Rechtsanwalt – Linksanwalt?

“Links ist da, wo der Daumen rechts ist.” Diesen wenig hilfreichen Spruch meiner verstorbenen Mutter versuche ich mir derzeit zu verkneifen. Denn unser ältester Enkel ist gerade dabei, die Richtungen links und rechts auseinander zu halten. Das klappt schon ausgesprochen gut. Mehr noch, er überträgt seine Erkenntnisse auch auf andere Bereiche des Leben. Nachdem seine Mutter ja den Beruf eines Rechtsanwaltes ausübt, ist er felsenfest davon überzeugt, dass es auch einen Linksanwalt geben muss. Was soll ich sagen? Konsequent ist er ja. Als es damals um das Rechtsamt ging, in dem seine Mutter gearbeitet hatte, war für ihn ganz klar, dass es auch ein Linksamt gibt.

Das Tier mit den zwei Höckern …

Der schwarze Kontinent übt auf unseren ältesten Enkel eine große Faszination aus. Alles, was mit Afrika zu tun hat, saugt er auf wie ein Schwamm. Vor allem die dort lebenden Tiere liebt er. Und bei der Artenvielfalt kann es verständlicherweise auch mal vorkommen, dass man ein wenig durcheinander kommt und nachfragen muss. So wollte er jetzt von seiner Mutter wissen: „Wie heißt noch mal das Tier mit den zwei Höckern?“ „Kamel“, antwortete diese pflichtschuldig. „Ach ja“, meinte er daraufhin, „das mit einem Höcker war das Chamäleon.“ Was soll ich sagen? Lachen Sie nicht. Da sind schon ganz andere ins Schleudern gekommen. Die R. J. Reynolds Tobacco Company beispielsweise zeigt nach wie vor auf der Zigarettenpackung ihrer Marke „Camel“ ein Dromedar. Und das ist doch wohl auch nicht zum Lachen, wohl eher zum Husten.

Geburtstagserwachsener

Eigentlich ist die Welt ja ziemlich klar strukturiert. Kinder sind Kinder. Erwachsene sind Erwachsene. Als unsere älteste Tochter jetzt Geburtstag hatte, fragte ihr Sohn sie bei der morgendlichen Beglückwünschung: “Soll ich dich jetzt Geburtstagskind oder Gebutrstagserwachsener nennen?” Was soll ich sagen? So klar ist das alles offensichtlich doch nicht. Die Frage aber ist zumindest berechtigt. Auf jeden Fall für Kinder. Und auf jeden Fall süß.

Immer noch besser als [kuseng]

Unser ältester Enkel wollte jetzt von seiner Mutter wissen, in welchem Verwandtschaftsverhältnis er zu unserem jüngsten Enkel steht und wie das heißt. „Cousin [kuˈzɛ̃ː]“, antwortete sie, woraufhin er sie etwas ungläubig anschaute und noch einmal nachfragte: „Croissant [kro̯aˈsãː]?!? Das ist doch so was wie ein Brötchen.“ Was soll ich sagen? Stimmt. Klingt aber zumindest immer noch besser als [kusẹng], wie viele hier in Berlin zu Cousin sagen.

PS: Über „drinne“ lasse ich mich bei nächster Gelegenheit einmal aus.

 

„Falscherschirm“: Ziemlich richtig

„April, April“, sagte irgendein Junge zu Oma, als sie unseren jüngsten Enkel vom Kindergarten abholen wollte. Da ergänzte unser ältester Enkel (regelmäßige Leser des Blogs wissen, dass unsere beiden Enkel in denselben Kindergarten gehen): „Ja: Der April macht, was er will.“ Doch darum geht es nicht. Vielmehr soll es hier heute um einen Schirm gehen, den Oma und unser Jüngster vorsichtshalber auf den Heimweg mitgenommen haben. Zunächst diente das Teil als Stock, dann als Messlatte für seine Körpergröße („Der geht mir schon bis ans Ohr.“) und zum Schluss sollte er das tun, wozu er bestimmt ist: Nämlich beschirmen. Obwohl es gar nicht regnete, ging also der kleine Mann mit dem großen Schirm seines Weges. Und dann kam – nicht der Regen, sondern der Wind. Als er dies merkte, konstatierte er: „Da kann man ja mit wegfliegen oder aus einem Flugzeug springen.“ Als Oma ihn daraufhin etwas erstaunt anschaute, ruderte er ein wenig zurück: „Besser ist ein Falscherschirm.“ Was soll ich sagen? Ziemlich richtig!

SchirmFast wie der fliegende Robert aus dem Struwwelpeter:

Wenn der Regen niederbraust,
Wenn der Sturm das Feld durchsaust,
Bleiben Mädchen oder Buben
Hübsch daheim in Ihren Stuben. –
R o b e r t aber dachte : Nein!
Das muss draußen herrlich sein! –
Und im Felde patschet er
Mit dem Regenschirm umher.

