In Berlin ist alles möglich

Wer erinnert sich noch? „Wann wird’s ‚mal wieder richtig Sommer? Der Winter war der Reinfall des Jahrhunderts, nur über tausend Meter gab es Schnee. Mein Milchmann sagt: ‚Dies Klima hier, wen wundert’s? Denn schuld daran ist nur die SPD – he he he.'“ Was soll ich sagen? In Berlin ist alles möglich. Schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Wann wird’s ‚mal wieder richtig Sommer? – Und, vom stammt der Songtext? Na klar, von …

Wer Ordnung hält …

Irgendwie ist mir diese Woche völlig entglitten. Dass heute schon Freitag ist, mag ich nach wie vor kaum glauben. Jedenfalls sind die letzten Tage wie im Fluge vergangen. Wenn das so weitergeht, muss ich mich noch anschnallen, selbst wenn ich nur am Schreibtisch sitze. Immerhin bin ich dazu gekommen, auf dessen Oberfläche wieder für Ordnung zu sorgen. Das hat allerdings auch dazu geführt, dass ich nicht mehr alles sofort finde und noch länger suchen muss als zuvor. Es geht doch nichts über konstruktives Chaos. Was soll ich sagen? Über den Satz Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen muss ich dann wohl doch noch mal nachdenken.

Wer Ordnung hält, ist bloß zu faul zum Suchen – oder doch nicht? Kommt wohl drauf an …

Erfolgsgeschichte geht weiter

Der erste Kochkurs des neuen Jahres im Rahmen von KINDER | KOCHEN hat jetzt an der Humboldthain-Grundschule in Berlin stattgefunden. Oma und Opa haben mit den Kindern der Klasse 6a ein Drei-Gänge-Menü gekocht, nachdem Opa im theoretischen Teil einige Grundlagen vermittelt hatte. Das Besondere an diesem Kurs war, dass die neue Küche der Schule eingeweiht wurde. Das hätte eigentlich Tim Raue tun sollen, doch der musste leider kurzfristig absagen. Doch aufgeschoben, ist nicht aufgehoben. Ein neuer Termin steht bereits. Was soll ich sagen? Die Erfolgsgeschichte von KINDER | KOCHEN geht weiter.

Kücheneinweihung in der Humboldthain-Grundschule im Rahmen von KINDER | KOCHEN.

„Der sieht ja aus wie Opa!“

Heute ist bei Oma (und Opa) volles Programm. Unser ältester Enkel ist schon seit dem Vormittag bei uns, der jüngere für den Nachmittag angekündigt. Das Kinder-Unterhaltungs-Programm ist gewaltig: Lesen, Schreiben, Rechnen, Spielen, Kochen nicht zu vergessen. Das Beste aber sind die Gespräche zwischen Oma und den Kleinen. So versuchte die ergebene Untertanin ihres Königs ihrem Nachwuchs das niederländische Königshaus näher zu bringen. „Zur Hälfte hast Du auch einen König“, sagte Oma zu unserem Ältesten, der ganz interessiert in dem Buch blätterte, dass jeder Haushalt in unserem Nachbarland zur Amtseinführung des neuen Königs im Jahr 2013 kostenlos bekommen konnte. Während Oma noch grinsend hinzufügte: „Nur Opa hat keinen König“, entdeckte der kleine Mann Willem-Alexander in dem Buch und stellte ganz erstaunt fest: „Der sieht ja aus wie Opa!“ Was soll ich sagen? Ich habe zwar keinen König, dafür seh‘ ich aus wie einer. Man kann eben nicht alles haben.

Oma – im Oranje-Jackett versteht sich – vor einem Bild ihres Königs Willem-Alexander.

Familientreffen in Berlin

Die Familientreffen der Familie Flüggen drehen sich in der Regel immer um Gisbert Flüggen, der ja als bekannter Maler in die Analen eingegangen ist. So ist es auch dieses Jahr, in dem sich die Familie in Berlin trifft. Denn eines der Bilder unseres Vorfahren hängt im Deutschen Historischen Museum, das uns bei der Vorbereitung des Treffens und der Umsetzung unserer Ideen ausgesprochen entgegenkommend unterstützt hat. Die Geldmäkler heißt das Gemälde, das in der Dauerausstellung des Museums zu sehen ist. Das werden wir natürlich besuchen und uns dabei etwas über die Kunst des 19. Jahrhunderts näher bringen lassen. Diesen Part übernimmt Anna Ahrens von der Villa Grisebach. Auch ansonsten ist einiges geboten. Ich will aber nicht zu viel verraten. Es soll ja noch die eine oder andere Überraschung geben. Was soll ich sagen? Wir freuen uns in jedem Fall schon sehr.

Ein glückliches neues Jahr

Das neue Jahr hat begonnen, wie das alte endete: Mit Nachrichten, die niemand braucht. Was soll ich sagen? Das Beste, was Oma und Opa machen konnten, war ein ausgedehnter Spaziergang um den Schlachtensee in Berlin. Dort ist die Welt fast noch in Ordnung. Jedenfalls hat uns der Spaziergang gut auf das neue Jahr eingestimmt. In diesem Sinne wünschen wir auch allen unseren Lesern ein glückliches und gesundes neues Jahr.

