Nichts zu lachen

In dieser Woche war der internationale Tag des Lächelns. Am Freitag lächelte die ganze Menschheit um die Wette. Dabei könnte man diesen Tag inhaltlich eigentlich zwei Mal belegen. Denn jeder Erwachsene lacht etwa 20 Mal am Tag. Dabei fordert 20 Sekunden Lachen unseren Körper mindestens genauso wie drei Minuten Joggen, will die Abendschau des RBB wissen. Das hat natürlich was. Aber das ist noch lange nicht alles. Lachen stärkt das Immunsystem, senkt den Blutdruck und lindert Schmerzen, erklärt ein Mediziner. Was soll ich sagen? Am besten lacht man joggend oder joggt lachend. Das wäre dann doppelt gesund. Nur, vielen Menschen auf dieser Erde vergeht das Lachen, weil sie nichts zu lachen haben. Und nur joggen hilft da auch nicht weiter, so dass die Diagnose leider lautet: An vielen Stellen ist diese Welt so krank, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

Ab 105 Jahren wird es besser

Ich weiß nicht so recht, ob ich mich freuen oder traurig sein soll. Da hat doch ein internationales Wissenschaftlerteam herausgefunden, dass das Risiko, innerhalb eines Jahres zu sterben, ab einem Alter von 105 Jahren nicht mehr zunimmt. So weit, so gut. Allerdings hat die Sache einen Haken. Denn bei der Analyse ihrer Daten fanden die Wissenschaftler ebenfalls heraus, dass bis zu einem Alter von 80 Jahren das Sterberisiko expotentiell wächst. Danach steigt das Risiko langsamer, bis es dann – siehe oben – überhaupt nicht mehr wächst. Für Oma und Opa bedeutet das: Wir müssen noch eine ganze Zeit durchhalten, bis wir das rettende Ufer erreicht haben. Und danach? Alle, die sich jetzt Hoffnungen auf das ewige Leben gemacht haben, muss ich enttäuschen. Bereits im Jahr 2012 hat, wie Der Postillon seinerzeit berichtet, eine Schockstudie enthüllt: Wir werden alle sterben! Früher oder später, und zwar ausnahmslos und an den verschiedensten Todesarten. Die menschliche Sterblichkeitsrate liegt damit bei sage und schreibe 100 Prozent. Seit diesem Erkenntnisgewinn soll es sogar schon Selbstmorde aus Angst vor dem Tod gegeben haben. Dabei hat doch der Lyriker und Musiker Thomas S. Lutter einmal gesagt: „Der beste Schutz gegen Selbstmord ist die Angst vor dem Tod.“ Irgendwie, so habe ich das Gefühl, kann man sich auf nichts mehr verlassen. Was soll ich sagen? Spaß beiseite. Egal, von welcher Seite man auch das Thema angeht, der Beschäftigung mit dem Tod haftet immer etwas, wie Bertrand Russell es einmal formuliert hat, „Verächtliches und Unwürdiges“ an – morbide irgendwie. Dabei gehört der Tod ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Mir kommt in diesem Zusammenhang immer die Frage des deutschen Philosophen und Literaturwissenschaftlers Rüdiger Safranski in den Sinn, der damit das ganze Dilemma auf den Punkt bringt: „Vor meiner Geburt war ich doch auch nicht dabei, warum beunruhigt mich die künftige Abwesenheit so viel mehr?“ Die Antwort dürfte zwar richtig sein, aber den meisten Mensch auch nicht weiterhelfen: Weil „man nicht aufhören kann, alles auf sich selbst als Mittelpunkt zu beziehen.“ Man könnte den Alten Fritz zu Rate ziehen: „Ihr verfluchten Racker, wollt ihr denn ewig leben?“ Dann trösten wir uns doch lieber mit Bertold Brecht: „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.“ In diesem Sinne: Allen ein langes Leben.

Solange der Verstorbenen gedacht wird, sind sie – frei nach Bertold Brecht – nicht tot. Der Johannis-Friedhof in Nürnberg, einer der weltweit bekanntesten Ruhestätten.

