Das ganze Allgäu ruft

Der Berg ruft. Das hörte schon Luis Trenker. Bei mir allerdings ruft nicht nur der Berg, sondern gleich das ganze Allgäu. Auch in diesem Jahr ertönte der Ruf. Und so sind Oma und ich samt unserer beiden Enkel wieder dort gelandet, wo wir bereits im vergangenen Jahr waren und alleine schon die Aussicht Erholung verspricht.

Und natürlich sind wir auch wieder auf den Spuren meines Opas gewandelt. Aber in diesem Jahr haben wir die Bilder (fast) genau an der Stelle gemacht, an dem das Foto von meinem Großvater und mir entstanden ist.

Unsere älteste Tochter kommentierte die Bilder lakonisch mit den Worten: “Früher waren Großväter eleganter gekleidet.” Touché! Aber anno 2020 gilt: Urlaub ist Urlaub. Und ob mein Großvater mit mir auch auf einen Gipfel in 1665 Metern Höhe gelaufen ist, kann ich mich nicht erinnern. Wenn er gewusst hätte, welches Panorama sich dort oben einem bietet, hätte er es sicher getan.

Unseren Enkeln jedenfalls haben alles wieder – wie schon im Vorjahr – in vollen Zügen genossen. Dazu gehörte natürlich auch die bayerische Küche, die von der einfachen Brotzeit bis zu Allgäuer Kässpatzen reichte. Dass die Kässpatzen vom Brett geschabt waren, versteht sich von selbst.

Als die beiden Buben von ihren Eltern wieder abgeholt worden waren, haben Oma und ich uns erst einmal ziemlich einsam und verlassen gefühlt. Aber uns blieben die Allgäuer Berge und deren Schönheit. Was soll ich sagen? Was Guets isch nie schleacht.

Berlin in 100 Kapiteln

„Wenn Berlin ein Gedicht wäre“ lautet der Titel des 4. Kapitels, das der Versuch eines Psychogramms der Berlinbewohner sein soll. Doch damit treffen Harald Martenstein und Lorenz Maroldt in ihrem Stadt-Porträt „Berlin in 100 Kapiteln … von denen leider nur 13 fertig wurden“ den Nagel auf den Kopf, wobei Kapitel 8, das mit „Zurückbleiben bitte“ überschrieben ist, sozusagen einem Feinschliff bei der Darstellung des Berliners gleichkommt. Der Wiedererkennungswert jedenfalls beträgt für einen in der deutschen Hauptstadt lebenden Leser mindestens 100 Prozent, wenn nicht sogar mehr. Das liegt nicht zuletzt daran, dass vor allem Beispiele aus dem Kosmos des Berliner ÖPNV zur Beschreibung herangezogen werden. „Nimm deinen Zuckerarsch aus meiner Tür!“ hält dabei als Soft-Variante für die sprichwörtliche Berliner Schnauze her, „Schwing deinen Arsch in den Waggon, du Kanaille!“ als etwas rauere Fassung. Auch das detailliert beschriebene „Bremsbowling“, „also wie sich durch scharfe, unerwartete Bremsmanöver möglichst viele Leute im Waggeninneren umkegeln lassen“, das BVG-Fahrer angeblich in einem fiktiven Trainingszentrum erlernen, ist für leidgeprüfte ÖPNV-Nutzer eher die bittere Realität. Die Beispiele für treffsichere Beschreibungen des Berliner Alltags ließen sich endlos fortsetzen. Insofern ist den beiden Autoren wirklich ein großer Wurf gelungen, der für Neuberliner ein absolutes Muss und für Altberliner eine amüsante Bestätigung ihres Alltags ist. Was soll ich sagen? Wenn man überhaupt etwas an diesem Buch kritisieren will, dann dies: In Kapitel 7, in dem die zwölf Bezirke ebenfalls recht launisch beschrieben werden, kommt Lichterfelde-West überhaupt nicht vor, wobei das vermutlich nur in Lichterfelde-West wohnende Zeitgenossen – so wie ich – überhaupt bemerken. Aber was soll’s? Selbst dieser kleine Fauxpas tut dem Buch keinen Abbruch. Wie sagte doch der zitierte „Spock“ aus der Kreuzberger Traditionskneipe „Novo“: „Manchmal ist das, was man hat, eben das Beste, was man kriegen kann.“

