Tue Gutes und rede darüber

“Tun Sie gelegentlich etwas, womit Sie weniger oder gar nichts verdienen. Es zahlt sich aus”, hat der 1988 verstorbene deutsche Kabarettist, Schauspieler und Autor Oliver Hassencamp einmal gesagt. Und recht hat er. “Ohne die vielen Frauen und Männer, die in Deutschland ein Ehrenamt ausüben … wäre unser Land um vieles ärmer und unser Gemeinwesen so nicht denkbar”, wusste auch der in diesem Jahr verstorbene Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl. 2017 waren es nach einer Umfrage rund 14,89 Millionen Personen über 14 Jahre, die ein Ehrenamt hatten bzw. unentgeltlich in einer Bürgerinitiative, einem Sportverein, einer sozialen Organisation oder Ähnlichem tätig waren. Das sind immerhin rund 20 Prozent der gleichaltrigen deutschen Bevölkerung – also jeder Fünfte. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass ebenfalls jeder Fünfte in Deutschland nach einer EU-Untersuchung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht ist. Was soll ich sagen? Einen lesenswerten Text zum Thema Ehrenamt hat Heike Lachnit, Autorenkollegin auf dem unabhängigen Blog ohfamoos, verfasst. Ich sag’s mal mit meinen Worten: Tue Gutes und rede darüber. Denn wenn niemand davon erfährt, kann es auch keine Nachahmer geben.

Opa beim KINDER | KOCHEN: Der Verein sucht dringend Kochpaten. Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, Spaß am Kochen hat und gerne mit Kindern arbeitet, melde sich bitte unter kontakt@kinder-kochen.org.

Unverzagt und munter

Das war eine Woche. Erst Opas Geburtstag – und dann ging’s rund. Aber wie wusste bereits Wilhelm Busch: “Und ging’s auch drüber oder drunter, wir bleiben unverzagt und munter …” Das haben Oma und ich auch gesagt und munter weiter vor uns hin gewerkelt. So langsam ist auch wieder Land in Sicht und ich komme endlich wieder einmal dazu, meinen Blog zu bedienen. Dabei darf natürlich nicht zu kurz kommen, was mir meine Enkel geschenkt haben. Während der eine mir Topflappen für die Küche verziert hat, hat der andere eine Kaffeetasse bemalt. Oma war schon vor einiger Zeit in den Genuss eines solchen Becher-Kunstwerkes gekommen. Jetzt können wir morgens sozusagen auf (gleicher) Becherhöhe miteinander anstoßen – so nach dem Motto: Guten Morgen liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da … Was soll ich sagen? Morgen gibt es auch wieder einen Beitrag. Versprochen!

Die Geschenke meiner Enkel.

Vivat! Vivat! Vivat!

Nein, das ist nicht Opa, der hier schreibt. Es ist Oma, die ihrem lieben Mann heute zum Geburtstag gratulieren möchte. Also: Herzlichen Glückwunsch zu Deinem 65. Geburtstag, bleib’ so, wie Du bist, und vor allem gesund, damit Du uns noch lange erhalten bleibst. Was soll ich sagen? Hoch soll er leben, dreimal hoch: Vivat! Vivat! Vivat!

Hoffnung auf Fake News

Wenn es denn stimmt, dass in Berlin die Polizei von schwerkriminellen Familienclans unterwandert wird, dann ist das nicht nur ein Problem dieser Stadt, sondern des ganzen Staates. Denn ihm haben wir Bürger das Gewaltmonopol übertragen. Das heißt, wir verzichten darauf, selbst unsere Rechte mit Gewalt durchzusetzen, und verlassen uns darauf, dass der Staat unseren Schutz gewährleistet. Ist diese Grundvoraussetzung für unser zivilisiertes Zusammenleben nicht mehr gegeben, befinden wir uns wieder in einer Zeit, in der das Recht des Stärkeren gilt – mit all seinen Folgen. Jedenfalls dürfte mit den zivilisatorischen Erungenschaften ziemlich schnell Schluss sein, angstfreies Leben der Vergangenheit angehören. Das kann niemand ernsthaft wollen, abgesehen vielleicht von denen, die sich auf der stärkeren Seite wähnen. Insofern solle der Blick der Öffentlichkeit weiter die Geschehnissen rund um die Polizei und deren Schule fokussiert bleiben. Was soll ich sagen? Wenn ich auch kein Freund von Fakes News bin, würde ich mir doch wünschen, dass sich die aktuellen Medienberichte über die Polizei als solche entpuppen würden. Einen schönen Sonntag noch und bleiben Sie gesund …

Von Mercédès inspiriert

Auch Großes fängt erst klein an. Der sechsjährige Enkel einer Bekannten von Oma jedenfalls hat schon Pläne, die in die beschriebene Kategorie passen könnten. So hat er jetzt seiner Großmutter eröffnet, dass er später einmal ein Auto konstruieren und bauen will, das den Namen seiner kleinen Schwester Lotti tragen soll. Vorbild für seine Idee war für ihn die Marke Mercedes, bei der sich der Geschäftsmann Emil Jellinek seinerzeit vom Vornamen seiner Tochter Mercédès inspirieren ließ. Was soll ich sagen? Deren Stern leuchtete noch heute. Mal sehen, welche Strahlkraft Lotti entfalten wird.

