Der frühe Vogel fängt den Wurm

Opa war heute ein wenig spät dran. Die Sonne hatte bereits von einer Stunde angefangen, mit ihren Strahlen die Erde zu erwärmen. Immerhin waren die Temperaturen in der Nacht auf unter zehn Grad gesunken. Es war also auf die Minute genau 6.23 Uhr, als mich sozusagen die senile Bettflucht übermannte und ich aufgestanden bin. Oma hatte mir das bereits am Abend zuvor vorausgesagt – vermutlich aus langjähriger Erfahrung. Denn in der Tat ist es so, dass ich an Wochenenden, an denen ich eigentlich endlos im Bett bleiben könnte, meistens mit den Hühnern aufstehe, während ich unter der Woche, wenn mein Schreibtisch nach mir ruft, kaum aus dem Bett komme. Ich habe mittlerweile aufgegeben, mich dagegen zu wehren. Wenn ich einmal wach bin, ist nichts mehr mit Schlafen. Dann stehe ich besser auf und bin produktiv. Es gibt doch nichts Schöneres, als diese morgendliche Ruhe, die vom Zwitschern der Vögel klangvoll begleitet wird. Auch die Luft hat (noch) etwas Klares, von dem fantastisch blauen Himmel ganz zu schweigen. Was soll ich sagen? Es gibt Schlimmeres, als in aller Herrgottsfrühe aufzuwachen und nicht mehr einschlafen zu können, zumal der Volksmund weiß: Der frühe Vogel fängt den Wurm und Morgenstund hat Gold im Mund. In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund.

Was für eine Stimmung: Morgendliche Ruhe, klare Luft und strahlend blauer Himmel!

BOB: Besser Ohne – Bundesweit

Auch andere haben gute Ideen. Als Oma und Opa letztens in Holland waren, hingen in den Straßen Plakate, die auf eine Kampagne aufmerksam machten, die bereits seit Jahren erfolgreich in unserem Nachbarland läuft – und nicht nur dort. 1995 in Belgien gestartet hat sich BOB auf den Weg gemacht und ist mittlerweile neben den Niederlanden auch in Großbritannien, Frankreich, Polen und Luxemburg unterwegs. BOB ist der Name derjenigen Person einer Gruppe, die abends oder bei einer Feier nach Absprache keinen Alkohol trinkt und sich und ihre Mitfahrer sicher nach Hause bringt. Auch in Deutschland hat BOB versucht Fuß zu fassen, ist jedoch über lokale bzw. regionale Akzeptanz nicht hinausgekommen. Was schade ist, da es nachweislich einen Zusammenhang zwischen BOB und dem Rückgang der Unfallzahlen gibt, insbesondere der Unfälle mit schweren Folgen. Evaluationen sollen zudem ergeben haben, dass in Belgien auch die folgenlosen Trunkenheitsfahrten stark rückläufig sind. Was soll ich sagen? Vielleicht findet sich ja jemand, der sich der Sache bundesweit annimmt. Denn jeder Unfall, jeder Verletzte und jeder Verkehrstote weniger ist es wert – ganz nach dem Motto: Besser Ohne – Bundesweit. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie (nüchtern und) gesund …

BOB ist der Name derjenigen Person einer Gruppe, die abends oder bei einer Feier nach Absprache keinen Alkohol trinkt und sich und ihre Mitfahrer sicher nach Hause bringt.

#IchliebeRechtschreibung

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Dass das mit Rechtschreibung und Interpunktion so eine Sache ist, habe ich hier schon öfter thematisiert. Deshalb wissen erinnerungsstarke Leser, dass ein Komma auch über Leben und Tod entscheiden kann. Denn es macht schon einen Unterscheid, ob es heißt: „Wartet, nicht hängen“ oder „Wartet nicht, hängen“. Nicht ganz so dramatisch, aber immerhin wichtig für das Verhältnis der Geschlechter ist es, ob es heißt: „Frauen denken, Männer sind ohne sie nichts“ oder „Frauen, denken Männer, sind ohne sie nichts“. Selbst die Frage „Was willst Du schon wieder?“ hört sich ganz anders an als „Was, willst Du schon wieder?“ Aber kommen wir zu einem meiner Lieblingsthemen: Kochen. „Jetzt koche ich, Mama“ ist etwas ganz anderes als „Jetzt koche ich Mama“. Der Duden höchstselbst hat sich des Themas angenommen und vor geraumer Zeit unter dem Hashtag #WirliebenSatzzeichen getwittert: “Ich mag meine Familie kochen und meine Katze”. Dieses Beispiel hat jetzt auch die Rechtschreib-Päpstin und Duden-Redaktionschefin Kathrin Kunkel-Razum in einem Interview mit der Zeitung Die Welt noch einmal gebracht. Und tatsächlich, mit einem richtig gesetzten Komma überlebt, wie ein Twitter-User kommentierte, wenigstens die Katze. Was soll ich sagen? Ich hätte da aber noch eine ganz andere Frage: Müsste man „kochen“ nicht groß schreiben? In der obigen Aufzählung ist doch sicher „das Kochen“ gemeint. #IchliebeRechtschreibung. Ein schönes Wochenende und bleiben Sie gesund …

Screenshot vom Tweet des Dudenverlages.

