Opa und die Katze auf dem Dach

Was früher – also zu den Spielzeiten meiner Kinder – noch Frisbee, Carrera-Bahn und He-Man waren, sollen heute – zumindest, wenn es nach dem Spielzeug-Hersteller geht – Aerobie, Air Hogs und Bakugan sein. Obwohl ich bislang davon ausgegangen war, zumindest so einigermaßen auf der Höhe der Zeit zu sein, hatte ich bislang von diesen Namen noch nichts gehört. Und auch bis zu meinen beiden Enkeln, acht und neun Jahre alt, war, wie eine Blitzumfrage jetzt ergab, dieses Freizeit-Equipment noch nicht durchgedrungen. Dabei soll der Wurfring Aerobie Pro bereits 406 Meter weit geworfen worden sein, was ich, mangels Versuch, noch nicht bestätigen kann. Der Air Hogs Zero Gravity Laser Racer aber fährt tatsächlich an Wand und Decke. Und, wenn ich das richtig verstanden habe, kann man mit den Bakugan spielend nichts Geringeres als unsere Welt retten – wenn man denn genügend Charaktere sammelt. Es bleibt also viel zu tun, habe ich mir auf dem Heimeg gedacht. Als ich aber bei meinem Auto ankam, harrte erst einmal ein anderes Problem seiner Lösung. Denn eine Katze hatte es sich auf dem in diesen Tagen gut temperierten Cabrio-Dach bequem gemacht, ohne sich von mir auch nur im Geringsten stören zu lassen. Erst als ich das ganze Spielzeug auf der Motorhaube platziert hatte, um die Hände frei zu bekommen, wurde das Tier neugierig und bequemte sich herab, um die diversen Verpackungen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Was soll ich sagen? Die Katze war offensichtlich schwer beeindruckt. Denn es bedurfte noch einer gehörigen Portion Überredungskunst, sie oder ihn dazu zu bewegen, den Weg freizumachen. So bleibt nur noch abzuwarten, wie unsere beiden Jungs reagieren, wenn sie sich mit den Sachen beschäftigen. Vielleicht kommen sie ja auf ein ähnliches Ergebnis wie die Katze auf dem heißen (Blech-)Dach und urteilen: Tierisch gut. Dittsche würde jetzt vielsagend zum Besten geben: Man weiß es nicht.

Schwer beeindruckt von den diversen Spielsachen zeigte sich diese Katze auf Opas Auto.

Schenken, was Fantasie beflügelt

Wenn Sie jetzt noch ein Geschenk für Ihre Kinder oder Enkelkinder suchen, dann sollten Sie darauf achten, dass Sie etwas auswählen, was die Fantasie der Kleinen beflügelt. Denn Kinder haben, obwohl sie sich zuweilen ausgesprochen fantasievoll verhalten, noch keine Fantasie bzw. noch kein Vorstellungsvermögen. Mama und Papa können sich sehr wohl ein Opernhaus vorstellen, ein Kind nicht, wenn es noch keines gesehen hat. Insofern hilft ihnen möglichst einfaches Spielzeug am meisten weiter. Nehmen Sie schlichte Holzbauklötze. Die können alles sein und man kann alles aus ihnen machen. Ich erinnere mich immer wieder an das Weihnachten, als alle Verwandten und Freude entgegen unserer eindringlichen Bitten unsere beiden Töchter mit teurem Spielzeug überschüttet haben. Und womit haben sie gespielt? Mit leeren Joghurtbechern. Was soll ich sagen? Wenn Sie absolut nicht fündig werden, dann schenken Sie Ihren kleinen Lieben wenigstens Ihre Zeit. Denn die brauchen sie noch mehr als alles andere.

Beflügeln die Fantasie von Kindern: Schlichte Holzbauklötze, die alles sein können und aus denen man auch alles machen kann.

