Doch noch Hoffnung für die Erde

Das Thema Umweltschutz ist derzeit in aller Munde. Auch ich als Vater zweier Kinder und Großvater zweier Enkel mache mir so meine Gedanken, was man, ja was auch ich sinnvoller Weise gegen den Raubbau an der Natur unternehmen kann. Denn ungeachtet, ob man Greta Thunberg für eine Seelenverwandte oder den Hype um die kleine Schwedin für übertrieben hält, eines steht fest: Getan werden muss etwas. Die Frage lautet nur: Was genau ist opportun? In der politischen Diskussion um den richtigen Weg wird nicht selten gleich der Untergang des ganzen Planeten prophezeit, mindestens aber das Armageddon menetekelt. Nun bin ich kein Wissenschaftler und habe in den Naturwissenschaften so meine Wissenslücken. Obwohl ich auch kein Mathematikgenie bin, kann ich doch nachvollziehen, dass die Entwicklung der Weltbevölkerung nicht gerade vorteilhaft für den Planeten ist. Auch die schmelzenden Pole sind nicht dazu angetan, in Euphorie zu verfallen. Vom Plastik in den Meeren will ich gar nicht erst reden. Und doch, so finde ich, gibt es durchaus Hoffnung. Genährt wurde diese bei mir, als ich am Sonntagabend – wie so oft – Terra X gesehen habe. Es ging um den Ausbruch des Mount St. Helens im Jahr 1980, einem der stärksten und schlimmsten Vulkanausbrüche des 20. Jahrhunderts. Es war wie der “Einschlag einer Atombombe”. 600 Quadratkilometer wurden verwüstet. “Was bleibt, ist eine Welt nach der Apokalypse”, lautet ein Zitat aus dem Beitrag, gefolgt von der Feststellung: “Alles Leben rund um den Vulkan schien ausgelöscht.” Und doch: Taschenratten haben wohl unterirdisch überlebt, nach zwei Jahren wuchsen wieder Prärie-Lupinen, im nahe gelegenen Spirit Lake, der für viele Jahre nicht mehr als eine “giftige Brühe” war, wurden Mitte der 90er Jahre sogar Regenbogenforellen entdeckt, Wapitis kehrten zurück und Schneeziegen siedelten sich wieder an. Die seinerzeit zerstörte Landschaft ist heute ein großes Naturlabor, in dem sich zeigt, wie sich Ökosysteme erneuen. Was soll ich sagen? Damit mich jetzt keiner missversteht: Es muss auf unserer Erde etwas für die Umwelt getan werden. Aber die Welt ist offensichtlich robuster, als sich das so mancher vorstellen mag. “Wenn Leben unter diesen extremen Bedingungen möglich ist”, schlussfolgert einer der Wissenschaftler in dem Filmbeitrag, “dann können wir auf den Mars blicken.” Ich für meinen Teil würde lieber noch auf der Erde bleiben wollen, deren Natur ziemlich widerstandsfähig zu sein scheint. Jedenfalls lebt sich’s hier ganz sicher besser als auf dem Mars, vor allem, wenn man sich die Beschreibung von Alexandra Hilpert auf der Wissenschaftsseite von Business Insider vor Augen führt: “Die Lebensbedingungen auf dem Mars sind — verglichen mit denen auf der Erde — ziemlich harsch. Die Atmosphäre ist dort nur gerade mal ein Hundertstel so dick wie auf der Erde und besteht zu rund 95 Prozent aus Kohlenstoffdioxid. Staubstürme hüllen den gesamten Planeten regelmäßig in einen dichten Staubmantel ein und die Durchschnittstemperatur liegt bei rund -55 Grad Celsius. Insgesamt also mehr als ungemütlich.” Mars, nein danke! Die Erde an sich wird’s mit ziemlicher Sicherheit schaffen. Ob’s der Mensch auch tut, ist eine ganz andere Frage.

Hauptstadt TV: Opa bei Honza

Honza Klein von Hauptstadt TV interviewt für seine Sendung “Honza klatscht” Prominente wie Jette Joop, Hans-Peter Wodarz, Claudia Pechstein, Klaus Wowereit, Barbara Thalheim, Robert Harting, Kai Diekmann oder Heinz Buschkowsky. Jetzt war auch bei Honza Klein und habe mit ihm unter anderem über Opas Blog und KINDER | KOCHEN gesprochen. Das Interview wurde erstmals am 20. August ausgestrahlt und ist – wie alle anderen Interviews auch – über die Mediathek des Senders abrufbar. Was soll ich sagen? Einfach mal reinschauen …

