Liebeserklärung an Oma und Opa

Der Wiedererkennungswert ist ziemlich hoch. Jedenfalls beschreibt und illustriert Katharina Grossmann-Hensel in „OMAOPA find ich gut“ das Miteinander von Großeltern und Enkel genau so, wie es in den meisten Fällen wohl ist. Der Satz „Aber eins muss ich schon sagen, meine Oma ist sehr gelenkig“ hätte auch von einem unserer Enkel stammen können. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass die Autorin Oma und mich beschrieben hat. Was soll ich sagen? Im Grunde ist dieses Bilderbuch eine einzige Liebeserklärung an die Großelterngeneration, die wiederum ihre Enkel liebt. Dabei kommt es als Wimmelbuch der besonderen Art daher, das sicherlich auch schon für kleinere Kinder unter vier Jahren geeignet ist. Und Langeweile dürfte bei ihnen nicht aufkommen. Denn bis sie alle Dinge, die auf den Seiten zwei und drei abgebildet sind, auf den dann folgenden Seiten gefunden haben, sind sie gut beschäftigt. Das Buch ist, wenn man so will, wie ein Besuch bei Omaopa: Der ist niemals langweilig!

Katharina Grossmann-Hensel, OMAOPA find ich gut Annette Betz in der Ueberreuter Verlag, Berlin, 2019, 32 Seiten, 14,95 Euro, ISBN: 978-3-219-11787-5

Besser geht nicht

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Denn vor genau 45 Jahren haben Oma und Opa sich kennengelernt. Seitdem sind wir zusammen, was – um die Statistik zu vervollständigen – bedeutet, dass wir vor ein paar Tagen 44 Jahre verlobt waren und demnächst im März 43 Jahre verheiratet sind. Das ist fast ein halbes Jahrhundert und eine lange Zeit. Und doch kommt es mir so vor, als sei es erst gestern gewesen. Die Zeit ist (viel zu) schnell vergangenen. Was soll ich sagen? Natürlich hat auch bei uns nicht jeden Tag die Sonne geschienen, das wäre ziemlich unnatürlich. Aber ich kann voller Überzeugung sagen und tue das hiermit auch: Ich möchte keinen Tag missen. Und wenn ich mir dann noch unsere Kinder und Enkelkinder anschaue, kann ich nur feststellen: Besser geht nicht. Dafür bin ich unendlich dankbar. Und ich weiß, dass Oma das auch ist. Insofern freue ich mich auf die nächsten 45 Jahre, wenn denn Gott so will. Oma, ich liebe Dich!

Dinge zwischen Himmel und Erde

Bei der morgendlichen Zeitungslektüre habe ich einen Artikel* der von mir sehr geschätzten Welt-Kollegin Kathrin Spoerr gelesen, in dem diese freimütig bekennt, wie und warum sie sich so auf Weihnachten freut. Gleichzeitig bekennt sie aber auch, „dass ich weder an Gott glaube noch seinen Namen heilige noch von der Schöpfung des Himmels, der Erde oder sonst was zu überzeugen bin. Wahr ist, dass ich an nichts glaube außer an das, was sichtbar oder erklärbar ist.“ Das ist schade. Nun muss man wissen, dass die Kollegin aus einer protestantischen Bauernfamilie in Mecklenburg-Vorpommern stammt, bei der es vielleicht die DDR war, die es geschafft hat, die „Tradition der Frömmigkeit“, wie sie es einmal formulierte, aus der Familie zu treiben. Wie auch immer, Kathrin Spoerr hat ihren Frieden mit der Kirche und der Religion gefunden, die sie „auf eine sehr eigene, sehr weltliche Weise als meine Religion empfinde.“ Als bekennender Katholik kann ich damit gut leben. Schließlich sind ja auch mir Zweifel und manchmal selbst Wut auf die Kirche nicht fremd, lebe ich meine höchst eigene Religiosität. Nur eine Sache lässt mich nicht ruhen, die ich – gegen ein bisschen Widerstand von Oma – an dieser Stelle denn doch zum Besten geben muss. Ich könnte das jetzt wortreich ausschmücken, will aber doch lieber gleich zum Punkt kommen: Oma kann, wie ihre Mutter immer noch, Brandschmerzen weg…, man könnte sagen, wegbeten. Das verwunderte mich, als ich davon das erste Mal erfuhr, schon sehr. Doch mittlerweile, nach über 40 Jahren Ehe, in der Oma oder ihre Mutter doch so oft und so erfolgreich Menschen von ihren Schmerzen befreit und üblen Narben bewahrt haben, habe ich es aufgegeben, darüber nachzudenken, auch wenn ich nach wie vor nicht den blassesten Schimmer habe, wie und was da vor sich geht. Aber es funktioniert und selbst dann, wenn die Betroffenen selbst davon überhaupt nichts wissen. Und kosten tut es auch nichts. Nun wäre meine Frage an Kathrin Spoerr: Was machen Sie, wenn sich eines iIhrer Kinder oder sie selbst oder ein guter Bekannter verbrennt? Rufen Sie bei uns an und bitten meine Frau, aktiv zu werden, oder lassen Sie es sein, weil hier etwas ist, was nicht sichtbar und erklärbar ist? Was soll ich sagen? Das ist jetzt wahrlich ein Dilemma, das man vielleicht mit dem geflügelten Wort auflösen kann: Wer heilt, hat recht. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man nicht sehen und nicht erklären. Und doch sind sie da. Das ist in etwa.so wie mit dem Weihnachtsmann bzw. dem Christkind. Aber das ist wieder eine andere Geschichte, die es hier auf Opas Blog wie jedes Jahr an Heiligabend gibt.

