Pizza backen und essen ist für unseren ältesten Enkel das Größte. Abgesehen davon, dass er mit seinen vier Jahren die Pizza schon fast alleine hinbekommt und tierischen Spaß an der Kocherei in der Küche hat, rangiert dieses italienische Gericht auch noch aus einem ganz anderen Grund ganz oben auf der Wunschliste: Die Pizza ist untrennbar mit Fernsehen verbunden. Also entwickelte sich, als abends wieder einmal das Fladenbrot auf dem Speisezettel stand, folgender Dialog: „Papa, können wir die Pizza beim Fernsehen essen?“ Der machte es kurz und bündig und entschied: „Ja.“ Damit ging der kleine Mann dann zu seiner Mutter und teilte ihr mit: „Mama, Papa meint, wir können die Pizza beim Fernsehen essen.“ Daraufhin fragte sie: „Und wenn ich jetzt nein sage, was wäre dann?“ Unser Enkel überlegte kurz und erwiderte: „Dann müsst ihr so lange streiten, bis einer gewinnt.“ Was soll ich sagen? Wenn die Welt doch immer so einfach wäre.
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Ganz schön schwierig
Franchising ist ein auf Partnerschaft basierendes Vertriebssystem mit dem Ziel der Verkaufsförderung. Dabei räumt ein Unternehmen, das als so genannter Franchisegeber auftritt, seinen Partnern (den Franchisenehmern) das Recht ein, mit seinen Produkten oder Dienstleistungen unter seinem Namen ein Geschäft zu betreiben. So jedenfalls schreibt es der Deutsche Franchise-Verband e.V. auf seiner Webseite. So weit, so gut. Als sich neulich meine älteste Tochter mit jemandem über das Thema unterhielt und dabei das Wort „Franchise“ in den Mund nahm, protestierte ihr anwesender Sohn und meinte ganz vorwurfsvoll: „Man soll doch nicht Scheiß sagen!“ Und was soll ich jetzt sagen? Alles ganz schön schwierig.
Andere Prioritäten
Der Traum einer jeden Frau: Schöne, gepflegte Hände, lange und farbenfroh lackierte Fingernägel. Nicht viel anders geht und ging es unserer ältesten Tochter, die ganz stolz darauf war, dass ihre Nägel so lange der unvermeidbaren Hausarbeit standgehalten hatten. Und als sie, vermutlich ihre roten Fingernägel betrachtend, im Kindergarten auf unseren jüngsten Enkel stieß, fielen auch ihm die Hände seiner Tante auf. Aber statt nun mit einem anerkennenden Kompliment zu punkten, ließ er gar nicht gentlemanlike vom Stapel: „Du musst unbedingt mal deine Nägel schneiden!“ Was soll ich sagen? In dem Alter haben Männer eben noch andere Prioritäten.
“Nein Oma, du bist nicht alt”
Unser jüngster Enkel wollte neulich unbedingt mit Oma Vater-Mutter-Kind spielen. Die Rollenverteilung war klar: Er der Vater, Oma die Mutter. Und das Kind? Dazu erkor Oma ihre alte Lieblingspuppe „Petertje“, mit der sie schon in frühester Kindheit gespielt hatte und die sicherlich nicht mehr ganz zeitgemäß daherkommt. Anfangs ging „Petertje“ ja noch kommentarlos durch. Als sich der Kleine die Puppe aber genauer angesehen hatte, meinte er: „Die sieht ja hässlich aus und ist viel zu alt.“ Als Oma versuchte, ihm zu erklären, dass die Puppe halt schon so alt wie sie selbst sei und sie ja mittlerweile auch schon etliche Jahre auf dem Buckel hätte, widersprach er energisch: „Nein Oma, du bist nicht alt.“ Was soll ich sagen? Der verklärte und glückselige Blick von Oma war unbezahlbar.
Omas Lieblingspuppe „Petertje“, in einem Stuhl, den Opas Großvater gezimmert hat.
Uri ist nicht vergessen
Uri, meine vor knapp einem Jahr im Alter von 92 Jahren verstorbene Mutter, ist nicht vergessen. Auch und vor allem unsere Enkelsöhne kommen immer wieder auf sie zu sprechen. In der Silvesternacht beispielsweise sorgte sich der eine, sie könnte durch die vielen Raketen erschreckt werden. Der andere freut sich ob eines bevorstehenden Fluges schon darauf, ihr im Himmel sozusagen hallo sagen zu können. Auch interessiert die beiden sehr, wie und wo sie denn genau ist. Da fallen die Antworten manchmal nicht leicht. Auf der einen Seite will man die Kinder nicht belügen, auf der anderen Seite sollen die Antworten kindgerecht sein. Wer zu dem Thema mehr wissen will, dem kann vielleicht die Internetseite Kindertrauer weiterhelfen. Auch das Experteninterview auf einer Seite des WDR ist gegebenenfalls nützlich. Letztlich muss aber jeder für sich die eigenen Worte finden. Was soll ich sagen? Der Tod gehört zum Leben, so schwer das manchmal auch nachzuvollziehen ist.
