Berlin ist ein wahres Shopping-Paradies! So jedenfalls steht es auf der Seite berlin.de unter dem Stichwort „Shopping“. Aber bei 60 Einkaufscentern in der Stadt ist das vermutlich nicht übertrieben, der im Bau befindliche Konsumtempel am Leipziger Platz bereits mitgezählt. Ein vor allem im Berliner Südwesten beliebtes Shoppingcenter ist “Das Schloss” in Steglitz. Jedenfalls ist dort vor allem am Wochenende immer die Hölle los. Zahllose Menschen hasten auf den vier Ebenen durch die 36.000 Quadratmeter Handels-, Freizeit- und Gastronomiefläche sowie 12.000 Quadratmeter Dienstleistungsfläche von Geschäft zu Geschäft oder lassen sich von den diversen Themenshows bespielen. Vielleicht fallen dem einen oder anderen ja noch die Videoprojektionen an der Decke auf. Die im Boden eingelassenen Messingplatten, auf denen interessante Weisheiten festgehalten sind, dürften jedoch die allerwenigsten bemerken, geschweige denn für sie ein Auge haben. Eine davon hat mich besonders angesprochen: „Kinder, die nicht geliebt werden, werden Erwachsene, die nicht lieben.“ Was soll ich sagen? Schade, dass dieser Satz täglich mit Füßen getreten wird.
Archiv des Monats: November 2013
“Ich kann ja gar nicht arbeiten”
Oma und Opa freuen sich immer riesig, wenn die Enkel kommen. Gleiches gilt auch umgekehrt, jedenfalls strahlen unsere beiden Kleinen immer übers ganze Gesicht, wenn es zu uns geht. Neulich jedoch, als unser Ältester zu Gast war, wurde seine Freude nachhaltig getrübt. Wie ich ja schon einmal berichtet habe, zieht es ihn zuweilen ins Wohnzimmer zum meinem MacBook. So auch dieses Mal. Als er jedoch feststellen musste, dass das Gerät nicht auf seinem Platz stand – Opa brauchte es auf dem WP Camp für seinen Vortrag -, war die Empörung groß: “Ich kann ja gar nicht arbeiten.” Was soll ich sagen? Spielen, wusste Oma später zu berichten, war dann aber auch ganz schön.
“Ich hab dich so lieb wie …”
Ein beliebtes Spiel unserer Töchter mit ihren Kindern ist “Ich hab dich so lieb wie …” Diesen Satzteil muss man dann ergänzen, wie zum Beispiel: “Ich hab dich so lieb, wie es Sterne am Himmel gibt” oder “Ich hab dich so lieb, wie es Sand am Meer gibt.” Dem Einfallsreichtum sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt. Als unsere jüngste Tochter das Spiel mit ihrem Sohn spielte und an der Reihe war, brachte sie den Satz: “Ich hab dich so lieb, wie ich Schuhe im Schrank habe.” Daraufhin stutze der Kleine, überlegte einen Moment und meinte schließlich: “Das ist aber auch ganz schön viel.” Was soll ich sagen? Ganz so schlimm wie bei Imelda Marcos ist es dann aber doch nicht. Denn die hatte wirklich viele Schuhe.
Die Welt könnte so einfach sein
Wenn man seinen Kindern und Enkelkindern zeigen und beibringen möchte, wie man sich als guter Mensch verhalten soll, dann hat man einige Möglichkeiten. Man kann es mit Märchen, Kinderbüchern oder Erzählungen tun. Die beste Art und Weise ist jedoch, selbst ein gutes Vorbild zu sein. Bei meinen Streifzügen durch das Netz habe ich jetzt zwei Videos entdeckt, die das nicht besser darstellen könnten und wirklich herzzerreißend sind: If you give a little love, you can get a little love of your own und Giving is the best communication. Dass letzteres Video ein Werbefilm ist, tut der ganzen Sache keinen Abbruch. Was soll ich sagen? Die Welt könnte so einfach sein.
Gerüchteküche-Küchengerüchte
Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um die Küchengerüchte zum Thema Martins- bzw. Weihnachtsgans:
Also, die erschütternde Nachricht gleich zuerst: Die traditionelle Martins- bzw. Weihnachtsgans aus Omas Kochbuch ist out. Vielmehr hat die Physik in der Küche Einzug gehalten. Thermodynamik, Biophysik und Elastizitätslehre sind fortan die Zutaten, auf die es ankommt. Ein aus dem Fernsehen bekannter Protagonist ist Werner Gruber, seines Zeichens Koch und Neurophysiker. Sein Credo auf den Punkt gebracht: Die Gans ist schon tot, wir müssen sie nicht tot braten. Da wird dem Kollagen, dem Feind der feinen Küche, mit Rotwein und Ananassaft zu Leibe gerückt, durch Honig gar eine Maillard-Reaktion hervorgerufen. Einfach war gestern, Experimentalphysik ist heute – jedenfalls was die Zubereitung der perfekten Martins- oder Weihnachtsgans betrifft. Was soll ich sagen? Ach, schauen Sie es sich einfach an und entscheiden selber. Hauptsache: Es schmeckt.
