Dass Großmütter für ihre Enkel wichtig und prägend sind, liest man immer wieder. Gestern Abend haben Oma und Opa den lebenden Beweis dafür kennengelernt. Da waren wir nämlich bei einer Lesung des Frieling-Verlages Berlin, bei der unter anderem Friedrich-Karl Boese aus seinem Buch Tausend mal tausend Morgen. Über eine Ostpreußenfamilie vor und nach 1945 gelesen hat. In seinem Zeitzeugnis geht der Autor, der so in dem Alter von Opa sein muss, weit über die Erinnerungen seiner eigenen Familie hinaus. In einem historischen Rückblick stellt er die Geschichte Ostpreußens, das Kulmische Recht und den Stand der Kölmer vor, freie Gutsbesitzer, zu denen seine Vorfahren gehörten. Zu denen zählte eben auch seine “Omi”, die bei ihm einen solch nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben muss, dass er in seinem Buch ein Herz zerreißendes Liebesbekenntnis für die alte Dame abgab. Und das nach so vielen Jahren. Was soll ich sagen? Hoffentlich sind sich alle Omas (und natürlich auch Opas) bewusst, welche Spuren sie im Leben ihrer Enkel hinterlassen (können). Was Oma und Opa da erlebt haben, war schon ein Positiv-Beispiel der ganz besonderen Art.
Archiv des Monats: Januar 2014
Zum Salon-Gespräch eingeladen
Nach wie vor bin ich total überwältigt von dem Interesse, auf das Opas Blog unvermindert stößt. Die Zugriffszahlen steigen kontinuierlich weiter, immer mehr Medien melden sich und wollen mit dem „bloggenden Opa“ sprechen. Auch als Gastredner bei Veranstaltungen ist der „Großv@ter“ gefragt. Von meinem Auftritt beim WP Camp 2013 in Berlin habe ich ja seinerzeit berichtet. Seitdem war ich auch bei der einen oder anderen Gelegenheit als Redner unterwegs und habe von meinen Blogger-Erlebnissen berichtet. Zum einjährigen Bestehen von Opas Blog – am 12. Februar vor einem Jahr ging’s los – haben mich nun die Berliner Wirtschaftsgespräche zu einem Salon-Gespräch eingeladen, bei dem ich über meine Motive, Erfahrungen und Pläne sprechen soll. Die Veranstaltung findet am 24. Februar um 19.00 Uhr im Salon Berlin-Geflüster (Ludwigkirchstraße 10 A, 10719 Berlin) statt. Wer dabei sein will, muss sich anmelden und findet das entsprechende Formular hier. Was soll ich sagen? Wenn ich sehe, wer schon alles Gast bei den Salon-Gesprächen war, fühle ich mich richtig geehrt.
Ganz schön schwierig
Franchising ist ein auf Partnerschaft basierendes Vertriebssystem mit dem Ziel der Verkaufsförderung. Dabei räumt ein Unternehmen, das als so genannter Franchisegeber auftritt, seinen Partnern (den Franchisenehmern) das Recht ein, mit seinen Produkten oder Dienstleistungen unter seinem Namen ein Geschäft zu betreiben. So jedenfalls schreibt es der Deutsche Franchise-Verband e.V. auf seiner Webseite. So weit, so gut. Als sich neulich meine älteste Tochter mit jemandem über das Thema unterhielt und dabei das Wort „Franchise“ in den Mund nahm, protestierte ihr anwesender Sohn und meinte ganz vorwurfsvoll: „Man soll doch nicht Scheiß sagen!“ Und was soll ich jetzt sagen? Alles ganz schön schwierig.