PS: Ein Lob gilt auch dem Verlag Ullstein, der der Umwelt zuliebe auf die bei vielen anderen ansonsten immer noch übliche Plastikfolie verzichtet und einen intelligenten, selbstklebenden Verschluss benutzt hat.

Harald Martenstein und Lorenz Maroldt, Berlin in 100 Kapiteln                                          Ullstein, Berlin, 2020, 288 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-550-20010-6

Vitaritus. Vita was?

Vitaritus. Vita was? Oder haben Sie das Wort schon einmal gehört? Nein, können Sie nicht. Denn Vitaritus ist ein Kunstwort, das Studenten zu Beginn ihres Projektes zugeteilt wurde. Aufgabe war und ist es, in einer Gruppenkonstellation, die sich die Studenten nicht selbst aussuchen durften, einen Blog zu kreieren. Das Thema indes war frei wählbar. Um es an dieser Stelle kurz zu machen – wer die ganze Geschichte lesen will, wird hier fündig -, der Blog heißt Jung & Alt – Oma und Opa erzählt doch mal! Damit wollen die Studenten den Austausch zwischen Jung und Alt fördern und Senioren eine Plattform im Internet geben. Dazu interviewen sie sie und stellen deren Geschichten online. Der jüngste Beitrag geht über … ja wen wohl? Über mich, Opa Detlef: Der bloggende Großvater. Und demnächst soll noch ein weiterer Beitrag erscheinen, bei dem es dann um KINDER | KOCHEN gehen wird. Was soll ich sagen? Da haben die fünf Studenten eine wirklich gute Idee gehabt. Und nicht nur das – wenn ich mir die Umsetzung so ansehen, muss man sagen: TOP! Dabei lohnt die Lektüre sowohl für Alt und Jung. Wäre ich der zuständige Professor, hätten die vier jungen Damen und der junge Herr schon jetzt bestanden. Denn eines weiß ich aus eigener Erfahrung: Blogger werden ist nicht schwer, Blogger sein dagegen sehr.

Coronarischer Imperativ

Eigentlich sollte es keiner Erläuterung bedürfen, warum die Goldene Regel so wichtig und richtig ist. Doch gerade in diesen Tagen erscheint es notwendiger denn je, an sie zu erinnern und auf ihre Einhaltung zu drängen: „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem andern zu.“ Denn der Polizist Derek Chauvin, der sein Knie acht Minuten und 46 Sekunden lang auf den Hals von George Floyd gepresst und damit den Tod des 46-Jährigen verschuldet hat, würde ganz gewiss nicht wollen, dass ihm Gleiches widerfährt. Auch der 27-jährige Münsteraner, seine 45-jährige Mutter sowie die fünf weiteren Männer aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg und Hessen, die derzeit wegen des Verdachts des schweren Kindesmissbrauchs in Untersuchungshaft sitzen, würden sicherlich nicht wollen, dass man ihnen derart Gewalt antut. Und all diejenigen, die Tag für Tag andere Menschen diskriminieren, ausgrenzen, mobben oder sonst irgendwie in ihrer Würde verletzen, wären nicht sonderlich angetan, wenn sie sich plötzlich in der Opferrolle wiederfänden. Dabei kommt es nicht einmal auf Vorsatz an. Schon Gedankenlosigkeit kann ausreichen, so manches Leben zur Hölle zu machen. Ähnlich verhält es sich auch in der Corona-Pandemie. Wenn jeder darauf bedacht wäre, niemand anderen zu gefährden, hätte das Virus keine Chance. Doch während die überwiegende Mehrheit der Bürger in unserem Land die Hygiene- und Verhaltensregeln bzw. – empfehlungen beachtet,