Das Wetter spielt nicht mit

Heute hat der Sommer angefangen, zumindest kalendarisch. Um 12.07 Uhr war es soweit! Allerdings hat das Wetter nicht so richtig mitgespielt. Denn als es noch Frühling war, hatten wir bereits tropische Nächte hier in Berlin. Das heißt, da war es nachts noch über 20 Grad. An manchen Stellen in der Stadt sah und sieht das Gras so aus wie in südlichen Gefilden: Gelb. Und strohtrocken ist es auch noch .Doch als nun der Sommer einzog, kam mächtig Wind auf, große Regenwolken verdeckten den bislang so blauen Himmel und etwas Regen fiel auch noch. Zudem sanken die Temperaturen bereits tagsüber ungemütlich auf unter 20 Grad. Was soll ich sagen? Da kann man sich nur mit dem britischen Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialphilosophen John Ruskin trösten, der einmal festgestellt hat: “Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich; im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter.” In diesem Sinne: Tragen Sie es mit Fassung, egal wo Sie sind und wie das Wetter ist.

  Sommeranfang in Berlin: Vor und nach dem Regen.

Unglaubliches unnützes Wissen

Sachen gibt es, die sind unglaublich. Fangen wir mal an. In Berlin gibt es, nein, das werden Sie jetzt wirklich nicht glauben, einen verganen Sexshop, der auch noch damit wirbt: „Bring deine Mutter mit.“ Wenn Sie glauben, Aldi sei eine Billigmarke, sind Sie ebenfalls falsch gewickelt. So gibt es in Potsdam beispielsweise eine Aldi-Filiale, die einen Bootssteg hat. Sie halten das alles für unnützes Wissen? Dann werden Sie vermutlich auch nicht glauben, dass es einen Tag des unnützen Wissens gibt – und der ist auch noch heute. Was soll ich sagen? Wenn Sie sich jetzt doch für skurrile Fakten begeistern, die man nicht mehr vergisst, obwohl man sie überhaupt nicht braucht, dann kann ich Ihnen nur eines der zahllosen Bücher empfehlen, die es über unnützes Wissen gibt. Und das werden Sie jetzt erst recht nicht glauben: Selbst der Duden beschäftigt sich mit unnützem Wissen – über Deutschland und, und das setzt dem Ganzen noch die Krone auf, mit unnützem Sprachwissen. Wie gesagt: Sachen gibt es, die sind unglaublich.

                                                        Duden – Unnützes Sprachwissen: Gibt es tatsächlich auch sowie bald eine Rezension.