*Schade, dass der Artikel nicht frei im Netz verfügbar ist.

Riesenrad und Schnitzel

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen, wusste schon Matthias Claudius. Und auch wir können was erzählen. Denn drei Tage waren Oma und ich mit unserem jüngsten Enkelsohn in Wien – wieder so eine Eltern-Verschickung, dieses Mal mit Enkel. Angesichts der Wettervorhersage hatten wir richtig Glück und haben die Sonnenstunden optimal ausgenutzt. Und dass wir drei auf den Spuren des dritten Mannes gewandelt sind, versteht sich von selbst – für alle, denen die Gnade der späteren Geburt zuteil geworden ist: Das ist ein in Schwarzweiß gedrehter Kriminalfilm aus dem Jahre 1949, bei dem das Riesenrad im Prater eine Rolle spielt. Also sind wir eingestiegen in das 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtete Riesenrad und haben uns auf 65 Meter Höhe bringen lassen, mit einem traumhaften Blick über die ganze Stadt. Und natürlich waren wir auch beim Figlmüller in der Wollzeile, seit 1905 sozusagen die Heimat des Schnitzels. Und Sie werden es kaum glauben. Unser kleiner Mann hat doch tatsächlich das im Durchmesser rund 30 Zentimeter große Schnitzel fast vollständig verputzt. Das kleine Stückchen, das da noch auf dem Teller lag, war wirklich nicht der Rede wert. Was soll ich sagen? Wir haben natürlich noch viel mehr unternommen: Stephansdom, Hofburg, Ring, Kindermuseum, um nur ein paar Programmpunkte zu nennen. Aber Riesenrad und Schnitzel waren ganz sicher die Höhepunkte unserer Reise.

Ziemlich groß: Das Riesenrad im Prater und das Figlmüller-Schnitzel.

Ein dreifaches Hoch auf Oma

Es gibt ja heutzutage nichts, was es nicht gibt. Jedenfalls habe ich – aus gegebenem Anlass – Webseiten durchforstet, die listen Sprüche und Gedichte für Omas auf, die 65 Jahre alt werden. Bei der zweiten Webseite habe ich allerdings aufgehört zu lesen und diese Werke ins Reiche der Schüttelreime verwiesen – so nach dem Motto: Schüttelreim, da schüttelst ein’. Da lob’ ich mir doch Udo Jürgens, Gott hab’ ihn selig. Denn der schweiz-österreichische Entertainer war zu seinen Lebzeiten derart treffsicher, das fast jedes seiner Werke ein Hit und Ohrwurm wurde. Das gilt nicht zuletzt für den 1977 veröffentlichten Song: “Mit sechsundsechzig Jahren”. Jedenfalls bietet das Lied, oder genauer gesagt, der Songtexte für Oma, die heute ja einen ganz besonderen Jahrestag feiert, eine hervorragende Perspektive gleich für die nächsten zwölf Monate und darüber hinaus: Mit sechsundsechzig Jahren, da fängt das Leben an – Mit sechsundsechzig Jahren, da hat man Spaß daran – Mit sechsundsechzig Jahren, da kommt man erst in Schuss – Mit sechsundsechzig ist noch lange nicht Schluss. Was soll ich sagen? In diesem Sinne wünsche ich Oma alles, alles Gute und vor allem Gesundheit, auf dass wir noch viele gemeinsame Jahre vor uns haben: Ein dreifaches Hoch auf Oma, ich liebe Dich.

