Für Europa auf die Straße

Oma und Opa haben jetzt sonntags immer einen festen Termin – zumindest vorerst bis zum 12. März 2017: Um 14.00 Uhr treffen wir uns mit vielen anderen Europäern auf dem Gendarmenmarkt in Berlin und setzen ein Zeichen für die Zukunft Europas. Initiator des Ganzen ist Pulse of Europe, eine zivilgesellschaftliche Initiative zum Erhalt der Europäischen Union – überparteilich, überkonfessionell und international. Und nicht nur in Berlin gehen die Menschen für Europa auf die Straße. Auch in Amsterdam und Paris sowie in Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Karlsruhe, Köln, Celle, Hamburg, Heidelberg, Kassel, München, Essen, Wiesbaden, Passau, Halle a.d. Saale, Hannover, Hameln, Stuttgart, Bremen und Potsdam versammeln sich europageneigte Bürger um 14.00 Uhr und lassen den europäischen Pulsschlag hören. Was soll ich sagen? Endlich gibt es mal eine Bewegung, die für etwas ist. Gegen alles sind ja auch schon genug. Und wenn es für Europa ist, dann ist es auch für die Zukunft unserer Enkel. Denn nur dieses Europa ist der Garant dafür, dass wir weiter in Frieden und Freiheit leben können. Viele haben gedacht, dass das eigentlich selbstverständlich ist. So kann man sich täuschen. Einen schönen Sonntag noch und bleiben Sie gesund …

Für Europa auf die Straße – Oma und Opa sind mit dabei.

Kochen als Willkommensgruß

Oma und Opa haben heute wieder im Rahmen von KINDER | KOCHEN einen Kochkurs an der Humboldthain-Grundschule in Berlin gegeben, dieses Mal für zwei Willkommens-klassen. Das war wirklich ein Erlebnis der besonderen Art. Denn alle Kinder hatten eine Geschichte, die vermutlich die wenigsten – auch hier auf dem Blog – hören wollen. Man könnte es auch anders, um nicht zu sagen etwas vornehmer ausdrücken: Diese Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren haben in ihrem kurzen Leben bereits mehr erfahren als die meisten Menschen in unseren Breitengraden. Was soll ich sagen? Die Erde ist manchmal wirklich kein guter Ort. Aber Oma und Opa sind – zumindest heute – zufrieden, wieder etwas getan zu haben, was die Welt vielleicht ein kleines bisschen besser macht.

KINDER | KOCHEN: Was ist schöner als zufriedene und glückliche Kinder?

Nachtisch mit Lenchen

Oma und Opa sind doch noch ziemlich stressresistent. Denn immerhin, der Enkeltag in dieser Woche war gleich dreifach belegt: Mal wieder beide Enkel, abends Gäste und dann noch Lenchen! Wie gut, dass sich so ein altes, schlachterprobtes Paar nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Während Oma versuchte, die beiden Rabauken in Schach zu halten, habe ich schon mal die Grundlage für den Nachtisch mit Lenchen geschaffen: Eine Crème brûlée. Die konnte dann in Ruhe abkühlen und die Küche war wieder frei. Die wurde dann von Oma und den Enkeln belegt, die den „Kaviar“ für den Nachtisch erstellten. Das finden die Jungs immer wieder spannend, wie aus ganz ordinärem Saft die kleinen, kaviarähnlichen Kügelchen werden. Als die beiden Kurzen dann abgeholt worden waren, war Opa wieder in der Küche an der Reihe und bereitete die Kardamom-Bratwürste vor, während Oma den Tisch deckte. Dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis die Gäste kamen. Und dann kam auch schon alsbald die große Stunde von Lenchen, die in die Crème brûlée integriert wurde. Was soll ich sagen? Ach, das ich zwischendurch noch im Büro war, hab‘ ich ganz vergessen. Da sage nochmal einer, Oma und Opa seien nicht mehr multitaskingfähig.

    Kardamom-Bratwürste und Crème brûlée – lecker, lecker, lecker.

