“Ich will die Kälte fühlen”

Angesichts von Temperaturen um die zehn Grad und sich immer wieder öffnenden Regenwolken ist die Cabrio-Zeit ja eigentlich vorbei. Dennoch haben wir es dieser Tage doch noch einmal gewagt. Wir, das waren Oma und Opa sowie unsere älteste Tochter und deren Sohn. Oma und Opa saßen relativ geschützt vorne, Tochter und Enkel dem Fahrtwind ziemlich ungeschützt ausgesetzt hinten. In den Tempo 30-Zonen ging es noch gerade so und zumindest unser Enkel frohlockte: “Der Wind weht so schön in meinen Mund.” Als wir aber auf die (Stadt-)Autobahn kamen, war irgendwie Schluss mit lustig. Gott sei Dank waren die beiden angeschnallt, so dass sie nicht wegfliegen konnten. Aber der kalte Wind verursachte bei ihnen doch ziemlich rote Nasen und Wangen. Als wir von der Autobahn wieder herunter waren, meinte unser Tochter denn auch mit Hinweis auf die gefühlte Temperatur, nun sei es genug und wir sollten das Dach wieder zumachen. Dem widersprach allerdings unser Enkel ganz energisch: “Ich will die Kälte fühlen.” Was soll ich sagen? Ein Junge eben, schon ein ganzer Kerl und hart im Nehmen.

PS: Heute werden haben wir den 150.000sten Besuch registrieren können! Liebe Leser, ganz, ganz herzlichen Dank!!!

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“Ich will jetzt zu Oma fliegen”

Unser jüngster Enkel ist von seinem Sommerurlaub zurückgekehrt. Während wir hierzulande bereits mit Wind und Regen zu kämpfen hatten, konnte er es sich auf Mallorca – gemeinsam mit seinen Eltern –  bei einigermaßen passablem Wetter noch gut gehen lassen. Was jedoch nicht nur für ihn etwas nervig war, war die Tatsache, dass es der Rückflug am Ende auf über zwei Stunden Verspätung gebracht hat. Irgendwann jedenfalls hatte er die Warterei auf dem Flughafen von Palma de Mallorca satt und brachte klipp und klar seine Erwartungshaltung zum Ausdruck: “Ich will jetzt zu Oma fliegen!” Was soll ich sagen? Pech nur für den kleinen Mann, dass er, als Opa und Oma ihn und seine Eltern mitten in der Nacht vom Flughafen abgeholt haben, tief und fest schlief. Auf der Rückfahrt im Auto wurde er dann aber doch irgendwie wach, sah Oma und strahlte übers ganze Gesicht: “Oma …”

Hallo Leute, aufwachen!

Mit knapp 50 wurde sie als Model entdeckt, bis dahin arbeitete sie in der Werbung und  Unternehmensberatung. Jetzt ist sie 72 Jahre alt und Inhaberin einer Model-Agentur, “Senior Models” nämlich, der weltweit ersten Agentur, die sich auf die Arbeit mit reiferen Fotomodellen spezialisiert hat. Die Rede ist von Christa Höhs, die jüngst der Zeitung DIE WELT ein Interview gegeben hat. Dort beschreibt die “Seniorin”, die selbst so gar nicht ins Senioren-Bild passt: “Wissen Sie, ich bekomme dann Anrufe, da heißt es: ‘Ich möchte eine Omi, etwa 60 Jahre alt.’ Aber die gibt es doch gar nicht mehr! Wenn Sie eine Achtzigjährige haben, die ‘omamäßig’ aussieht, dann ist das schon Glück. Meine ‘Vorzeige-Oma’ ist leider vor einiger Zeit gestorben. Nein, ich kann derzeit mit Dutt und Nickelbrille nicht dienen.” Was soll ich sagen? Ein weiterer Beweis, dass das Oma- und Opa-Bild in unserer Gesellschaft total überholt ist. Hallo Leute, aufwachen!

