Abgesehen einmal davon, dass unser jüngster Enkel ein absoluter Clown ist, verblüfft er Oma und Opa ebenso wie seine Eltern immer wieder mit Einlagen der ganz besonderen Art. Treue Leser erinnern sich, dass der kleine Mann vor geraumer Zeit eine ziemliche Bruchlandung hingelegt hat und seine Mutter mit ihm und seiner riesigen Beule sogar ins Krankenhaus gefahren ist. Das hat er zwar alles prima ertragen und sich ganz hart im Nehmen gezeigt. Aber irgendwie will er eine solche Erfahrung offensichtlich nicht mehr machen. Als er sich beinahe wieder einmal hingelegt hatte, erklärte ihm seine Mutter, dass er zumindest seine Hände hoch nehmen solle, um einen sich anbahnenden Sturz wenigstens etwas abzufedern und seinen kleinen Kopf so bestmöglich zu schützen. Jetzt hat er seine Händchen, wenn er läuft, nur noch oben in der Nähe seines Kopfes, was nicht unbedingt zu sicherem Laufen beiträgt. Was soll ich sagen? Hände hoch! Kinder nehmen alles wörtlich, und unser Jüngster ganz besonders.
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Omas Wundermittel
Unser jüngster Enkel ist arm dran. Passend zum Wochenende hat sich Fieber eingestellt. Ursache des Übels sind neue Zähne, die sich langsam durch das Zahnfleisch bohren. Das ist unangenehm, tut manchmal auch noch richtig weh und verursacht eben Fieber. Da heißt es, erst einmal Ruhe geben und nicht so viel herumtollen. Wobei das ja leichter gesagt ist als getan. Wenigstens verleitet das Wetter nicht dazu, ausgiebig draußen zu sein. Trotzdem: Armer kleiner Kerl. Gott sei Dank gibt es da noch das kleine Herzchen, das Oma aus ihrer Heimat mitgebracht hat und das von Nonnen aus einem Kloster in der Nähe ihres Heimatortes stammt. Kein Mensch weiß ganz genau, was da so alles eingenäht ist. Auf jeden Fall verhindert es, dass die Kinder beim Zahnen Schmerzen haben. Sie denken jetzt sicher, der Alte spinnt. Als ich das erste Mal davon gehört habe, habe ich ähnlich gedacht. Aber es hilft. Unsere Tochter hat es, als sie von Oma an das Wundermittel erinnert wurde, gleich wieder herausgekramt und dem Kleinen angeheftet. Was soll ich sagen? Es geht ihm schon viel besser.
Windpocken, nicht ansteckend
Unser ältester Enkel war jetzt bei einer großen Veranstaltung, die sich um den Tag der Technik 2013 drehte und bei der über 90 andere Kinder waren. Der bekannte TV-Moderator Stefan Gödde hatte sich ebenfalls die Ehre gegeben und der Veranstaltung mit seinem unnachahmlichen Charme eine ganz besondere Note verliehen. Es gab natürlich viel Technisches, das in der Tat begeisterte. Was die Teilnehmer aber im wahrsten Sinne des Wortes noch mehr bewegte, waren die dort auftretenden “Windpocken”. Die sind nach eigener Aussage “zwar brandgefährlich, aber nicht ansteckend”. “Windpocken” ist nämlich die deutsche Übersetzung für “Catapora”, wie die Trommelgruppe tatsächlich heißt und was im Portugiesischen eben für Windpocken steht. In der Tupí-Sprache der Ureinwohner Brasiliens bedeutet es aber auch soviel wie “Springendes Feuer”. Kein Wunder also, dass es auf der Website der Band heißt: “Wenn ihr also ein Kribbeln in euren Füssen verspürt und eure Glieder anfangen, rhythmisch zu zucken, dann seid vielleicht auch ihr entbrannt.” Was soll ich sagen? Die Inkubationszeit bei der Veranstaltung ließ sich in Sekunden messen. Den brasilianischen Rhythmen konnte sich keiner entziehen, auch nicht unser Enkel, der jetzt unbedingt Trommler werden will. Dann kann er ja gleich bei “Catapora” anfangen. Da hätte sogar Opa Spaß dran. Allerdings hat der bei weitem nicht so viel Rhythmusgefühl wie sein kleiner Großer.