Verhalte Dich so, dass es keine Einschränkungen mehr geben muss.

gibt es immer und überall Ignoranten, alte wie junge, die sich über alles und jeden hinwegsetzen. Die sich daraus ergebenen Konsequenzen haben dann aber wiederum alle zu tragen. Damit an dieser Stelle kein Missverständnis entsteht: Auch ich bin der Meinung, dass die Beschränkung unserer Freiheitsrechte eine bis dato in der Bundesrepublik nicht dagewesene und kaum ertragbare Dimension erreicht hat(te) und so schnell wie nur eben möglich wieder rückgängig gemacht werden muss. Aber so paradox es auch klingen mag, die größtmögliche Freiheit für alle ergibt sich aus der freiwilligen Selbstbeschränkung jedes Einzelnen. In Anlehnung an Immanuel Kant, der mit seinem Kategorischen Imperativ versucht hat, den individuellen Blickwinkel der Goldenen Regel zu verallgemeinern und eine hypothetische Objektivität zu schaffen, könnte in dieser Pandemie vielleicht ein coronarischer Imperativ helfen. Aus „Handle nach derjenigen Maxime, durch die Du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ würde dann „Verhalte Dich so, dass es keine Einschränkungen mehr geben muss.“ Was soll ich sagen? Das Leben könnte so einfach sein – mit oder ohne Corona. Wie auch immer, wenn ich an die letzten Wochen und Monate denke, muss ich sagen: Hut ab vor unseren Kindern. Die haben den Lockdown mit Homeschooling und Homeoffice ohne Murren und Klagen gehandelt und das, obwohl Oma und Opa als Kinderbetreuung aus den bekannten Gründen ausgefallen sind. Da könnten sich manche, denen es in weiten Teilen wesentlich besser ging, noch eine Scheibe von abschneiden. Wir jedenfalls sind stolz auf unsere beiden Töchter und die Schwiegersöhne, die das alles mit ihren Buben bravourös gemeistert haben.

Klopapier: Das Symbol der Krise

Es sind schon merkwürdige Zeiten. Das Corona-Virus jedenfalls führt bei einigen Mitmenschen zu sonderbarem Verhalten. So war am Anfang der Krise der Run auf Toilettenpapier so groß, dass einige Zeitgenossen wahrscheinlich noch in Jahrzehnten Rollen aus dem Jahre 2020 aufbrauchen werden müssen. Die Folge waren leere Regale, in denen sich aber heute die Rollen schon wieder stapeln. Grund dafür ist, dass der Umsatz von Toilettenpapier dramatisch eingebrochen ist. Was soll ich sagen? Gott sei Dank ist die Hamsterei endlich vorbei. Was bleibt, ist das Symbol der Krise: Klopapier.

So sahen zeitweise die Klopapier-Regale aus.