Wahre Freunde
Wenn Freundinnen oder Bekannte einer Mutter auf deren Kinder aufpassen, ist das schon etwas ganz Besonderes. So auch bei guten Freunden von uns. Vor vielen Jahren, die Freunde sind eben in unserem Alter, waren beide also auf Reisen und die Freundin hütete Heim und die dort wohnenden Kinder. So aus der Ferne wollten Vater und Mutter aber dann doch wissen, ob alles in Ordnung sei und riefen in Erwartung einer positiven Antwort an. Auf die Frage, ob denn alles gut laufe, bekamen sie die Antwort: “Es läuft alles prima!” Da waren sie zufrieden und setzen ihre Reise beruhigt fort. Allerdings konnten sie da auch noch nicht wissen, dass das ziemlich wörtlich gemeint war und sich just während des Anrufs Unmengen von Wasser ins Badezimmer ergossen, weil eines der Kinder einen Abfluss mit Lego-Steinen verstopft hatte. Was soll ich sagen? So kann man, ohne zu lügen, Eltern beruhigen und ihnen ihre Freude an einer kurzfristigen Erholung von ihren Kindern lassen. Das sind eben wahre Freunde.
Rettungsschlitten ohne Blaulicht
Das herrliche, sonnige Winterwetter vom Wochenende haben Oma und Opa am Sonntag noch einmal zu einem langen und ausgiebigen Spaziergang am Schlachtensee genutzt. Der gehört, wie die Krumme Lanke, zur Grunewaldseenkette in Berlin. Da unsere älteste Tochter mit Mann und Sohn auch dabei war, sind wir natürlich nicht ganz um den See herum. Das wäre bei einer Länge von 5,5 Kilometern denn doch ein wenig viel gewesen. Aber spannend war es trotzdem. Kurz bevor wir wieder am Auto waren, fiel vor unseren Augen ein älterer Mann und hat sich vermutlich Hüfte, Becken oder Oberschenkelhals gebrochen. Jedenfalls konnte er nicht mehr laufen, so dass unsere Älteste, geistesgegenwärtig wie sie immer ist, den Schlitten ihres Sohnes kurzerhand zum Kranken- bzw. Rettungsschlitten umfunktioniert und den Mann mit vereinten Kräften zumindest bis zum Parkplatz verfrachtet hat. Dort konnte der gerufene Krankenwagen wenigsten hinfahren und den Verletzten aufnehmen. Was soll ich sagen? Für unseren Enkel war das eine gute Lektion in Sachen Hilfsbereitschaft. Und dass es ausgerechnet sein Schlitten war, der die Rettung in der Not darstellte, setzte dem Ganzen natürlich noch die Krone auf. Jetzt fehlt nur noch das Blaulicht für den Schlitten.
Andere Prioritäten
Der Traum einer jeden Frau: Schöne, gepflegte Hände, lange und farbenfroh lackierte Fingernägel. Nicht viel anders geht und ging es unserer ältesten Tochter, die ganz stolz darauf war, dass ihre Nägel so lange der unvermeidbaren Hausarbeit standgehalten hatten. Und als sie, vermutlich ihre roten Fingernägel betrachtend, im Kindergarten auf unseren jüngsten Enkel stieß, fielen auch ihm die Hände seiner Tante auf. Aber statt nun mit einem anerkennenden Kompliment zu punkten, ließ er gar nicht gentlemanlike vom Stapel: „Du musst unbedingt mal deine Nägel schneiden!“ Was soll ich sagen? In dem Alter haben Männer eben noch andere Prioritäten.
Gerüchteküche-Küchengerüchte
Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um die Küchengerüchte zum Thema Garum und anderen Würzmitteln.