Endlich wieder KINDER|KOCHEN

Oma und Opa waren wieder in Sachen KINDER|KOCHEN unterwegs. Der erste Kochkurs in 2018 stand auf dem Programm, in der Humboldthain-Grundschule in Berlin. Wie immer hat es allen großen Spaß gemacht. Weitere Eindrücke davon und vor allem schöne Bilder gibt auf dem Blog von KINDER|KOCHEN. Was soll ich sagen? Was wäre das Leben doch ohne Kochen … Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund!

SMS-Weltmeisterin 2000

Neujahrsempfänge sind eine Pflichtübung, die man jedes Jahr absolvieren muss. Face showing nennt man das, damit die anderen wissen, dass man noch lebt. Im Grunde genommen ist es so eine Art Volkszählung, wie zu Zeiten von Jesu Geburt. Wäre damals nicht Gottes Sohn geboren worden, würde heute auch kein Hahn mehr danach krähen. Also, am Freitagabend war Opa auch auf so einem Neujahrsempfang. Abgesehen davon, dass ich etliche Leute getroffen habe, die ich ewig nicht gesehen hatte, was auch wirklich nett war, könnte man den Abend unter der Rubrik verbuchen: Business as usal. Wenn da nicht eine Begegnung gewesen wäre, die mir wohl ewig in Erinnerung bleiben wird. Es handelt sich dabei um eine junge Dame, der ich bereits im letzten Jahr an selber Stelle begegnet war. Doch in diesem Jahr hatten wir etwas mehr Zeit, miteinander zu plaudern und so erfuhr ich, dass sie – und jetzt aufgepasst – SMS-Weltmeisterin des Jahres 2000 ist. Nachdem ich zwischenzeitlich beobachtet hatte, wie ihre Finger über ihr Smartphone flitzten, kann ich mir das in der Tat gut vorstellten. Was soll ich sagen? Titel gibt es, das glaubt man kaum. So frage ich mich auch bis heute, ob es die Forellenkönigin von Ottmarsbocholt wirklich gibt. Es wäre zu schön, um wahr zu sein. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Kohlröschen – ein neues Gemüse

Opa ist wieder voll im Arbeitsmodus. Das heißt, heute habe ich weitestgehend am Schreibtisch verbracht. Schlimm war das nicht, zumal an einem Sonntag, der so Grau in Grau daherschlich. Was soll ich sagen? Als Belohnung gab’s eine kulinarische Überraschung. Opa hat nämlich ein neues Gemüse entdeckt: Kohlröschen – eine britische Kreuzung aus Grün- und Rosenkohl. Schmeckt fantastisch, einfach nur in Butter gebraten, dazu Fleischpflanzerl in Rotweinsauce. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

                Fleischpflanzerl in Rotweinsauce mit Kohlröschen, einfach nur lecker.

Peinlich, peinlich

Ehe man sich versieht, ist auch schon wieder eine Woche vorbei. Und irgendwie hat man das Gefühl, im Dezember vergeht die Zeit noch schneller, zumal Weihnachten immer so plötzlich vor der Türe steht. Abendtermin jagt Abendtermin, alles – im beruflichen wie privaten Bereich – soll noch schnell vor dem Jahresende erledigt werden, Weihnachtsgeschenke müssen eingekauft, Weihnachtsgrüße verschickt werden, und und und. Kein Wunder, dass man da ins Schleudern kommt. Und Opa ist heuer etwas besonders Peinliches passiert. Bei seinen elektronischen Weihnachtskarten nämlich hat der Fehlerteufel unbarmherzig zugeschlagen und statt des Jahres 2018 noch einmal das Jahr 2017 bemüht. Aber geschehen ist geschehen. Es soll nicht wieder vorkommen. Versprochen. Was soll ich sagen? Man darf sich einfach auch im Dezember nicht ins Bockshorn jagen lassen und sollte mit der nötige Ruhe und Gelassenheit alles nach und nach abarbeiten. Und was nicht geschafft wird, ist dann eben erst nächstes Jahr dran. In diesem Sinne ein ruhiges Adventswochenende und bleiben Sie gesund …