Christa HöhsEntspricht auch nicht dem klassischen Oma-Bild: Die 72-jährige “Seniorin” Christa Höhs.

Kann ja mal vorkommen

Irren ist menschlich und insofern verzeihlich. Dies gilt auch und vor allem dann, wenn Frauen sich bei technischen Fragestellungen einmal vertun. “Kann ja mal vorkommen”, heißt es in einer Bierwerbung in einem ähnlichen Fall. Doch so tolerant wir Erwachsenen in solchen Situationen sein können, so kritisch sind es Kinder. Ein Beispiel gefällig: Vor nicht allzu langer Zeit waren wir mit der ganzen Familie auf einem Spielplatz, der großen Eindruck bei unseren Enkeln und freudige Erinnerungen bei Oma und Opa hinterlassen hat. Als Oma nun dieser Tage mit unserem Jüngsten unterwegs war, meinte sie zu ihm: “Das war schön auf dem Spielplatz auf dem Schiff.” Der kleine Mann schaute daraufhin ziemlich irritiert und verständnislos und korrigierte mit energischer Stimme: “Oma, das war doch ein Flugzeug.” Was soll ich sagen? Recht hat er zwar, aber den diplomatischen Umgang mit Frauen muss er noch lernen. Schließlich hätte er auch sagen können: “Ja Oma, auf dem Luftschiff …”

Spielpatz FlugzeugEindeutig ein Flugzeug, äh Luftschiff …

Herzlichen Glückwunsch, Oma!

Oma hat heute Geburtstag. Also stimme ich ganz laut ein Geburtstagsständchen an und singe: Happy birthday to you, happy birthday to you, happy birthday, liebe Oma, happy birthday to you! Ich hatte ja kurzfristig überlegt, das Ganze mit der Kamera aufzunehmen und hier als Video einzustellen. Dann fiel mir aber Gott sei Dank noch ein, dass, als ich das letzte Mal gesungen habe, der Raum, in dem ich das tat, schlagartig wie leergefegt war und alle die Örtlichkeit fluchtartig verlassen hatten. Stattdessen habe ich nun ein paar Zitate zusammengesucht, die Frauen zum Thema Alter bzw. Geburtstag von sich gegeben haben und an denen Oma sicher auch ihre Freude haben wird. Was soll ich sagen? Also, noch einmal: Alles Gute zum Geburtstag – ich liebe Dich! Und nun viel Spaß beim Lesen: Ich bin stolz auf die Falten. Sie sind das Leben in meinem Gesicht. Brigitte Bardot  Jung ist man, solange man noch imstande ist, den eigenen Geburtstag zu vergessen. Ingrid Bergmann – Alter schützt vor Liebe nicht, aber Liebe vor dem Altern. Coco Chanel  Alter ist irrelevant, es sei denn, du bist eine Flasche Wein. Joan Collins – Eine Frau, die mit einem Archäologen verheiratet ist, darf sich glücklich schätzen, denn je älter sie wird, desto interessanter wird sie für ihren Mann. Agatha Christie – Das Alter verklärt oder versteinert. Marie von Ebner-Eschenbach – Ich hatte schon immer den Verdacht, dass das Ausblasen der Kerzen auf der Geburtstagstorte ein getarnter Gesundheitstest für die Versicherung ist. Katharine Hepburn – Es gibt keinen Antiquitäten-Fan, dessen Vorliebe für das Alter sich auch auf Frauen erstrecken würde. Michèle Morgan – Alter spielt sich im Kopf ab, nicht auf der Geburtsurkunde. Martina Navratilova – Nur wer sein Alter verleugnet, fühlt sich wirklich alt. Lilli Palmer – Was heißt schon für uns Frauen, mit Anstand alt zu werden? Lieber unanständig jung bleiben. Olga Tschechowa – Ich verstehe nicht, warum so viele Frauen darunter leiden, dass sie schon wieder ein Jahr älter geworden sind. N i c h t mehr ein Jahr älter zu werden, das wäre eine Katastrophe. Liv Ullmann

PS an alle anderen: Bitte nicht vergessen, Oma über die Kommentarfunktion zu gratulieren.