Ein Shopping-Erlebnis

Eigentlich hatte ich mir für dieses Jahr vorgenommen, mich nicht mehr so schnell und so viel aufzuregen. Die ersten beiden Tage hatte das eigentlich schon ganz gut geklappt – fast. Denn als ich mich am Nachmittag des gestrigen Tages entschlossen hatte, mit Oma ein paar Einkäufe zu tätigen, hat sich Peek & Cloppenburg offensichtlich gedacht: Das wollen wir doch mal sehen! Ganz kurz zur Vorgeschichte: Umstände bedingt hatte ich etwas, so um die 20 Kilogramm, abgenommen. Dabei war zwangsläufig auch meine Garderobe etwas geschrumpft. Und ich musste endlich mal für Nachschub sorgen. Also landeten wir bei besagtem Bekleidungsgeschäft, bei dem ich auch fündig wurde: Ein Anzug plus Ersatzhose, zwei Chinos und eine Jeans. Wie gut, dass fast alles von der Marke „Sale“ war. Jedenfalls summierten sich die sechs Teile auf 589,40 Euro – zugegeben auch noch ein stolzer Preis, wobei ich das jetzt nicht in D-Mark umrechnen will. Die Kassiererin, die gleichzeitig auch noch alles akkurat zusammenpackte, guckte entsprechend glücklich und lächelte mich an. Doch dann öffnete sie ihre Lippen und wisperte mir zu: „Haben Sie etwas zum Einpacken dabei oder möchten Sie ein Plastiktüte für 20 Cent?“ Wie vom Donner gerührt war ich kurz davor, zu sagen: „Behalten Sie Ihr Zeug und …“ Aber immerhin hatte ich jetzt schon fast zwei Stunden investiert, um meinen Garderobenschrank wenigsten einigermaßen wieder zu komplettieren. Also machte ich aus meinem Herzen erst einmal keine Mördergrube, sondern meinem Ärger Luft – wobei zugegebener Maßen die arme Frau am wenigsten dafür kann. Aber es kann doch wohl nicht sein, dass ich in einem Geschäft Sachen in einem Wert kaufe, für den eine alte Frau schon ziemlich lange stricken muss, und dann soll ich als Dank dafür auch noch einen Plastikwerbeträger kaufen, für den es noch nicht einmal eine Alternative gab – lediglich den Hinweis, dass die 20 Cent in ein Sozialprojekt fließen. Was soll ich sagen? Auf der Webseite des Hauses fand ich dafür zwar keinen eindeutigen Hinweis. Aber mir hätte es auch schon gereicht, wenn die Marke, zu der ich in Jugendzeiten wirklich treu gestanden habe, sich dem Teil der Textilhändler angeschlossen hätte, die schon seit geraumer Zeit auf Papiertüten umgestellt hat. Denn dass Plastiktüten – um es ganz vorsichtig auszudrücken – wahrlich nicht der Weisheit letzter Schluss sind, habe ich durchaus verstanden. Aber so geht es bei einem Einkaufsvolumen dieser Art nun wirklich nicht. Ich habe aber schon eine Lösung für den nächsten Einkauf bei P & C: Da nehme ich die hochqualitative Papiertüte von Hirmer GROSSE GRÖSSEN, die ich dort bei unserem anschließenden Besuch und Kauf von zwei reduzierten Pullovern bekommen habe, mit und lasse mir alles sorgfältig einpacken. Das finden die da sicher dann genau so lustig wie ich die Frage, ob ich bei einem Fast-600-Euro-Einkauf gerne eine Plastiktüte für 20 Cent kaufen möchte. Einfach unglaublich dieses Shopping-Erlebnis!

35 Euro Bußgeld für Pause

Eigentlich wollte ich nur schnell noch einen schönen Sonntagabend wünschen. Doch kurz bevor ich auf die Seite von Opas Blog wechselte, stieß ich auf eine Meldung in der Newsübersicht, die mir die Sprache verschlug – die Überschrift: Rentner sitzt an Haltestelle – nun soll er Bußgeld bezahlen. Was war passiert? Ein 85-jähriger Demenzkranker hat sich für acht Minuten an der Bushaltestelle Friedrich-Ebert-Platz am Hauptbahnhof in Düsseldorf ausgeruht, nun soll er an die Stadt ein Bußgeld in Höhe von 35 Euro bezahlen. In dem Bußgeldbescheid heißt der direkte Vorwurf: „Sie benutzten die Anlage des ÖPNV an der vorgenannten Örtlichkeit nicht ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nutzten diese als Ruheplatz.“ Was soll ich sagen? Nach Rückfragen. von Medien muss der Mann das Bußgeld nun doch nicht zahlen. Aber die Erklärung einer Sprecherin macht die Sache auch nicht besser. Denn die vermutete, dass den Kontrolleuren eventuell nicht klar gewesen sei , dass der Mann wirklich nur eine Pause gebraucht habe: „Wenn der Mitarbeiter den Mann der Obdachlosen- oder Trinkerszene zugeordnet hat, dann ließe sich das Schreiben wohl so erklären“, so Dame wörtlich. Na, wenn das so ist, dann ist ja alles gut …??? Oder??? Nein!!! Überhaupt nicht. Es ist tieftraurig, dass es so etwas in Deutschland 2017 überhaupt gibt. Trotzdem, einen schönen Sonntag noch …

Wann würden Sie gerne sterben?

