Wer will auf so etwas verzichten?

Eigentlich hatte ich mir heute vorgenommen, unsere aktuellen Zahlen zu genießen und ansonsten, was Opas Blog betrifft, den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Aber das Umfrageergebnis, das die Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen veröffentlicht hat, lässt mir denn doch keine Ruhe: Die Mehrheit der Bürger führt die finanziellen Kosten für den Nachwuchs, die Angst, die eigene Freiheit zu verlieren, sowie die Sorge vor einem Karriereknick als wesentliche Gründe für die Kinderlosigkeit in Deutschland an. Professor Dr. Ulrich Reinhardt, der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, bringt es auf den Punkt: „Die Unsicherheit, ja fast schon Angst vor der Familiengründung hält bei vielen Bundesbürgern an. Diese umfasst für zunehmend mehr Deutsche neben der Angst, sich Kinder schlichtweg nicht leisten zu können bzw. den eigenen Lebensstandard einschränken zu müssen, vor allem die Sorge, Familie und Beruf nicht vereinbaren zu können und die eigene Karriere zu vernachlässigen.” Was soll ich sagen? Leute wacht auf! Ihr seid gerade dabei, eure Zukunft zu verspielen. Sicherlich beruhigt Geld zuweilen und hilft, das eine oder andere Problem leichter zu lösen. Aber der Spruch “Geld macht nicht glücklich” kommt nicht von ungefähr. Um Kinder groß zu ziehen, muss man nicht reich sein, und im Zweifelsfall geht es auch einmal eine Nummer kleiner. Vor allem aber: Kinder sind durch nichts auf der Welt zu ersetzen. Schaut doch einfach mal in lachende Kinderaugen. Und dann sagt mir: Wer will auf so etwas wirklich verzichten?

PS: Und übrigens – wenn eure Eltern so gedacht hätten, wäret ihr gar nicht da.

Einfach toll: 100.000 Besuche

Heute fehlen mir fast die Worte. Opas Blog hat es tatsächlich geschafft, in noch nicht einmal sechs Monaten mehr als 100.000 Besuche zu zählen, bei denen über 250.000 Seiten aufgerufen wurden. Was soll ich sagen? Das ist einfach toll. Dabei sind es nicht nur Best Ager, Silver Ager, Golden Ager, Third Ager, Mid-Ager, Master Consumer, Mature Consumer, Senior Citizens, “over 50s”, die Generation Gold, die Generation 50plus, die auf Opas Blog gehen. Es sind auch jüngere Männer und Frauen, die sich für die Themen, mit denen sich Opa beschäftigt, interessieren. Woher ich das weiß. Sozusagen als Test habe ich Opas Blog im Juli bei Brigitte MOM Blogs, einer Sammlung von fast 800 Mama-Blogs eingetragen. Und dort zählt er mittlerweile mit über 700 “Herzen” zu den 70 am besten bewerteten Blogs. Für all diesen Zuspruch bedanke ich mich bei meinen Lesern ganz, ganz herzlich und verspreche, dass ich mit derselben Energie weitermachen werde wie bisher. Da soll noch einer behaupten, Opas zählten zum alten Eisen.

BesucheJuliMehr als 100.000 Besuche – Opa sagt ganz, ganz herzlich: Danke.

“Scharfes Schwert”

Ab morgen hat jedes Kind in Deutschland ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kita-Platz. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es leider so aus, dass in vielen Städten und Gemeinden die entsprechenden Einrichtungen fehlen. Frau Schröder, gemeint ist die Bundesfamilienministerin, rät Eltern, die mit ihrem Nachwuchs sozusagen in die Röhre schauen, für diesen zu klagen. Das sei ein “scharfes Schwert”, schwärmt sie, wohlwissend, dass dieses Schwert nicht sie, sondern die Kommunen trifft. Haben die nämlich einen Ablehnungsbescheid verschickt, reicht es, wenn betroffene Eltern einen formlosen Brief an das Verwaltungsgericht schreiben. Allerdings muss in manchen Bundesländern vor Einreichung einer solchen Verpflichtungsklage fristgerecht Einspruch gegen den Ablehnungsbescheid eingelegt werden. Ob das so ist, geht aus der Rechtsmittelbelehrung des Ablehnungsbescheides hervor, die aufzeigen muss, welche Möglichkeiten Eltern haben, den Rechtsanspruch ihres Kindes auf einen Betreuungsplatz durchzusetzen. Was soll ich sagen? Hört sich ja alles ganz gut an, aber einige Städte und Gemeinde sollen schon gar keine Ablehnungsbescheide mehr verschicken und so betroffene Eltern hinhalten, die damit nämlich auch nicht klagen können. Am besten beschweren die sich bei Frau Schröder, dass ihr “scharfes Schwert” plötzlich so stumpf geworden ist.

PS in eigener Sache: Opas Blog wird heute die Marke von 100.000 Besuchen und 250.000 Seitenaufrufen überspringen, nach nicht einmal sechs Monaten. Dafür allen Lesern schon einmal vorab ein ganz, ganz herzliches Dankeschön. Mehr dazu morgen.

