Getränkte Wochenübersicht (9)

Als Opa noch ein Kind war, da gab es bei ihm daheim zum Wochenende meist die Reste der Woche als Auflauf. Das hieß dann “Getränkte Wochenübersicht” und war, Hand aufs Herz, richtig lecker. Der Begriff “Getränkte Wochenübersicht” allerdings hat sich im Laufe der Jahre verselbstständigt. Irgendwann stand er für Sammelsurien aller Art. Opas “Getränkte Wochenübersicht” wird es jetzt immer samstags geben und die besten Sprüche beinhalten, die er am Schwarzen Brett von seniorbook, einem Internetportal für Menschen ab 45 Jahren, entdeckt hat. Was soll ich sagen? Viel Spaß beim Lesen.

Wie lange eine Minute sein kann, hängt davon ab, auf welcher Seite der Toilettentüre man sich befindet. Berni Gollin aus Gelsenkirchen

Dass der Polizist mir vom Straßenrand gewunken hat, fand ich sehr nett. Dass er mir jetzt hinterher fährt, finde ich aber etwas aufdringlich! Ulla Herb aus Karlsbad

Wieso sagt man eigentlich rüstige Rentner? Weil sie technisch immer besser gerüstet sind: Mit Herzschrittmachern, künstlichen Hüftgelenken … Petra Weeßickned aus Nürnberg

Frage doch mal deinen Chef, was er so beruflich macht … und dann schau dir sein Gesicht an! Susi Ebert aus Bad Elster

Es stimmt, dass Arbeit noch keinen umgebracht hat. Doch, warum ein Risiko eingehen? Sccorpy Immerunterwegs aus Ludwigshafen am Rhein

Mist, ich fühle mich krank, ich glaube, ich habe Montag!!!! Timo-Horst Pauly aus Berlin

Welche Tasten sollten Senioren nie drücken? ALT + ENTF 😀 Susi Von der Küste aus Hannover

Irgendwie ernüchternd

Ein Generationenspielplatz war hier ja schon einmal Thema. Nachdem Oma jetzt aber einen Mehrgenerationenspielplatz quasi in unserer Nachbarschaft ausgemacht hat, haben wir diesen einem echten Härtetest unterzogen, gemeinsam mit unserem jüngsten Enkel. Das Ergebnis, so viel sei schon verraten, war irgendwie ernüchternd. Als wir dort ankamen, waren wir die einzigen Vertreter der Großelterngeneration. Daran sollte sich auch nicht viel ändern, abgesehen von einem etwas älteren Paar, das allerdings nach nicht einmal einer Minute mit ihrem vermutlichen Enkelkind wieder das Weite suchte. Ansonsten dominierten die Mütter, die es jedoch – bis auf wenige Ausnahmen – eher vorzogen, auf der Bank sitzend ein Pläuschchen zu halten, statt das vielfältige Angebot für Mamas und Papas sowie Omas und Opas zu nutzen. So gingen wir denn mit gutem Beispiel voran, wie die beigefügte Bilddokumentation eindrucksvoll beweist. Drei wesentliche Erkenntnisse konnten wir nach unserem intensiven Besuch auf dem Mehrgenerationenspielplatz ziehen: Erstens: Die Erwachsenen-Geräte finden die Kinder nicht so toll. Zweitens: Während die Kinder auf den Kinder-Geräten herumturnen, können sich die Erwachsenen nicht gleichzeitig auf den Erwachsenen-Geräten austoben. Und drittens: Das Spielen ohne die diversen Gerätschaften machte zumindest unserem Enkel am meisten Spaß. Der malte nämliche stundenlang und mit wachsender Begeisterung mit irgendwelchen herumliegenden Stöcken Figuren in den Sand und amüsierte sich köstlich. Was soll ich sagen? Der Spielplatz ist ganz nett. Es muss aber nicht immer teures Spielgerät sein, damit sich Kinder sinnvoll beschäftigen.

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“Alles gut?”

