Rechtsamt – Linksamt?

Wenn die Familie unserer ältesten Tochter frühstückt, dann schauen alle auf den Kreisel. Der Kreisel, das ist ein Gebäude in Berlin, das ziemlich hoch ist und derzeit ziemlich leer steht. Als dort noch Betrieb war, hat unsere Älteste dort auch einmal gearbeitet. Das hat sie natürlich ihrem Sohn erzählt, der es dann aber doch genauer wissen wollte. Als unsere Tochter ihm sagte, dass sie dort im Rechtsamt gearbeitet habe, war die nächste Frage  nahezu zwangsläufig: “Was ist denn ein Rechtsamt?”, wollte er nun wissen. Seine Mutter wollte es kurz und prägnant machen und führte aus: “Da kümmert man sich um Recht und Ordnung.” Unser Enkel nahm das erst einmal zur Kenntnis, dachte eine ganze Zeit lang nach und meinte dann: “Was macht denn dann das Linksamt?” Was soll ich sagen? Ach wie klar ist doch noch kindliche Logik.

Enkel müsste man sein

Um erst einmal alle zu beruhigen: Bislang ist bei uns noch kein Team der Special Forces eingeritten und hat alle Computer wegen der Enthüllungen zur NSA unschädlich gemacht. Ansonsten könnte Opa ja auch seinen Blog nicht mehr betreiben. Heute soll es aber wieder um die Enkel gehen. Die sind nämlich, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sich dann doch wieder ziemlich ähnlich. Jedenfalls hat Oma festgestellt, dass bestimmte Redensarten offensichtlich angeboren sein müssen. Jedenfalls in unserer Familie. “Wollen wir …”, gehört gerade zum Standardrepertoire unseres jüngsten Enkels und erinnert stark an das, was unser ältester in diesem Alter immer zum Besten gegeben hat. Was soll ich sagen? Manchmal beneide ich meine Enkel. Wenn ich mal zu Oma sage “Wollen wir …”, kommt das nicht immer so gut an, wie es das bei unseren Enkeln tut. Selbst wenn es nur heißt: “Wollen wir jetzt ein Eis essen?” Enkel müsste man eben sein.

Jungs und Mädchen sind anders

Unserem ältesten Enkel dämmert es offensichtlich langsam, dass Jungs und Mädchen bzw. Männer und Frauen nicht gleich, um nicht zu sagen anders sind. Mehr noch: Er versteht überhaupt nicht, dass Mädchen meistens etwas anderes wollen als Jungs. Die Frage, die ihn derzeit wohl am meisten beschäftigt, ist die: “Warum wollen Mädchen immer nur Prinzessin und nicht mit mir Ritter spielen und kämpfen?” Was soll ich sagen? Schade, dass er noch nicht lesen kann. Dann nämlich hätte man ihm bei nächster Gelegenheit das Buch schenken können Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken. Das hat sich immerhin weltweit Millionen Mal verkauft und ist sogar verfilmt worden. Ob es allerdings dazu beitragen würde, dass er Mädchen bzw. Frauen künftig besser versteht, sei einmal dahingestellt.

Wenn man zuviel trinkt

Oma hatte neulich einen echt charmanten Begleiter. Wir beide waren bei einer Bekannten eingeladen, mit der Opa noch ein paar Dinge besprechen musste. Diese Zeit überbrückte der kleine Mann mit seinen sechs Jahren nahezu formvollendet. Den Small Talk begann er erst einmal ziemlich souverän mit Bemerkungen über die Getränke. “Das ist Alkohol”, sagte er ganz bestimmt, um erst gar keinen Zweifel daran aufkommen zu lassen, aus was sein (Kinder-)Getränk bestand. “Und davon trinke ich fünf”, setzte er gleich nach, wie man das so macht, wenn man Eindruck schinden will. Auf die sorgenvolle Frage von Oma, ob das nicht ein wenig viel sei, kam die vielsagende Antwort: “Wir werden sehen, was passiert.” So ging es dann weiter, über dies und über das. Bis er plötzlich aufstand und nur noch schnell meinte: “Ich muss jetzt auf Toilette.” Was soll ich sagen? Das passiert, wenn man zuviel trinkt.

