Opa unterstützt Sarah Wiener

Die aus dem Fernsehen bekannte Köchin Sarah Wiener setzt sich mit ihrer gleichnamigen Stiftung für “gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen” ein. Und das ist auch gut so. Fast noch besser ist, dass sie jetzt im Apothekermagazin “Senioren Ratgeber” verbal nachgelegt hat. Mit Würstchen oder Pizza an jeder Ecke “verschlammten” die jungen Leute ihre Geschmacksnerven, formuliert sie und appelliert: “Ich kann jede Großmutter – und die wenigen Großväter, die es können – nur inständig bitten, dem Kind, dem Enkel, dem Nachbarskind Kochen beizubringen”, sagt sie. “Wenn man nicht weiß, wie natürliche Hühnersuppe schmeckt, und wenn man nicht erlebt hat, wie sinnlich das Kochen ist, wird man auch keine Sehnsucht danach verspüren.” Was soll ich sagen? Recht hat sie. Opa wird Sarah Wiener in Sachen Kinderernährung auf jeden Fall unterstützen. Und Oma natürlich auch.

Ein haariges Thema

Das Thema Friseur ist in unserer Familie ein ganz besonders haariges. Das fing schon in meiner Kindheit an. Da wurde ich ob meiner Gegenwehr einfach am Friseurstuhl festgebunden, was nach wie vor zur Folge hat, dass ich heute noch lieber zum Zahnarzt als zum Friseur gehe. Dass meine Mutter mir nachts im Schlaf einfach mal eine Ecke aus meiner Haarpracht herausgeschnitten hat, damit ich endlich zum Friseur gehe, sei nur am Rande erwähnt. Bei unseren Kindern haben wir solche Methoden natürlich nicht angewendet. Mussten wir auch nicht, da sich die beiden ohne Probleme die Haare schneiden ließen. Und dann wurde ja auch noch mit den Freunden Friseur gespielt, mit manchmal ziemlich unansehnlichen Folgen. Einmal hat sich unsere Jüngste ihren Pony vom Nachbarjungen bis auf die Kopfhaut wegrasieren lassen, dass es nicht mehr schön aussah. Aber was soll ich sagen? Gott sei Dank wachsen Haare ja ziemlich schnell nach. Allerdings konnte mich diese Erkenntnis überhaupt nicht trösten, als sich – natürlich wieder – unsere Jüngste ihr Haar kobaltblau gefärbt hat. Toll, oder?

Die Krux mit der Freiheit

Mit der Freiheit ist das so eine Sache. Jeder will sie eigentlich haben. Wenn sie dann aber plötzlich da ist, wird es vielen denn doch zu viel. Laut Wikipedia wird Freiheit “in der Regel verstanden als die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen verschiedenen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können.” Damit kann man sich dann in der Tat schon mal schwer tun. Meine älteste Tochter musste das bereits erfahren, als sie ungefähr drei Jahre alt war. Getrieben von einem offenbar unbändigen Freiheitsdrang packte sie im Überschwang ihrer Gefühle ihren Rucksack mit den wichtigsten Habseligkeiten wie Kuscheltier und Spardose und wollte sich auf den Weg in die große weite Welt machen. Ihrer Mutter sagte sie brav auf Wiedersehen und zog von dannen. Die staunte nicht schlecht, wollte aber nun sehen, wie die Kleine das meistern würde. Also schlich sie ihr hinterher. Was sie sah, war schon verblüffend. Ohne jegliche Furcht marschierte die Kleine immer weiter – was übrigens aufgrund der Umgebung und der Verkehrssituation völlig ungefährlich war -, bis sie schließlich an eine große Kreuzung mit Ampel kam. Da gab es nun gleich drei Möglichkeiten: Weiter geradeaus, nach rechts oder nach links. Irgendwie konnte sie sich aber nicht entscheiden. Nach ein paar – für sie sicher endlosen – Minuten erlöste meine Frau sie dann und fragte, ob sie vielleicht wieder mit nach Hause kommen wolle, was freudig bejaht wurde. Was soll ich sagen? Das ist die Krux mit der Freiheit. Leider hat man aber, wenn man älter sprich erwachsen ist, nicht immer solche Rückversicherungen.