Ein Stückchen neue Normalität

Es ist eine seltsame Zeit. Jetzt, da wir einer Bedrohung ausgesetzt sind, die wir immer noch nicht ganz abschätzen, ja nicht einmal sehen können, ist uns ausgerechnet das verwehrt, was wir mit am meisten brauchen: Die Berührung von Menschen, die wir lieben. Das fängt mit den eigenen Kindern und Enkelkindern an, das geht weiter mit Geschwistern und deren Partnern, und das endet bei unseren eigenen Eltern, so sie denn noch leben. In unserem Alter, also dem von Oma und mir, ist das zugegebener Maßen nicht mehr so oft der Fall. Unsere beiden Väter sind schon seit Jahrzehnten tot. Meine Mutter haben wir 2013 zu Grabe getragen. Und dieser Tage mussten wir das auch mit der Mutter von Oma tun, die erst im März 93 Jahre alt geworden ist. Seinerzeit war es ausgesprochen bitter, dass wir nicht zu Ihrem Geburtstag in die Niederlande fahren konnten. Und schon damals befürchtete Oma, dass sie Ihre Mutter nicht mehr lebend sehen würde. Das hat sich nun schmerzhaft bewahrheitet. Die Beisetzung war, meine Schwiegermutter hätte gesagt, heel mooi, was auf Deutsch soviel heißt wie sehr schön – den Umständen entsprechend, muss man hinzufügen. Denn wie soll man eine Trauerfeier finden, die in einem Leben stattfindet, in dem jeder 1,5 Meter Abstand von seinem Nächsten hält, und die dabei auch noch auf 30 Personen begrenzt ist. Wie gesagt, meine Schwiegermutter wäre ganz sicher zufrieden gewesen, auch wenn ihre Urenkel und deren Väter nicht dabei waren. Aber es war schon besonders schmerzhaft, den einen oder anderen nicht in den Arm nehmen zu können, um gemeinsam zu trauern und sich gegenseitig zu trösten. Was soll ich sagen? Deutlicher hätte nicht sein können, dass die Zeit vor Corona endgültig vorbei ist und wir schnellstmöglich eine neue Normalität brauchen. Die alte Realität wird da nicht der Maßstab sein können, sondern es geht um eine maßvolle Abwägung zwischen Risiko und Notwendigkeit. Einen ersten Versuch haben Oma und ich heute mit unserer ältesten Tochter und ihrer Familie unternommen: Wir haben einen gemeinsamen Spaziergang gemacht und anschließend jeder ein Eis gegessen – alles mit gebührendem Abstand, versteht sich. Auch das war noch anders als anders, aber wenigsten ein Stückchen neue Normalität, auch wenn sie noch gewöhnungsbedürftig ist.

Gemeinsamer Spaziergang mit gebührendem Abstand.

Noch eine lange Zeit

Corona zerrt an den Nerven. Je länger die Situation so ist, wie sie ist, empfinden wir – und wohl auch andere – den Status quo als immer belastender, wohl wissend, dass uns das Virus noch eine lange Zeit beschäftigen wird. Bevor es keinen Impfstoff gibt, der weltweit flächendeckend zum Einsatz kommen kann, kann und wird sich nicht viel ändern. Umso unverständlicher finde ich, dass Menschen in Gesprächen zuweilen so tun, als sei der ganze Spuk im August oder September vorbei. Da frage ich (mich) manchmal, ob die denn überhaupt noch Zeitung lesen oder Nachrichten schauen. Denn was den Impfstoff betrifft, gehen Fachleute ja mittlerweile eher von 2023 als von 2022 aus. Und dann sind da noch die Warnungen der Weltgesundheitsbehörde WHO, die darauf hinweist, dass es noch keine Beweise dafür gebe, dass Covid-19-Patienten vor einer Zweitinfektion geschützt sind. Eine rosige Zukunft sieht anders aus. Vor diesem Hintergrund sehen wir auch die Diskussionen über mögliche Lockerungen der Einschränkungen mit Sorge. Ja, es ist wahr: In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sind Grund- und Freiheitsrechte noch nie in einem solchen Maße beschnitten worden. Und doch war das nötig, um zu verhindern, dass unser Gesundheitssystem kollabiert und wir hierzulande Zustände wie in Bergamo oder New York sehen. Und ja, wir sind bislang sehr gut durch diese Krise gekommen, was den einen oder anderen dazu veranlassen mag, die gravierenden Einschnitte in unser Leben für übertrieben zu halten. Aber, wie wussten schon Virologen zu Beginn des Jahres: Das Schwierige daran, Maßnahmen in einer Pandemie zu vermitteln, sei, dass sie, zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt, immer übertrieben wirken. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Dabei bin ich mir wohl bewusst, dass die Verantwortlichen, die, das sei nur am Rande bemerkt, wahrlich nicht zu beneiden sind, vor einem Dilemma stehen. Man kann die Menschen eines Landes nicht über einen längeren Zeitraum einsperren. Da gehen schon Wochen an die Grenze des Erträglichen, von Monaten oder Jahren ganz zu schweigen. Das hat vermutlich auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble im Sinn gehabt, als er in einem Tagesspiegel-Interview sagte: „Man tastet sich da ran. Lieber vorsichtig – denn der Weg zurück würde fürchterlich. Aber wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig. Grundrechte beschränken sich gegenseitig. Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen.“ Das ist sicherlich richtig. Allerdings war und ist für mich das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit sozusagen die Grundvoraussetzung dafür, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und bleibt. Insofern tue ich mich nach wie vor noch schwer, gesundheitliche und wirtschaftliche Interessen gegeneinander abzuwägen. Was soll ich sagen? Ich weiß, ich bin da eher noch ein bisschen oldschool. Aber auch ich komme zuweilen ins Grübeln. Jedenfalls bin ich – obwohl ansonsten immer entscheidungsfreudig – froh, bei diesen Fragen nicht entscheiden zu müssen. Andere müssen es, wie zum Beispiel Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der sich mit einem bemerkenswerten Satz einen Platz in den Corona-Annalen gesichert hat: „Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen.“