Ein süßer Gruß als Dank

Opa hat am Wochenende unerwartete Post bekommen. Eine meiner ehemaligen Studentinnen schrieb mir und gratulierte zum 4. Geburtstag von Opas Blog, den sie seit dem Besuch meines Seminars „Unternehmenskommunikation“ regelmäßig besucht. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet und habe mich riesig gefreut. Noch mehr gefreut habe ich mich jedoch darüber, dass sich die junge Dame mittlerweile selbständig gemacht und (mit einer anderen jungen Dame) ein eigenes kleines Unternehmen in Wernigerode, der bunten Stadt am Harz, gegründet hat. Dabei habe sie, so schrieb die Jungunternehmerin, die „vielen guten Impulse aus dem Seminar“ bereits anwenden können. „Mit diesem süßen Gruß aus eigener Produktion möchte ich mich herzlich für Ihren tollen Input bedanken“, schloss sie und machte mich natürlich neugierig. Der „süße Grüß“ entpuppte sich dann als Lenchen – Der Lebkuchen, der nach einem alten (und noch weiter verfeinerten) Familienrezept hergestellt und von den beiden vertrieben wird. Was soll ich sagen? Auch aus Student(inn)en werden Leute. Da sage noch einer, in Deutschland geben es keinen Unternehmermut mehr. Was den Lebkuchen betrifft, habe ich ihn noch nicht probiert, sondern für eine ganz besondere Gelegenheit aufbewahrt. Ich werde ihn nämlich in einen eigenen Nachtisch integrieren. Lassen Sie sich überraschen.

Nach einem alten (und weiter verfeinerten) Familienrezept: Lenchen – Der Lebkuchen.

Tre Torri hilft KINDER | KOCHEN

Opa ist mal wieder richtig happy, denn er konnte nach der METRO und Tim Raue einen neuen Partner an Bord von KINDER | KOCHEN holen. Tre Torri heißt der Verlag, bei dem es sich ausschließlich um Essen, Trinken und Genuss dreht und der seit seiner Gründung im Jahr 2004 über 10 Millionen Bücher verkauft hat. Die Zusammenarbeit besteht nun darin, dass der Verlag jeder Schule, die von KINDER | KOCHEN betreut wird, das Buch abc Die Küchenbibel, eine 1.248 Seiten starke Enzyklopädie der Kulinaristik, kostenlos zur Verfügung und in die Schulbibliothek stellt. Damit bekommt jede Schule ein Nachschlagewerk, das in dieser Form seinesgleichen sucht. Eine Rezension findet sich hier. Was soll ich sagen? Die Erfolgsgeschichte von KINDER | KOCHEN geht weiter. Neben den Kochkursen, mit denen die Kochpaten nach und nach an Berliner Schulen beginnen, ist Opa bereits mit einem weiteren potentiellen Partner im Gespräch. Da aber noch nichts in trockenen Tüchern ist, kann ich noch nicht mehr sagen.

                                                                          abc Die Küchenbibel steht bald in jeder Schule, die von KINDER | KOCHEN betreut wird.

Ein gutes Beispiel

Er ist einer der besten Köche der Welt. An ihm orientieren sich quer über den Globus unzählige Profi- und Hobbyköche. Dabei war es ihm nicht unbedingt in die Wiege gelegt, in den Olymp der Sterneköche aufzusteigen. Im Chalet Swiss, in dem er eine Lehrstelle fand, war er „froh, einen Job zu haben, der mir das Überleben und eine eigene Wohnung sicherte.“ Wenig später, Raue hatte gerade seine Ausbildung abgeschlossen und war über das Auerbach ins Schloss Glienicke gekommen, erkannte er: „Man muss die Dinge nicht so machen, wie man sie in der Kochausbildung lernt, man muss den Erwartungen der Gäste nicht entsprechen. Man kann andere Wege gehen, man muss es sogar.“ Und, Gott sei Dank, tat er das dann auch. Was soll ich sagen? Nicht nur weil Raue Schirmherr von KINDER | KOCHEN ist, das Opas Blog von Anfang an unterstützt hat, sondern weil die Lebensgeschichte dieses Kreuzberger Jungen für viele jungen Menschen hier in Berlin und anderswo ein gutes Beispiel ist, wie man sein Leben in die eigene Hand nehmen und mit Disziplin und Fleiß etwas daraus machen kann, sollte Raues neues autobiografisches Kochbuch My Way zur Pflichtlektüre in den Schulen gemacht werden. Es braucht nicht immer den American Dream, ein deutscher Traum tut’s auch.

Sollte Pflichtlektüre in Schulen sein: Tim Raues neues autobiografisches Kochbuch My Way.