Rollenspiele sind für Kinder, da sind sich die Fachleute einig, äußerst wichtig. Dass sie erst ab einem Alter von drei Jahren einsetzen und es sich zunächst nur um ganz einfache Geschichten handelt, wie es auf einer Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung heißt, kann ich allerdings mit Blick auf unsere Enkel nicht bestätigen. Beide haben sicherlich schon mit zwei Jahren, wenn nicht sogar früher, damit angefangen, in die eine oder andere Rolle zu schlüpfen. Mittlerweile decken sie das gesamte Spektrum dessen, was denkbar ist, ab. Von Vater, Mutter, Kind über Müllmann, Handwerker oder Verkäufer bis hin zu Pilot, Feuerwehrmann, Polizist oder Arzt – in all diese Rollen wird nach Herzenslust hinein- und wieder hinausgeschlüpft, dass es eine wahre Freude ist. Aber im wahrsten Sinne des Wortes weggepackt habe ich mich, als unser Jüngster mit Oma folgende Situation nachgespielt hat: Sie ist vor einen Baum gefahren und liegt (schwer?) verletzt in ihrem Auto. Der Kleine kommt mit großem “Tüta, Tüta” angebraust, ist offensichtlich der Arzt oder Sanitäter, begutachtet die Situation und sagt kurz und trocken: “Da können wir leider nichts machen.” Sprach’s und verschwand. Was soll ich sagen? Dumm gelaufen für Oma. Aber irgendwie schien das den kleinen Mann dann doch nicht in Ruhe zu lassen. Denn irgendwann drehte er sich plötzlich wieder zu Oma um und fragte besorgt: “Alles gut?”.

… Opa sein dagegen sehr

Opas haben es heutzutage wirklich nicht einfach. Da ist man bereits über 60 Jahre alt, hat schon zwei Enkelkinder und muss sich gleichwohl immer wieder den Satz anhören: Sie sehen aber gar nicht aus wie ein Opa. Treue Leser kennen diese Klage. Aber was sich daraus noch so alles ergeben kann, ist bemerkenswert und spottet jeder Beschreibung. Jedenfalls dachte ich, dass ich das Problem dadurch ein wenig entschärfen könnte, indem ich mir einen Bart wachsen lassen würde. Also gab ich dem Rasierapparat ein paar Tage frei – ziemlich voreilig, wie sich herausstellen sollte. Denn nach drei Tagen, als der klassische Drei-Tage-Bart endlich einen Hauch von grauer Farbe erkennen ließ, fragte ich Oma: “Na, sehe ich jetzt älter aus?” Die lachte bloß und meinte: “Du hast trotzdem keine Falten und schaust jung aus den Augen.” Was soll sie auch anderes sagen, dachte ich. Dann wurde meine jüngste Tochter zu Rate gezogen. Die lachte auch bloß nur und sagte – nichts. Und dann kam unser jüngster Enkel und setzte dem Ganze die Krone auf. Als er mich bei seinem letzten Schlaf-Ausflug nach dem Aufwachen in unserem Bett sah, sagt er: “Opa, du musst den Bart wegmachen. Der pikt so.” Was soll ich sagen? Opa werden ist nicht schwer, Opa sein dagegen sehr.

Warten auf Erlösung?

In unserer Nachbarschaft muss sich die Gastfreundschaft von Oma und Opa herumgesprochen haben. In der tierischen auf alle Fälle, denn nach dem Amselpärchen, von dem zumindest der männliche Vertreter weiterhin jeden Tag erscheint, und dem Fuchs, der ebenfalls immer wieder mal vorbeischaut, scheint unser Garten mit all seinen Annehmlichkeiten mittlerweile auch allen anderen Tieren zu gefallen. Die Liste liest sich schon fast wie Brehms Tierleben: Tauben, ganze Schwärme von Drosseln, diverse Katzen der Nachbarn, selbst Mäuse und Ratten, von den Spinnen und Insekten gar nicht zu reden. Und dann ist da noch der Prinz, der sich in Froschgestalt zwischen den Blumenkübeln eingenistet hat, bei jedem Gießen ganz neugierig um die Ecke guckt und offensichtlich auf seine Erlösung wartet. Was soll ich sagen? Leider haben wir nur Enkelsöhne. Und unsere Töchter haben ihre Prinzen schon …

Frosch                                       Hat sich ebenfalls bei Oma und Opa eingenistet.