Läuse-Alarm
Zu allen Zeiten gab es in Kindergärten und Schulen Läuse. Sie kommen eben immer mal wieder und überall vor. So hieß es denn auch jüngst in dem Kindergarten unseres Großen: Läuse-Alarm. Bis dato wurde auf seinem Schopf noch kein Tierchen gesichtet, aber es wird jeden Tag fleißig nachgeschaut. Und das nicht nur bei ihm, sondern bei der ganzen Familie. Das ist auch bitter nötig. Denn Läuse fühlen sich besonders auf gewaschenen Köpfen ausgesprochen wohl und haben insofern nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sollte also tatsächlich einmal eine Laus übergesprungen sein, ist man diese nach wiederholtem Waschen mit einem speziellen Shampoo und Kämmen mit einem Nissenkamm bereits nach einer Woche wieder los. Anzeichen für Läuse sind: Kratzen am Kopf, schwarze Tierchen und/oder weiße Nissen im Haar sowie rote Stellen auf der Kopfhaut – vermutlich die Nationalfarben der Läuse. Was soll ich sagen? Jetzt weiß ich, warum manche Kinder Haare waschen hassen.
Hart im Nehmen
Unser Jüngster hat sich dieser Tag so hingelegt, dass alleine das Anschauen der dadurch verursachten Beule auf seiner Stirn schon wehtat. Ein riesiges Ding, und dazu noch in allen Farben, die so ein Bluterguss mit sich bringt. Ganz stolz berichtete er Oma vom Besuch im Krankenhaus, der nach dieser Bruchlandung wohl auch angebracht war. Die Ärztin habe hier und da gedrückt, und hier noch mal und da. Auch der große Bauch (vorne, Anmerkung von Opa) sei untersucht worden, und der kleine auf dem Rücken ebenfalls. Was soll ich sagen? Auf welche Körperteile und -regionen Ärzte so kommen, wenn sie kontrollieren wollen, ob noch alles in Ordnung ist. Aber wie auch immer: Ein ganz tapferer Bursche ist dieser kleine Mann, richtig hart im Nehmen.
“Den Teller aufessen”
Wer erinnert sich nicht an den Spruch seiner Eltern: “Du gehst erst raus, wenn du deinen Teller aufgegessen hast.” Totaler Blödsinn. Das belegt auch eine aktuelle Untersuchung von Wissenschaftler der Universität Minnesota, auf die jetzt Focus online hingewiesen hat. Der Bericht bringt die US-Studie auf den Punkt: “Wenn Eltern ihre Kinder zwingen, immer aufzuessen, tun sie ihrem Nachwuchs keinen Gefallen. Genauso verkehrt ist es, bestimmte Lebensmittel komplett zu verbieten. Beides setzt falsche Impulse – und kann dazu führen, dass Kinder dick werden.” Was soll ich sagen? Der oben zitierte Elternspruch ist nicht nur unter Ernährungsgesichtspunkten unsinnig, sondern auch semantisch total daneben. “Den Teller aufessen”, na denn guten Appetit. Bleibt nur zu hoffen, dass kein Kind das wirklich wörtlich nimmt. Andernfalls sieht das dann so aus wie in dem Werbespot, den ich immer wieder faszinierend finde.
Herzlichen Glückwunsch
Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei feiert heute Geburtstag. Dazu gratuliert Opa ganz herzlich. Immerhin hat es die DKMS in den letzten 22 Jahren geschafft, dass sich fast 4 Millionen Menschen in ihrer Kartei haben registrieren lassen. Und über 36.000 Mal ist es gelungen, einem Blutkrebspatienten mit einer Knochenmarkspende wieder Hoffnung zu machen. Das ist zwar ein tolles Ergebnis. Aber angesichts einer Wahrscheinlichkeit zwischen 1:20.000 und 1 zu mehreren Millionen, einen „genetischen Zwilling“ zu finden, bleibt keine Zeit, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen. Insofern hat die DKMS gut daran getan, sich zu ihrem Jahrestag sozusagen als Selbstgeschenk ein überarbeitetes Outfit mit neuem Logo und Erscheinungsbild zu gönnen. Was soll ich sagen? Auch Opa hat ein Geschenk in petto: Ein kostenloses Werbebanner. Das neue Logo kann ab sofort auf Opas Blog für die DKMS werben, ohne dass die Gesellschaft etwas dafür zahlen muss. Also, noch einmal herzlichen Glückwunsch, liebe DKMS, und weiterhin viel Erfolg bei der Suche nach Stammzellspendern.