Opas Blog feiert 4. Geburtstag

Die Treueste der Treuen werden es (vielleicht) wissen. Die anderen werden es kaum glauben. Aber auf den Tag genau vier Jahre alt ist heute Opas Blog. Über 1.400 Beiträge habe ich seit dem ersten Tag am 12. Februar 2013 geschrieben. Und es werden nicht die letzten gewesen sein. Es macht mir nach wie vor riesigen Spaß, die vielen kleinen und großen Geschichten und Themen aufzugreifen und Sie, liebe Leser, an den Gedanken eines Großvaters teilhaben zu lassen. Dass ich, so viel ich weiß, nach wie vor der einzige bloggende Großv@ter Deutschlands bin, betrübt mich ein wenig. Denn auch andere Opas erleben ja die tollsten Geschichten mir ihren Enkeln, machen sich Gedanken über Gott und die Welt und könnten das auch ganz sicher zu Papier bzw. auf den Bildschirm bringen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Was soll ich sagen? Bis dahin müssen Sie halt mit mir Vorlieb nehmen. Ein schönes Rest-Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

So eine Geburtstagstorte hätte sich Opa zum 4. Geburtstag seines Blogs auch gewünscht.

Alles im grünen Bereich

Opa ist nach seinem Krankenhausaufenthalt wieder daheim und weiß jetzt, dass seine künstliche Herzklappe nach wie vor einwandfrei funktioniert, seine Herzkranzgefäße völlig in Ordnung sind, auch seine übrigen Blutbahnen keinen Anlass zur Sorge geben und altersgerecht durchlaufen werden. Insofern also alles im grünen Bereich. Was mir nach dem Krankenhausaufenthalt jedoch richtig Kopfzerbrechen bereitet, sind die Zustände im Krankenhaus selbst. Da ist in all den Jahren, die ich immer wieder mal Gast dort war, nichts besser, sondern nur noch schlimmer geworden. Das Pflegepersonal, das sich wirklich alle Mühe gibt, pfeift wegen Unterbesetzung auf dem letzten Loch. Auch die Ärzte, die ebenfalls hoch motiviert ihren täglichen Dienst versehen, können nicht gegen die zum Teil himmelschreienden Rahmenbedingungen anarbeiten. Während die Ärzte ihre Patienten in deren Betten selbst zu Untersuchungen schieben (müssen), kann die Apotheke ein benötigtes Medikament nicht einmal  innerhalb von zwei Werktagen beschaffen. Von Kommunikationsdefiziten im abteilungsübergreifenden Ablauf will ich gar nicht reden. Was soll ich sagen? Wer heute ins Krankenhaus kommt, sollte ein aufgeklärter und mündiger Patient sein. Hilflose Personen sind dem Ganzen ziemlich hoffnungslos ausgeliefert und können nur beten, unbeschadet wieder entlassen zu werden. Dass es nach wie vor kein kostenloses WLAN-Netz für Patienten gibt, ist angesichts der anderen Probleme schon fast nebensächlich.

Blick aus Opas Krankenzimmer: Der Rettungshubschrauber Christoph 31 startet gerade.

Sorgenfresser Gewehr bei Fuß

Es ist mal wieder soweit: Opa liegt im Krankenhaus. Am Sonntag spielte mein Magen derart verrückt, dass Oma und ich es angesichts meiner Vorgeschichte in Sachen Herz doch besser fanden, der Sache auf den Grund zu gehen und die Kardiologen vom Charité Campus Benjamin Franklin mal ran zu lassen. Die untersuchen jetzt, was meinen Magen – und auch meinen Blutdruck – so auf 180 gebracht hat. Gefunden haben sie aber noch nichts. Da sind meine Enkel schon wesentlich weiter. Während unser Ältester mich in seine Nachtgedanken fest mit eingeschlossen hat, hat unser Jüngster sofort in seine Sorgenkiste gegriffen und mir einen seiner Sorgenfresser zukommen lassen. Der steht nun bei mit im Krankenhaus Gewehr bei Fuß und vertilgt alle Sorgen, die sich bei mir breit machen könnten. Was soll ich sagen? Ach, die Welt kann mit Kinderaugen so einfach sein.

Steht für Opa Gewehr bei Fuß: Der Sorgenfresser von unserem jüngsten Enkel.