Nicht alles schlecht

Unsere beiden Enkel sind ja ziemlich technikaffin. Jedenfalls können sie mit den iPhones und iPads ihrer Eltern schon problemlos umgehen. Wer die beiden Geschichten “Wie iPad-Puzzle!” und Schon toll unsere Enkel gelesen hat, ist ja bestens im Bilde. So mancher Leser wird sich dabei allerdings gefragt haben, was passiert, wenn die Jungs dann irgendwann einmal auch bis zum Internet vordringen. Die Sorge, die da mitschwingt, ist durchaus berechtigt, zumal viele Eltern selber nicht genau wissen, wie sie mit dem Medium umgehen sollen. Bei meinen Streifzügen durchs Netz und der Suche nach nützlichen Familienthemen bin ich jetzt auf eine Seite gestoßen, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet ist und Eltern die Möglichkeit bietet, gemeinsam mit ihren Kinder erste Gehversuche durch die große weite Welt des Internets zu unternehmen. klick-tipps.net heißt die Seite, die ich guten Gewissens empfehlen kann. Was soll ich sagen? Es ist nicht alles schlecht, was im Netz steht. Man muss die guten Sachen eben nur finden.

Windpocken, nicht ansteckend

Unser ältester Enkel war jetzt bei einer großen Veranstaltung, die sich um den Tag der Technik 2013  drehte und bei der über 90 andere Kinder waren. Der bekannte TV-Moderator Stefan Gödde hatte sich ebenfalls die Ehre gegeben und der Veranstaltung mit seinem unnachahmlichen Charme eine ganz besondere Note verliehen. Es gab natürlich viel Technisches, das in der Tat begeisterte. Was die Teilnehmer aber im wahrsten Sinne des Wortes noch mehr bewegte, waren die dort auftretenden “Windpocken”. Die sind nach eigener Aussage “zwar brandgefährlich, aber nicht ansteckend”. “Windpocken” ist nämlich die deutsche Übersetzung für “Catapora”, wie die Trommelgruppe tatsächlich heißt und was im Portugiesischen eben für Windpocken steht. In der Tupí-Sprache der Ureinwohner Brasiliens bedeutet es aber auch soviel wie “Springendes Feuer”. Kein Wunder also, dass es auf der Website der Band heißt: “Wenn ihr also ein Kribbeln in euren Füssen verspürt und eure Glieder anfangen, rhythmisch zu zucken, dann seid vielleicht auch ihr entbrannt.” Was soll ich sagen? Die Inkubationszeit bei der Veranstaltung ließ sich in Sekunden messen. Den brasilianischen Rhythmen konnte sich keiner entziehen, auch nicht unser Enkel, der jetzt unbedingt Trommler werden will. Dann kann er ja gleich bei “Catapora” anfangen. Da hätte sogar Opa Spaß dran. Allerdings hat der bei weitem nicht so viel Rhythmusgefühl wie sein kleiner Großer.

Wenn “Opa” bröselt

“Opa” verursacht derzeit bundesweit ziemliche Probleme, und kostspielige dazu. An erster Stelle leiden die Straßenbauer. Aber auch die Politiker machen sich berechtigte Sorgen. Denn “Opa” reißt riesengroße Löcher, erst in die Straßen, dann in die Staatsfinanzen. Immerhin liegt “Opa” auf rund 400 Kilometern Autobahn herum und – bröselt. Wenn man bedenkt, dass “Opa” pro Kilometer 400.000 Euro kostet, wird die Dimension klar. Die Suche nach einem Ersatz für “Opa” läuft auf Hochtouren. Splitt-Mastix heißt die neue Zauberformel des Stoffes, der “Opa” ablösen soll, aber noch nicht zugelassen ist. Seien Sie ehrlich, Sie haben keine Ahnung, wovon hier überhaupt die Rede ist. Es geht um Flüster-Asphalt oder auch offenporigen Asphalt, kurz “Opa” genannt, der sich früher als erwartet allerorten in Wohlgefallen auflöst. Was soll ich sagen? Ein richtiger Opa ist dann doch sehr viel widerstandsfähiger, ein ganzer Kerl eben, kostet deutlich weniger und lebt länger.

Prachtstück alter Technik

Unser Trauerfall, der schon unter der Überschrift “Der Kreis des Lebens” Thema war, beschäftigt uns zwangsläufig immer noch. Vor allem die Auflösung der Wohnung von Uri braucht seine Zeit. Dabei hätte meine Mutter ihre wahre Freude gehabt, wie viele von ihren Sachen auch bei ihren Enkeln untergekommen sind und Verwendung finden. Es gibt aber natürlich auch Dinge, bei denen erübrigt sich jede Diskussion, ob man sie auf den Weg alles Irdischen gibt. Dazu gehörte ganz sicher der Fernseher meiner Mutter, der zwar nicht ganz so alt war wie sie, aber für derartige Geräte doch schon sehr betagt. Jedenfalls besaß er noch eine Bildröhre und wog – gefühlt – mehrere Tonnen. Für alle diejenigen, die nicht mehr wissen, was eine Bildröhre ist, hier der Link zu Wikipedia. Um es an dieser Stelle aber kurz zu machen: Wir haben dieses Prachtstück alter Technik in einem der örtlichen Recyclinghöfe ordnungsgemäß entsorgt. Das hätten wir nach Ansicht unseres ältesten Enkels aber nicht tun sollen. “Den hätte ich gerne für mein Zimmer gehabt”, erklärte er seiner Mutter, die ihn offensichtlich ziemlich überrascht anschaute. “Opa hat mich überhaupt nicht gefragt”, legte er noch kurz und trocken nach. Was soll ich sagen? Er wäre so oder so enttäuscht worden. Unsere Töchter haben vor dem 18. Lebensjahr auch keinen Fernseher auf ihr Zimmer bekommen.