Hui wie pfeift der Sturm und keucht,
Dass der Baum sich niederbeugt!
Seht! Den Schirm erfasst der Wind,
und der Robert fliegt geschwind
durch die Luft so hoch, so weit;
Niemand hört ihn, wenn er schreit.
An die Wolken stößt er schon,
Und der Hut fliegt auch davon.

Schirm und Robert fliegen dort
Durch die Wolken immerfort.
Und der Hut fliegt weit voran,
Stößt zuletzt am Himmel an.
Wo der Wind sie hingetragen,
Ja, das weiß kein Mensch zu sagen.

Im Himmel Marmelade kochen?

Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler. Fast jeder kennt dieses Sprichwort, dessen Ernährungshintergrund allerdings nicht ganz unumstritten ist. Aber wie dem auch sei: Ein gutes Frühstück mit einer leckeren Semmel, belegt mit Butter und Marmelade, vielleicht noch ein weich gekochtes Ei dazu, ist schon was Feines. So kann der Tag gut losgehen, vor allem, wenn es auch noch selbst gemachte Marmelade ist. Genau ein solches Frühstück gab es jetzt bei unserer jüngsten Tochter, die ihrem Sohn dabei erzählte, dass die Marmelade noch aus der Küche von Uri, meiner genau vor einem Jahr verstorbenen Mutter, stammt. Das irritierte den Kleinen irgendwie. Jedenfalls murmelte er laut vor sich hin: “Ich wusste gar nicht, dass man im Himmel Marmelade kochen kann.” Was soll ich sagen? Ich auch nicht. Und ich hätte auch nicht geglaubt, dass Marmelade so lange gut bleibt. Aber meine Mutter konnte halt ziemlich gute, um nicht zu sagen himmlische Marmelade kochen. Und nicht nur daran werden wir uns heute Abend erinnern, wenn wir uns zum Andenken an sie zu einer bayerischen Brotzeit treffen.

CIMG2903 KopieSo eine bayerische Brotzeit war immer ganz nach dem Geschmack meiner Mutter.

Fast wie Geschwister

Unsere beiden Enkel sind mittlerweile so oft zusammen, dass sie fast wie Geschwister aufwachsen. Zwar fehlen die täglichen Reibereien gemeinsamen Wohnens, aber die beiden Buben arbeiten sich schon ausreichend aneinander ab. So waren sie jüngst wieder einmal gleichzeitig bei uns und spielten miteinander. Und wie das so ist, wollte der Ältere bestimmen, wo es langgeht. Als dessen Mutter dann aber dem Kleinen zur Seite sprang und meinte: „Du musst aber nicht alles machen, was er sagt“, empörte sich ihr Sohn: „So geht aber das Spiel.“ Was soll ich sagen? Fast gelebte Demokratie, frei nach dem Motto: Bei mir kann jeder machen, was ich will.

IMG_0051                                                                             Fast wie Geschwister.

Als Opa noch nicht getickt hat

Dass ich eine künstliche Herzklappe habe, die wie ein etwas zu laut geratener Wecker tickt, habe ich ja schon einmal berichtet. Und nicht nur, dass sich mittlerweile alle den Spaß machen und unsere Enkel auf mich hetzen mit der Aufforderung: “Geht mal hören, ob Opa noch richtig tickt …”, habe ich auch noch den Spitznamen Ticktack-Opa bekommen. Das brachte unseren ältesten Enkel jetzt zu der Frage: „Wie hieß Ticktack-Opa eigentlich, als er noch nicht getickt hat?“ Was soll ich sagen? Da war ich noch kein Opa, aber woher soll der Kleine das auch wissen.

„Dafür bin ich ja da“

Letztens war unser jüngster Enkel wieder mal bei uns. Als er merkte, dass Opa nicht an seinem Schreibtisch saß, fragte er: „Wo ist denn Opa?“ „Der hat einen Termin“, ließ Oma ihn wissen, woraufhin er ganz generös meinte: „Dafür bin ich ja da.“ Was soll ich sagen? Bei soviel Charme ist man einfach chancenlos.

Maus-Aufkleber – Mäuse-Land

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich mich fasziniert von der kindlichen Logik gezeigt habe. Jetzt hat unser ältester Enkel wieder ein famoses Beispiel geliefert. Auf einem Parkplatz entdeckte er ein Auto, bei dem dort, wo sonst üblicherweise ein D-Schild klebt, eines mit einer Maus prangte. Daraufhin entwickelte sich folgender Dialog mit seiner Mutter: “Warum hat der denn einen Maus-Aufkleber?”, wollte er wissen. “Weiß ich nicht”, antwortete seine Mutter, “vielleicht findet er das schön.” “Ach, ich weiß nicht”, konterte er, “vielleicht wohnt er ja in einem Land, in dem es viele Mäuse gibt.” “Wie kommst du denn darauf?”, wollte sie nunmehr wissen. Und dann kam’s: “Wir haben doch mal das Auto mit dem Aufkleber mit den Kängurus gesehen, das kam doch auch aus Australien!” Was soll ich sagen? Wenn das nicht logisch ist …

MausEine Maus aus dem Mäuse-Land? Nein, in diesem Fall aus dem Kinderzimmer …