Plaudertelefon gegen Einsamkeit

Die Corona-Pandemie an sich ist schon Herausforderung genug. Doch älteren Menschen, die als besondere Risikogruppe gelten, beschert das Virus noch ein zusätzliches Problem – und das vor allem jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit sowie über den Jahreswechsel: Einsamkeit. Besuche sind nur eingeschränkt möglich, zum Reden gibt es niemanden. Aus diesem Grund haben Oma und ich in meiner Eigenschaft als Seniorenbeauftragter der FDP Steglitz-Zehlendorf, ein Plaudertelefon eingerichtet, das vorerst bis 10. Januar, dem möglichen Ende des jetzt geltenden Lockdowns, jeden Tag in der Zeit von 15.00 bis 18.00 Uhr – auch und vor allem an Wochenenden erreichbar ist. Dies gilt auch für Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage. Die Berliner Rufnummer lautet: 030 84319845. Was soll ich sagen? Viele ältere Menschen haben nur noch wenige bis gar keine Kontakte mehr. Da kann es vielleicht helfen, jemanden zu haben, bei dem man sich seinen Kummer von der Seele reden kann. Wenn beide Leitungen belegt sind, werden wir auch zurückrufen. In dieser schwierigen Zeit muss niemand alleine und schon gar nicht einsam sein.

Oma und ich am Plaudertelefon gegen Einsamkeit.

Monolith von Lichterfelde-West

Auf der ganzen Welt tauchen plötzlich Stelen auf. Die erste wurde in Utah entdeckt, inmitten einer roten Felsenlandschaft. Das Objekt war aus rostfreiem Stahl und erinnerte an den Monolithen aus Stanley Kubrick Film „2001: Odyssee im Weltraum“. Doch so plötzlich er da war, so plötzlich war er auch wieder weg. Seitdem tauchen an den unterschiedlichsten Stellen diese Stelen auf, von Rumänien bis Großbritannien, von Hamburg bis Neuschwanstein, vom Acker bis zum Gebirge. Und nun auch in Berlin, inmitten eines Wohngebietes im Schweizer Viertel in Lichterfelde-West. Für die Monolithenjäger hier der genaue Standort: Breitengrad 52,427639, Längengrad 13,299827. Wie lange die Stele, die erstmals aus Beton ist, dort noch besichtigt werden kann, vermag niemand sicher vorherzusehen. Was soll ich sagen? Wie wusste schon Meister Yoda: „Schwer zu sehen, in ständiger Bewegung die Zukunft ist.“ Aber schon jetzt ist klar: Lichterfelde-West wird damit in die Geschichte der Monolithen eingehen.

Der Monolith von Lichterfelde-West.

Der holländische Griff

Berlin ist für Rad Fahrende ein gefährliches Pflaster. In diesem Jahr sind bis heute bereits 18 Menschen im Straßenverkehr getötet worden, die mit einem Drahtesel unterwegs waren. Das ist eine Steigerung gegenüber dem gesamten Vorjahr um sage und schreibe 157 Prozent.

Insofern kann es nicht verwundern, dass Verkehrsexperten wie der Berliner DEKRA Niederlassungsleiter Mario Schwarz von einem Krieg auf Berlins Straßen spricht. Und das war schon 2017, was ja nichts anders bedeutet, dass sich am grundsätzlichen Problem bislang nichts geändert hat. Und das ist zu einem beachtlichen Teil die Rücksichtslosigkeit der Verkehrsteilnehmer, womit alle gemeint sind: Autofahrer, Motorrad- und Mofafahrer, Fahrradfahrer sowie Fußgänger. Es gibt Szenen auf den Straßen der Hauptstadt, da stockt einem der Atem.