Kleiner Nachtrag

In meinem letzten Beitrag hatte ich ja über den Schlaf-Ausflug unseres Jüngsten zu Oma und Opa berichtet. Dazu muss ich unbedingt noch einen kleinen Nachtrag machen. Es geht um die Nacht, in der der Kleine zwar durchgeschlafen, sich aber gleichzeitig als Bewegungskünstler der ganz besonderen Art präsentiert hat. Nicht, dass ich schlechter geschlafen hätte als sonst. Auch ohne Enkel im Bett wache ich des Öfteren auf, schaue auf die Uhr, drehe mich wieder rum und schlafe weiter. Aber in dieser Nacht war es anders. Da hatte ich das eine Mal einen Fuß im Gesicht, das andere Mal einen Ellbogen und wieder eine anderes Mal eine Faust und so weiter und so weiter. Kaum ein Körperteil, mit dem ich nicht traktiert worden wäre. Und Oma? Bei der hat er sich immer ganz brav angekuschelt und liebevoll als Löffelchen eingerollt. Was soll ich sagen? Irgendwie sind da bei mir Erinnerungen an meine Kinder wach geworden. Die konnte ich seinerzeit – leider –  allzu oft nur nachts erleben bzw. deren Füße, Knie und Ellbogen. Jetzt weiß ich, warum ich in Anwesenheit meines Enkels trotz aller Attacken so gut geschlafen habe.

Schlaf-Ausflug zu Oma und Opa

Seit geraumer Zeit hat jetzt wieder einer unserer Enkel bei uns geschlafen. Es war der jüngere, der bereits am Nachmittag von seinen Eltern gebracht wurde. Als Erstes hat er  Oma in Beschlag genommen und sie ins Spielzimmer abgeschleppt: “Oma pielen”, lautete das Kommando (ohne “s”), das sie natürlich (trotzdem) sofort befolgte. Währenddessen konnte Opa die restlichen Aufräumarbeiten erledigen, die in seinem Macbook noch ausstanden. Da der Kleine, der nach eigener Aussage mittlerweile ein großer Junge ist, keinen Mittagsschlaf gemacht hatte, machte Opa sich dann gegen halb sechs daran, das Abendbrot zuzubereiten. Und da unser Gast ein echter Feinschmecker ist, hatte Opa entsprechend vorgesorgt: Ćevapčići mit Zwiebelketchup und vier verschiedene Weichkäse, die jeweils in kleinen Kokotten im Ofen bei 200 Grad geschmolzen wurden. Dem Kleinen hat’s prima geschmeckt. Jedenfalls hat er gegessen wie ein Großer und Oma anvertraut: “Lecker war’s.” Um halb acht ging’s dann ab ins Bett. Oma hat noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Dann schlief er auch schon und hat sich erst am nächsten Morgen nach neun wieder gemeldet. Nach einem ausgiebigen Frühstück und der obligatorischen Spieleinheit mit Oma neigte sich der Schlaf-Ausflug zu Oma und Opa auch schon wieder dem Ende zu. Was soll ich sagen? Schön war’s. Jetzt warten wir schon voller Sehsucht auf den Großen. Der will demnächst nämlich auch wieder einmal bei Oma und Opa schlafen.

Getränkte Wochenübersicht (8)

Als Opa noch ein Kind war, da gab es bei ihm daheim zum Wochenende meist die Reste der Woche als Auflauf. Das hieß dann “Getränkte Wochenübersicht” und war, Hand aufs Herz, richtig lecker. Der Begriff “Getränkte Wochenübersicht” allerdings hat sich im Laufe der Jahre verselbstständigt. Irgendwann stand er für Sammelsurien aller Art. Opas “Getränkte Wochenübersicht” wird es jetzt immer samstags geben und die besten Sprüche beinhalten, die er am Schwarzen Brett von seniorbook, einem Internetportal für Menschen ab 45 Jahren, entdeckt hat. Was soll ich sagen? Viel Spaß beim Lesen.