Vom Winde verweht

Das ist mal wieder einer von diesen gebrauchten Tagen, an denen man am besten daheim bleibt. Und inspiriert von dem, was draußen so geboten ist, werden Oma und Opa wohl am Nachmittag mal in ihren Filmfundus greifen und sich Vom Winde verweht anschauen. Das passt und ist immer wieder unterhaltsam. Was soll ich sagen? Einen schönen Sonntag noch und bleiben Sie gesund …

Grüner Kumpane

Glück kommt selten allein und geteilte Freude ist doppelte Freude. So oder so ähnlich kann man verbuchen, was Oma und Opa sich jetzt geleistet haben. Nachdem Opa ja eine Gallone Tabasco gewonnen hatte, fanden wir, dass der Kaventsmann doch irgendwie ziemlich verloren wirkte und mehr oder weniger alleine stand. Also haben wir ihm einen Kumpanen zur Seite gestellt, der nicht minder scharf ist und uns insofern gute Dienste tun wird, als derzeit der grüne Tabasco bei uns eine beachtliche Durchlaufgeschwindigkeit entwickelt hat. Das liegt an einer Salatsauce, die von KINDER | KOCHEN-Schirmherr Tim Raue stammt und einfach genial ist. Man nehme: 100 ml Rapsöl, 20 ml Limettensirup, 20 ml Nuoc-Mom, 10 g grüner Tabasco, 6 g weißer Reisessig 2 g weißer Muscovado-Zucker, 2 g Senf, 2 g Salz und 1/4 Bund Blattpetersilie gezupft. Alles mit dem Zauberstab vermixen und durch ein Sieb passieren. Die Petersilie, die übrig bleibt, lässt sich übrigens bestens für asiatische Fleischbällchen verwenden: Noch etwas Nuoc-Mam in das Gehackte geben, mit Salz und Szechuan-Pfeffer würzen, ausbraten und schon sind die Hackbällchen fertig. Dazu passen übrigens hervorragend Wasabi-Mayonnaise und Sweet Hot Chili Sauce. Doch zurück zur Salatsauce von Tim Raue, die so schon ein Gedicht ist und jedes Salatherz höher schlagen lässt. Wer sich die Arbeit machen will, kann das Ganze noch veredeln, indem er 40 ml Zitronensaft und 40 g Zucker aufkocht, Zesten von 1 Zitrone hinzugibt und drei Minuten köcheln lässt. Feine Kapern hinzugeben und über Nacht ziehen lassen. Als weitere Ergänzung gibt es sechs Perl-Zwiebeln, die in leicht karamelisiertem und mit Edelsaurem P.X.-Essig (100 g) abgelöschtem Honig (50 g) fünf Minuten leicht geköchelt werden und ebenfalls über Nacht ihr Honigaroma ziehen. Was soll ich sagen? Dass ich als bekennende fleischfressende Pflanze jemals so für einen Salat schwärmen würde, hätte ich niemals gedacht. Tim Raue sei Dank.

Der großer rote Tabasco-Kaventsmann hat jetzt einen grünen Kumpanen bekommen.

Eine richtig scharfe Sache

Unverhofft kommt oft, sagt ein altes Sprichwort aus dem 17. Jahrhundert. Gestern war dann mal wieder so ein Tag, mit dessen Überraschung Oma und Opa nicht gerechnet hatten. Jedenfalls staunten wir nicht schlecht, als bei uns eine Gallone Tabasco geliefert wurde, die Opa bei einem Gewinnspiel auf den CHEFDAYS 2017 gewonnen hat. Ja, Sie haben richtig gehört: Eine Gallone. Das sind 3,8 Liter. Da kommt man schon ein wenig mit hin. Umgerechnet in die handelsüblichen Tabasco-Flaschen macht das 66,666666 Flaschen. Und legt man das in die Mini-Fläschen mit 3,7 Milliliter um, würden bei uns in der Küche jetzt 1027,027027 Teile stehen. Was soll ich sagen? Oma und ich überlegen gerade, was wir jetzt mit dem Tabasco machen. Ich neige ja zu einer Tabasco-Party, bei der es als Begrüßungstrunk ein Gläschen Chilisaft gibt. Oma ist das zu heftig. Sie steht eher auf ein Kaffeekränzchen und der Beimischung in einen Schokoladenkuchen. Na, vielleicht können wir beide Varianten ja miteinander kombinieren. Das wird eine richtig scharfe Sache …

Da kommen Oma und Opa jetzt eine Weile mit hin: Eine Gallone Tabasco.

