Den Postboten sei Dank

Wer hat nicht schon mal über die Deutsche Post geschimpft? Aber gelobt? Das kommt eher seltener vor, wenngleich sich die Postboten alle Mühe geben, ihren Job so gut wie möglich zu erledigen. Und manchmal geschehen sogar noch Zeichen und Wunder. So wie jetzt, als Oma und Opa eine Traueranzeige aus den Niederlanden bekommen haben. Die war noch an unsere alte Adresse adressiert, für die der Nachsendeantrag bereits im Dezember 2011 (!!!) ausgelaufen war. Dennoch, der Brief erreichte uns (sogar ohne Verspätung), weil, wie die Postbotin Oma erzählte, sich ein Kollege an uns erinnert hat und sogar noch wusste, wohin wir gezogen waren. Was soll ich sagen? Das ist ja fast wie auf dem Dorf, in dem jeder jeden kennt. Und das in Berlin.

PS: Die Postbotin berichtete weiter, dass sie und ihre Kollegen insbesondere bei Todesanzeigen immer versuchen, den Empfänger ausfindig zu machen und die Nachricht in jedem Falle zuzustellen.

Die Todesanzeige erreichte Oma und Opa trotz falscher Adresse, den Postboten sei Dank.

Unsere Enkel lieben Asia-Küche

Es ist eine wahre Freude, mit unseren Enkeln zu kochen und zu essen. Die beiden Buben sind für (fast) alles zu haben, was man ihnen vorschlägt. Dabei kann es gar nicht exotisch genug zugehen. Insbesondere die asiatische Küche hat es den beiden angetan. Während der Große mehr auf Sushi steht, fährt der Kleine voll auf die vietnamesische Straßenküche ab. Und es ist nicht nur das Essen, was unseren Enkeln so gefällt, auch das Zubereiten bereitet ihnen unbändigen Spaß – zumal sie das auch schon mehr als gut beherrschen. Was das bedeutet, wissen alle, die schon mal ein Maki-Sushi gerollt bzw. eine Sommerrolle gefüllt und zusammengefaltet haben. Unser Jüngster hat sogar schon mal, als er mit seiner Mutter in Vietnam war, das Reispapier selbst hergestellt, aus dem Sommerrollen gemacht werden. Was soll ich sagen? Wer ebenfalls etwas tiefer in die vietnamesische Straßenküche einsteigen will, kann das mit dem gleichnamigen Buch tun, das gerade von mir besprochen wurde.

  Ob Sommerrollen oder Sushi, es kann sich sehen lassen, was unsere Enkel so produzieren.

Ur-Omas von heute

Dass Großeltern – Omas wie Opas – heute nicht mehr so verstaubt daherkommen wie noch anno dazumal, ist mittlerweile bekannt und selbstverständlich. Dass aber auch die Urgroßmütter und -väter mit ihren Urenkeln gut mithalten können, ist wohl nicht selbstverständlich und eher die Ausnahme. Aber zu den wenigen Glücklichen, denen dies zuteil wird, zählen unsere Enkel, deren Urgroßmutter gerade ihren 90. Geburtstag gefeiert hat und noch topfit ist. Denn trotz der Feierlichkeiten fand sie noch genug Zeit, um mit unserem Jüngsten eine Runde Flipper zu spielen. Was soll ich sagen? Wer hat schon eine Ur-Oma, mit der man mal eben eine Runde Flipper spielen kann …

Wer hat schon eine Ur-Oma, mit der man mal eben eine Runde Flipper spielen kann.

Auch Wissenshunger wird gestillt

Das erste Exemplar von abc Die Küchenbibel ist übergeben worden. Beim Kochen mit einer Willkommensklasse der Humboldthain-Grundschule in Berlin hat Opa der Rektorin Yvonne Bluhm ein Exemplar der 1.248 Seiten starken Enzyklopädie der Kulinaristik. Wie berichtet unterstützt der Verlag Tre Torri KINDER | KOCHEN e.V. und stellt jeder Schule, die im Rahmen der Initiative Kochkurse erhält, kostenlos eine Küchenbibel zur Verfügung. Und die nächste Übergabe ist auch schon in Vorbereitung. Was soll ich sagen? Wir stillen eben nicht nur den leiblichen, sondern auch den Wissenshunger.

Übergabe des ersten Exemplars von abc Die Küchenbibel aus dem Verlag Tre Torri.