Taschenrechner mit Rädern

Unser jüngster Enkel ist mit seinen nicht einmal zweieinhalb Jahren sprachlich schon so weit, dass Oma und Opa manchmal Bauklötze staunen. Neulich war wieder so ein Moment. Da sah er auf Opas Schreibtisch einen Taschenrechner, der in der Form an einen Rennwagen erinnert. “Der hat ja Räder”, konstatierte der kleine Mann irgendwie überrascht und fragte ganz brav, ob er das Teil zum Spielen mitnehmen könne. Die Antwort bei seinem Augenaufschlag war klar. Also zogen Oma und der Kleine wieder von dannen, das Taschenrechner-Auto im Schlepptau. Beim weiteren Spielen muss er besagtes Teil irgendwie aus den Augen verloren haben und fragte Oma Hilfe suchend: “Wo ist denn … ich weiß das Wort nicht.” Als Oma nachfragte: “Meinst du den Taschenrechner?”, strahlte er und juchzte: “Ja, Taschenrechner.” Was soll ich sagen? Das Wort ist jetzt fest in seinem Wortschatz verankert wie: außerdem, eigentlich, normalerweise, ausnahmsweise, danke, bitte, iPad, iPhone, Tankstelle, Hubschrauber und Unterführung. Das Dosinenbötchen lassen wir einfach mal weg.

So sind wir Opas nicht mehr

Männer haben es in der Welt von heute nicht einfach. Nehmen wir zum Beispiel Väter, die Elternzeit für ihren Nachwuchs nehmen wollen. Im Berliner Tagesspiegel ist dazu nachzulesen, welche Schwierigkeiten diese Männer in der Berufswelt bei ihren Vorgesetzten haben und welchen Ausgrenzungen sie auch in der Frauenwelt ausgesetzt sind. Da ist noch viel Aufklärungsbedarf vonnöten, wobei das im Fall von Frauen, die Elternzeit nehmen wollen, gleichermaßen gilt. Da hat auch und vor allem Opa mit seinen beiden Töchtern viel dazu gelernt, wenn ich an die Positionen und Argumente denke, mit denen ich beispielsweise noch zu meinen Studienzeiten fast jede Party sprengen konnte und die heute nicht einmal mehr zitierfähig sind. Wahrscheinlich sind diese, schon damals nicht mehr ganz zeitgemäßen Ansichten der Grund dafür, dass sich der gesellschaftliche Mainstream heute an mir rächt. Denn während wir, meine Altersgenossen und ich, uns als aktive, vitale und moderne Senioren respektive Großväter betrachten und fühlen, die eben nicht gealtert, grauhaarig und klapprig daherkommen, erwartet die Gesellschaft offenbar, dass Opas doch bitte dem Bild entsprechen, das seit alters her besteht: Männer mit vom Leben gezeichneten und von Falten zerfurchten Gesichtern, die gebrechlich und unbeweglich allenfalls noch im Schaukel- oder Rollstuhl dem Treiben ihrer Enkel ziemlich teilnahmslos beiwohnen. Denn anders ist ja nicht zu erklären, warum ich mir immer wieder den Satz anhören muss: Sie sehen aber gar nicht aus wie ein Opa. Was soll ich sagen? Liebe Leute, so sind wir Opas eben nicht mehr. Die Omas übrigens auch nicht. Aber wenigstens unsere Töchter und unsere Enkelsöhne finden es toll.

Öl und Eier am Baum?

Wenn es nach den Kindern ginge, wäre die Welt ganz einfach. Neulich bestaunte unser jüngster Enkel einen Strauch, an dem ganz viele Bienen und Hummeln eifrig damit beschäftigt waren, ihren Rohstoff für die heimische Produktion zu sammeln. Seine Mutter erläuterte das fachgerecht: “Die sammeln jetzt den Blütenstaub, fliegen nach Hause und machen Honig.” Mit der Frage, die dann kam, hatte sie allerdings nicht gerechnet: “Machen die auch Remoulade?” Nach einer kurzen Schrecksekunde antwortete sie pflichtschuldig: “Nein, die ist aus Öl und Eiern.” Das erstaunte unseren kleinen Mann nun doch: “Hängt das nicht am Baum?” Was soll ich sagen? Praktisch wär’s schon.

Getränkte Wochenübersicht (4)

Als Opa noch ein Kind war, da gab es bei ihm daheim zum Wochenende meist die Reste der Woche als Auflauf. Das hieß dann “Getränkte Wochenübersicht” und war, Hand aufs Herz, richtig lecker. Der Begriff “Getränkte Wochenübersicht” allerdings hat sich im Laufe der Jahre verselbstständigt. Irgendwann stand er für Sammelsurien aller Art. Opas “Getränkte Wochenübersicht” wird es jetzt immer samstags geben und die besten Sprüche beinhalten, die er am Schwarzen Brett von seniorbook, einem Internetportal für Menschen ab 45 Jahren, entdeckt hat. Was soll ich sagen? Viel Spaß beim Lesen.