Halbes Haus
Architekten kommen ja auf die tollsten Sachen. In Hamburg beispielsweise hat St. Pauli seit geraumer Zeit ein neues Wahrzeichen: Die Tanzenden Türme des Stararchitekten Hadi Teherani. Die Medien haben dem Gebäudekomplex natürlich auch schon einen Spitznamen gegeben: Das schräge Haus auf der Reeperbahn bzw. der schiefe Turm von St. Pauli. Derartiges ist dem BahnTower des Architekten Helmut Jahn in Berlin bislang erspart geblieben. Von Beginn an hieß das Gebäude BahnTower. Unser ältester Enkel war da jetzt allerdings erfinderischer. Als er mit seiner Mutter am Potsdamer Platz vorbeikam, betrachte er die Glaskonstruktion eine Weile und hatte dann auch einen Namen: Halbes Haus. Was soll ich sagen? Na, das passt doch, zumal in Berlin ja so ziemlich alles einen Spitznamen hat.
Pakete selbst abholen?
Bei manchen Nachrichten glaubt man ja zunächst, es könnte sich um einen Aprilscherz oder gar eine Zeitungsente handeln. Aber leider ist dem ziemlich oft nicht so. So wollen einige Logistikfirmen in Deutschland jetzt tatsächlich ihren Service einschränken und Sendungen in den Geschäften der Paketdienste von den Kunden abholen lassen. Konkret sind das die Firmen GLS und DPD. Hintergrund sollen die hohen Kosten sein, die dadurch entstünden, dass die Zustellung an der Haustür immer häufiger scheitere. Der GLS-Chef wird sogar mit den Worten zitiert: „Wir brauchen einen Bewusstseinswandel. Onlinebesteller müssen sich ihre Sendungen selbst abholen.“ Was soll ich sagen? Vor allem für Mütter mit kleinen Kindern sowie behinderte und ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind, wäre das eine Katastrophe und ziemlich unsozial. Die Unternehmen tun ja gerade so, als wenn sie bei dem Versand nichts mehr verdienten. Unglaublich.
“Mach’s doch selber”
Mütter tun für ihre Kinder in der Regel alles, vor allem wenn diese noch klein sind. Kaum ein Wunsch, der dem eigenen Nachwuchs letztlich nicht erfüllt wird. Und sie tun es ja auch gerne, voller Liebe und Leidenschaft. Umso härter trifft es sie, wenn die liebe Kleinen einmal nicht so reagieren, wie sie das eigentlich gehofft haben. So jedenfalls erging es unserer jüngsten Tochter, als sie mit ihrem Sohnemann mit dem Auto unterwegs war. Wie immer, wenn man es eilig hat, floss der Verkehr nicht, sondern stand. An den Ampeln stauten sich die Fahrzeuge. Sie hatte das Gefühl: Nichts geht voran. In dieser Situation sagte sie zu ihrem Sohn: “Halte mir mal die Daumen, dass die nächste Ampel nicht so voll ist.” Der schaute nur gelangweilt aus dem Fenster und antwortete: “Das kannst Du doch selber machen.” Was soll ich sagen? Der kleine Mann würde vermutlich auch ziemlich bedröppelt schauen, wenn seine Mutter ihn beim nächsten Mal, wenn er um etwas bittet, nach dem Motto “Mach’s doch selber” vor die Wand laufen ließe. Aber auch das muss man lernen: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus.
“Am Ende des Ganges …”
Wortspiele und Redewendungen beherrschen schon nicht alle Muttersprachler. Und in einer fremden Sprache ist es ganz schwierig. Oma beispielsweise hat es überhaupt nicht mit Sprichwörtern, jedenfalls nicht mit deutschen. Und so sind Sprichwörter auch nicht unbedingt die Stärke unserer Kinder. Opa dagegen liebt Redewendungen und Wortspiele. Dieser Tage traf er einen Inder und beschrieb diesem – ohne allerdings schon dessen Nationalität zu kennen – seine einstige Arbeitssituation so: “Da hab’ ich in Kalkutta gearbeitet, am Ende des Ganges …” Dieser fragte daraufhin: “Wie oft waren Sie denn schon in Indien?” Da schaute Opa ziemlich dumm aus der Wäsche und wusste nicht so recht, was er sagen sollte. Als der Inder jedoch begriffen hatte, dass das Ganze nur ein Wortspiel gewesen war, lachte der sich halb tot und sagte: “Jetzt haben Sie mich aber reingelegt und ich wieder was gelernt.” Was soll ich sagen? So unterhaltsam und schön kann Sprache sein.
Über 200.000 Besuche
Oma und ich kommen aus dem Staunen nicht heraus: Jetzt haben wir nach fast genau neun Monaten die Grenze von 200.000 Besuchen und 550.000 Seitenaufrufen überschritten. 🙂 🙂 🙂 Wir sagen ganz herzlich danke und hoffen, dass Sie alle noch lange und vor allem gerne Opas Blog lesen.