Angesichts dessen ist jede Initiative zu begrüßen, die für eine verantwortungsbewusstes und sorgsames Miteinander im Berliner Straßenverkehr wirbt – und nicht nur dort, sondern in ganz Deutschland. Jüngstes Beispiel ist die Kampagne des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, die unter der Überschrift “AUFPASSEN BEIM AUSSTEIGEN: HERANNAHENDE SEHEN! KOPF DREHEN, RAD FAHRENDE SEHEN!” für den holländischen Griff wirbt und von DEKRA wie dem Fahrlehrer-Verband in Berlin unterstützt wird. Dabei haben Schwarz und der Verbandsvorsitzende Peter Glowalla recht: “Hier kann mit geringem Aufwand ein signifikantes Mehr an Sicherheit erreicht werden.” Denn das Ganze funktioniert so:

Machen Sie den Schulterblick, um sicherzustellen, dass Sie keine Verkehrsteilnehmenden beim Aussteigen behindern oder gefährden. Pkw Fahrende sollten zusätzlich die Seiten- und Rückspiegel nutzen. 

Öffnen Sie die Tür über Kreuz – zunächst nur einen Spalt weit. Das bedeutet: Wenn Sie auf der linken Seite sitzen, öffnen Sie die Tür mit der rechten Hand – und andersherum („holländischer Griff“). So drehen Sie Ihren Oberkörper und blicken über Ihre Schulter. Wenn Sie sicher sind, dass Sie niemanden gefährden, können Sie die Tür öffnen. 

Fordern Sie auch alle weiteren Fahrzeuginsassen zu diesem Verhalten auf und unterstützen Sie insbesondere Kinder beim sicheren und sorgsamen Aussteigen.

Was soll ich sagen?

Der Griff ist sicher nicht das Allheilmittel, aber kann doch ohne großen Aufwand erheblich zu mehr Sicherheit beitragen. Mehr noch, er schärft auch das Bewusstsein für mehr Rücksichtnahme, die so dringend erforderlich ist. Daran ändert auch nichts, dass Omas Geschwister und Freunde in den Niederlanden bislang noch nie etwas von dem holländischen Griff gehört haben. Jetzt kennen auch sie ihn.

Das Logo der Kampagne des Deutschen Verkehrssicherheitsrates.

Frau am Steuer

Es gibt Schätze, die schlummern lange im Verborgenen. Neulich, beim Aufräumen, entdeckte Oma alte Schulhefte und Aufsätze, die sie im zarten Alter von 14 Jahren zu Papier gebracht hat. Ein Thema dabei: Die Frau am Steuer – im Niederländischen heißt es übrigens hinterm Steuer. Wie auch immer: Der Text von Oma aus dem September 1968 ist ein wahres Zeitdokument, das ich meinen Lesern und der Welt – natürlich ins Deutsche übersetzt – nicht vorenthalten will. Und los geht’s:

Heutzutage muss man sich nicht mehr wundern, dass man in den vorbeirauschenden Autos ebenso viele Frauen wie Männer am Steuer sieht. Hierzu hat u.a. die Emanzipation der Frau beigetragen. Oft schafft sich eine Frau auch ein Wägelchen an, um, wenn ihr Mann mit seinem eigenen Wagen zur Arbeit gefahren ist, in der großen Stadt einzukaufen oder die Kinder zur Schule zu bringen. Wenn der Nachbar ein Auto hat, möchte man auch eins haben. Der Wohlstand dieser Zeit „fordert“ das ein. Weil man heute alles auf Kredit kaufen kann, ist die Anschaffung eines Autos auch für Leute mit kleinerem Einkommen möglich.

Wenn man einen Mann hinterm Steuer sieht, sieht man einen Brocken Selbstvertrauen. Er sitzt nämlich mit dem linken Arm aus dem offenen Fenster gelehnt und lenkt angeberisch mit zwei Fingern der anderen Hand. Die Frau dagegen hat „Verantwortungsgefühl“: Sie lenkt ihren Wagen gut – das Lenkrad von ihren transpirierenden Händen umklammert. Sie fährt langsam und vorsichtig, so dass ein Autofahrer hinter ihr auch schon mal sagen könnte: „Sicher eine Frau am Steuer“.