Multitasking: Oma besser als Opa

Ich hab’s schon immer gewusst und jetzt ist es auch noch wissenschaftlich bestätigt:
Entgegen der weit verbreiteten Annahme sind Frauen nicht generell besser beim Multitasking als Männer. Wer jetzt gleich aufschreit, die Studie sei sicher von Männern erstellt worden, kann sich wieder abregen. Ein Frau hatte nämlich die Leitung. Was soll ich sagen? Es mag ja so sein, aber die Mär wird sicher weiter bestehen bleiben. Wie wusste schon Albert Einstein: Es ist leichter, einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil. Wie dem auch sei, zwischen Oma und mir ist die Frage in Sachen Multitasking ohnehin eindeutig geklärt: Oma ist viel, viel besser als ich …

„Üb immer Treu und Redlichkeit“

Meine Enkel, würde ich sagen, sind brave Jungs. Und sie kennen den Unterschied zwischen gut und böse, zwischen Recht und Unrecht. Wenn jemand bei Rot über die Ampel läuft, monieren sie dies ebenso wie die notorische Missachtung von Verkehrsregeln durch Radfahrer. So weit, so gut. Worüber ich mir Sorgen mache, ist die aktuelle, staatlich geförderte Erosion von Recht und Gesetz. Das gilt für Berlin wie für den Bund. An der Spree können Clans tun und lassen, was sie wollen, den Dealern im Görlitzer Park werden vom Amt Verkaufsflächen zugewiesen, die Rigaer Straße ist mehr oder weniger ein rechtsfreier Raum, ausreisepflichtige Personen werden nicht abgeschoben und Bausenatorin Katrin Lompscher, der vor allem private Eigentumsrechte ein Dorn im Auge sind, schert sich offenbar auch nicht viel um Bau- und Naturschutzrecht. Die Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf fordert sie jedenfalls auf: „Halten Sie sich an Recht und Gesetz!“ Der Beispiele ließen sich sicherlich noch viele mehr finden. Auch im Bund sieht es nicht viel besser aus. Wenn ich alleine daran denke, wie viele Gesetze in der Vergangenheit in Karlsruhe überprüft wurden und bei den Verfassungsrichtern durchgefallen sind, wird mir ganz anders. „Niemand darf sich ohne Sanktionen aus der Geltung des Rechts herausschleichen. Sonst sind Gebote und Verbote nur noch etwas für die Dummen, Braven und Schwachen“, hat der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, gewarnt. Als Beispiel nannte er den Diesel-Skandal. „Die Politik setzt verbindliche Abgas-Grenzwerte fest, ist aber gar nicht willens oder in der Lage, für ihre Einhaltung zu sorgen“, kritisierte er. „Und dann wundert sie sich, wenn Gerichte auf die Befolgung geltenden europäischen oder nationalen Rechts bestehen und Fahrverbote verfügen.“ Was soll ich sagen? Die zunehmende Aggressivität und Rücksichtslosigkeit im öffentlichen Raum weist in eine Besorgnis erregende Richtung. Wie soll ich vor diesem Hintergrund meine Enkel in den nächsten Jahren davon überzeugen, dass man mit „Üb immer Treu und Redlichkeit“ immer noch am weitesten kommt? Ich glaube, ich werde ihnen Matthias Claudius und dessen Vermächtnis an seinen Sohn empfehlen. Darin rät er ihm: „Halte Dich zu gut, um Böses zu tun. Hänge Dein Herz an kein vergänglich Ding“, um dann festzustellen: „Die Wahrheit richtet sich nicht nach uns, lieber Sohn, sondern wir müssen uns nach ihr richten.“

It schimpft isch globat gnua!