Der Schlachtensee in Berlin: Ein Spaziergang rund um den See ist 5,5 Kilometer lang.

Freue dich aufs neue …

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende. Was soll ich dazu sagen? Ich versuch’s mal mit dem 2005 verstorbenen Unternehmer und Publizisten Karl-Heinz Söhler, der uns wissen ließ: „Wenns alte Jahr erfolgreich war,/ Mensch freue dich aufs neue,/ und war es schlecht,/ ja, dann erst recht.“ In diesem Sinne wünschen Oma und Opa einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ein absolutes Muss

Georg Baselitz
Adler, 1977
Radierung, handkoloriert, 30 x 27 cm
© Georg Baselitz 2016. Schenkung an das British Museum von Count Christian Duerckheim

Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester hat etwas Beschauliches. Die Tage, die so gerne „zwischen den Jahren“ genannt werden, sind – zumindest für Oma und Opa – nicht besonders stressig. Im Büro jedenfalls scheint das Telefon Urlaub zu machen. Auch unsere Verwandten, Freunde und Bekannten sind offensichtlich mit anderen Dingen beschäftigt, so dass wir ausreichend Zeit haben, einmal klar Schiff zu machen, Dinge, die liegen geblieben sind, abzuarbeiten, aufzuräumen und all das zu tun, wozu wir ansonsten nicht kommen. Dazu gehört auch, die eigene Bildung auf dem Laufenden zu halten. Und das haben wir heute getan. Nachdem wir unsere Pflichten im Büro erledigt hatten, sind wir ins Museum gegangen – genauer gesagt in den Martin-Gropius-Bau, der ohnehin eines unserer favorisierten Museen ist. Dabei war es Der Britische Blick: Deutschland – Erinnerungen einer Nation, der uns in die Mitte Berlins gelockt hat. Und um das Fazit gleich vorwegzunehmen: Die Ausstellung, auf die sich Oma und Opa schon gefreut haben, seitdem wir das gleichnamige Buch gelesen haben, ist mehr als empfehlenswert. So wie das Buch ist auch sie ein absolutes Muss – und das, obwohl nicht einmal alle Exponate der Ursprungsausstellung in London, die der damalige Direktor und heutige Gründungsintendant des Berliner Humboldtforums Neil McGregor konzipiert hatte, verfügbar waren. Allerdings sollte man sich beeilen. Denn die Ausstellung, die anhand von Objekten und Bauwerken sowie Menschen und Orten versucht, die unterschiedlichen Puzzleteile für die großen intellektuellen und kulturellen Leistungen des 18. und 19. Jahrhunderts überzeugend mit dem moralischen Absturz der NS-Zeit zusammenzuführen, läuft nur noch bis 9. Januar 2017. Danach muss man sich viele der Exponate, die danach wieder über alle Welt verstreut sein werden, mühsam zusammensuchen: Gutenberg-Bibel aus den 1450er Jahren, Porzellan aus Dresden, Goethe, Schneewittchen und Mutter Courage, die Krone Karls des Großen, ein Tauchanzug made in Ostdeutschland oder das Tor von Buchenwald. Die Ausstellung beginnt und endet mit dem Jahr 1989 und Gerhard Richters Betty aus dem Jahr 1991, die – symbolisch – einen Blick zurückwirft. Was soll ich sagen? Auch wer sich nicht wirklich für Geschichte interessiert, kommt bei dieser Ausstellung voll auf seine Kosten.

Gerhard Richter
Betty (Edition 23/25), 1991
Offsetdruck auf Karton, 97,1 x 66,2 cm
Sammlung Olbricht
© Atelier Gerhard Richter

 

Schön wär’s schon (gewesen)

Wenn Kinder immer täten, was die Erwachsenen erwarten, dann wäre Kindererziehung sozusagen ein Dorado. Der Duden definiert das auch als Wunschland oder Paradies. Da dem aber nicht (immer) so ist, behelfen sich Eltern zuweilen mit bizarren Hilfsmitteln. Als unsere jüngste Tochter mit ihrem Sohn am zweiten Weihnachtsfeiertag bei uns war, sollte der Kleine irgendwann mal (ein)schlafen, um seine verdiente Ruhe zu kriegen. Doch der wollte davon überhaupt nichts wissen und geisterte immer noch ziemlich frisch durch die Gegend. Irgendwann war es dann auch seiner Mutter zu viel, so dass sie ihn mehr oder weniger eindringlich ermahnte: „Jetzt sei doch bitte mal ein bisschen müde!“ Und man mag es kaum glauben: Irgendwie funktionierte das auch irgendwann einmal. Was soll ich sagen? Wenn ich gewusst hätte, dass das so einfach ist, hätte ich meine Kinder auch das eine oder andere Mal ganz höflich gebeten. Ob das aber tatsächlich so funktioniert hätte …? Na ja, ich weiß ja nicht. Aber schön wär’s schon (gewesen).