Zum Ritter schlachten

Mit kleinen Kindern zu spielen, ist nicht ganz ungefährlich. Und mit Jungs schon gar nicht. Während Mädchen in aller Regel – ungeachtet aller Emanzipationsbemühungen – eher doch mit Puppen spielen, geht es bei dem männlichen Nachwuchs meistens ums Kämpfen und dabei dann ziemlich zur Sache. Und ganz beliebt wiederum ist “Ritter spielen”. Dass ein Ritter aber nicht so einfach vom Himmel fällt, ist ja allseits und damit auch bei unseren Enkeln bekannt. Unser ältester wollte dabei jetzt sogar schon selbst zu Werke schreiten. Um Oma, damit sie auch auf Augenhöhe mitspielen konnte, in den Ritterstand zu erheben, wurde sie letztens aufgefordert, sich hinzuknien mit der Ankündigung: “Ich werde dich jetzt zum Ritter schlachten.” Was soll ich sagen? Wie schon erwähnt: Mit kleinen Kindern zu spielen, ist in der Tat nicht ganz ungefährlich.

Würde ich auch gerne wissen

Kinder können Erwachsenen ja Löcher in den Bauch fragen. So natürlich auch unsere beiden Enkel, die zur Zeit alles ganz genau wissen wollen. Vor allem unser Ältester hat das Wort “warum” geradezu gepachtet. Man kann kaum noch etwas tun oder sagen, ohne dass die Angelegenheit hinterfragt würde. In aller Regeln versuchen wir ja, diesen Wissensdurst unserer beiden Kleinen zu stillen, und beantworten mit stoischer Ruhe jede Frage. Was aber neulich einem Vater in einem Supermarkt widerfahren ist, hätte auch Opa erst einmal sprachlos gemacht. Da stand also, wie eine gute Bekannte mir erzählte, besagter Vater mit seiner Tochter vor der Fischtheke, als die junge Dame ihn fragte: “Warum haben die Fische keine Wimpern?” Der Verkäufer habe sich daraufhin kaum mehr halten können und nur lakonisch gemeint: “Jetzt haste aber ein Problem.” Was soll ich sagen? Ja, warum haben Fische eigentlich keine Wimpern. Das würde ich auch gerne  wissen.

“Ich will die Kälte fühlen”

Angesichts von Temperaturen um die zehn Grad und sich immer wieder öffnenden Regenwolken ist die Cabrio-Zeit ja eigentlich vorbei. Dennoch haben wir es dieser Tage doch noch einmal gewagt. Wir, das waren Oma und Opa sowie unsere älteste Tochter und deren Sohn. Oma und Opa saßen relativ geschützt vorne, Tochter und Enkel dem Fahrtwind ziemlich ungeschützt ausgesetzt hinten. In den Tempo 30-Zonen ging es noch gerade so und zumindest unser Enkel frohlockte: “Der Wind weht so schön in meinen Mund.” Als wir aber auf die (Stadt-)Autobahn kamen, war irgendwie Schluss mit lustig. Gott sei Dank waren die beiden angeschnallt, so dass sie nicht wegfliegen konnten. Aber der kalte Wind verursachte bei ihnen doch ziemlich rote Nasen und Wangen. Als wir von der Autobahn wieder herunter waren, meinte unser Tochter denn auch mit Hinweis auf die gefühlte Temperatur, nun sei es genug und wir sollten das Dach wieder zumachen. Dem widersprach allerdings unser Enkel ganz energisch: “Ich will die Kälte fühlen.” Was soll ich sagen? Ein Junge eben, schon ein ganzer Kerl und hart im Nehmen.

PS: Heute werden haben wir den 150.000sten Besuch registrieren können! Liebe Leser, ganz, ganz herzlichen Dank!!!