Lang lebe das Buch!

Wer auf Bücher steht, kommt auf Dauer am TASCHEN Verlag nicht vorbei – vor allem, wenn es um Kunst und Kultur geht. Als ich Oma 2003 zum Geburtstag das Buch “Leonardo da Vinci . Sämtliche Gemälde und Zeichnungen” geschenkt habe, war sie ganz aus dem Häuschen. Allein das Maß ist mit 30 x 45 Zentimetern schon beeindruckend. XXL-Format heißt das wohl. Doch Größe ist nicht alles. Es geht auch ein oder zwei Nummern kleiner. Der Verlag hat da eine Buchreihe, die sich “Bibliotheca Universalis” nennt und in einem Format von 14 x 19,5 Zentimetern erscheint. Rund 100 Lieblingstitel des Verlages erscheinen so – zwei werden auf der Bücherseite vorgestellt – und machen so Kunst im Grunde für jedermann zugänglich. Denn der Preis ist mit 14,99 Euro pro Buch vermutlich unschlagbar. Von manchen Zigarettenmarken bekommt man für dieses Geld nicht einmal mehr zwei Päckchen Zigaretten. Was soll ich sagen? Abgesehen davon, dass Bücher viel gesünder sind, bilden diese auch noch ungemein. Im Zeitalter von Handys und Tablets sind gute und erschwingliche Bücher ganz sicher die passende Antwort auf die Digitalisierung. Lang lebe das Buch!

PS: Übrigens, auch das BILD-Buch von TASCHEN lohnt, durchgeblättert zu werden.

Leonardo da Vincis wohl bekanntestes Gemälde: Die Mona Lisa, das natürlich in dem Bild-Band “Leonardo da Vinci . Sämtliche Gemälde und Zeichnungen” abgebildet ist.

Schäubles Hinweis auf Anstand

Vier Wochen nach der Bundestagswahl hat der 19. Deutsche Bundestag heute seine Arbeit aufgenommen. Die 709 Abgeordneten, so viele wie noch nie zuvor, sind zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengekommen und haben ihren Präsidenten und dessen Stellvertreter gewählt. Dabei gab es einen Vorgeschmack auf das, was das Publikum in den nächsten vier Jahren erwarten darf: Die Rechtspopulisten von der AfD werden das Hohe Haus ein ums andere Mal gehörig in Rage bringen. Zunächst einmal bleibt aber festzuhalten, dass sich das Parlament mit Wolfgang Schäuble einen Präsidenten gewählt hat, der sich so schnell die Butter nicht vom Brot nehmen lässt. Mit seiner Antrittsrede machte er den Abgeordneten ziemlich deutlich, was er von ihnen erwartet und innerhalb welcher Grenzen sie dies tun können. Ohne die AfD direkt beim Namen zu nennen, waren in der Rede genügend Hinweise für die Damen und Herren dieser Partei untergebracht. Als das zentrale Stichwort sei hier nur Schäubles Hinweis auf Anstand genannt. Aber auch die Vertreter der anderen Parteien haben hoffentlich den gut verpackten wie wohl gemeinten Ratschlag verstanden, nicht über jedes Stöckchen zu springen, das ihnen Alice Weidel, Alexander Gauland und Co. hinhalten werden. Dass das schwer genug wird, hat die erste Sitzung gleich bewiesen. Dabei war es sicher richtig, der AfD auf der einen Seite einen Vizepräsidentent zuzugestehen, auf der anderen Seite aber deren Kandidaten Albrecht Glaser abzulehnen. Jemand, der dem Islam die vom Grundgesetz garantierte Relgionsfreiheit abspricht, kann kein so hohes Verfassungsamt wahrnehmen. Was soll ich sagen? Die Kunst wird darin bestehen, zu verhindern, dass sich die AfD immer wieder als Opfer inszenieren kann. Ausgrenzung ist da eher kontraproduktiv. Vielmehr muss man diese vermeintliche „Alternative für Deutschland“ inhaltlich stellen und verdeutlichen, dass sie alles andere ist – nur eben das nicht. Denn vernünftige Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit hat diese Partei nun wirklich nicht.