Die Familie lebt

Die Ergebnisse einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung über “Großelternschaft im Wandel – neue Beziehungsmuster in der modernen Gesellschaft” sind, wenn auch nicht ganz neu, so doch eindeutig: Großeltern sind wichtiger denn je! Der Autor der Studie, François Höpflinger, fasst das so zusammen:

  • Die Großelternrolle genießt heute eine hohe Akzeptanz. Ihre gesellschaftliche Bedeutung bezieht sie aus ihrer Rolle als zusätzliche Bezugsperson und als Betreuung von Kleinkindern, ohne sich in die Erziehung der Enkel einzumischen.
  • Die Beziehung zwischen den Enkeln und den Großeltern ist heute enger als in früheren Generationen und dies obwohl die junge Familie und die Großeltern ihr Alltagsleben weitgehend selbstständig organisieren.
  • Die verschiedenen Generationen leben zumeist in getrennten Haushalten. Drei Generationen-Haushalte sind relativ selten.
  • Die Qualität der Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln hängt auch stark von der Qualität der Beziehung ab, die Großeltern zu ihren eigenen Kindern haben.
  • Großeltern gestalten vor allem die Freizeit der Enkel und bieten ihnen, was in jungen Familien häufig Mangelware ist: Zeit, Gelassenheit und soziale Bindung. Hauptträgerin der Familienbeziehungen ist die Großmutter mütterlicherseits.
  • Im Gegensatz zu einigen anderen europäischen Ländern haben in Deutschland Enkel eine positive Wirkung auf die Lebensqualität älterer Menschen. Dies hängt mit dem wirtschaftlichen Wohlstand und der sozialpolitischen Absicherung zusammen, die jeder Generation ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit erlaubt.

Was soll ich sagen? Das, was hier eher wissenschaftlich formuliert und etwas unterkühlt daherkommt, heißt doch nicht anderes: Großeltern lieben ihre Enkel und umgekehrt. Da sage noch einer, dass die Familie tot ist. Nein, das Gegenteil ist der Fall: Die Familie lebt!

PS: Übrigens ist es auch bei uns so, dass Oma, wie es in der Studie heißt, “Hauptträgerin der Familienbeziehungen” ist – Oma ist eben doch die Allerbeste.

Omas “Piepsekleine-Männchen”

Oma kann Geschichten erzählen, die sind spannender als jeder Tatort. Besonders unsere beiden Enkel sind immer wieder hin und weg, wenn sie von den Erlebnissen des „Piepsekleine-Männchens“ berichtet. Dieser kleine Kerl, nicht größer als der kleine Finger einer Hand, lebt bei einem Mädchen, das einfach Mädchen heißt. Nur ihre Eltern wissen von seiner Existenz, denn vor ihnen will sie keine Geheimnisse haben. Überall, wo das Mädchen hinkommt, kommt auch der kleine Mann hin, der sich immer gut in ihrer Hosentasche versteckt. Dort lernt er die ganze Welt kennen und erlebt aufregende Abenteuer. Natürlich vertraut das Mädchen ihm alle ihre Geheimnisse an und erklärt ihm, was und warum so alles passiert. Was soll ich sagen? Ganz schön raffiniert von Oma, auf diese Art und Weise so mal nebenbei auch die täglichen Erlebnisse der beiden Buben aufzuarbeiten. Das hat sie auch schon mit unseren Kindern getan. Eigentlich schade, dass sie die Geschichten nicht aufgenommen bzw. aufgeschrieben hat. Das wäre ganz sicher ein tolles Kinderbuch – vielleicht sogar noch mit Illustrationen von ihr selbst.

Wirklich alt …

Dieser Tage war unser früherer Babysitter mit ihrem Mann im Rahmen eines Berlin-Besuchs bei uns zu Gast. Opa hat sich natürlich mächtig ins Zeug gelegt und was Leckeres gekocht. Das kam auch ausgesprochen gut an, und wir haben den ganzen Abend richtig viel Spaß gehabt. Zwischenzeitlich allerdings, dafür konnte die beiden jedoch nichts, blieb mir mein Lachen sozusagen im Halse stecken. Da wies unser Babysitter nämlich energisch darauf hin, dass sie und ihr Mann die Silberhochzeit längst hinter sich hätten und ebenfalls bereits Großeltern seien. Babysitter, Silberhochzeit, Großeltern – irgendwie konnte mein Gehirn da keinen sinnvollen Zusammenhang herstellen, bis auf den: Oma und Opa müssen mittlerweile steinalt sein. Was soll ich sagen? Manchmal steht man ja wirklich auf der Leitung. Wenn Oma und Opa demnächst 40-jährigen Hochzeitstag feiern, dann kann unser Babysitter von einst ja nicht mehr in den Flitterwochen sein. Ja, ja, wir werden wirklich alt …