Stammzellspender gesucht
Gerne komme ich einer Bitte meiner ältesten Tochter nach und weise auf ein Problem hin, von dem unsere Familie Gott sei Dank bislang verschont geblieben ist: Blutkrebs. Alle 16 Minuten erhält in Deutschland ein Mensch diese niederschmetternde Diagnose. Viele Betroffene sind Kinder und Jugendliche. Oft besteht die einzige Chance auf Heilung in der Übertragung gesunder Stammzellen eines „genetischen Zwillings“. Aber nur ein Drittel der Patienten, die eine solche Spende benötigen, findet innerhalb der eigenen Familie einen geeigneten Spender, der Großteil benötigt einen nicht verwandten Spender. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass die Gewebemerkmale zweier fremder Menschen übereinstimmen, reicht derzeit von 1:20.000 bis zu weit über 1 zu mehreren Millionen. Hier kommt nun die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH ins Spiel, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, passende Spender für Blutkrebspatienten zu finden. Über 3,6 Millionen potentielle Stammzellspender sind bei ihr registriert. Und seit ihrem Bestehen konnten 36.206 Spender gefunden und vermittelt werden. Was soll ich sagen? Lassen Sie sich bei der DKMS als potentieller Stammzellspender registrieren. Alle Informationen dazu finden sich auf der Website der Gesellschaft. Also los, geben Sie sich einen Ruck.
“Pickel Langstrumpf”
Es gibt wohl niemanden, der das freche neunjährige Mädchen mit den Sommersprossen, dessen rotes Haar zu zwei abstehenden Zöpfen geflochten ist, nicht kennt. Und es gibt wohl kein Kind, das nicht so sein will wie Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, kurz Pippi Langstrumpf genannt. Denn die von der schwedischen Autorin Astrid Lindgren geschaffene Göre vereint in sich alles, was ein Kinderherz begehrt: Sie lebt alleine in ihrer Villa Kunterbunt, kann tun und lassen, was sie will, besitzt ein eigenes Pferd und ist das stärkste Mädchen, das es überhaupt gibt. Aber nicht nur Kinder nehmen sich Pippi Langstrumpf gerne zum Vorbild, auch der Frauenbewegung hat sie es aufgrund ihres unkonventionellen Verhaltens angetan. Und ungeachtet aller Versuche der Schönheitsindustrie leidet sie auch nicht unter ihren vielen Sommersprossen, sondern hat sie sogar gern. Einer Verkäuferin knallt sie in diesem Zusammenhang mal eben den Satz hin: „Wenn Sie vielleicht irgendwelches Zeug hereinbekommen sollten, von dem man noch mehr Sommersprossen kriegt, dann können Sie mir sieben bis acht Dosen zuschicken.” Was soll ich sagen? Eine starke Persönlichkeit, die offensichtlich durch nichts zu erschüttern ist. Es sei denn vielleicht durch unseren ältesten Enkel, der Pippis Sommersprossen fälschlicherweise als Akne identifiziert hat und sie wohl aus diesem Grund “Pickel Langstrumpf” nennt.
Das Phänomen Milchhaut
Auf Milch, wenn sie zu stark erhitzt wird, bildet sich die von Kindern wie Erwachsenen so verhasste Milchhaut. Der Grund liegt in der Zusammensetzung der Milch: Neben Wasser finden sich Fett, Milchzucker und Eiweißstoffe. Bei zirka 75 Grad nun beginnt sich die Struktur der Eiweißstoffe zu verändern. Die Eiweißmoleküle, die bis dahin wie zu einem Wollknäuel aufgerollt sind, fangen an, sich zu entwirren und verkleben anschließend miteinander zu einem feinen und dünnen Netz, eben zu besagter Milchhaut. Und da diese gallertartige Masse leichter ist als Wasser, schwimmt sie immer oben und vergrault selbst die größten Milchliebhaber. Als ich jüngst mit einem meiner Enkel auf dem Spielplatz war, stillte dort eine Mutter ihren Säugling, was wiederum auf reges Interesse einiger Kinder stieß. Einer der Jungs wollte es dann in Sachen Muttermilch ganz genau wissen und fragte: “Hat die Milch auch so ‘ne ekelige Haut?” Die Mutter war ganz schön verdaddert und konnte dem Dreikäsehoch irgendwie keine befriedigende Antwort geben. Was soll(te) ich sagen? Ich hab’ mich da rausgehalten – zumal das Phänomen Milchhaut beim Cappuccino dafür sorgt, dass der Milchschaum nicht so schnell in sich zusammenfällt. Wenn ich ihm das auch noch erklärt hätte, hätte der Kleine vielleicht noch gefragt: “Kommt da auch Cappuccino raus?”