   “De contente mens en de contente vrouw” (frei übersetzt: der zufriedene Mann und die zufriedene Frau), zwei Symbolfiguren aus Brabant, die für Fleiß, Genügsamkeit und Unverwüstlichkeit stehen, haben Oma und Opa ihr Leben lang begleitet und als Vorbild gedient. Es hat geholfen und hilft auch hoffentlich noch ganz viele Jahre weiter: Ein dreifache Hoch auf Oma!

… aber schön wärs schon

Opa ist, ich gestehe es, ein ganz klein wenig Royalist und das, obwohl wir hier in Deutschland bekanntermaßen ja in einer parlamentarischen Demokratie leben. Und das ist auch gut so. Wer nun aber meint, das sei ein kaum aufzulösender Widerspruch, der irrt. Gestern beispielsweise, das Datum wies den 27. April aus, hatte Willem-Alexander Geburtstag. Willem-Alexander ist der König der Niederlande und damit auch Omas Regent. Da war es auch für Opa selbstverständlich, den Tag gebührend zu begehen und am Abend auf das Wohl des Königs das eine oder andere “Pilsje” zu trinken. Für die Niederländer ist dies völlig normal. Und dennoch zweifelt niemand ernsthaft an der demokratischen Grundausrichtung unseres westlichen Nachbarlandes, das eine konstitutionelle Monarchie ist, in der laut Verfassung der König das Staatsoberhaupt ist. Ganz im Gegenteil. Im Demokratieindex des Jahres 2016 belegen die Niederlande Platz 10 von 167 Ländern, womit sie als eine „vollständige Demokratie“ gelten. Die niederländische Gesellschaft gilt weltweit sogar als eine der liberalsten und freiesten. Fast so wie die bayerische, in der die Liberalitas Bavariae als oberster Leitsatz gilt. Laut Boarischem Wikipedia bedeutet der: „Des is lateinisch und moant drei Sochan: De Freiheit vo Bayern, de bayerische Freigebigkeit und ois dritts de freiheitliche Gsinnung vo de Bayern. Liberalitas Bavariae stäht vua oim fia Wejdoffnheit, Toleranz und Großherzigkeit, fian Ausdruck Lem und lem lossn.” Bayern selbst ist laut Verfassung eine demokratische Republik, also ein von keinem Monarchen regierter freier Staat. Und dennoch gibt es auch dort eine heimliche Liebe zu einem König, liebevoll Kini genannt. Wenn man nach der Notwendigkeit für einen solchen Monarchen fragt, erhält man in der Regel folgende Antwort (gleich übersetzt): Brauchen tun wir ihn nicht, aber schön wärs schon. Was soll ich sagen? In diesem Sinne: Lang lebe der König.

Ein tolles Königspaar: Willem-Alexander und seine Frau Máxima, die bei den Niederländern ausgesprochen beliebt sind.                                         Fotos: Rijksvoorlichtingsdienst/RVD

For ever young

Oma schwebt immer noch auf Wolke 7. Denn das Kompliment, das sie am Freitag von einem unserer Koch-Schüler bekommen hat, wirkt weiterhin nach. Da fragte doch einer der Jungen, wie alt Oma denn sei. Als sie die Frage beantwortete, war der kleine Mann ganz perplex: “Was, so alt? Dabei wirken Sie doch wie 30!” Das ging, wie sollte es auch anders sein, runter wie Öl, das wir ansonsten zum Kochen brauchen. Was soll ich sagen? Da hat Opa richtig Glück mit Oma: For ever young … Einen schönen Sonntag noch und bleiben Sie gesund!