Stars in der Manege

Das war ein aufregendes Wochenende – für Oma und Opa, vor allem aber für unseren ältesten Enkel! Denn der hatte am Samstag gemeinsam mit weiteren Schülern seiner Grundschule einen wahrhaft großen Auftritt in einer Berliner Zirkus-Manege. Circus Mondeo heißt der Zirkus, der gemeinsam mit dem ErlebnisCircus e.V. ein Projekt ins Leben gerufen hat, das einfach genial ist und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Seinen Anfang nahm der “MitMachZirkus”, wie der Projektname lautet, in Neukölln und bietet heute  Schulen in der ganzen Stadt Projektwochen an, in denen die Schüler zu Stars in der Manege werden. Tausende von Kindern sind bereits dort aufgetreten und haben eine Erfahrung gemacht, die für ihr weiteres Leben besonders wichtig ist, nämlich dass jedes Kind Fähigkeiten hat, die in dem Projekt zum Tragen kommen, sprich, dass jeder gebraucht wird. Spiritus Rector ist sicher Gerhard Richter, der mit seiner Familie das Prinzip “MitMachZirkus” über 20 Jahre lang aufgebaut und weiterentwickelt hat. Was soll ich sagen? Wenn es den “MitMachZirkus” noch nicht gäbe, müsste er schnellstens erfunden werden. Unser Enkel jedenfalls war begeistert. Und nach den anderen Kinderaugen zu urteilen, die ebenfalls. Von den vielen stolzen Geschwistern, Eltern und Großeltern will ich erst gar nicht reden.

 Gerhard Richter, der Spiritus Rector des MitMachZirkus. Leuchtende Tuch-Jonglage – und mit dabei: Unser ältester Enkel.       Fotos: Stephan Mock Jonglieren mit Keulen: Beeindruckende Leistung.

PS: Dass sich die frühere niederländische Königin Beatrix, also die Monarchin von Oma, unseren Kindern und Enkelkindern, mit ihrem Sohn Willem Alexander und seiner Frau Maxima, dem heutigen Königspaar, in dem Zirkus auch schon die Ehre gegeben hat, sei nur am Rande erwähnt.

Ur-Omas von heute

Dass Großeltern – Omas wie Opas – heute nicht mehr so verstaubt daherkommen wie noch anno dazumal, ist mittlerweile bekannt und selbstverständlich. Dass aber auch die Urgroßmütter und -väter mit ihren Urenkeln gut mithalten können, ist wohl nicht selbstverständlich und eher die Ausnahme. Aber zu den wenigen Glücklichen, denen dies zuteil wird, zählen unsere Enkel, deren Urgroßmutter gerade ihren 90. Geburtstag gefeiert hat und noch topfit ist. Denn trotz der Feierlichkeiten fand sie noch genug Zeit, um mit unserem Jüngsten eine Runde Flipper zu spielen. Was soll ich sagen? Wer hat schon eine Ur-Oma, mit der man mal eben eine Runde Flipper spielen kann …

Wer hat schon eine Ur-Oma, mit der man mal eben eine Runde Flipper spielen kann.

Es geht auch ohne Spielzeug

Wenn Eltern und Großeltern klagen, die lieben Kleinen seien viel zu verwöhnt und würden mit Spielzeug nur so überhäuft, sollten sie sich mal an die eigene Nase fassen und fragen, inwieweit sie, wenn es denn tatsächlich so ist, selbst daran schuld sind. Dass es auch anders geht, erlebt vor allem Oma derzeit mit unserem jüngsten Enkel. Seit Wochen, wenn nicht gar Monaten hat der kleine Mann kein einziges Spielzeug mehr auch nur angeschaut. Vielmehr bastelt er, was das Zeug hält, und hat bei jedem Besuch neue Ideen. Mittlerweile ist für das kleine Bärli eine ausgewachsene Villa entstanden, in der es an nichts fehlt. Selbst für den Herd (Bild oben links in der rechten unteren Ecke) gibt es eine Pfanne (Bild unten links), die einen Durchmesser von anderthalb (!) Zentimeter hat. Die Fassadenansicht (Bild oben rechts) ist ebenso eindrucksvoll wie der Garten (Bild unten rechts unten rechts), der sogar mit einem Whirlpool aufwarten kann. Was soll ich sagen? Wenn das keine fantasievolle Planung ist … Allerdings hat Oma alle Hände voll zu tun, um die Logistik für die Kartons sicherzustellen.