Im Dauer-Wimmel-Einsatz

Unsere beiden Enkelkinder sind große Fans von Wimmelbüchern. Das sind Bücher, in denen es, und das ist jetzt kein Kalauer, nur so von Menschen, Tieren und Sachen wimmelt. Für die ganz Kleinen gibt es spezielle Ausgaben, in denen sich dann auf jeder Seite ein und derselbe Gegenstand, ein kleiner blauer Bagger oder ein kleiner roter Helm, wiederfindet, den es zu entdecken gilt. Für unsere Kurzen ist das kein Problem. Wenn sie das Teil einmal ausgemacht haben, zeigen sie schneller darauf, als Opa blättern kann. Dennoch können sie nicht genug davon bekommen. Oma und Opa sind sozusagen immer im Dauer-Wimmel-Einsatz. Aber auch alleine greifen sie zu ihren Wimmelbüchern. Neulich haben sich beide sogar in einen Sessel gezwängt und gemeinsam ein Wimmelbuch gelesen. Da sage noch einer, lesen macht einsam. Nach meiner Beobachtung war das ein klassisches Gemeinschaftserlebnis. Was soll ich sagen? Derartige Gemeinschaftserlebnisse können auch Erwachsene haben. Für die gibt es nämlich auch Wimmelbilder. Eines der bekanntesten Wimmelgemälde, “Die niederländischen Sprichwörter”, stammt von Pieter Bruegel dem Älteren, einem niederländischen Maler. Um das 1559 entstandene Werk, auf dem über 100 niederländische Sinnsprüche und Redewendungen bildlich dargestellt sind, zu sehen, muss man noch nicht einmal in unser Nachbarland reisen. Ein Kurzbesuch in der deutschen Hauptstadt reicht. Das Bild hängt nämlich in der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.

Ein großes Fest

Oma und ich waren bei Freunden zur Konfirmation deren Tochter eingeladen. Ein großes Fest. Ging es für das Mädchen doch um nichts Geringes als die persönliche Bestätigung der Taufe – verbunden mit dem Abschluss des kirchlichen Unterrichtes und der Zulassung zum Abendmahl. Die Großeltern waren von weit her angereist, Paten und Freunde gekommen. Viele Geschenke gab es. Wie gesagt, ein großes Fest. Am Tag selbst sind sich die Beteiligten in aller Regel der ganzen Tragweite dessen, was da passiert (ist), gar nicht bewusst. Beim Konfirmanden ist das nicht erstaunlich, weil er bzw. sie ja im Normalfall noch relativ jung ist. Die Gäste wissen zwar, was der Tag bedeutet, sind aber erst einmal mit Essen und Trinken beschäftigt. Und die Eltern? Nun ja, die wissen im Grunde auch worum es geht, haben aber vorrangig mit der Organisation des Festes zu tun und diesbezüglich erst einmal andere Sorgen. Was soll ich sagen? Für die Eltern kommt die Erkenntnis allerdings schneller, als ihnen lieb ist. Spätestens beim nächsten Mal, wenn die Tochter ausgehen und später nach Hause kommen möchte, wird sie ihnen die wohl (zumindest für sie) wichtigste Bedeutung der Konfirmation vor Augen führen und sagen: “Ich bin jetzt erwachsen.” Und kirchenrechtlich gesehen hat sie recht.

Puffreis kontra Schmatzen

Jeder hat ja so seine Erziehungsmethoden. Allerdings: Die Prügelstrafe ist vollständig out. Und auch Zuckerbrot und Peitsche sind, soviel ich weiß, nicht mehr der Weisheit letzter Schluss. Waldorf- und wie-sie-alle-heißen-Schulen haben ebenfalls ihre Probleme. Individuelle Ausgestaltungen dagegen machen immer mehr von sich reden. Und man hört ja die tollsten Sachen. Als Oma und ich jüngst bei einem Geburtstag gratuliert haben, erzählte mir die Gastgeberin eine Variante, da blieb mir fast die Luft weg. Die Begleitumstände waren natürlich andere, aber zur Wahrung der Anonymität darf man schon mal ein wenig dichten. In Zeitungsberichten heißt das dann immer: Name ist der Redaktion bekannt. Aber nun zu der Erziehungsvariante: Da soll doch eine Mutter ihrem Sohn aufgetragen haben, Puffreis und Salzstangen zu kaufen, die er sich dann in größeren Mengen in den Mund stecken sollte, um sich sein Schmatzen abzugewöhnen. Was soll ich sagen? Ich stelle mir das gerade bildlich vor und lande in meinem Kopf bei Bildern von Louis de Funès, Mister Bean, Jim Carrey, Beppo Grillo oder Otto Waalkes. Irgendwie tut mir der Junge leid.

Sieben Jahre länger

Oma hatte mir vor geraumer Zeit einmal erzählt, dass positiv gestimmte Senioren nicht so schnell krank würden. Darauf hätten die Politiker Jens Spahn (CDU) und Daniel Bahr (FDP) hingewiesen. Das wollte ich jetzt genauer wissen und recherchierte. Doch leider kam ich selbst bei Google nicht weiter. Irgendwie schien die Nachricht im Internet abhanden gekommen zu sein. Doch dann stieß ich auf eine Untersuchung, die allerdings schon aus dem Jahr 2009 stammt. Forscher der Universität Yale hatten in einer Langzeitstudie 660 Menschen ab 50 Jahren untersucht und dabei festgestellt, dass eine positive Einstellung zum Alter das Leben verlängert. Personen, die sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters glücklich, gebraucht und vital fühlten, würden im Schnitt sieben Jahre länger leben, als diejenigen, die im Alter nur Nachteile sehen. Was soll ich sagen? Dann wird es, so Gott will, Oma und Opa so um die sieben Jahre länger geben, und Opas Blog auch.