Uns geht es wirklich gut

Oma und Opa geht es wirklich gut. Nicht nur, dass wir gestern unseren 42. Hochzeitstag gesund und munter begehen konnten. Auch die Tatsache, dass unsere Kinder und Enkelkinder mehr oder weniger fußläufig zu erreichen sind oder man ihnen im Supermarkt spontan über den Weg läuft, ist schon eine Gnade, die ja leider nicht allen Großeltern zuteil wird. So hatten wir denn vorgestern das Vergnügen, einige Stunden mit unserer jüngsten Tochter und ihrem Sohn zu verbringen. Gestern dann, das war zwar für unsere Älteste nicht so schön, konnten wir sie krankheitsbedingt ein wenig pflegen und mit ihrem Sohn zusammensein. Abends hat Opa Oma bekocht, wobei gleich mehrere neue Rezepte zum Einsatz kamen und demnächst in Opas Kochbuch ihren Niederschlag finden werden: Als Vorspeise gab es ein Rote-Bete-Carpaccio mit schwarzem Knoblauch und Basilikum, gewürzt mit Meersalz und langem Pfeffer. Der Hauptgang bestand aus Lachssteaks vom Duroc-Schwein, verfeinert mit in Meersalz fermentiertem schwarzen Pfeffer, und mit Knoblauch und Scharlotten gebratener Blattspinat. Der absolute Hammer war dann das Dessert, das Opa gerade neu entwickelt hat: Crème il Borgo heißt der Nachtisch, der wie eine Crème brûlée gemacht wird, nur dass die Parfümierung nicht mit Vanille erfolgt, sondern mit einem Tee, den Opa bei einem Italiener in Holland bezieht. Was soll ich sagen“ Es bleibt dabei: Es geht uns wirklich gut.

Schon ziemlich alt – oder?

Oma und Opa haben gerade Nachrichten gesehen. Dabei ging es u.a. um das Weltwirtschaftsforum in Davos, bei dem an diesem Tag neben Angela Merkel einer der prominentesten Redner der französische Staatspräsident Emmanuel Macron war. Als wir also die Bilder aus dem Schweizer Kur- und Skiort sahen, wurden bei uns doch Erinnerungen wach. Denn unsere Hochzeitsreise vor 42 Jahren ging seinerzeit auch dorthin. Das waren, wie man sich vorstellen kann, nette Erinnerungen, die allerdings noch dadurch einen besonderen Kick bekamen, als wir realisierten, dass eben dieser Macron zu dem Zeitpunkt, als wir dort unsere ersten Gehversuche in unserer Eher unternahmen, noch nicht einmal geboren war. Was soll ich sagen? Es ist wohl besser, dass wir nicht noch weiter darüber nachdenken. Denn dann müssten wir zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, dass wir doch schon ziemlich alt sind. Jedenfalls fühlen wir uns so, als meine jüngste Tochter einmal gesagt hat: Jetzt bin ich wirklich alt! Das war, als sie feststelle, dass sie die heutigen Fußballtrainer noch als Spieler kannte.

Unverzagt und munter

Das war eine Woche. Erst Opas Geburtstag – und dann ging’s rund. Aber wie wusste bereits Wilhelm Busch: “Und ging’s auch drüber oder drunter, wir bleiben unverzagt und munter …” Das haben Oma und ich auch gesagt und munter weiter vor uns hin gewerkelt. So langsam ist auch wieder Land in Sicht und ich komme endlich wieder einmal dazu, meinen Blog zu bedienen. Dabei darf natürlich nicht zu kurz kommen, was mir meine Enkel geschenkt haben. Während der eine mir Topflappen für die Küche verziert hat, hat der andere eine Kaffeetasse bemalt. Oma war schon vor einiger Zeit in den Genuss eines solchen Becher-Kunstwerkes gekommen. Jetzt können wir morgens sozusagen auf (gleicher) Becherhöhe miteinander anstoßen – so nach dem Motto: Guten Morgen liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da … Was soll ich sagen? Morgen gibt es auch wieder einen Beitrag. Versprochen!

Die Geschenke meiner Enkel.