      Ganz schön ausgeklügelt: Seinem Berufswunsch macht unser jüngster Enkel alle Ehre.

Am angestammten Platz

Alle Jahre wieder: Die Krippe steht wieder an ihrem angestammten Platz und wartet auf die Enkel, die damit nach Herzenslust spielen dürfen. Was soll ich sagen? Eine schönen Adventssonntag noch und bleiben Sie gesund …

krippe2016Steht wieder am angestammten Platz: Die Krippe, die Opa für seine Enkel gebaut hat.

Kleine und große Zauberer

Kinder lieben Zauberkunststücke und -tricks. So auch unser jüngster Enkel, der bei einem seiner letzten Besuche Opas Zauberkasten entdeckte und mit Oma zusammen zauberte. Der fiel dann auch noch ein Uralttrick von Opa ein, den der kleine Mann mir dann unbedingt sofort vormachen wollte. Als Oma ihn daran erinnerte, dass der Trick ja schließlich von mir sei, meinte unser Enkel: “Vielleicht hat Opa ihn ja schon vergessen.” Was soll ich sagen? Wenn der Kleine nochmal andeuten sollte, dass bei mir so langsam das große Vergessen einsetzt, dann sag’ ich einfach “Abrakadabra” und zaubere ihn weg. Und dann kann er nur hoffen, dass ich nicht vergessen habe, wie man ihn zurück zaubert. 😉

zauberer

Baumeister vor dem Herren

Unser jüngster Enkel ist nicht nur ein großer Baumeister vor dem Herren, sondern auch ein großer Philosoph. Als er letztens bei uns war, meinte er zu Oma: “Komm, lass uns eine Rampe bauen.” Gesagt, getan. Der kleine Mann und Oma schickten sich an, mit Knex – ein Steck-System, das vor allem in Holland ganz bekannt ist und viel Verwendung findet – eine Rampe zu bauen. Doch dabei blieb es nicht. Am Ende – und das Foto zeigt nur einen Zwischenstand – kam ein Bauwerk heraus, das das ganze Zimmer ausfüllte und uns ein wenig Probleme bereitete. Hinzu kamen noch Fahrzeuge, die über das Konstrukt fahren konnten. Als er sein Werk so besah, sinnierte der Kleine: “Dass aus so einem kleinen Gedanken so etwas Großes werden kann …” Was soll ich sagen? Große Dinge fangen immer klein an. Oder wie Laotse schon wusste: Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

img_3942Eine ziemliche große, vor allem aber stabile Konstruktion.

Kritische Situationen

Unser jüngster Enkel ist durchaus erfinderisch. Er hat sich jetzt eine Armbrust gebaut – für kritische Situationen. Kritische Situationen? Als ich da mal nachgefragt habe, welche “kritische Situationen” er denn so meint, machte er aus seinem Herzen keine Mördergrube und zählte auf: Wenn er beim Kartenspielen, Schach oder Federball gegen Oma oder Opa verliert. Was soll ich sagen? Seit er seine Armbrust fertiggestellt hat, hat er gegen Oma und Opa nicht mehr verloren …

img_3700-kopieUnser Enkel nimmt das mit seiner Armbrust ziemlich wörtlich – in kritischen Situationen.

Jagd auf die Jäger

Mittlerweile ist auch in unserer Familie das Pokémon-Fieber ausgebrochen, zumindest in Teilen. So findet sich die derzeit wohl angesagteste App auf den Handys der Eltern unseres jüngsten Enkels, der damit auf die Jagd geht. Sogar in unserer Küche soll schon ein Pokémon gefangen worden sein, aber so ganz genau weiß ich das nun auch nicht. Und mehr noch: Unser Kurzer hat kurzerhand seinen eigenen Pokémon modelliert, der allerdings mit dem Handy nicht so wirklich zu fangen ist. Im schweizerischen Basel geht es sogar noch weiter. Da schlagen die Pokémons sogar schon zurück und machen ihrerseits Jagd auf die Jäger, wie das unten platzierte Video eindrucksvoll beweist. Was soll ich sagen? Wie gut, dass die Welt noch Zeit für so einen Unsinn hat.

Pokémon Der Pokémon unseres jüngsten Enkels.