Die Menschen haben, seit sie kochen, gewürzt. Von den Römern weiß man, dass sie Garum verwendeten, das, wie der Tagesspiegel jüngst schrieb, „allgegenwärtige Ketchup von damals, hergestellt aus den Innereien von Fischen, die man unter Salz und Sonne reifen ließ und die schon dem großen Naturforscher Plinius zufolge ,nach nichts anderem schmeckte als nach Verwesung’.“ Eine traditionell weitergeführte und verfeinerte Variante des Garum wird an der Amalfiküste zwischen Neapel und Salerno hergestellt und ist in Süditalien als Colatura (di alici) erhältlich. Was der italienischen Küche ihr Garum ist, ist der asiatischen ihre Fischsoße, die sich mittlerweile auch hierzulande großer Beliebtheit erfreut und in jedem Asiamarkt erhältlich ist. Eine dem Garum ähnliche Soße ist die Basis der englischen Worcestershiresauce, die Opa vor allem mit „gefüllten Pastetchen“ seiner Mutter in Verbindung bringt. Normalerweise aber benutze sie, wie sollte es anders sein, die in deutschen Küchen vermutlich unvermeidbare Maggi-Würze, die in Aussehen und Geschmack an Sojasauce erinnert und seit 1887 auf dem Markt ist. Was soll ich sagen? Am besten schmeckt es doch, wenn man auf derartige Hilfsmittel verzichtet, zumindest aber sehr zurückhaltend damit umgeht und vor allem frische Kräuter sowie Salz und Pfeffer, vielleicht noch etwas Chili, verwendet. Dann kommen die einzelnen Zutaten wenigsten richtig zur Geltung.
Eine alter Mann ist … Ja was?
Ein alter Mann ist doch kein D-Zug. Diesen Spruch kennen sicher die meisten Menschen. Allerdings werden die sich jetzt umstellen und an einen anderen Text gewöhnen müssen. Denn Wissenschaftler der Universität Tübingen haben herausgefunden, dass das Denkvermögen älterer Menschen nicht etwa nachlässt, sondern mit zunehmendem Alter sogar besser wird – aber auch langsamer. Mit Ausnahme von Demenzpatienten würde das Gehirn von Senioren, ähnlich wie bei einer sehr vollen Festplatte, einfach nur länger brauchen, um alle Daten zu verarbeiten – und nicht etwa schlechtere Leistungen erbringen, heißt es in der Studie, die als Grund dafür anführt: Das Gehirn muss mehr Informationen auswerten, um zu einer Antwort oder Lösung zu gelangen. Was soll ich sagen? Ein alter Mann ist eben keine Highspeed-Festplatte.
“Nein Oma, du bist nicht alt”
Unser jüngster Enkel wollte neulich unbedingt mit Oma Vater-Mutter-Kind spielen. Die Rollenverteilung war klar: Er der Vater, Oma die Mutter. Und das Kind? Dazu erkor Oma ihre alte Lieblingspuppe „Petertje“, mit der sie schon in frühester Kindheit gespielt hatte und die sicherlich nicht mehr ganz zeitgemäß daherkommt. Anfangs ging „Petertje“ ja noch kommentarlos durch. Als sich der Kleine die Puppe aber genauer angesehen hatte, meinte er: „Die sieht ja hässlich aus und ist viel zu alt.“ Als Oma versuchte, ihm zu erklären, dass die Puppe halt schon so alt wie sie selbst sei und sie ja mittlerweile auch schon etliche Jahre auf dem Buckel hätte, widersprach er energisch: „Nein Oma, du bist nicht alt.“ Was soll ich sagen? Der verklärte und glückselige Blick von Oma war unbezahlbar.
Omas Lieblingspuppe „Petertje“, in einem Stuhl, den Opas Großvater gezimmert hat.
So schön kann der Winter sein
Erst das Eis, jetzt der Schnee: Wer von dem Kurzbesuch des Winters in Berlin überrascht wurde, liest keine Zeitung, hört kein Radio oder schaut kein Fernsehen. Denn der Warnungen gab es genug, und das auf allen Kanälen. Während die Generation von Oma und Opa besser zu Hause bleiben und auch die anderen Erwachsenen ihren Geschäften und Wegen äußerst vorsichtig nachgehen sollten, beginnt für unsere beiden Enkel und natürlich auch alle anderen Kinder endlich der Winterspaß mit Schneeballschlachten und Schneemann, Schneefrau, Schneekatze, Schneeraupe, Schneebär, Schneeigel oder Schneemaus bauen. Ein paar nette Anregungen finden sich hier. Was soll ich sagen? So schön kann der Winter sein …