Wohl dem, der eine Oma hat …

Omas sind wichtig für den Nachwuchs. Unsere Enkel wissen das schon längst. Was jedoch bei uns Menschen ganz normal scheint, ist in der Tierwelt eher die Ausnahme: Nur bei Elefanten und ganz wenigen anderen Tierarten spielen Großmütter eine Rolle – und allem Anschein nach eine ganz wichtige sogar. Phyllis Lee, Professorin der britischen University of Stirling, hat in einem Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten die Daten von mehr als 800 Elefanten im kenianischen Amboseli National Park analysiert und ist dabei zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: Wenn ein Elefantenbaby eine Großmutter hatte, stiegen seine Überlebenschancen enorm. Denn die Elefantenomas helfen den Elefantenmüttern, das Elefantenbaby zu beschützen, es im Auge zu behalten und ihm weiterzuhelfen, wenn es mal hakt. Es ist also wie im menschlichen Leben und erklärt vielleicht auch, warum die Elefantendamen – ähnlich wie die menschlichen Damen – so lange noch leben, auch wenn sie sich nicht mehr reproduzieren können. Jedenfalls stützen die Ergebnisse die Großmutter-Hypothese, wonach Großmütter – evolutionsbiologisch gesehen – auch für die gesamte Familie von Vorteil und wichtig sind. Was soll ich sagen? Auch die Mütter von heute können da ein Lied von singen. Jedes dritte Kind im Alter bis zu drei Jahren verbringt mindestens einmal die Woche mehrerer Stunden bei seiner Großmutter. Man muss es wohl so sagen: Wohl dem, der eine Oma hat …

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Kleine Verschleißerscheinung

Es ist noch gar nicht lange her, da gehörten zerrissene Jeans für Frauen „absolut in die Kategorie ‚muss ich haben‘“, wie AJOURÉ online schrieb. Und es war völlig egal, ob die Beinkleider in der DIY-Variante (zerrissene Jeans mit Schmirgelpapier oder Drahtbürste selbst gemacht) oder einfach gekauft daherkamen. Im letzteren Fall ließen sich manche Damen auch gar nicht Lumpen. Selbst für zurückgesetzte Ware wurden zuweilen noch Preise aufgerufen, die locker über 1.000 Euro lagen. Vor diesem Hintergrund war es Opa gänzlich unverständlich, warum Oma neulich zum Einkaufen unbedingt eine andere Hose anziehen wollte – nur weil die eine kleine Verschleißerscheinung aufwies. Dabei galt und gilt: Stylisch kombinierbar sind zerrissene Jeans auf jeden Fall, egal wie teuer die Hose ist. Was soll ich sagen? Also, im Supermarkt ist die Jeans niemandem aufgefallen. Wie gut, dass das zerrissene Teil nur das Ergebnis jahrelangen Spielens mit den Enkeln auf dem Boden war und nicht das eines sündhaft teuren Einkaufs. Nochmal Glück gehabt.

IMG_2526Nur wegen der kleinen Verschleißerscheinung wollte Oma unbedingt die Hose wechseln.

Opa ist eine “Eule”

Opa hat jetzt bei einer Recherche für seinen Blog „Z wie Zeit“ etwas bemerkenswertes herausgefunden: Oma ist eine „Lerche“ und er selbst eine „Eule“. Denn, so wissen Schlafforscher und Zeitbiologen, es gibt verschiedene Zeittypen: Frühaufsteher, eben „Lerchen“, und Morgenmuffel, eben „Eulen“. Lerchen stehen morgens früh auf, sind ziemlich schnell fit, schlafen abends allerdings auch eher ein. Ihre Uhr geht etwas zu schnell, so dass ihr innerer Tag nur rund 24 Stunden dauert. Der der Eulen dagegen hat etwa 25 Stunden, was sich dadurch bemerkbar macht, dass sie Nachtmenschen sind und ziemlich spät ins Bett gehen. Was soll ich sagen? Lerchen können gut singen, die Eule aber gilt in der westlichen Welt immerhin als Vogel der Weisheit …