Lost in Translation

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen, ließ schon Matthias Claudius seinen Herrn Urian singen. Oma und Opa können dazu jetzt auch ein paar Strophen beitragen. Letztens waren wir nämlich in Holland bei Omas Mutter. Auf der Rückreise passierte uns dann das, was alle Reisende fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Mitten auf der Autobahn gab nämlich unser Wagen seinen Geist auf, rollte noch ein paar hundert Meter, um dann auf dem mit Schnee bedeckten Standstreifen zum Stehen zu kommen. Und es ist schon ein komisches Gefühl, wenn in nicht einmal fünf Metern Abstand die Fahrzeuge mit fast 200 Stundenkilometern an einem vorbeidonnern. Ruhig bleiben, ist da das Beste, was man machen kann. Denn unüberlegte Reaktionen können ziemlich verhängnisvoll sein. Also haben wir erst einmal durchgeatmet und sind dann ziemlich überlegt zu Werke gegangen. Nachdem wir den ADAC, in dem wir Gott sei Dank seit ewigen Zeiten Mitglied sind, informiert hatten, haben wir unsere Warnwesten angelegt, das Warndreieck aufgestellt und uns mit Decke und Frostschutzfolie ausgestattet hinter der Leitplanke in Sicherheit gebracht. Gut eine viertel Stunde später bereits war der Abschleppwagen da, der uns nach Mariental-Dorf brachte, wo es tatsächlich eine Werkstatt gab. Die vermutete dann aufgrund der Hinweise von Opa, dass die Benzinpumpe defekt sei. Damit stand fest: Lost in Translation – jedenfalls im ehemaligen Zonenrandgebiet. Dort hat sich der Inhaber des Autohauses immerhin als guter Geschäftsmann erwiesen. Denn in Mariental-Horst hat er die „Alte Wache“ der ehemaligen Kaserne als Gaststätte und Hotel erworben, in dem wir nun – zumindest auf Kosten des ADAC – übernachten konnten. Die nötige Bettschwere haben wir uns mit einigen Gläsern Primitivo hart erarbeitet. Davon allerdings kam der Kater, der uns am nächsten Morgen voll erwischte, nicht, sondern vielmehr von der Nachricht des Autohauses, das uns mitteilte: „Vor 14.00 Uhr wissen wir noch gar nichts.“ Wenn überhaupt könne es frühestens zwischen 16.00 und 17.00 Uhr weitergehen. Also hatten wir erst einmal Zeit, uns mit Land und Leuten vertraut zu machen. So dauerte es auch nicht lange, bis wir erste Hinweise auf Eigentumswohnungen erhielten, die wir für 1.700 Euro pro Quadratmeter erwerben könnten. Für einen Ort, an dem nach Aussage von Einheimischen „der Hund begraben ist“, kein schlechter Preis. Da wir aber nicht länger als unbedingt nötig bleiben wollten, sind wir nicht näher auf das Angebot eingegangen. Gegen Mittag dann heiterten das Wetter und unsere Laune wieder auf. Denn bei einem neuerlichen Anruf bei der Autowerkstatt hieß es: „Ihr Fahrzeug kommt gerade von der Probefahrt zurück. Es kann also weitergehen.“ Was soll ich sagen? Nachdem sich die Rechnung einigermaßen in Grenzen hielt und wir ansonsten wohlbehalten wieder daheim angekommen sind, können wir sagen: Nochmal mit dem Schrecken davongekommen. Der hat allerdings – mit einigen anderen Hiobsbotschaften kombiniert – so lange angehalten, dass ich erst heute wieder schreibfähig war. Aber: Ende gut, alles gut.

Dumm gelaufen: Da standen wir und steckten fest – die Ausfahrt Helmstedt in Sichtweite.

35 Euro Bußgeld für Pause

Eigentlich wollte ich nur schnell noch einen schönen Sonntagabend wünschen. Doch kurz bevor ich auf die Seite von Opas Blog wechselte, stieß ich auf eine Meldung in der Newsübersicht, die mir die Sprache verschlug – die Überschrift: Rentner sitzt an Haltestelle – nun soll er Bußgeld bezahlen. Was war passiert? Ein 85-jähriger Demenzkranker hat sich für acht Minuten an der Bushaltestelle Friedrich-Ebert-Platz am Hauptbahnhof in Düsseldorf ausgeruht, nun soll er an die Stadt ein Bußgeld in Höhe von 35 Euro bezahlen. In dem Bußgeldbescheid heißt der direkte Vorwurf: „Sie benutzten die Anlage des ÖPNV an der vorgenannten Örtlichkeit nicht ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nutzten diese als Ruheplatz.“ Was soll ich sagen? Nach Rückfragen. von Medien muss der Mann das Bußgeld nun doch nicht zahlen. Aber die Erklärung einer Sprecherin macht die Sache auch nicht besser. Denn die vermutete, dass den Kontrolleuren eventuell nicht klar gewesen sei , dass der Mann wirklich nur eine Pause gebraucht habe: „Wenn der Mitarbeiter den Mann der Obdachlosen- oder Trinkerszene zugeordnet hat, dann ließe sich das Schreiben wohl so erklären“, so Dame wörtlich. Na, wenn das so ist, dann ist ja alles gut …??? Oder??? Nein!!! Überhaupt nicht. Es ist tieftraurig, dass es so etwas in Deutschland 2017 überhaupt gibt. Trotzdem, einen schönen Sonntag noch …