Dieses war der erste Streich …

Unsere Enkel sind schon ganz schöne Schlingel. Der kleine hat es ebenso faustdick hinter den Ohren wie der große. Während sich das bei dem ganz kleinen Mann noch darauf beschränkt, Oma oder Opa liebevoll um den Finger zu wickeln und ihnen ziemlich hinterlistig Gummibärchen abzuluchsen, geht das bei dem größeren schon einen Schritt weiter. Als er letztens mit seiner Mutter zu einem Kurzbesuch vorbei kam, ließ er mich zum Abschied im wahrsten Sinne des Wortes (auf-)laufen. Hatte ich gerade beide verabschiedet und mich auf den Weg zurück an meinen Schreibtisch gemacht, klingelte es wie verrückt. Ich sprintete als wieder zur Tür, an der allerdings niemand zu sehen war. Als ich draußen nachschaute, war der kleine Große bereits weggerannt und bei seiner Mutter angekommen, drehte sich mit verschmitzter Miene herum und winkte mir freudestrahlend zu. Was soll ich sagen? Das nennt man Klingelmännchen oder auch Klingelmäuschen, Klingelputzen, Klingelrutschen, Klingelsturm, Klingelpost – kurzum Klingelstreich. Na ja, um es mit Wilhelm Busch zu sagen: Dieses war der erste Streich …

PS: irgendwie erinnert mich das ganz stark an die Hohmann-Streiche. Dass unsere Enkel aber so schnell …

Freddy sucht seine Familie

Schreckliches ist passiert: Jemand hat seine Familie verloren. Das war in Hamburg, dort wurde er an den Landungsbrücken gefunden. Doch damit nicht genug, dieser jemand weiß nicht einmal, wer er ist und wie er heißt. Seine Pflegefamilie hat ihn Freddy getauft. Was er aber ganz genau weiß, ist, dass er seine Familie sucht. Seine neue (Pflege-)Familie hilft ihm dabei nach Kräften und hat am 5. August 2013 eine Facebook-Seite eingerichtet. Diese Seite ist mittlerweile von über 2 Millionen Menschen aufgerufen worden. Gleichwohl hat sich die Ursprungs-Familie von Freddy, oder wie auch immer er heißen mag, bislang nicht gemeldet. Deshalb beteiligt sich nun auch Opas Blog an der Suche und veröffentlicht den herzzerreißenden Aufruf von Freddy, dem Kuscheltier: “Auch wenn es mir bei meiner Pflegefamilie (in Dresden) gut gefällt, vermisse ich mein Kind und möchte gern wieder zu ihm zurück. Vielleicht kannst genau DU mir helfen. Kennst du eine Familie, die mich als Tröster und Kuscheltier hatte und mich jetzt genauso schrecklich vermisst wie ich sie? Dann melde dich bitte bei meiner Pflegefamilie unter FreddySuchtSeineFamilie@ gmail.com. Ich hoffe soooo sehr auf ein Happy End.” Was soll ich sagen? Helft Freddy und verschickt Links zu diesem Beitrag oder der Facebook-Seite in alle Welt.

Freddy Die Facebook-Seite von Freddy. Screenshot: Opas Blog

Jungs und Autos

Warum sind Jungs eigentlich immer von Autos begeistert? Diese Frage beschäftigt mich nicht erst, seitdem wir zwei Enkelsöhne haben. Und so war ich seinerzeit bei unserem ältesten Enkel auch nicht sonderlich überrascht, dass es für ihn das Größte war, in Opas Auto hinter dem Lenkrad zu sitzen und sich wie ein Alter aufzuführen. Allerdings konnte ich mich nicht mehr erinnern, dass wir das damals fotografisch festgehalten hatten. Aber als jetzt unser jüngster Enkel dieselben Anwandlungen zeigte und wir dies aufgenommen haben, erinnerte sich Oma, dass sie damals auch so ein Bild gemacht hatte, und fand es auch noch. Ziemlich ähnlich, die beiden Fotos. Was soll ich sagen? Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Hat jemand eine Idee, warum das so ist?

IMG_0157  Foto                Warum sind Jungs eigentlich immer von Autos begeistert?

Toll diese Jedi-Ritter(innen)

George Lucas ist gerade Vater geworden, mit 69 Jahren und mit einer Leihmutter. Herzlichen Glückwunsch sagt Opa da voller Respekt, zumal ihm das mit 60 und mit Oma nicht mehr passieren kann. Dafür kann sich der Star Wars-Schöpfer aber nicht damit brüsten, dass er mit einer Jedi-Ritterin verheiratet ist. Opa schon. So saßen wir jüngst nach einem eigentlich unnötigen Streitgespräch abends einträchtig im Wohnzimmer und hatten uns (vor allem ich) wieder beruhigt. Da wollte ich zum Ausgleich meiner mutmaßlichen Unterzuckerung ein japanisches Gebäck, das uns ein Freund aus Hiroshima mitgebracht hatte, naschen. Da wischte Oma in bekannter Jedi-Ritter-Manier mit ihrer Hand quer vor meinem Gesicht herum und suggerierte, als sei die Macht mit ihr: “Du magst kein Gebäck mehr.” Was soll ich sagen? Ich bin tatsächlich ohne ins Bett gegangen und hab’ mich am nächsten  Morgen auch nicht schlechter gefühlt als sonst. Toll diese Jedi-Ritter(innen).