“Oma, warum redest du so viel?”

Dass unsere beiden Enkel ausgesprochen gerne mit Oma spielen, wissen die Leser von Opas Blog. Was sie allerdings nicht wissen, ist, dass die kleinen (Quäl-)Geister es gar nicht gerne sehen, wenn Oma dabei irgendeiner Nebentätigkeit nachgeht. Dazu gehört auch und vor allem, mit Opa oder gar der (noch anwesenden) Mutter zu reden. So ermahnte unser ältester Enkel Oma bei seinem letzten Besuch, als diese immer wieder mit ihrer Tochter, also seiner Mutter, sprach. “Oma, wir wollten doch spielen!”, sagte er ihr sicherlich ein gutes Dutzend Mal. Als die beiden Frauen aber nicht aufhörten, sich über dies und jenes zu unterhalten, reichte es dem großen kleinen Mann offenbar und er fragte Oma ziemlich genervt: “Oma, warum redest du so viel?” Was soll ich sagen? Wenn er den Spruch “Ein Mann, ein Wort – eine Frau, ein Wörterbuch” gekannt hätte, dann … Hat er aber Gott sei Dank nicht.

Schlaf-Ausflug zu Oma und Opa

Seit geraumer Zeit hat jetzt wieder einer unserer Enkel bei uns geschlafen. Es war der jüngere, der bereits am Nachmittag von seinen Eltern gebracht wurde. Als Erstes hat er  Oma in Beschlag genommen und sie ins Spielzimmer abgeschleppt: “Oma pielen”, lautete das Kommando (ohne “s”), das sie natürlich (trotzdem) sofort befolgte. Währenddessen konnte Opa die restlichen Aufräumarbeiten erledigen, die in seinem Macbook noch ausstanden. Da der Kleine, der nach eigener Aussage mittlerweile ein großer Junge ist, keinen Mittagsschlaf gemacht hatte, machte Opa sich dann gegen halb sechs daran, das Abendbrot zuzubereiten. Und da unser Gast ein echter Feinschmecker ist, hatte Opa entsprechend vorgesorgt: Ćevapčići mit Zwiebelketchup und vier verschiedene Weichkäse, die jeweils in kleinen Kokotten im Ofen bei 200 Grad geschmolzen wurden. Dem Kleinen hat’s prima geschmeckt. Jedenfalls hat er gegessen wie ein Großer und Oma anvertraut: “Lecker war’s.” Um halb acht ging’s dann ab ins Bett. Oma hat noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Dann schlief er auch schon und hat sich erst am nächsten Morgen nach neun wieder gemeldet. Nach einem ausgiebigen Frühstück und der obligatorischen Spieleinheit mit Oma neigte sich der Schlaf-Ausflug zu Oma und Opa auch schon wieder dem Ende zu. Was soll ich sagen? Schön war’s. Jetzt warten wir schon voller Sehsucht auf den Großen. Der will demnächst nämlich auch wieder einmal bei Oma und Opa schlafen.

Toll diese Jedi-Ritter(innen)

George Lucas ist gerade Vater geworden, mit 69 Jahren und mit einer Leihmutter. Herzlichen Glückwunsch sagt Opa da voller Respekt, zumal ihm das mit 60 und mit Oma nicht mehr passieren kann. Dafür kann sich der Star Wars-Schöpfer aber nicht damit brüsten, dass er mit einer Jedi-Ritterin verheiratet ist. Opa schon. So saßen wir jüngst nach einem eigentlich unnötigen Streitgespräch abends einträchtig im Wohnzimmer und hatten uns (vor allem ich) wieder beruhigt. Da wollte ich zum Ausgleich meiner mutmaßlichen Unterzuckerung ein japanisches Gebäck, das uns ein Freund aus Hiroshima mitgebracht hatte, naschen. Da wischte Oma in bekannter Jedi-Ritter-Manier mit ihrer Hand quer vor meinem Gesicht herum und suggerierte, als sei die Macht mit ihr: “Du magst kein Gebäck mehr.” Was soll ich sagen? Ich bin tatsächlich ohne ins Bett gegangen und hab’ mich am nächsten  Morgen auch nicht schlechter gefühlt als sonst. Toll diese Jedi-Ritter(innen).

