Das Leben ist eine Partie Schach

Unsere Enkelsöhne verblüffen uns immer wieder. Nur durch Zufall erfuhren wir, dass die beiden Buben – der eine fünf, der andere sechs Jahre alt – schon Schach spielen. Vielleicht sind sie noch keine Großmeister, aber die Regeln beherrschen sie schon so gut, dass unser jüngster Spross schon das Schäfermatt kennt, was im Russischen auch Kindermatt heißt – nämlich seinen Gegner in vier Zügen matt zu setzen. Doch damit nicht genug: Mittlerweile hat er gemeinsam mit Oma ein eigenes Schachbrett und eigene Regeln entwickelt, die auch noch funktionieren. Dem König aber sozusagen die Krone aufgesetzt hat er damit, dass er, nachdem er die Schachfiguren meines Opas gesehen hatte, mit Fimo eigene Figuren gemacht hat. Was soll ich sagen? Ich halte es da mit Don Quijote-Schöpfer Miguel de Cervantes Saavedra: Das Leben ist eine Partie Schach.

Schach1 Die Schachfiguren unseres Jüngsten – eine Ähnlichkeit mit denen von Opas Opa ist da.Schach2

BER: Da lachen ja die Hühner!

Ob unsere Enkel jemals ein Flugzeug auf dem Berliner Hauptstadt-Flughafen BER besteigen oder verlassen werden, ist ungewisser denn je. Der Flughafen-Experte Dieter Faulenbach da Costa, der in der Vergangenheit mit seinen Prognosen zu dem Pleiten, Pech und Pannen-Airport bereits mehrfach recht gehabt hat, vertritt mittlerweile die Ansicht: “Der seit vier Jahren betriebene Umbau der Brandschutzanlage am BER wird die Inbetriebnahme des neuen Flughafens verhindern.” Das heißt, so Faulenbach auch dieses Mal richtig liegt, dass dort im Süden Berlins eine Flughafen-Ruine übrig bleibt. Die Berliner Morgenpost, in der er seine Vorhersage abgegeben hat, hat sich sogleich fürsorglich des Themas angenommen und lässt ihre Leser über 16 Vorschläge abstimmen, was man mit dem dann ungenutzten Gelände machen könnte. Und da werden sich unsere Enkel sicher freuen. Denn in Führung liegt aktuell eine Paintball-Anlage, gefolgt von Filmkulissen und Messegelände. Dass der Skateparkt abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt, wird die beiden Buben dagegen weniger erfreuen. Was soll ich sagen? Da lachen ja die Hühner! Ich will ja jetzt nicht die Spaßbremse schlechthin sein. Aber wer glaubt denn wirklich, dass Berlin, Brandenburg oder der Bund da eine funktionierende Paintball-Anlage hinbekommen würde. Eher, um mal Jesus mit einem Bild zu bemühen, geht ein Kamel durchs Nadelöhr.

BERFarblich noch etwas eintönig: Die zentrale Vorfahrt des BER-Terminals. Das könnte sich aber ändern, wenn es keine Eröffnung gibt und dort eine Paintball-Anlage betrieben wird. Foto: Alexander Obst / Marion Schmieding, Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Langeweile ist so wichtig

Wer kennt sie nicht, die Eltern, die im Nebenberuf Animateure ihrer Kinder sind. Da muss seitens des Nachwuchses Ballett getanzt oder Hockey gespielt, mit Tuba oder Geige musiziert, Picasso und Leonardo da Vinci nachgeeifert und neben Deutsch natürlich noch Mandarin oder Spanisch parliert werden. Der Terminkalender mancher kleiner Menschen ist so vollgepackt wie der des Vorstandsvorsitzenden eines Dax-Unternehmens – nur dass der zwischendurch wenigstens noch einen Golftermin hat. Selbst Mama oder Papa steht zuweilen der Schweiß auf der Stirn, wenn es darum geht, von einem Termin zum anderen zu jagen. Dabei wäre es so wichtig, dass die Kinder Zeit hätten, zu sich selber zu finden. Mehr noch, ihnen wird die Möglichkeit genommen, sich in der Langeweile zu verlieren, die der stärkste Motor für Kreativität ist. Den Zusammenhang zwischen dem Faktor Zeit und der freien Entfaltung der Fantasie zeigt der Versuch der Kreativagentur Café Communications, die Kindern zehn Sekunden bzw. zehn Minuten Zeit gaben, das Zifferblatt einer Uhr zu komplettieren. Das Ergebnis jedenfalls spricht Bände. Was soll ich sagen? Liebe Eltern, lasst doch mal eure Kinder in Ruhe und zu sich selbst kommen. Wer diesbezüglich Nachhilfe benötigt, dem kann ich nur empfehlen, Oma einfach mal beim Spielen mit ihren Enkelkindern zuzuschauen. Einfach klasse!

Man(n) trägt wieder Helm!

Unser jüngster Enkel ist mit seinen nicht einmal fünf Jahren ganz schön kreativ. Diese Woche kam er aus dem Kindergarten mit einer ganz besonderen Konstruktion auf seinem Kopf zu uns, die er ganz alleine und ohne jede Hilfe selbst gemacht hatte. Der “Helm”, auch mal “Krone” genannt, war zwar aus Papier und hatte insofern keine besondere Widerstandskraft. Aber die mit der Schere fabrizierten Verzierungen sowie die Stabilität konnten sich schon sehen lassen. Was soll ich sagen? Ganz offensichtlich: Man(n) trägt wieder Helm!