Der Unterschied zwischen Kindern und Männern liegt nur im Preis für ihre Spielsachen. Ludmilla Fuchsberger aus Passau

Das einzige Problem beim Nichtstun ist, dass man nicht weiß, wann man fertig ist. Sccorpy Immerunterwegs aus Ludwigshafen am Rhein

Ich glaube, ich werde langsam Erwachsen 🙁 Bin zu schwer für die Federwipptiere auf dem Spielplatz … schade. Jörg Pinkenburg aus Ritterhude

Satzzeichen können Leben retten. Komm wir essen Opa. Friwi Mörtl aus Rösrath

Fährst Du rückwärts an den Baum, verkleinert sich der Kofferraum. Irmgard Von Flemming aus Friedrichshafen

Das ist kein Speck, das ist erotische Nutzfläche! Sagte er, als er in den Spiegel sah. Roswitha Borgfeldt aus Schiltach

Im Kochbuch stand: Man reibe drei Tage alte Semmeln. Nach einem halben Tag hatte ich die Badewanne und die Schnauze voll. Peter Kohls aus Nettetal

Generationenspielplatz ohne WC?

Kennen Sie Ganderkesee? Nein!?! Dann geht es Ihnen wie Opa. Der musste auch erst nachschauen: Ganderkesee ist laut Wikipedia eine selbständige Gemeinde im Landkreis Oldenburg in Niedersachsen. So weit, so gut. Aber dann kennen Sie vermutlich auch nicht die Freien Wähler der Gemeinde und schon gar nicht deren Fraktionsvorsitzenden Arnold Hansen. Müssen Sie auch nicht. Obwohl – immerhin hat es der gute Mann geschafft, sich aus dem Sommerloch heraus in die Schlagzeilen der Medien zu katapultieren. Der Medien ist jetzt vielleicht etwas übertrieben. Aber immerhin hat der WESER-KURIER von ihm Notiz genommen, oder besser gesagt von seiner Idee eines Generationenspielplatzes. Und das ist mehr als berechtigt. Denn die Idee ist so bahnbrechend, dass selbst der Duden davon bzw. von diesem Wort noch nichts gehört hat. “Oft sitzen Eltern und Großeltern teilnahmslos auf den Spielplatzbänken am Rand, während ihre Kinder und Enkelkinder sich auf den Spielgeräten austoben. Ein Generationenspielplatz gestaltet die Freizeit für beide Seiten viel aktiver – Kinder klettern, Eltern und Großeltern stärken ihre Muskulatur auf Fitnessgeräten”, erläutert Hansen der Zeitung: “Jeder darf herkommen, egal ob minderjährig oder schon lange in Rente.” Was soll ich sagen? Ich weiß ja nicht, ob es wirklich so klug ist, auf die ursprünglich auf dem Areal geplante öffentliche Toilette ganz zu verzichten. Denn die ganz Kleinen und die ganz Alten haben da ein gewisses Problem gemein. Da hat mal wieder keiner dran gedacht.

Kinder sind im Prinzip alle gleich

Kinder sind im Prinzip alle gleich, so verschieden sie ansonsten auch sein mögen. Bei unseren beiden Enkeln ist das wunderbar zu beobachten. Spielte unser Ältester schon immer gerne im Bad an Bidet und Waschbecken mit Wasser, tut es unser Jüngster nun ebenso. War es für unseren Ältesten das Größte, wenn Oma mit ihm auf dem Boden herum krabbelte, ist es das für den Jüngsten jetzt auch. Konnte unser Ältester beim Kochen gar nicht genug mithelfen, macht es der Kleine ihm nunmehr nach. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen, soll aber nur eine Begebenheit ergänzt werden, weil ich zufällig das dazu passende Foto gefunden haben: Unsere Vorhänge üben auf unsere beiden Enkel gleichermaßen eine so große Faszination aus, dass man sie kaum davon fernhalten kann. Da wird sich darin eingewickelt oder Geist gespielt, die Bandbreite der Möglichkeiten scheint da offenbar keine Grenzen zu kennen. Was soll sagen? Gott sei Dank ist die Vorhangschiene fest genug angebracht.

Geist Wer ist denn dieser kleine Geist?

Eine echte Wasserratte

Bei diesem Wetter – wir haben ein Omegahoch – ist es nicht leicht, im Büro aus- und durchzuhalten. Aber Oma und Opa sind da hart im Nehmen. Zumal wir hin und wieder das in der Nähe liegende Schwimmbad nutzen, um uns nach einem arbeitsreichen Tag im am Ende ziemlich aufgeheizten Büro wieder etwas abzukühlen. Das ist schon fast wie Urlaub. Und dass wir dort eine unserer Töchter mit ihrem Sohn treffen, ist natürlich kein Zufall. Der kleine Mann freut sich dann wie ein Kullerkeks, wenn er mit Oma und Opa ins Wasser kann. Da entpuppt sich unser Jüngster als echte Wasserratte, die von dem kühlen Nass gar nicht genug bekommen kann. Und mit seinen knapp zweieinhalb Jahren springt er in allen möglichen Eintauch-Varianten vom Beckenrand ins Wasser, als wäre das gar nichts. Was soll ich sagen? Wie der Vater, so der Sohn. Von Opa ganz zu schweigen …