„Der gelbe Allgäu-Reiseführer aus der ADAC-Plus-Reihe ist also ideal für alle, die sich etwas intensiver mit dem Allgäu, mit Geschichte, Kultur, Land und Leuten befassen möchten“, sagt Barbara Kettl-Römer über ihr jüngstes, im Juni 2019 herausgekommenes Baby. Und in der Tat: Der Reiseführer bietet selbst mir als gebürtigem Kemptener reichlichen wie guten Lesestoff gespickt mit durchaus interessanten Details, die selbst ich so nicht kannte. So zum Beispiel, dass es 30.000 Kühe sind, die im Sommer auf Alpen weiden. Oder dass der Juni mit 19 Regentagen der regenreichste Monat ist. Überhaupt ist das ganze Buch mit viel (Heimat-)Liebe geschrieben, besonders dem Magazin-Teil merkt man an, dass die Autorin in der Gegend verwurzelt ist. Während der Reiseführer das ganze Allgäu abdeckt, sei mir verziehen, dass ich mich mehr auf das südliche Oberallgäu konzentriere, das neben Kempten meine zweite Heimat ist. „“Berge und Natur pur“ heißt es da in der Überschrift zu Recht, wobei sich mein Augenmerk vor allem auf Fischen und die Hörnerdörfer sowie Oberstdorf richtet. Die Beschreibungen „Allgäu-Idylle inmitten stolzer Berge, die den Dörfern den Namen gaben“ und „Quirliger Urlaubsort mit großem Freizeitangebot in reizvoller Umgebung“ sprechen für sich und sind keinesfalls übertrieben. Und alles, was man wissen muss, findet man auch noch. Was soll ich sagen? 14,99 Euro sind da wirklich nicht zu viel, wenngleich ich eine kleine kritische Anmerkung machen muss. Als leidenschaftlichem (Allgäuer) Hobbykoch ist mir fast die Schöpfkelle aus der Hand gefallen, als ich gelesen habe, dass man, um Kässpatzen selbst zu machen, neben den Zutaten und einem Kochlöffel nur einen Spatzenhobel benötigt – einen Spatzenhobel??? Das geht gar nicht. Bei mir kommen die Spatzen vom Brett und sind auch richtige Spatzen. Aber gut, wir reden hier ja auch von einem Reiseführer und nicht von einem Kochbuch. Insofern sei dem ADAC und der Autorin noch einmal verziehen, will sagen: It schimpft isch globat gnua! (Für Nicht-Allgäuer: Nicht geschimpft ist gelobt genug.)

Einfach das Alter genießen?

Oma und ich haben uns richtig gefreut: Endlich wieder Fußball! Heute Abend stand beim ZDF der Audi Cup auf dem Programm. Als das erste Vorrundenspiel zwischen Real Madrid und Tottenham Hotspur gerade vorbei war, kam der obligatorische Werbeblock, in dem sich Aldi eine Sequenz gesichert hatte. Und da fiel uns fast der Unterkiefer auf die Tischplatte: Da wurden doch eine Gehstock, eine Greifhilfe und ein Rollator sowie irgendein technischer Schnickschnack angepriesen mit dem Slogan: Einfach das Alter genießen. Was soll ich sagen? Mir fällt da nur ein: Aldi, geht’s noch? Als wenn wir so ein Klump bräuchten, um unser Alter zu genießen. Oma und ich haben da ein paar andere Ideen. Ich will jetzt nicht ins Detail gehen. Aber unsere Vorstellung von Genießen sieht anders aus. Und die, die oben erwähnte Utensilien wirklich brauchen, werden sich bei diesem Slogan doch wohl eher peinlich berührt fühlen. Denn von Genießen kann ja dann wohl nicht mehr so richtig die Rede sein. Als Kommunikationsmensch fragte ich mich bloß: Welche Werbeagentur war das denn?

Hamburger at its best

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Dass Stanley Tyrone Greene Spaß an der Freud hat, sieht man ihm an. Der 64-Jährige, der aus Florida stammt, lebt seit 40 Jahren in Berlin. 15 Jahre lang war er als US-Soldat in Dahlem stationiert, danach probierte er eine Reihe von Dingen aus, was 2010 zu dem Entschluss führte: Ich mache meine eigene Grillsauce, was angesichts dessen, dass er Sohn eines Kochs ist, vermutlich nicht die schlechteste Idee war. Jedenfalls folgte 2017 die Eröffnung seines House of Mmi, sozusagen die Homebase seiner Mmi-Grillsauce, die natürlich auf seinen Hamburgern und, was er sonst noch so alles in seinem Grill am U-Bahnhof Freie Universität/Thielplatz zu bieten hat, nicht fehlen darf. Was soll ich sagen? Als Oma und ich jetzt dort unseren ersten Cheeseburger und die French Fries gegessen haben, kam uns nur eines in den Sinn: Leute, vergesst McDonald’s oder Burger King. Wer einen richtigen Hamburger und richtig leckere Pommes Frites essen will – und das Glück hat, in Berlin zu sein -, sollte sich in den Südwesten der Stadt aufmachen. Unser letzter Besuch bei Greene war das sicher nicht: Hamburger at its best.