Erdogan wie Pippi Langstrumpf

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kommt einem so langsam vor wie Pippi Langstrumpf. Deren Lied geht ja bekanntlich so:

Ich mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt …
Hey – Pippi Langstrumpf hollahi-hollaho-holla-hopsasa
Hey – Pippi Langstrumpf – die macht, was ihr gefällt.

Jedenfalls macht sich Erdogan im Moment die Welt, wie sie ihm gefällt, und macht, was ihm gefällt. Dabei hat er offensichtlich jedes Maß verloren. Selbst Oma, die ansonsten eher besonnen und ruhig ist, ist derzeit außer sich, nachdem der türkische Staatspräsident ihre Landsleute als „Faschisten und Nazis“ beschimpft und den Niederlanden Staatsterrorismus vorgeworfen hat. Derartige Äußerungen sind alleine schon deswegen bemerkenswert, als die Türkei gegenwärtig alles andere ist als eine lupenreine Demokratie mit rechststaatlicher Sicherheit und garantierter Meinungs- und Pressefreiheit. Vielmehr führt sich Erdogan wie ein Despot auf, der nach dem Motto agiert: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Und diejenigen entsorgt er gnadenlos. Die Liste der Journalisten, die er ins Gefängnis gesteckt hat, wird immer länger und hat die 100er Grenze längst überschritten. Wie viele Menschen sonst noch in irgendwelchen Verliesen ohne die Möglichkeit eines Rechtsschutzes verkommen, kann nur befürchtet werden. Und mit dem Referendum, für das die türkische Regierung so verzweifelt Wahlkampf macht, will Erdogan noch mehr Macht an sich reißen. Vor diesem Hintergrund kann man dem Publizisten Hendryk M. Broder, der endlich „klare Kante“ fordert, nur zustimmen. Denn: „Da entsteht eine brutale Diktatur – und wir sollen deeskalieren“, warnt er davor, dass eine Appeasement-Politik gegen totalitäre Herrscher noch nie etwas genutzt hat. Was soll ich sagen? Es ist anerkennens- und lobenswert, dass jetzt das kleine Saarland alle Wahlkampfauftritte von ausländischen Politikern verboten hat. Es wäre aber sicherlich an der Zeit, dass Angela Merkel im Bundeskanzleramt in Berlin endlich mit der Faust auf den Tisch haut und dem Herrn in Ankara unmissverständlich zu verstehen gibt: Jetzt reicht’s!

Die Wahrheit auf dem Teller

Das vergangene Wochenende, an dem ich nicht einmal dazu gekommen bin, meine obligatorischen Wochenendgrüße loszuwerden, stand bei uns mehr oder weniger im Zeichen des Fußballs. Jedenfalls spielte Hertha BSC daheim gegen Borussia Dortmund und konnte dabei drei Punkte einfahren. Wieder einmal war uns jüngster Enkel dabei und einmal mehr Erfolgsgarant. Das Besondere bei diesem Spiel allerdings war, dass er sogar als Einlaufkind fungierte. Vermutlich derart inspiriert hat seine Mutter ihm dann für seine Party am Sonntag einen riesigen Fußballkuchen gebacken, der sich in der Tat sehen lassen konnte. Was soll ich sagen? Wenn man das Bild sieht, fragt man sich unwillkürlich, ob die Wahrheit wirklich nur auf dem Platz liegt oder vielleicht auch auf dem Teller. Denn, wie man so hört, soll er auch noch richtig gut geschmeckt haben.

Der Ball ist rund und der nächste Kuchen der schwerste.

Berlin liegt voll im Trend

Ungeachtet aller Probleme, die Berlin hat und die der Stadt zu schaffen machen, ist die deutsche Hauptstadt voll im Trend. Alleine im vergangenen Jahr sind es über 60.000 Menschen mehr geworden, die nun an der Spree wohnen. Einen so großen Zuwachs hat es in der Stadt zuletzt kurz nach dem Krieg gegeben, seitdem nicht mehr. Offenbar schreckt es niemanden ab, dass die hiesigen Schulen total marode sind und einen Sanierungsstau von über 4 Milliarden Euro aufweisen, dass wegen Straßenschäden auf immer mehr Straßen Tempo 30 eingeführt wird, dass die Chancen auf einen Lottogewinn größer sind als auf einen Termin im Bürgeramt, dass Digitalisierung ein Fremdwort und ein flächendeckendes WLAN-Netz vermutlich ein frommer Wunschtraum bleiben, dass seit Jahren an einem Flughafen herumgebastelt wird, von dem vermutlich nie Flugzeuge starten werden, und dass das größte Lob des Berliners lautet: Da kannste nicht meckern. Dafür gibt es allerdings auch ein unerschütterliches Selbstvertrauen, das am besten folgender Spruch verdeutlich: Wir haben zwar keine Berge, aber wenn wir welche hätten, wären sie viel höher als eure. Was soll ich sagen? Oma und Opa fühlen sich hier – wie alle anderen auch – pudelwohl und lassen nichts auf die Stadt kommen – wenn dann nur auf die rot-rot-grüne Regierung, die ohnehin an allem schuld ist. Und dass das Durchschnittsalter in unserem Bezirk mit 46,2 Jahren am höchsten ist, dafür können wir nun wirklich nichts. Wie klagte Oma neulich, als wir in einem Supermarkt einkaufen waren: Nur alte Leute hier …