Lesen im Dunkeln
Unser jüngster Enkel kann schon lesen, obwohl er noch keine drei Jahre alt ist. Jedenfalls tut er so, und das auch noch ziemlich überzeugend. So wartete er in unserem seinem Spielzimmer jüngst mit einem Blatt Papier in der Hand und einer bemerkenswerten Brille auf der Nase auf und las seiner Mutter und Großmutter vor. Dass er extra das Licht ausgeschaltet hat, weil er dann mit seiner Brille besser lesen konnte, sei nur am Rande erwähnt. Und so las er denn: „Hier steht, man muss immer dieses Spiel spielen.“ (Anmerkung von Opa: Es geht um das Spiel „Vogelnest“, mit dem schon unsere Kinder so gerne gespielt haben.) Oder: „Hier steht, man muss immer hier baden.“ (Anm. von Opa: Er badet für sein Leben gerne bei uns.) Oder: „Hier steht, man muss immer hier schlafen.“ (Anm. von Opa: Er schläft halt ausgesprochen gerne bei uns.) Was soll ich sagen? Praktisch, so eine Lesebrille im Dunkeln. Wäre sicher auch was für Oma und Opa …
Schauspielerisches Talent
Klaas und Joko haben am Tag vor Weihnachten zusammen mit ihrem Gast Thomas D. und Oma Erika vorgemacht, wie man richtig Weihnachtsgeschenke auspackt und, auch wenn man nicht so begeistert ist, sich nichts anmerken lässt. Dieser Teil von CIRCUS HALLIGALLI (zirka nach zweieinhalb Minuten) war wirklich Spitze. Schade nur, dass die Sendung erst nach 22 Uhr ausgestrahlt wurde. Da hat unser jüngster Enkel längst schon geschlafen. Trotzdem, so wusste seine Mutter zu berichten, hat er die Sprüche und Gesten des Duos und seiner Gäste bei der Bescherung an Heiligabend bei den Geschenken, die nicht ganz oben auf seinem Wunschzettel gestanden haben, voll drauf gehabt. “Oooh, cool”, ließ er beispielsweise beim Auspacken wissen und wandte sich sogleich dem nächsten Geschenk zu, natürlich von der Bemerkung begleitet: “Nee, ne.” Was soll ich sagen? Schauspielerisches Talent hat der kleine Mann, das steht außer Frage.
Sorgen um den Nikolaus
Unser ältester Enkel glaubt ganz fest an den Weihnachtsmann, den es ja bekanntlich auch gibt. Und er macht sich Sorgen. Sorgen um den Nikolaus, der ja zuweilen bei bösen Kindern die Rute einsetzen muss(te). Selbst wenn da Knecht Ruprecht das ausführende Organ ist bzw. war, muss sich der heilige Mann dies doch zuschreiben lassen. Und diesbezüglich fragt sich nun unser Enkel, ob der Nikolaus an Heiligabend vom Weihnachtsmann überhaupt bedacht worden ist, nachdem er ja auch Kinder geschlagen haben kann. Was soll ich sagen? Tja, das ist in der Tat ein ganz schönes Dilemma.
Starke Sprüche von anderen
“Oma, Oma, er hat überhaupt nicht gebohrt”, konnte ich nach meinem jüngsten Zahnarztbesuch meiner Frau berichten, so wie eben die letzten Jahre auch. Prophylaxe, Zahn-TÜV, fertig! Allerdings war in diesem Jahr dann doch etwas anders. Beim alljährlichen Austausch von Neuigkeiten kam von meiner Seite natürlich auch Opas Blog zur Sprache, für den mein Zahnarzt sogleich eine passende Geschichte beizusteuern hatte: Als seine Kinder noch kleiner waren, stand ein Stadtbummel auf dem Programm. Als die Familie losfahren wollte, meinte seine Frau: “Ich muss mich nur noch eben schminken.” Daraufhin wollte eines der Kinder wissen: “Als was denn?” Was soll ich sagen? Nicht nur unsere Kinder und Enkel haben starke Sprüche auf Lager, andere eben auch.
Halbes Haus
Architekten kommen ja auf die tollsten Sachen. In Hamburg beispielsweise hat St. Pauli seit geraumer Zeit ein neues Wahrzeichen: Die Tanzenden Türme des Stararchitekten Hadi Teherani. Die Medien haben dem Gebäudekomplex natürlich auch schon einen Spitznamen gegeben: Das schräge Haus auf der Reeperbahn bzw. der schiefe Turm von St. Pauli. Derartiges ist dem BahnTower des Architekten Helmut Jahn in Berlin bislang erspart geblieben. Von Beginn an hieß das Gebäude BahnTower. Unser ältester Enkel war da jetzt allerdings erfinderischer. Als er mit seiner Mutter am Potsdamer Platz vorbeikam, betrachte er die Glaskonstruktion eine Weile und hatte dann auch einen Namen: Halbes Haus. Was soll ich sagen? Na, das passt doch, zumal in Berlin ja so ziemlich alles einen Spitznamen hat.