Opa und die Katze auf dem Dach

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Was früher – also zu den Spielzeiten meiner Kinder – noch Frisbee, Carrera-Bahn und He-Man waren, sollen heute – zumindest, wenn es nach dem Spielzeug-Hersteller geht – Aerobie, Air Hogs und Bakugan sein. Obwohl ich bislang davon ausgegangen war, zumindest so einigermaßen auf der Höhe der Zeit zu sein, hatte ich bislang von diesen Namen noch nichts gehört. Und auch bis zu meinen beiden Enkeln, acht und neun Jahre alt, war, wie eine Blitzumfrage jetzt ergab, dieses Freizeit-Equipment noch nicht durchgedrungen. Dabei soll der Wurfring Aerobie Pro bereits 406 Meter weit geworfen worden sein, was ich, mangels Versuch, noch nicht bestätigen kann. Der Air Hogs Zero Gravity Laser Racer aber fährt tatsächlich an Wand und Decke. Und, wenn ich das richtig verstanden habe, kann man mit den Bakugan spielend nichts Geringeres als unsere Welt retten – wenn man denn genügend Charaktere sammelt. Es bleibt also viel zu tun, habe ich mir auf dem Heimeg gedacht. Als ich aber bei meinem Auto ankam, harrte erst einmal ein anderes Problem seiner Lösung. Denn eine Katze hatte es sich auf dem in diesen Tagen gut temperierten Cabrio-Dach bequem gemacht, ohne sich von mir auch nur im Geringsten stören zu lassen. Erst als ich das ganze Spielzeug auf der Motorhaube platziert hatte, um die Hände frei zu bekommen, wurde das Tier neugierig und bequemte sich herab, um die diversen Verpackungen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Was soll ich sagen? Die Katze war offensichtlich schwer beeindruckt. Denn es bedurfte noch einer gehörigen Portion Überredungskunst, sie oder ihn dazu zu bewegen, den Weg freizumachen. So bleibt nur noch abzuwarten, wie unsere beiden Jungs reagieren, wenn sie sich mit den Sachen beschäftigen. Vielleicht kommen sie ja auf ein ähnliches Ergebnis wie die Katze auf dem heißen (Blech-)Dach und urteilen: Tierisch gut. Dittsche würde jetzt vielsagend zum Besten geben: Man weiß es nicht.

Schwer beeindruckt von den diversen Spielsachen zeigte sich diese Katze auf Opas Auto.

FaceApp: Uns gibt’s schon in alt

Es gibt aktuell ein Smartphone-Programm, das besonders beliebt ist. FaceApp heißt die Anwendung, mit der man u.a. sehen kann, wie man im Alter aussieht. Offensichtlich interessiert das gerade vor allem jüngere Menschen, die ihre Konterfeis mit Falten millionenfach in den sozialen Netzwerken posten. Nun scheint die Sache einen Haken zu haben. Jedenfalls gibt es mittlerweile weltweit Sicherheitsbedenken wegen des Umgangs mit den persönlichen Daten. Entwickelt hat das Programm die russische Firma Wireless Lab, die in St. Petersburg ansässig ist. Diese Firma nun lässt sich von den Nutzern uneingeschränkten und unwiderruflichen Zugriff auf die persönlichen Fotos und Daten gewähren, die automatisch an einen Server geschickt werden. Was damit später einmal geschieht, steht in den Sternen. Zumindest ist nicht ausgeschlossen, dass die Bilder künftig öffentlich und privat ohne die Zustimmung der Nutzer gebraucht würden. Was soll ich sagen? Oma und ich brauchen das Programm nicht, sondern nur einen Spiegel, um zu sehen, wie wir in alt aussehen.

Opa und Oma gibt’s schon in alt – auch ohne FaceApp.

Lichterfelder West-Wand

Die meisten Menschen werden denken: Berlin und Berge haben nichts miteinander zu tun. Doch weit gefehlt. Es gibt beispielsweise den Kreuzberg und den Teufelsberg. Auf letzterem hat sogar einmal ein FIS-Skirennen stattgefunden. Es ging um Weltcup-Punkte im Parallel-Slalom. Am 28. Dezember 1986 waren zahlreiche Stars, darunter DSV-Ass Markus Wasmeier aus Deutschland, Slalom-Seriensieger Ingemar Stenmark aus Schweden und Slalom-Weltcupsieger Bojan Krizaj aus Jugoslawien, am Start und – hatten das Nachsehen. Gewinner war am Ende auf der 82 Höhenmeter messenden Piste der österreichische Abfahrts-Olympiasieger von 1980, Leonhard Stock, der nach langer Verletzungspause wieder fit war und im Finale siegte. Allerdings blieb das der einzige alpine Höhepunkt an der Spree, obwohl es in Berlin einen Skiverband und eine Sektion des Deutschen Alpenvereins gibt. Beide Institutionen werden allerdings jetzt aufhorchen, nachdem sich im Südwesten der Stadt alpin Gewaltiges getan hat. In der Baseler Straße konnte sich der Hauch von Eiszeit, der dereinst drei Steine vom Himmel fallen ließ, zu einem Bergmassiv mausern, das bei Bergsteigern als Lichterfelder West-Wand berüchtigt werden dürfte. Der erste hat den Berg bereits bezwungen und ein Gipfelkreuz aufgestellt, das immer mehr Gleichgesinnte nach sich zieht. Was soll ich sagen? Bei uns im Südwesten der Stadt ist die Welt noch in Ordnung und Luis Trenker lebt. Denn wer genau hinhört: Der Berg ruft!