Im Verkehr kann eine Frau zuweilen auch schon mal lästig sein. Zum Beispiel: Die Frau und der Herr haben beide einen Führerschein. Der Göttergatte fährt gerade und zu seinem großen Ärger fährt die Dame auch noch mit. Bereits nach wenigen Kilometern kann er die Kommentare seiner Frau zu allem, was er tut, nicht mehr ertragen. Er hält an und sagt den berüchtigten Satz: „Fährst Du oder fahre ich?“ Er kriecht zähneknirschend und innerlich kochend auf die Rückbank. Somit ist seine Frau gezwungen, seinen Platz am Steuer einzunehmen. Weil ihr Tag jetzt verdorben ist, macht sie eine Kehrtwende. Und nach viel zu eng genommenen Kurven und zu festem Bremsen kommen sie – via Gartenzaun – in der Garage zum Stehen.

Dennoch werde ich, wenn ich achtzehn bin, auch meinen Führerschein machen und versuchen, den Männern zu zeigen, dass wir Frauen auch etwas vom „Fach des Chauffeurs“ verstehen.

Was soll ich (von Oma) sagen? Sie parkt ein wie ein Mann. Und das stimmt wirklich!

Omas erstes Auto: Ein Ami 8 von Citroën.

Weniger ist mehr

Welches Kind spielt nicht gerne, auch auf dem Spielplatz. Dabei sind die Ansprüche der Kleinen meistens gar nicht so groß. Aber eine gewisse Mindestausstattung sollte ein Spielplatz schon haben. Sonst wirkt er eher komisch, was wiederum manchen Kindern gefallen könnte. Aber die Geschmäcker sind Gott sei Dank unterschiedlich? Was soll ich sagen? Der hier abgebildete Spielplatz erscheint besonders gelungen – ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr.

Weniger ist mehr.

Lügen haben kurze Beine

Heute haben Oma und ich an einer tollen Konferenz teilgenommen. Es war die 3. ohfamoose Unkonferenz, die sich mit dem Thema Unser neues Miteinander auseinandergesetzt hat und erstmals digital durchgeführt wurde. Ich selbst habe einen Impuls zum Thema Wahrheit und Lügen gehalten, den ich Opas Blog-Lesern nicht vorenthalten will:

Wahrheit und Lüge sind untrennbar miteinander verbunden. Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen:

Ihr habt sicher schon einmal vom Lügner-Paradoxon gehört. Der Klassiker lautet: Dieser Satz ist falsch.

Es handelt sich dabei um die einfachste Form des Lügner-Paradoxons, das dann entsteht, wenn ein Satz seine eigene Unwahrheit behauptet. Seine Selbstbezüglichkeit dreht der Logik eine Schlinge, in der sie sich heillos verheddert. Ein unauflöslicher Widerspruch tut sich auf: Wenn der Satz zutrifft, ist er das, was er aussagt: falsch. Ist er falsch, muss er richtig sein. Und so weiter. 

Nachdem damit alle Klarheiten bzw. Wahrheiten beseitigt sind, will ich mich jetzt intensiver mit dem Lügen beschäftigen.

Denn: Wir alle lügen. Mehrmals am Tag.

Der Psychologe Gerald Jellison von der Universität von South Carolina hat herausgefunden, dass der Mensch durchschnittlich alle acht Minuten belogen wird. Während einer zehnminütigen Konversation belügen sich danach 60 Prozent aller Gesprächspartner bis zu drei Mal. Das bedeutet: Täglich sind wir mit einer kaum vorstellbaren Menge an Unwahrheiten, Übertreibungen und anderen Formen von Lügen konfrontiert und lügen unsererseits nicht selten genauso häufig.

Doch warum tun wir das?

Beiläufige Flunkereien sind laut Jellison den Urhebern im Augenblick der Konversation meist gar nicht bewusst, machen aber fast ein Drittel aller Lügen aus. Der Rest sagt vor allem aus vier Kernmotiven heraus die Unwahrheit:
– 41 Prozent lügen, um sich Ärger zu ersparen („Dein Essen schmeckt super!“).
– 14 Prozent schummeln, um sich das Leben bequemer zu machen („Morgen? Oh, da kann ich nicht!“).
– 8,5 Prozent manipulieren, um geliebt zu werden („Ich denke nur an dich!“).
– 6 Prozent schwindeln aus Faulheit („Klar, habe ich daran gedacht!“).