Ostern in Zeiten von Corona

Ostern in Zeiten von Corona ist und war anders. Die Kirchen waren menschenleer. Selbst der Petersdom war verwaist. Nur der Papst zog einsam seine Kreise. Hier in Berlin hatte die evangelische Johannes-Kirchengemeinde eine wirklich innovative Idee. Während die Gotteshäuser alle leer waren, läuteten zwischen 11.30 Uhr und 12.30 Uhr die Glocken aller evangelischen Kirchen in Lichterfelde. Wer dann seinen Blick zum Himmel richtete, sah in der Tat einen himmlischen Gruß mit der Osterbotschaft: Frohe Ostern – Friede sei mit Euch. Auch ansonsten war dieses Osterfest alles andere als normal. Zwar kamen unsere Kinder mit unseren Enkelkindern vorbei. Aber wie seit geraumer Zeit war einmal mehr Abstand die neue Nähe und wir konnten unsere Kinder und Enkelkinder nicht in den Arm nehmen, sondern mussten mit ihnen aus gebührender Entfernung reden. Was soll ich sagen? Damit uns in diesen Tagen die gute Laune nicht verloren geht, haben Oma und ich folgenden Ostergruß versendet: “Ein frohes Osterfest wünschen Elly und Detlef. Und für diejenigen, die sich fragen, was der Osterhase in diesem Jahr angesichts der Corona-Krise macht, noch ein, vor allem für die Kinder, wichtiger Hinweis: Er ist natürlich weiter im Einsatz und unterliegt, weil er eben systemrelevant ist, selbstredend nicht den aktuell geltenden Ausgangsbeschränkungen. Die Münchner Polizei hat das so auf den Punkt gebracht: “Der Osterhase ist schlau und verbindet das Verstecken von Ostereiern mit der Bewegung an der frischen Luft. Diese ist weiterhin erlaubt. Zudem achtet er natürlich auf den Mindestabstand von 1,5 Metern  und wäscht sich vorher und im Anschluss seine Pfoten.” Föderalismus hin, Föderalismus her: Was in der bayerischen Landeshauptstadt gilt, gilt auch in der deutschen Bundeshauptstadt.” Dies gilt auch für alle Leser, die sich diese Zeilen zu Gemüte führen. In diesem Sinne: Geben Sie weiter auf sich und andere acht und bleiben Sie gesund.

Abstand heißt die neue Nähe im Umgang mit unseren Enkelkindern – auch an Ostern.