Wenn ein Mann einer Frau die Autotür öffnet, ist entweder die Frau oder das Auto neu. Eleonore Bessler aus Stuttgart 

Wie soll sich der Bauer verhalten, wenn seine Frau sagt: “Sieh’ zu, dass du Land gewinnst!” ??? Kirstin Müller aus Bayreuth 

Es gibt Männer mit Waschbrettbauch, und dann welche mit Waschbärbauch. Rosemarie Lachnit aus Drolshagen 

Ich hatte heute die Erkenntnis, dass Milch irgendwie mehr reinhaut als Alkohol – oder kann sich einer von euch noch an die ersten Jahre seines Lebens erinnern. Jörg Pinkenburg aus Ritterhude 

Dir geht es gut? Du bist rundum glücklich? Dein Leben läuft in geraden Bahnen? – Keine Sorge. Das geht vorbei!!! Barbara Susanna aus Speyer 

Manchmal hat es wirklich keinen Sinn, die Stirn zu fletschen und die Zähne zu runzeln. Petra Weeßickned aus Nürnberg 

Ich erfinde demnächst das Rad neu … Evelyn Schlipps aus Bad Rothenfelde

Benehmen Glücksache?

Bei einigen Menschen, man muss es leider sagen, ist Benehmen Glücksache. Dabei wäre guter Rat gar nicht mal teuer. In verschiedenen Antiquariaten kann man heute noch das seinerzeit für den Preis von 3 1/2 Mark angebotene Buch “Der gute Ton oder das richtige Benehmen” für 9 bis 58 Euro (dann aber mit Goldschnitt) erwerben – je nach Zustand. Das Büchlein stammt aus dem Jahre 1898 und ist “ein Ratgeber für den Verkehr in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. Ein Hausschatz, in dem man Belehrung über das findet, was sich schickt und nicht schickt, wie man sich in diesem oder jenem Falle zu benehmen hat.” Heute nun soll vom Essen die Rede sein. Dazu weiß der Ratgeber: “Jeder bemühe sich, die Kunst des Essens recht vollkommen zu erlernen und zu handhaben, damit dem Zuschauer nicht der Appetit vergehe, sondern er welchen bekomme. Wie jede Kunst, so ist auch diese keineswegs leicht und einfach. Es ist viel Geduld, Ausdauer und beständige Uebung nötig, um sie in allen Winkelzügen zu begreifen und richtig auszuüben. Darum ist es am besten, man gewöhnt die Kinder gleich vom dritten Jahre an den richtigen Gebrauch der Werkzeuge, welche wir beim Essen benutzen; denn ‘früh übt sich, was ein Meister werden will’, und ‘jung gewohnt, alt getan’.” Was soll ich sagen? Ziemlich spät finde ich. Unsere Enkel können mit zwei bzw. drei Jahren schon ziemlich perfekt mit ihren Werkzeugen umgehen.

Der gute Ton                                 Guter Rat für gutes Benehmen muss nicht teuer sein.

 

Wenn Bären Katzen sind

Oma und ich sind neulich in eine dieser im wahrsten Sinne des Wortes sagenhaften Shoppingwelten der Stadt eingetaucht. Da gibt es ja von Arzneimitteln über Eis und Dessous bis hin zu Schuhen, Sportartikeln, Tabakwaren und Zeitungen so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Nicht zu vergessen Spielwaren, die mit Blick auf unsere Enkel natürlich in unserem engeren Fokus liegen. Und vermutlich ist das auch der Grund dafür, warum Oma das Plakat überhaupt aufgefallen ist. Jedenfalls sagte sie: “Schau doch mal.” Dann lotste sie mich zu dem Schaufenster, vor dem ich sicherlich ausgesehen habe wie der Ochs vorm Berg. Wurde da doch in großen Buchstaben “UNSER BÄR DER WOCHE” angepriesen, darunter aber ein “Knuddeliges Kätzchen” abgebildet – und das zudem noch um sieben Euro reduziert. Als ich eine der jungen Verkäuferinnen ansprach und wissen wollte, wie denn aus Bären Katzen würden, meinte sie mit diesem typischen, unwiderstehlichen Verkäuferinnenlächeln: “Das ist Bärenmagie.” Was soll ich sagen? Irgendwie verwirrend. Seitdem denke ich darüber nach, wie ich meinen Enkeln erklären soll, dass Bären wie Katzen aussehen, oder sind, oder umgekehrt. Ach was, vielleicht muss ich das gar nicht erklären und sie verstehen das ohnehin besser als ich.

IMG_0507                              Irgendwie verwirrend: Der “BÄR DER WOCHE” ist ein Kätzchen.