#IchliebeRechtschreibung

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Dass das mit Rechtschreibung und Interpunktion so eine Sache ist, habe ich hier schon öfter thematisiert. Deshalb wissen erinnerungsstarke Leser, dass ein Komma auch über Leben und Tod entscheiden kann. Denn es macht schon einen Unterscheid, ob es heißt: „Wartet, nicht hängen“ oder „Wartet nicht, hängen“. Nicht ganz so dramatisch, aber immerhin wichtig für das Verhältnis der Geschlechter ist es, ob es heißt: „Frauen denken, Männer sind ohne sie nichts“ oder „Frauen, denken Männer, sind ohne sie nichts“. Selbst die Frage „Was willst Du schon wieder?“ hört sich ganz anders an als „Was, willst Du schon wieder?“ Aber kommen wir zu einem meiner Lieblingsthemen: Kochen. „Jetzt koche ich, Mama“ ist etwas ganz anderes als „Jetzt koche ich Mama“. Der Duden höchstselbst hat sich des Themas angenommen und vor geraumer Zeit unter dem Hashtag #WirliebenSatzzeichen getwittert: “Ich mag meine Familie kochen und meine Katze”. Dieses Beispiel hat jetzt auch die Rechtschreib-Päpstin und Duden-Redaktionschefin Kathrin Kunkel-Razum in einem Interview mit der Zeitung Die Welt noch einmal gebracht. Und tatsächlich, mit einem richtig gesetzten Komma überlebt, wie ein Twitter-User kommentierte, wenigstens die Katze. Was soll ich sagen? Ich hätte da aber noch eine ganz andere Frage: Müsste man „kochen“ nicht groß schreiben? In der obigen Aufzählung ist doch sicher „das Kochen“ gemeint. #IchliebeRechtschreibung. Ein schönes Wochenende und bleiben Sie gesund …

Screenshot vom Tweet des Dudenverlages.

4 Gedanken zu „#IchliebeRechtschreibung

  1. Ach ja, die liebe Rechtschreibung, mit der ich immer im Clinch liege. Egal ob es sich dabei um Satzzeichen handelt oder um das Wörtchen “das” oder “dass”.
    Ich schreibe irgendwie immer frei Schnauze und manches Mal habe ich Glück und es ist richtig.
    Was übrigens den letzten Satz betrifft: “Ich mag meine Familie kochen und meine Katze”, da habe ich auch lange dran rumgerätselt. Aber auch kein Wunder, wenn man das Wort “kochen” klein schreibt. 😉

  2. Lieber Opa,

    wohl nach längerer Zeit wieder einmal eine Anmerkung von mir, da ich ebenfalls Liebhaber von deutscher Sprache und Rechtschreibung bin, absichtliche oder irrtümliche Verunglimpfung von beiden sehr gern eingeschlossen.

    Im Gegensatz zu Dir, der Du das ja halb von amtswegen sein wirst, beschäftige ich mich mit dem Thema eher laienhaft und nebenher, was insbesondere Grund dafür sein wird, dass ich zunächst minutenlang an Sinn und Inhalt Deines Duden-Zitates rumüberlegt habe; trotz Deiner diesbezüglichen Anmerkung am Schluss.

    Erst dann bin ich drauf gekommen, um zusammenfassend fest- und klarzustellen sowie nachzufragen: Ein dicker Fehler vom Duden, oder???
    Hast Du dem nochmal nachgehakt?

    Herzlich

    dickerwirt

    • Wenn man “kochen” hier als Verb sehen will, dann wäre die Schreibweise richtig. Da “kochen” aber in eine Aufzählung von Substantiven eingebettet ist, ist hier wohl auch das Kochen gemeint. Und da MUSS es m.E. großgeschrieben werden.

      • Lieber Opa,

        ich seh das ganz genauso. Und wäre es großgeschrieben worden, hätte ich daran nicht so lange herumgerätselt.
        Daran sieht man wohl, dass Rechtschreibung einen Hintersinn hat. Und den hat ausgerechnet der DUDEN nicht getroffen.
        Denkichmal.

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