Die schönste Beschreibung, die ich in diesem Zusammenhang gelesen bzw. gehört habe, lautet: Die soziale Lüge ist das Schmierfett unserer Gesellschaft und macht unser Leben erst lebenswert.

Das gilt natürlich nur, wenn man es nicht übertreibt.

Meister der Übertreibung in diesem Zusammenhang ist … genau: Donald Trump.

Nach Berechnungen der Zeitung »Washington Post« brauchte Trump lediglich 601 Tage im Amt, um in der Öffentlichkeit 5000 „unwahre oder irreführende“ Aussagen zu machen. Seinen persönlichen Rekord erzielte der scheidende US-Präsident dabei am 7. September 2018 – mit 125 Unwahrheiten an einem einzigen Tag.

Auch wenn der Alte Fritz Trump nicht kannte, ist er zu der Erkenntnis gelangt:
Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Hunde. Und so wollte Friedrich, der am 17. August 1786 im Schloss Sanssouci in Potsdam in seinem Sessel starb, neben seinen Hunden beerdigt werden. Da hat er allerdings nicht gewusst, dass auch Hunde sozusagen schwindeln können.

Das jedenfalls legt eine britische Studie im Fachblatt „Scientific Reports“ nahe. Danach können Hunde ihre Mimik – darunter den sprichwörtlichen Dackelblick – gezielt zu Kommunikationszwecken einsetzen. Die Biologin Juliane Kaminski von der Universität Portsmouth und ihr Team hatten 2017 Experimente mit insgesamt 24 Familienhunden verschiedener Rassen gemacht.

In einer früheren Studie hatte Kaminski bereits belegt, dass Hunde erkennen, wie aufmerksam Menschen gerade sind. So stibitzten sie in einem Versuch öfter Futter, wenn der Mensch sich wegdrehte oder die Augen schloss.

Auch hier ist also die soziale Lüge das Schmierfett der Hund-Mensch-Beziehung, wobei wir wieder beim Menschen wären, bei dessen Sprache es die Lüge bis in die Sprichworte gebracht hat.

Eines der geläufigsten lautet: Lügen habe kurze Beine, was ausdrücken soll, dass man mit Lügen nicht weit kommt. Ein anderes, auch sehr schönes Sprichwort heißt: Die Lüge bedarf gelehrter, die Wahrheit einfältiger Leute, was nichts anderes heißt, dass Lügenkonstrukte irgendwann so komplex geworden sind, dass man schon sehr intelligent sein muss, um am Ende noch den Durchblick und die Kontrolle zu haben.

Ein kleiner Witz macht das sehr gut deutlich:

Ein Mann war über Nacht nicht zu Hause. Am Morgen erzählt er seiner Frau, dass er bei einem Kumpel übernachtet hätte. Seine Frau rief daraufhin zehn seiner besten Freunde an. Abends stellt sie ihren Gatten zur Rede. „Ich habe zehn deiner Freunde angerufen. Fünf haben mir bestätigt, dass du bei ihnen geschlafen hast. Und drei behaupten, dass du immer noch bei ihnen wärst.“ Man könnte sagen, sie hat seine Lüge sozusagen ad absurdum geführt und ihn im wahrsten Sinne des Wortes Lügen gestraft.

Wie eng Lüge und Wahrheit zusammenhängen und miteinander verbunden sind, macht ein Text deutlich, den der englische Philosoph Francis Bacon verfasst hat. Denn es ist sicher kein Zufall, dass in seinem Essay „Of Truth“ das Wort „Wahrheit“ mit zwölf Mal nur einmal mehr vorkommt als das Wort „Lüge“, das elf Mal zu lesen ist.

Schließen will ich mit einem Gedicht von Heinrich Heine.

Gott gab uns nur einen Mund,
Weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
Schwätzt zu viel der Erdensohn.
Wenn er doppeltmäulig wär’,
Fräß’ und lög’ er auch noch mehr.
Hat er jetzt das Maul voll Brei,
Muß er schweigen unterdessen,
Hätt’ er aber Mäuler zwei,
Löge er sogar beim Fressen.