PS: Ist vielleicht noch jemand mit einer Jedi-Ritterin verheiratet?

Getränkte Wochenübersicht (7)

Als Opa noch ein Kind war, da gab es bei ihm daheim zum Wochenende meist die Reste der Woche als Auflauf. Das hieß dann “Getränkte Wochenübersicht” und war, Hand aufs Herz, richtig lecker. Der Begriff “Getränkte Wochenübersicht” allerdings hat sich im Laufe der Jahre verselbstständigt. Irgendwann stand er für Sammelsurien aller Art. Opas “Getränkte Wochenübersicht” wird es jetzt immer samstags geben und die besten Sprüche beinhalten, die er am Schwarzen Brett von seniorbook, einem Internetportal für Menschen ab 45 Jahren, entdeckt hat. Was soll ich sagen? Viel Spaß beim Lesen.

Unglaublich! Da kommt mir doch gerade eine Radarfalle mit 200 km/h entgegen … Dürfen die das eigentlich? Jörg Pinkenburg aus Ritterhude

Deutsche Sprache … aus einem Krankenhausprospekt: “Wir versorgen Patienten mit Tumorerkrankungen, mit Beeinträchtigungen des Haltungs- und Bewegungsapparates sowie mit gynäkologischen Krankheiten.” – Nun möchte ich nur noch wissen, wo das Krankenhaus ist, damit ich da nie hinein gerate. ;-). Susi Schmidt aus Bad Elster

Morgen Stund hat Gold im Mund … Warum komm ich nur immer zu spät … 🙂 Nora Moll aus Nettetal

Oma ist zum 1. Mal Babysitter. Sie bringt den kleinen ins Bett, deckt ihn zu und sagt: “Eene meene Mütze, zehn Pfund Grütze. Eene meene muh und müd bist du!” Der Kleine schaut misstrauisch und sagt: “Oma, mal ehrlich, bist du blau?” Traude Traudse aus ???

Ich bin so alt, ich kann mich sogar an die Zeit erinnern, als der Kaffee noch aus Filtern kam. Und das Wort Crema kannten wir damals nur mit der Endung -torium. Willi Küsters aus Rheine

Es kann vorkommen, dass die Nachkommen zu früh kommen, mit dem Einkommen nicht auskommen, und dabei umkommen. Herbert Fischinger aus St. Valentin

Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen. Klaus Rüdiger Hafer aus Simmern

Mein Hund ist jedes Mal fassungslos, dass ich fremde Menschen in die Wohnung lasse, ohne an ihren Hintern zu riechen … Rudolf Neldner aus Jülich

Peperoni-Eltern kamen per MMS

Dass unsere Hauptstadt-Peperoni eine derartige Resonanz auslösen würden, haben Oma und ich nicht gedacht. Kommentare, Mails, Telefonate und direkte Ansprachen – das Interesse scheint ja riesengroß zu sein. Angesichts der Mengen, die wir produzieren (können), habe ich im Internet vorsorglich einmal eine Pikogramm-Waage bestellt, die die Peperoni-Portionen in Billionstel Gramm wiegen kann. Es soll ja gerecht zugehen. Doch abgesehen von dem Kaufinteresse – da fällt mir ein, dass ich noch über die Preisgestaltung nachdenken muss – hat Oma und mich doch besonders bewegt, dass sich sozusagen die Eltern unserer Peperoni gemeldet haben. Es war einfach rührend. Per MMS kamen sie mit der Nachricht “Vater und Mutter grüßen die Hauptstadt-Peperoni” daher, und scheinen trotz ihres Alters, was man so sehen kann, noch gut dabei zu sein. Leipzig, wo sie ja zu Haue sind (nur für die, die Hauptstadt-Peperoni immer noch nicht gelesen haben), scheint ein gutes Klima für sie zu sein und ihnen gut zu bekommen. Als wir unseren Peperoni das Bild gezeigt haben, blühten diese sozusagen erst richtig auf. Was soll ich sagen? Es geht doch nichts über Familienbande.

IMG_0499 Mama und Papa der Hauptstadt-Peperoni.

Warum ist Gott lieb?