PS: Ist vielleicht noch jemand mit einer Jedi-Ritterin verheiratet?

So sind wir Opas nicht mehr

Männer haben es in der Welt von heute nicht einfach. Nehmen wir zum Beispiel Väter, die Elternzeit für ihren Nachwuchs nehmen wollen. Im Berliner Tagesspiegel ist dazu nachzulesen, welche Schwierigkeiten diese Männer in der Berufswelt bei ihren Vorgesetzten haben und welchen Ausgrenzungen sie auch in der Frauenwelt ausgesetzt sind. Da ist noch viel Aufklärungsbedarf vonnöten, wobei das im Fall von Frauen, die Elternzeit nehmen wollen, gleichermaßen gilt. Da hat auch und vor allem Opa mit seinen beiden Töchtern viel dazu gelernt, wenn ich an die Positionen und Argumente denke, mit denen ich beispielsweise noch zu meinen Studienzeiten fast jede Party sprengen konnte und die heute nicht einmal mehr zitierfähig sind. Wahrscheinlich sind diese, schon damals nicht mehr ganz zeitgemäßen Ansichten der Grund dafür, dass sich der gesellschaftliche Mainstream heute an mir rächt. Denn während wir, meine Altersgenossen und ich, uns als aktive, vitale und moderne Senioren respektive Großväter betrachten und fühlen, die eben nicht gealtert, grauhaarig und klapprig daherkommen, erwartet die Gesellschaft offenbar, dass Opas doch bitte dem Bild entsprechen, das seit alters her besteht: Männer mit vom Leben gezeichneten und von Falten zerfurchten Gesichtern, die gebrechlich und unbeweglich allenfalls noch im Schaukel- oder Rollstuhl dem Treiben ihrer Enkel ziemlich teilnahmslos beiwohnen. Denn anders ist ja nicht zu erklären, warum ich mir immer wieder den Satz anhören muss: Sie sehen aber gar nicht aus wie ein Opa. Was soll ich sagen? Liebe Leute, so sind wir Opas eben nicht mehr. Die Omas übrigens auch nicht. Aber wenigstens unsere Töchter und unsere Enkelsöhne finden es toll.

Omas Wundermittel

Unser jüngster Enkel ist arm dran. Passend zum Wochenende hat sich Fieber eingestellt. Ursache des Übels sind neue Zähne, die sich langsam durch das Zahnfleisch bohren. Das ist unangenehm, tut manchmal auch noch richtig weh und verursacht eben Fieber. Da heißt es, erst einmal Ruhe geben und nicht so viel herumtollen. Wobei das ja leichter gesagt ist als getan. Wenigstens verleitet das Wetter nicht dazu, ausgiebig draußen zu sein. Trotzdem: Armer kleiner Kerl. Gott sei Dank gibt es da noch das kleine Herzchen, das Oma aus ihrer Heimat mitgebracht hat und das von Nonnen aus einem Kloster in der Nähe ihres Heimatortes stammt. Kein Mensch weiß ganz genau, was da so alles eingenäht ist. Auf jeden Fall verhindert es, dass die Kinder beim Zahnen Schmerzen haben. Sie denken jetzt sicher, der Alte spinnt. Als ich das erste Mal davon gehört habe, habe ich ähnlich gedacht. Aber es hilft. Unsere Tochter hat es, als sie von Oma an das Wundermittel erinnert wurde, gleich wieder herausgekramt und dem Kleinen angeheftet. Was soll ich sagen? Es geht ihm schon viel besser.