Was soll ich sagen? Wir haben lebhaft diskutiert. Und auch hier ist die Diskussion jetzt eröffnet.

Heute doch mal ein(e) Gastautor(in)

Eigentlich schreibt auf Opas Blog nur Opa. Gastautoren kommen nicht zum Zuge. Doch heute soll es eine Ausnahme geben, nachdem so herzliche Zeilen von Elke Tonscheidt eingetroffen sind, die ich gerne veröffentliche:

Opa hat Geburtstag. Sicher hat er viel zu tun, denn die Gratulantenschar dürfte groß sein. Dieser Typ (ich darf ihn sicher so nennen) ist einfach ein besonderer. Wir haben ihn auf ohfamoos, dem Blog für #volldasguteleben, ja schon beschrieben, aber es lohnt sich, es noch mal zu schreiben: Seine Art, auch mit uns zu arbeiten, ist echt gut. Zurückhaltend, wenn es sein muss, aber zupackend, wenn er gefragt ist. Eine coole Mischung. Und immer spüren wir, dass eine starke Frau hinter seinem Rücken steht: Oma. Deshalb gratulieren wir den beiden heute auch zu ihrer Partnerschaft und wünschen einen fröhlichen, sonnigen Tag.

Was soll ich sagen? Bei so viel Lorbeeren sind Oma und Opa ganz schön rot geworden.

Online-Meeting: Gesünder essen!

Das Corona-Virus SARS-CoV-2 hat den Aktivitäten von KINDER | KOCHEN im Frühjahr dieses Jahres ein jähes Ende bereitet. Abgesehen von zwei Kochkursen, die im Januar noch in der Humboldthain-Grundschule in Berlin abgehalten werden konnten, ist der Kochpatenbetrieb bis dato völlig zum Erliegen gekommen. Und die Aussichten auf die kommenden Wochen und Monate lassen wenig Gutes ahnen. An normale und gefahrlose Kochkurse jedenfalls ist nicht zu denken. Dennoch will der Verein das Jahr 2020 nicht ohne ein Lebenszeichen von KINDER | KOCHEN vorübergehen lassen. Dies umso mehr, als wir wieder vor einem neuen Lockdown stehen. Dabei werden die Folgen des ersten gerade erst sichtbar. Darunter fällt auch die Erkenntnis, dass sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie Lebensstil und Ernährung der Menschen zum Teil stark verändert haben. Eine Studie des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin hat dazu Besorgnis erregende Ergebnisse zu Tage gefördert. Diese will der Verein gerne in einer virtuellen Veranstaltung über GoToMeeting vorstellen. Dazu konnte die selbstständige Diplom-Oecotrophologin Manuela Marin, die auch Kochpatin bei KINDER | KOCHEN ist, gewonnen werden. Sie wird unter der Überschrift “Gesünder essen!“ die Ergebnisse zusammenfassen und anschließend mit den Teilnehmern darüber diskutieren, welche möglichen Konsequenzen daraus gezogen werden können. Die weiteren Einzelheiten der Veranstaltung entnehmen Sie bitte der unten stehenden Einladung. Sollten Sie am 5. November in der Zeit von 19.00 bis 20.30 Uhr Zeit und Interesse haben, melden Sie sich bitte unter kontakt@kinder-kochen.org an. Sie erhalten dann die Zugangsdaten.

Supercalifragilisticexpialigetisch

Supercalifragilisticexpialigetisch! Das sagt Ihnen nichts? Dann sind Sie eindeutig nach 1980 geboren. Denn dabei handelt es sich um die deutsche Übersetzung des englischen Kunstwortes supercalifragilisticexpialidocious (Aussprache: /ˌsuːpɚˌkælɪˌfrædʒəlˌɪstɪkˌɛkspiːˌælɪˈdoʊʃəs/) aus dem gleichnamigen Lied im Filmmusical Mary Poppins. In den 1960er- und 1970er-Jahren war das zungenbrecherisch Wort bei der Jugend so in, dass es vielfach in die Jugendsprache aufgenommen wurde. Vor allem wurde es dann verwendet, wenn man keine Ahnung oder keine Meinung zu einem Thema hatte, aber dennoch – gefragt oder ungefragt – etwas zum Besten geben wollte. Was soll ich sagen? Seinerzeit haben sich die Jungs und Mädels wenigsten noch Mühe gegeben, intelligent zu erscheinen. Mittlerweile hört sich das leider ganz anders an: „Ey Alter, was geht ab?!“