Radtouren können, man mag es kaum glauben, hochphilosophisch enden. Jedenfalls kamen meine Tochter und ihr Sohn an einer Kirche vorbei, die unseren Enkel zu der Frage bewegte: “Warum ist Gott lieb?” Eine gute Frage, an deren Beantwortung sich schon Generationen von Theologen die Zähne ausgebissen haben. Denn alle Erklärungsversuche, wie beispielsweise weil “wir zu essen und zu trinken haben” oder “er auf dich aufpasst” enden bei Kindern üblicherweise in einem Desaster. “Essen und Trinken kaufen wir doch im Supermarkt ein” oder “du passt doch auf mich auf” sind die durch die Realität geprägten Reaktionen. Richtig kompliziert wird es, wenn die kleinen Geister auch schon Querverbindung herstellen können: “Warum denkt Fatima (*Name von Opa geändert) an einen anderen Gott?”, wollte der kleine Mann wissen. Was soll ich sagen? Es wird noch viel, viel schlimmer werden. Denn die eigentliche Frage hat er noch gar nicht gestellt.

Nachts ist es dunkel

Unser ältester Enkel hat jetzt eine für ihn sensationelle Entdeckung gemacht: Nachts ist es dunkel. Bislang war das total an ihm vorbeigegangen, da er ja immer schon vor Einbruch der Dunkelheit ins Bett geht und, so er denn zwischenzeitlich aufwacht, dies wieder vergisst. Und an den letzten Winter kann er sich offensichtlich auch nicht mehr erinnern. Nun hatten meine Tochter und ihr Mann Besuch, der zufällig sah, dass da ein kleiner Mann in die Küche gegangen ist. Tatsächlich war unser Enkel aufgewacht und hatte sich in die Küche geschlichen. Dort saß er auf dem Boden und war hoch erfreut, als seine Mutter hereinkam. Die bombardierte er auch gleich mit der Feststellung: “Es ist ja dunkel draußen.” Als sie ihm erklärte, dass das nachts eigentlich immer so ist, war er ausgesprochen besorgt, was die Gäste seiner Eltern betraf: “Wie kommen die denn jetzt nach Hause?”, wollte er wissen. Was soll ich sagen? Gott sei Dank haben wir in Berlin eine funktionierende Straßenbeleuchtung. In dieser Stadt ist so etwas nicht unbedingt selbstverständlich …

Hauptstadt-Peperoni gefällig

Nachdem meine beiden Enkel noch etwas zu jung sind, um mit ihnen nach dem Vorbild von Bad Grandpa quer durch Deutschland oder gar Europa zu reisen, muss ich mir vorerst zumindest eine andere Beschäftigung suchen. Eigentlich wollte ich ja unter die Agrarökonomen gehen und in großem Stil Peperoni züchten. Eine entsprechende Plantage dafür hatte ich bereits angelegt. Und die drei Planzen tragen auch schon große Früchte, so dass einer Vermarktung nach dem Motto “Hauptstadt-Peperoni gefällig” nichts im Wege gestanden hätte. Nun meint aber Oma, dass es für in der deutschen Hauptstadt gezüchtete Peperoni keinen Markt gebe. Das mag ich gar nicht glauben. Denn die grünen und hoffentlich bald auch roten Hauptstadt-Peperoni sind eine Züchtung der ganz besonderen Art. Ihren Ursprung haben die Samen nämlich hoch über den Dächern von Leipzig, im täglichen Sonnenlicht der Sachsenmetropole geschärft und in die schwarze Erde Berlins gesetzt, reifen sie derzeit zu echten Knüllern heran, einzigartig und scharf wie Hölle. Was soll ich sagen? War das jetzt genug Werbung oder muss ich noch eine Schippe drauflegen? Ernstgemeinte Angebote als Kommentar hinterlassen oder an opa (at) opas-blog.de schicken. Wäre doch gelacht …

IMG_0496                                         Die Peperoni-Plantage im Herzen der deutschen Hauptstadt.

Bad Grandpa

Darüber, dass die Gesellschaft offenbar ein ganz anderes Bild von Opas hat, als die in Wirklichkeit sind und sie sich selbst sehen, habe ich mich ja schon einmal unter So sind wir Opas nicht mehr ausgelassen. Während die große Mehrheit Großväter nach wie vor als Männer mit vom Leben gezeichneten und von Falten zerfurchten Gesichtern betrachtet, die gebrechlich und unbeweglich allenfalls noch im Schaukel- oder Rollstuhl dem Treiben ihrer Enkel ziemlich teilnahmslos beiwohnen, kommen sie im wirklichen Leben ziemlich aktiv, vital und modern daher und finden sich mit der ihr zugedachten Rolle nicht mehr ab. Und am 25. Oktober 2013 werden die Menschen noch einen ganz anderen Opa kennenlernen. Dann nämlich kommt der 86-jährige Bad Grandpa Irving Zisman, der mit seinem achtjährigen Enkel Billy quer durch Amerika zieht und dabei neben einer Schneise der Verwüstung ziemlich rat- und fassungslose Menschen hinterlässt. Einen kleinen Vorgeschmack gibt’s hier. Danach wird das Bild vom lieben, alten Opa ziemliche Risse bekommen haben. Was soll ich sagen? Ich habe übrigens zwei Enkel.