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Unterhalten gleich Spielen?!?

„Warum müsst ihr euch immer unterhalten“, wollte unser ältester Enkel bei seinem letzten Besuch bei uns wissen, als Oma und seine Mutter sich unterhielten – wie Erwachsene das eben so tun. Irgendwie versteht er nicht, dass die beiden Damen nicht denselben Wunsch wie er hegen, den ganzen Tag zu spielen. Was soll ich sagen? Irgendwie müsste man dem kleinen Mann nahe bringen, dass das „Unterhalten“ bei den Erwachsenen dem „Spielen“ bei den Kindern in etwa gleichkommt. In beiden Fällen wird die kommunikative und soziale Kompetenz gefördert – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger.

Fantasie freien Lauf lassen

Die Fantasie von Kindern ist etwas Herrliches. Und sie zu fördern, macht nicht nur Spaß, sondern ist wichtig für die Entwicklung des Nachwuchses. Unser jüngster Enkel beispielsweise liebt es, Bilderrätsel zu kreieren, die dann von Mama oder Papa bzw. Oma oder Opa zu lösen sind. Wenn man dann selbst seiner Fantasie freien Lauf lässt, ist es gar nicht so schwer, die Bilder zu entziffern. Was soll ich sagen? Ist doch wohl klar, was auf den Blättern unten abgebildet ist, oder?

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Neue Leidenschaft

Unsere Enkel haben eine neue Leidenschaft entdeckt: Prickeln. Was das ist? Das ist eine Bastelltechnik, bei der mit einer Nadel Formen ausgestochen werden. Dies geschieht meist auf einer Schaumstoff- oder Pappunterlage, auf der sich die Prickelnadel besser durch die Pappe oder das Papier durchstechen lässt. Vor allem in Kindergärten wird diese Methode dem Schneiden mit einer Schere gerne vorgezogen, weil sie nicht so gefährlich ist. Was soll ich sagen? Unsere beiden Enkel haben das Prickeln jetzt sogar noch weiterentwickelt. Da werden nicht nur Formen ausgestochen, sondern gemalte Bilder mit Löchern ergänzt und verfeinert.

PrickelnNeue Leidenschaft unserer Enkel: Prickeln. Da wird gelöchert, was das Zeug hält.

Dem Höhlenbau verschrieben

Unsere Vorfahren, die Urmenschen, waren keine Höhlenmenschen. Die in weiten Teilen der Bevölkerung verbreitete Annahme, Neandertaler oder homo sapiens hätten Höhlen bewohnt, um sich vor Kälte zu schützen, ist nach Ansicht von Fachleuten schlichtweg falsch. Vielmehr lebten die Menschen der Altsteinzeit wildbeuterisch und waren nicht sesshaft. Dennoch: Bis in die heutige Zeit besitzen Höhlen für den Menschen eine gewisse Anziehungskraft. Das gilt übrigens auch für unsere Enkel, die sich sogar dem Höhlenbau verschrieben haben. So vergeht kaum ein Besuch bei uns, bei dem das von den beiden Buben in Beschlag genommene Zimmer nicht innerhalb kürzster Zeit in eine Höhle verwandelt wird. Dabei erreichen die Konstruktionen mittlerweile beachtliche Ausmaße, so dass selbst Opa darin locker Platz findet. Was soll ich sagen? Ohne Oma geht da übrigens überhaupt nichts. Denn sie fungiert bei diesen Aktivitäten als Baustofflieferant der beiden Höhlenbauer.

IMG_2898 KopieWozu ein Grandfoulard so alles herhalten kann: Von der Tischdecke bis zum Höhlendach.

Kleine Superhelden

Unsere beiden Enkel sind waschechte Buben. Und die träumen nun mal von großen Heldentaten. Da kommen so Superhelden wie Ironman und Thor gerade recht, um in deren Haut zu schlüpfen. Da spielt es auch keine Rolle, wenn das Christkind gerade um die Ecke verschwunden ist und noch weihnachtliche Gerüche durch die Wohnung ziehen. Denn auch an Weihnachten braucht es große wie kleine Superhelden, die die Welt retten und in Ordnung halten. Was soll ich sagen? Manchmal möchte man noch Kind sein.

IMG_2873Thor und Ironman retten die Welt und halten sie in Ordnung.

 

Ganz schön kreativ

In der Advents- und Vorweihnachtszeit wird Kreativität bei uns ganz groß geschrieben. Da wird gebacken und gebastelt, was das Zeug hält. Unsere beiden Enkel halten da Oma ganz schön auf Trapp. Interessant ist, was sie sich so alles ausdenken und warum sie etwas machen. So begründete beispielsweise der Kurze, warum er seine Weihnachtsdekoration bei uns lassen wollte, damit, dass er ja auch bei uns Weihnachten feiere. Was soll ich sagen? Da kann man nicht widersprechen.

IMG_2277 Ganz schön kreativ, unser Nachwuchs.IMG_2767 Kopie