Virtueller Kaminabend

Man lobt sich ja nur ungerne selber. Deshalb habe ich mich lange gescheut, von einer Idee zu berichten, die ich in diesen Tagen gehabt und umgesetzt habe. Aber das Ergebnis war, nicht nur aus meiner Sicht, so bemerkenswert, dass ich mich nun doch durchgerungen habe, es hier vorzustellen. Vielleicht greift es ja der eine oder andere Leser auf und bringt ein wenig Freude in seine Umgebung. Also: Vor der Corona-Krise habe ich drei bis vier Mal im Jahr Freunde eingeladen und bekocht. Das Ganze lief unter der Überschrift Kaminabend ab, obwohl dieser in den meisten Fällen gar nicht brannte. Wie auch immer, das Corona-Virus machte diese Art der Einladung unmöglich. Aber kampflos wollte ich mich nicht geschlagen geben und nicht akzeptieren, dass dieses Virus unser Leben nun gänzlich bestimmt. Deshalb habe ich mir (aus)gedacht, einfach einen mentalen Kaminabend abzuhalten, der allerdings nicht ohne die wesentliche Zutat vonstatten gehen soll: Nämlich mein Essen! Und so habe ich meine Freunde zu einem virtuellen Kaminabend eingeladen, an dem sie zu Hause bleiben konnten bzw. mussten, ich aber das zentrale Element unserer Kaminabende sozusagen frei Haus geliefert habe: Nämlich ein gutes Essen! Das Essen habe ich an dem Abend in der Zeit zwischen 18.30 und 19.00 Uhr ausgeliefert – natürlich unter Einhaltung der Abstandsregel. Es gab ein asiatisches Drei-Gang-Menu: Garnale à la T.R., asiatischer Schweinebauch und Macha Creme brûlée. Für den Freund, der leider eine knappe Stunde entfernt am anderen Ende der Stadt wohnt, haben wir eine andere Lösung gefunden. Da kein Botendienstleister wirklich garantieren konnte, dass das Essen nicht doch einmal auf dem Kopf landet, habe ich organisiert, dass er von einem asiatischen Lokal, das sich bei ihm direkt gegenüber befindet, versorgt wird. Auch für den einzigen Vegetarier habe ich statt des Schweinebauchs eine Tofu-Lösung kreiert. Nach dem Essen haben wir uns dann um 20.20 Uhr zu einer gemeinsamen Telefonkonferenz zusammengeschaltet und über eine Stunde miteinander gesprochen. Was soll ich sagen? Ich lasse jetzt einmal meine Gäste sprechen: „Euch noch einmal vielen, vielen Dank für den wunderschönen Abend. Auch wenn wir nicht zusammen waren, es war – Dank Eurer Initiative – ein Abend, über den wir alle (hoffentlich!) noch in 10 Jahren erzählen werden. Kulinarisch sensationell! Dazu vermutlich bei allen ein guter Wein. Anschließend eine interessante Konversation. Eigentlich so, wie es bei Euch immer ist. Doch diesmal war es anders! Vielleicht waren wir sogar näher beieinander als sonst! DANKE!!!“ – “Die starken Eindrücke vom letzten Freitag haben sich bei uns jetzt erst richtig gesetzt. Der gemeinsame Genuss des köstlichen Mahls – wenn auch an verschiedenen Orten – und die anschließende Telefonkonferenz haben bei uns ein unerwartet starkes Gemeinschaftsgefühl hervorgerufen. Für uns war es auch deshalb ein besonderes Erlebnis, weil wir uns aus diesem Anlass zum ersten Mal seit Beginn des ‘Hausarrests’ schön gemacht haben. Ihr habt uns mit Eurer Fantasie, Eurer Freundschaft und Euren Kochkünsten dafür einen tollen Anlass geliefert. Nochmals vielen herzlichen Dank!”

Heute mal wortfaul

Heute bin ich mal wortfaul, nachdem ich ja zuletzt doch etwas länger geschrieben habe. Was soll ich sagen? Ein Bild sagt manchmal ohnehin mehr als 1.000 Worte.