Da war Opa einmal sprachlos

Neulich habe ich etwas gesehen, da war ich wirklich sprachlos. Und das will bei Opa schon etwas heißen. Ich kam gerade aus dem Supermarkt, als ein Auto auf einer immerhin ziemlich befahrenen Hauptstraße wendete, und das nicht einmal besonders geschickt, sondern ausgesprochen umständlich. Das Ganze geschah so gegen 18.00 Uhr – also im ohnehin immer stressiger werdenden Berufsverkehr. Das an sich war ja schon ein starkes Stück. Aber was ich dann sah, setzte dem Ganzen die Krone auf. Auf seinem Schoß saß ein kleines Kind, sicher nicht älter als ein Jahr. Ich traute meinen Augen nicht, aber es war wahr. Ich war so konsterniert, dass ich mir nicht einmal das Kennzeichen gemerkt habe. Denn anzeigen hätte man den Mann eigentlich schon müssen. Wobei, geholfen hätte es vermutlich auch nichts. Denn, zumindest nach Ansicht des ADAC, sind das größte Risiko für Kinder im Auto die Eltern, weil sie den Nachwuchs falsch angurten – oder gar nicht. Was soll ich sagen? Ein einfaches Beispiel: Wenn man mit Tempo 50 einen Auffahrunfall hat, wird ein nicht angeschnalltes Kind mit dem bis zu 25-Fachen des eigenen Körpergewichts nach vorne geschleudert. Das entspricht einem Sturz aus dem vierten Stock. Und dann werden Kinder nicht richtig oder gar nicht angeschnallt? Unglaublich!

Lang lebe d(ies)er König

Die Niederlande haben einen neuen König. Selbst für eingefleischte Demokraten und überzeugte Republikaner hatte die Amtseinführung von Willem-Alexander etwas Bewegendes. Da ging im Hause Oranje würdevoll ein Generationswechsel vonstatten, der vielen Familien als Vorbild dienen könnte. Die in alle Welt übertragenen Fernsehbilder haben eine sichtbar erleichterte Oma, eine auf ihren Mann merklich stolze Ehefrau sowie einen auf das Wohl seiner Kinder bedachten Vater und an seine Mutter respektvoll denkenden Sohn gezeigt. Um es noch präziser zu sagen: Beatrix, die nach 33 Jahren Regentschaft die Bürde ihres Amtes abgelegt hatte, kümmerte sich liebevoll um ihre Enkeltöchter. Máxima, immerhin jetzt Königin im Oranje-Reich, strahlte den Stolz einer liebenden Ehefrau aus. Und Willem-Alexander, der nunmehr die Nummer 1 seines Landes ist, hatte schon vorher kundgetan, seine Kinder, insbesondere seine älteste Tochter Kronprinzessin Amalia, soweit überhaupt machbar, vor der neugierigen (Medien-)Öffent-lichkeit zu schützen und ihnen eine normale Jugend zu ermöglichen. Dass er zudem noch in diesem wohl wichtigsten Moment seines Lebens auch die Verdienste von Beatrix sowohl als Königin als auch als Mutter in seiner Antrittsrede anerkennend ansprach, war bemerkenswert und bescherte ihr noch einmal eine große Bühne. Auch bei uns in der Familie war dieses Ereignis Thema. “Warum geht die alte (Königin)”, wollte unser Ältester im Vorfeld wissen. Was soll ich sagen? Weil sie offenbar ein besseres Gespür für den richtigen Moment hat(te) als ihre Kollegin in London. So heißt es eben zunächst einmal nur bei unseren Nachbarn: Lang lebe d(ies)er König.

“Opa, pup mal!”

Unser jüngster Enkel ist mittlerweile soweit, dass man sich mit ihm schon richtig gut unterhalten kann. Das gilt sowohl für Deutsch als auch für die Sprache, die Oma immer mit ihm spricht (Siehe “Nein, so spricht nur Oma”.) Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings noch. Der kleine Mann mit seinen gut zwei Jahren hat zuweilen gewisse Probleme mit den Buchstaben “k” und “ck”. Wenn man das weiß, ist das nicht weiter schlimm. Dann versteht man ihn trotzdem. Die erste Zeit jedoch schauten sich Oma und Opa manchmal Schulter zuckend an und verstanden nur Bahnhof. Oder schämten sich auch in Grund und Boden, wenn die Konversation in aller Öffentlichkeit und so laut geführt wurde, dass sie jeder verstehen konnte. Wie würden Sie sich wohl fühlen, wenn Ihr Enkel Sie vor lauter Begeisterung laut und deutlich auffordern würde: “Opa, pup’ mal!” Was soll ich sagen? Bei “Pa-pe, Pa-pe – …” hat er natürlich keine Probleme.