Des anderen Opas iPad

Gehören Sie zu den Menschen, die millionenfach diesen Film auf Youtube oder sonst wo angeklickt haben? Wenn nicht, muss erst einmal die Beschreibung reichen. Also: Tochter und Vater stehen in der Küche. Sie schneidet im Vordergrund Kartoffeln in einen Topf. Er hackt im Hintergrund offenbar Kräuter. Dabei entwickelt sich folgender Dialog. “Sag mal Papa, ich hab’ dich noch gar nicht gefragt: Wie kommst du eigentlich mit dem neuen iPad zurecht, das wir Dir zum Geburtstag geschenkt haben?” – “Gut.” – “Und mit den ganzen Apps kommst Du klar?” – “Was denn für Apps? Geh’ mal ein Stück zur Seite.” Als der Vater an den Topf will, macht die Tochter bereitwillig Platz. Der Vater, der aufgrund seines Alters ganz sicher Opa ist, hält sein Schneidebrett über den Topf und streicht unter den entsetzten Blicken seiner Tochter die Kräuter in den Topf, klopft mehrfach mit dem Messer auf das Brett, geht zur Spüle, hält das Teil von beiden Seiten unter Wasser und stellt es in die Spülmaschine. Spätestens an dieser Stelle ist auch dem letzten Betrachter klar geworden, dass das gerade kein Schneidebrett, sondern ein iPad war. Den mittlerweile völlig entgeisterten Blick seiner Tochter quittiert er im wahrsten Sinne des Wortes harm- und arglos mit der Frage: “Was ist?” Was soll ich sagen? Der Sketch von Martina Hill als Knallerfrau ist klasse. Aber so doof sind wir Opas dann doch nicht.

Ein Tag offline

Es war schrecklich. Heute konnte ich bis zum Abend nicht auf meinen Blog zugreifen. Da wird einem erst einmal wieder bewusst, wie abhängig wir mittlerweile von der Technik (geworden) sind. Diejenigen, die mit mir über Facebook oder Twitter verbunden sind, habe ich ja kontinuierlich informieren können. Die anderen aber werden sich sicher gefragt haben: Warum gibt es heute von Opa nichts Neues. Nun bin ich wieder online. Was soll ich sagen? Ein Tag offline ist schlimmer als ein Tag Krankenhaus. Dort bin ich nämlich – was Computer und Kommunikation betrifft – immer ziemlich schnell arbeitsfähig und mit der Welt verbunden.

PS: Den ursprünglich geplanten Beitrag gibt es natürlich trotzdem.

Opa verzichtet auf Tumblr

Irgendwie habe ich jetzt ein schlechtes Gewissen. Meine armen Kinder und Enkel. “Coole Marken können ihren Nimbus ganz schnell verlieren. Diese bittere Erfahrung musste auch Apple machen. ‘Forbes’ berichtet, Jugendliche fänden die Produkte mit dem Apfel nicht mehr cool. Grund dafür sei in erster Linie, dass alle Erwachsenen Apple-Produkte benutzten – und was die eigenen Eltern benutzen, das könne nicht cool sein. Der Höhenflug des  US-Unternehmens neige sich unweigerlich dem Ende zu. Jetzt ist Facebook an der Reihe – aus ähnlichen Gründen”, berichtet der Tagesspiegel in Berlin in seiner heutigen Ausgabe unter der Überschrift “Facebook ist out – Tumblr ist in”. Wenn ich das gewusst hätte. Nun sitze ich hier und überlege, wie ich schnellstmöglich all meine Apple-Geräte entsorgen kann. Auf Einträge bei Tumblr werde ich selbstverständlich verzichten. Meine Accounts bei XING, LinkedIn, Twitter, Facebook und sonst wo werde ich unverzüglich, so das denn überhaupt möglich ist, löschen. Und diesen Blog werde ich natürlich auch einstellen. Was soll ich sagen? Nein, das mache ich doch nicht. Meine Enkel finden mich, glaube ich, ganz schön cool. Und meine Kinder? Die haben sich bislang jedenfalls auch nicht groß beschwert.

Schon toll unsere iEnkel

Es ist immer wieder erstaunlich, was Kinder alles können. Noch erstaunlicher ist aber, wie schnell sie lernen. Unser erster Enkel konnte kaum stehen, da wusste er bereits, wie man ein iPhone entriegelt. Und wenn sein kleiner Finger den Pfeil einmal nicht nach rechts schieben konnte, wurde ein in der Nähe befindlicher Erwachsenenfinger bemüht. Ebenso war es mit dem iPad. Obwohl ihm niemand gesagt hatte, wie es funktioniert, hatte er den Dreh sofort raus. Danach dauerte es nicht mehr lange, bis auch die MacBooks und iMacs vor ihm nicht mehr sicher waren. Dabei schaffte er es immer, Shortcuts zu entdecken, von deren Existenz ich nicht einmal etwas geahnt hatte. Nun wiederholt sich das ganze mit Enkel Nummer 2. Der kleine Mann legt bei der Entdeckung der iWelt mehr oder weniger das gleiche Tempo an den Tag wie sein Cousin. Was soll ich sagen? Schon toll unsere iEnkel.