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“Da ist ja die Ritterburg …”

Treue Leser von Opas Blog wissen, dass unsere Familie vor gut einem Monat bei einer Hochzeit war. Die hat uns allen ausgesprochen gut gefallen und war auch wirklich sehr schön. Offensichtlich hat aber nicht nur die Hochzeit, sondern auch das Kirchengebäude an sich vor allem bei unserem Jüngsten besonderen und vor allem nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Jedenfalls hat er sich, als er neulich mit Oma mit dem Auto unterwegs war und an eben dieser Kirche vorbeikam, sofort erinnert und frohlockt: “Oma, da ist ja die Ritterburg, in der wir neulich waren!” Ähnlich soll er sich auch gegenüber seiner Mutter geäußert haben, als diese mit ihm dort vorbeigefahren ist. Was soll ich sagen? Na ja, diese Kirche hat schon gewisse Ähnlichkeit mit einer Ritterburg. Aber irgendwie haben wir ihm den Ort, an den sich sein kleines Köpfchen so gut erinnert, wohl doch nicht genau genug erklärt …

IMG_0508                                       Kirche oder Ritterburg, das ist hier die Frage.

“Oma, warum redest du so viel?”

Dass unsere beiden Enkel ausgesprochen gerne mit Oma spielen, wissen die Leser von Opas Blog. Was sie allerdings nicht wissen, ist, dass die kleinen (Quäl-)Geister es gar nicht gerne sehen, wenn Oma dabei irgendeiner Nebentätigkeit nachgeht. Dazu gehört auch und vor allem, mit Opa oder gar der (noch anwesenden) Mutter zu reden. So ermahnte unser ältester Enkel Oma bei seinem letzten Besuch, als diese immer wieder mit ihrer Tochter, also seiner Mutter, sprach. “Oma, wir wollten doch spielen!”, sagte er ihr sicherlich ein gutes Dutzend Mal. Als die beiden Frauen aber nicht aufhörten, sich über dies und jenes zu unterhalten, reichte es dem großen kleinen Mann offenbar und er fragte Oma ziemlich genervt: “Oma, warum redest du so viel?” Was soll ich sagen? Wenn er den Spruch “Ein Mann, ein Wort – eine Frau, ein Wörterbuch” gekannt hätte, dann … Hat er aber Gott sei Dank nicht.

“Alles gut?”

Rollenspiele sind für Kinder, da sind sich die Fachleute einig, äußerst wichtig. Dass sie erst ab einem Alter von drei Jahren einsetzen und es sich zunächst nur um ganz einfache Geschichten handelt, wie es auf einer Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung heißt, kann ich allerdings mit Blick auf unsere Enkel nicht bestätigen. Beide haben sicherlich schon mit zwei Jahren, wenn nicht sogar früher, damit angefangen, in die eine oder andere Rolle zu schlüpfen. Mittlerweile decken sie das gesamte Spektrum dessen, was denkbar ist, ab. Von Vater, Mutter, Kind über Müllmann, Handwerker oder Verkäufer bis hin zu Pilot, Feuerwehrmann, Polizist oder Arzt – in all diese Rollen wird nach Herzenslust hinein- und wieder hinausgeschlüpft, dass es eine wahre Freude ist. Aber im wahrsten Sinne des Wortes weggepackt habe ich mich, als unser Jüngster mit Oma folgende Situation nachgespielt hat: Sie ist vor einen Baum gefahren und liegt (schwer?) verletzt in ihrem Auto. Der Kleine kommt mit großem “Tüta, Tüta” angebraust, ist offensichtlich der Arzt oder Sanitäter, begutachtet die Situation und sagt kurz und trocken: “Da können wir leider nichts machen.” Sprach’s und verschwand. Was soll ich sagen? Dumm gelaufen für Oma. Aber irgendwie schien das den kleinen Mann dann doch nicht in Ruhe zu lassen. Denn irgendwann drehte er sich plötzlich wieder zu Oma um und fragte besorgt: “Alles gut?”.