Berlin zieht immer mehr Menschen an. 2016 wurden es über 60.000 Einwohner mehr.

Es geht auch ohne Spielzeug

Wenn Eltern und Großeltern klagen, die lieben Kleinen seien viel zu verwöhnt und würden mit Spielzeug nur so überhäuft, sollten sie sich mal an die eigene Nase fassen und fragen, inwieweit sie, wenn es denn tatsächlich so ist, selbst daran schuld sind. Dass es auch anders geht, erlebt vor allem Oma derzeit mit unserem jüngsten Enkel. Seit Wochen, wenn nicht gar Monaten hat der kleine Mann kein einziges Spielzeug mehr auch nur angeschaut. Vielmehr bastelt er, was das Zeug hält, und hat bei jedem Besuch neue Ideen. Mittlerweile ist für das kleine Bärli eine ausgewachsene Villa entstanden, in der es an nichts fehlt. Selbst für den Herd (Bild oben links in der rechten unteren Ecke) gibt es eine Pfanne (Bild unten links), die einen Durchmesser von anderthalb (!) Zentimeter hat. Die Fassadenansicht (Bild oben rechts) ist ebenso eindrucksvoll wie der Garten (Bild unten rechts unten rechts), der sogar mit einem Whirlpool aufwarten kann. Was soll ich sagen? Wenn das keine fantasievolle Planung ist … Allerdings hat Oma alle Hände voll zu tun, um die Logistik für die Kartons sicherzustellen.

      Ganz schön ausgeklügelt: Seinem Berufswunsch macht unser jüngster Enkel alle Ehre.

Ist die Frau der bessere Mann?

Der Internationale Frauentag hat viele Namen. Laut Wikipedia wird er auch Weltfrauentag, Frauenkampftag, Internationaler Frauenkampftag oder Frauentag genannt, der am heutigen 8. März weltweit begangen wird. Gewiss ist noch nicht alles Gold, was in Sachen Gleichstellung glänzt. Aber, so schreibt es Birgitt Kelle auf welt.de, „im Vergleich zu vielen anderen Regionen der Erde leben wir in Europa im feministischen Auenland. Wir haben Gender-Beauftragte, ein Gleichstellungsgesetz, Nein heißt bei uns Nein, wir können unsere Männer verlassen, ohne dafür von unseren Brüdern umgebracht zu werden. Und wenn einer „süße Maus“ zu uns sagt, können wir ihn wegen böswilligem Sexismus öffentlich anprangern. Es ist ein Jammern auf hohem Niveau.“ Derweil, so bemerkt sie weiter, ist die moderne weibliche Welt „immer nur dann in Ordnung, solange Frau an ihrer Optimierung zum besseren Mann arbeitet.“ Oma, so habe ich den Eindruck, hat diesen Anspruch, wenn sie ihn denn überhaupt hatte, längst aufgegeben. Bei uns im Haushalt liegen ihr die Männer – angefangen bei Opa bis hin zu den Enkeln – ohnehin zu Füßen und lesen ihr jeden Wunsch von den Augen ab, zumindest fast jeden. Was soll ich sagen? Obwohl ich ohne Wenn und Aber für die Gleichstellung von Frau und Mann bin, finde ich es doch schade, dass einige Hardcore-Feministinnen daran arbeiten, dass sich die Frauen abschaffen. Oma findet das übrigens auch.

Symbol der Weiblichkeit: High Heels, die es in Großbritannien sogar bis ins Parlament, in dem vehement über einen Dresscode für Frauen diskutiert wird, geschafft haben.