apfelsorte „Gala“ und suggeriert damit, dass das beschriebene Gericht auch ein bevorzugter Kindernachtisch ist. Dies umso mehr, als auch noch ein blutjunge Dame – flankiert von einem Pandabärchen – in den Apfel beißt. Was soll ich sagen? Wie gesagt: Beabsichtigt war das sicherlich nicht. Aber wie heißt es doch: Gut gedacht, aber schlecht gemacht.

Sieht lecker aus, ist aber leider missverständlich: Das Rezept in Rotwein pochierter Äpfel.