Eine Hommage an Oma

Just zu ihrem Geburtstag veröffentlichten zahlreiche Medien eine Hommage an Oma – natürlich eher so im Allgemeinem als im Besonderen. „Oma ist die Beste – sie stützt die Familie und steigert die Lebenserwartung“, titelte beispielsweise die Augsburger Allgemeine Zeitung, „Oma stärkt die Partnerschaft“, schrieb der Spiegel, „Ohne Omas gäbe es keine Ehe“, wusste Focus online oder „Monogam dank Oma“, waren sich Süddeutsche Zeitung und der Tagesspiegel einig. Alle Veröffentlichungen basieren auf der Präsentation der Ergebnisse von Computersimulationen im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)” durch amerikanische und australische Forscher. „Paarbindungen sind ein universelles Merkmal menschlicher Gesellschaften, wodurch wir uns von unseren nächsten Verwandten unterscheiden“, wird Kristen Hawkes von der University of Utah in Salt Lake City, die Leiterin des Forscherteams, von Wissenschaft aktuell zitiert. Grundvoraussetzung für die Entwicklung dieser Zweierbeziehung sei die Beteiligung der Großmütter bei der Versorgung der Kinder gewesen. Das widerspricht der bisher verbreiteten Annahme, dass sich die Paarbildung durch eine Art Tauschgeschäft entwickelt hat. Danach erkaufte sich der Mann die Treue der Frau, indem er für Nahrung und Schutz von Frau und Kindern sorgte. Und nun soll es also Oma gewesen sein. Denn die Simulationen zeigten: Über 30.000 bis 300.000 Jahre hinweg stieg der Männerüberschuss durch den „Großmutter-Effekt“ von 77 auf 156 Männer pro 100 Frauen an. „Dieser männliche Überhang im Geschlechterverhältnis machte eine Partnerbindung für Männer zu einer besseren Strategie als die Suche nach zusätzlichen Partnerinnen – es gab einfach zu viele andere Typen als Konkurrenten“, erklärt es Hawkes. Oder, wie der Tagesspeigel es formulierte, „weil Oma den Tisch deckt und Spaghetti mit roter Sauce kocht für die Kinder, während die Eltern noch am doppelten Einkommen feilen, sinkt deren Lust auf One-Night-Stands.“ Was soll ich sagen? Ein Opa-Effekt wurde bislang übrigens noch nicht ausgemacht.

Alles Liebe zum Geburtstag, Oma

„Die Frauen verlangen Unmögliches“, wusste schon der bereits verstorbene österreichische Schauspieler und Kabarettist Karl Farkas: „Man soll ihr Alter vergessen, aber sich immer an ihren Geburtstag erinnern.“ Was Oma betrifft, habe ich mit dem Alter normalerweise keine Probleme, da sie in den letzten Jahren vor ihrem Geburtstag immer darauf hingewiesen hat, dass sie 59 Jahre alt wird. Das war insofern praktisch, als ich damit ja auch ihren Geburtstag nicht vergessen konnte. Nur dieses Jahr hat sie da irgendwie nicht dran gedacht. Was soll ich sagen? Opa wäre aber nicht Opa, wenn er nicht an Omas Geburtstag dächte. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch, Oma, und alles Gute zu Deinem heutigen Geburtstag – ich liebe Dich!

Rosen15Von Opa die allerbesten Glückwünsche für Oma zu ihrem 59. (?) Geburtstag …

 

Entenfüße und ein Gänserich

Man lernt ja nie aus. Auch Opa nicht. Jedenfalls traute ich meinen Ohren nicht, als Oma, die es mit unserem jüngsten Enkel eilig hatte, aus dem Haus zu kommen, sagte: “Jetzt hat der auch noch Entenfüße!” “Entenfüße?”, dachte ich, “wie kann unser Enkel Entenfüße haben?” Ganz einfach: Wie – nach Auskunft von Oma – alle Kinder in einem gewissen Alter ziehen auch unsere Enkel ihre Schuhe zuweilen falsch herum an bzw. haben dies getan. Da sitzt dann der linke Schuhe am rechten Fuß und der rechte Schuh am linken Fuß. Auch unsere Kinder sollen, so Oma, das in jungen Jahren getan haben, ohne dass ihr Vater je davon etwas mitbekommen hat. Nicht einmal bei unserem ältesten Enkel, der in dieser Sache keine Ausnahme bildet, ist mir das aufgefallen. Was soll ich sagen? Na ja, während unser Enkel da mit Entenfüßen gestanden ist, habe ich wie da wie eine dumme Gans bzw. ein dummer Gänserich ziemlich blöd aus der Wäsche geschaut.

IMG_1977Nicht bequem: Opa im Selbstversuch mit “Entenfüßen” – dass man das nicht merkt …

“kannetnie” – “kannetwel”

Sie wissen nicht, was ein „kannetnie“ ist?!? Also, bei Oma ist das ein Behälter oder Gefäß oder Loch oder was auch immer, das nur minimal zu klein ist, um das vorgesehene Objekt (oder Subjekt) aufzunehmen. Insofern rangiert „kannetnie“ bei uns schon fast unter Running Gag. Auch unser jüngster Enkel ist jetzt in dieses Familiengeheimnis eingeweiht, nachdem er mit Oma am Potsdamer Platz im Sony Center war und versucht hat, sich in eines der dort vorhandenen Spielgeräte zu setzen. Es wurde zwar etwas eng, aber er passte noch so gerade hinein, was im nächsten Jahr ganz gewiss nicht mehr der Fall ist. Was soll ich sagen? So etwas nennt man dann wohl „kannetwel“.

KannetnieNoch ein “kannetwel”, im nächsten Jahr sicher ein “kannetnie”. Jedenfalls laut Oma …