Wann würden Sie denn gerne sterben? Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Frage lautet: Wann würden Sie denn gerne sterben? Warum ich das wissen will? Ganz einfach: Heute habe ich in der “Welt” in einem Artikel über Hundertjährige gelesen, dass das beliebteste Sterbealter in Deutschland bei 80 Jahren liegt, und will nun wissen, ob das stimmt. Denn glauben kann ich das irgendwie nicht. Und überhaupt ist die Frage merkwürdig. Suggeriert sie doch, dass man sich das Sterbealter aussuchen könnte und die ganze Sache auch noch Spaß machen würde. Meine Erkenntnis ist da doch anders. Die Leute wollen zwar nicht alt werden, aber immerhin länger leben. Schon das passt ja nicht ganz zusammen und zeigt, wie schwierig der Umgang mit diesem Thema ist. Dabei geht es auch anders. Nehmen wir den 56-jährigen George Clooney, der nach eigener Aussage zwar spät mit der Familienplanung angefangen hat – er ist Vater von im Juni geborenen Zwillingen. Aber, so sagt er weiter: “Ich versuche alles aufzuholen. Solange ich nicht am Stock oder mit dem Rollator meinen Kids hinterher rennen muss.” Von irgendeinem Sterbealter ist da jedenfalls nicht die Rede. Was soll ich sagen? Auch der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, denkt ganz sicher nicht ans Sterben, nachdem er mit seinen Begleitern glücklich in einem Hotel auf Bali angekommen ist. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Persisches Blausalz am Stück

Oma und Opa haben sich in Paris etwas ganz Exklusives geleistet: Persisches Blausalz am Stück. Das werden wir bei der nächstbesten Gelegenheit mit Reibe auf dem Essenstisch präsentieren. Man gönnt sich ja sonst nichts. Die Verpackung allerdings lassen wir lieber weg. Denn dort steht doch tatsächlich ein Haltbarkeitsdatum drauf, und das bei einem Produkt, was Millionen von Jahren alt ist. Danach haben wir immerhin zehn Jahre Zeit, das Salz aufzubrauchen. Das sollten wir schaffen, auch wenn die drei Brocken, die wir da erstanden haben, eine nicht unbeachtliche Größe haben. Was soll ich sagen? Sollte das Salz vorher aufgebraucht sein, kann ich ja beim Nachbarn klingeln und fragen, ob er mir kurzfristig aushelfen kann. Hoffentlich kommt der dann nicht mit rosafarbenem Himalayasalz an …

Schönes persisches Blausalz: Millionen Jahre alt – und mit Haltbarkeitsdatum versehen.

Jahrhundertregen in Berlin

Opa hat es diese Woche die Sprache verschlagen. Ein Grund dafür war der Regen, der sich am Donnerstag über Berlin ergossen hat. Die Berliner Wasserbetriebe sprachen von einem “Jahrhundertregen”. Und der hat der Hauptstadt mehr als doppelt so viel Niederschlag beschert wie sonst im ganzen Juni. Wie auch immer: Es gab Szenen auf den Straßen, die man so noch nie gesehen hatte. Da haben sich ganze Straßenzüge in reißen Fluten verwandelt. Autos muteten wie Boote an. Und Fußgänger versanken plötzlich in den Wassermassen, weil sie in offenen Gullis getreten waren. Auch Oma und Opa mussten sich durch die Stadt quälen, was sich allerdings, wenn man so aus dem Fenster schaute, wie eine Bootsfahrt anfühlte. Was soll ich sagen? Da ist in der Tat so manches ins Wasser gefallen.

Wer treibt da sein Unwesen?

Irgendein Tier treibt derzeit sein Unwesen in unserem Garten. Grundsätzlich sind ja alle willkommen: Ob Amsel, Drossel, Fink und Star, die ganze Vogelschar wird von uns durchgefüttert, Taube und Eichelhäher inklusive. Auch Maus, Eichhörnchen und Fuchs sind mehr oder weniger gelitten, wenn sie sich denn gut benehmen. Letzterer allerdings gehört zum Kreis der Verdächtigen. Denn jeden Morgen finden wir immerhin etwas größere Gegenstände wie (Garten-)Schuhe oder Kaminholz auf unserem Rasen, die am Abend zuvor noch auf der Terrasse platziert waren. Auch die Meisenkugeln vom Vogelhäuschen liegen plötzlich herum, statt dort zu hängen, wo sie hingehören. Was soll ich sagen? Oma und Opa sind ja gutmütig und wollen niemandem etwas Böses. Aber es nervt irgendwie schon, wenn man jeden Morgen erst den Garten aufräumen muss, ehe der Tag überhaupt so richtig beginnt.

Wie sind die Schuhe auf den Rasen gekommen? Selbst gelaufen sind sie sicherlich nicht.