Lachen ist menschlich

Die gegenwärtige Pandemie ist eine Herausforderung, für uns alle, für die einen mehr, für die anderen weniger. Und jeder geht anders mit dem Virus um. Aber alle werden mit ihm leben müssen. Covid-19 wird uns noch eine Weile begleiten. Da ist es besonders wichtig, dass wir – ungeachtet aller Vorsicht, die wir walten lassen (müssen) – unseren Mut und unseren Frohsinn nicht verlieren. Das heißt, wir dürfen das Lachen nicht verlernen. Bei unserem letzten Familientreffen, dass wegen Corona als virtuelles Meeting stattgefunden hat, hat eines unserer Familienmitglieder seine Gedanken zu der aktuellen Situation vorgetragen, die es in Gedichtform zu Papier gebracht hatte. Dieses Gedicht ist insofern besonders beeindruckend, als die Worte Virus, Corona, Covid-19 oder Pandemie überhaupt nicht vorkommen. Nur das Wort Maske am Ende lässt keinen Zweifel daran aufkommen, worum es geht:

Lachen ist menschlich

Lass‘ uns gemeinsam über die Waldlichtung gehen …
hast Du irgendwann die Bäume lachen gesehen?
Wir hatten uns auf den Weg ins Gebirge gemacht …
Was meinst Du? Hat einer der Berge je schon gelacht?

Der Falke, das Rebhuhn, der Biber, die Schnecke im Garten;
suchtest Du ihr Lachen, müsstest Du ein Leben lang warten!

Der Mensch dagegen kann lachen, wenn er zu leben beginnt.
Ohne zu sprechen, lächelt er bereits als ganz kleines Kind.
Gott hat den Menschen einstmals das Lachen verliehen –
als Ausgleich für den Verstand – es sei ihm verziehen.

Siehst Du die Bauern von den Äckern nach Hause kehren
mit großen und rauhen Händen – zerschnitten von Ähren?
Ihre Finger können sie fast nicht mehr schließen …
würden sie nicht trotzdem Dein Lachen genießen?

Oder die, welche abends müde die Büros verlassen,
um dann Autoabgase einzuatmen in den Straßen,
ihre Rücken krumm an den Rechnern machen …
freuen die sich nicht auch über Dein Lachen?

Arbeiter, die gesenkten Kopfes durch’s Fabriktor kommen,
ihre Nägel verschrammt, die Sinne vom Lärm noch benommen;
in den Schnittwunden der Finger glänzt schwarzes Fett …
Macht nicht Dein Lachen einen Teil der Mühsal wett?

Menschen, die ihre Münder hinter Masken tragen,
sich nur noch ab und zu nach draußen wagen,
nicht feiern, tanzen, singen, besucht sein sollen,
die Masken müssten fallen, weil sie lachen wollen …

Kranke, die in Hospitälern an Maschinen liegen
auf den Bäuchen, um noch etwas Luft zu kriegen.
Die Tag für Tag um’s Überleben kämpfen …
Könnte Dein Lächeln deren Ängste dämpfen?

Wer durch sein Lachen den Sterbenden noch zum Lachen bringt,
dass er im Moment vergisst, wie er mit dem Tode ringt …
hat solch ein Glück, da ihm Gottes Gnade widerfährt –
wehe dem, der diesem Menschen das Lachen verwehrt!

Was soll ich sagen? Das sind eindrucksvolle Zeilen, die einmal mehr unterstreichen, wie wichtig das Lachen ist. Wer Opas Blog schon länger verfolgt, weiß ja ohnehin: Lachen ist gesund und Lächeln das Kleingeld des Glücks.