Buchstabensalat

Also, mich ärgert es am meisten, wenn ich wieder einmal feststellen muss, dass sich ein Rechtschreibfehler in meine Texte geschlichen hat. Meistens sind es Buchstabendreher, die ich zu später oder früher Stunde übersehen habe. Ich korrigiere sie dann eigentlich immer sofort. Der Ärger aber bleibt. Dabei habe ich eigentlich gar keine Chance, solchen Buchstabensalat zu bemerken. Der englische Sprachwissenschaftler Graham Rawlinson berichtete einmal über einen Versuch, den er im Zusammenhang mit seiner Dissertation über “The significance of letter position in word recognition” (Die Bedeutung der Buchstaben-Position in der Worterkennung) unternommen hatte und bei dem den Probanden verfälschte Texte vorgesetzt worden waren: “Je besser jemand liest, desto weniger bemerkt er die Verfremdung. Manchmal haben Leute eine ganze Seite gelesen, auf der kein Wort außer den sehr kurzen richtig geschrieben war, und wenn wir sie fragten, ob ihnen etwas aufgefallen sei, sagten sie, da waren vielleicht zwei, drei Tippfehler.” Was soll ich sagen? Es ist halt so. Probieren Sie es einfach selber aus. Hier die ersten Sätze dieses Blogs noch einmal: Aslo, mcih äergrt es am mestien, wnen ich weeidr eamnil fesltteesln msus, dsas scih ein Richseetbeheflcrhr in mniee Ttexe gscleheichn hat. Meiensts snid es Beeceuhsbhtdranr, die ich zu stäper oedr feürhr Sdunte üebersehn hbae. Ich kgerriorie sie dnan eneiciltgh iemmr soorft. Der Ägrer aebr bielbt …

Hamburger mal anders

Als letztens die Familie zum Kaffeetrinken zu Besuch war, gab’s nicht nur Kaffee und Kuchen. Ich hatte mir noch etwas Besonderes ausgedacht und tief in meine Kochtrickkiste gegriffen. “Will jemand einen Hamburger?”, habe ich vor allem unsere Kleinen gefragt. Vollkommen überraschend schrien die Beiden sofort: “Jaaaaaaaaaa!!!!!!!” Also begab ich mich in die Küche und machte Hamburger. Das vollständige Rezept gibt’s in Opas Kochbuch, hier aber schon mal vorab die Zutaten: Blätterteig, Eis, Schokoladensoße, Sahne, Puderzucker und Minzeblätter. Aus dem Blätterteig wird das Hamburger-Brötchen gemacht, das Eis ist sozusagen die Fleischbeilage, Schokoladensoße und  Sahne sind Ketchup und Mayonnaise, die Minzeblätter die Salatdekoration. Und der Puderzucker rundet die Sache ab. Als unser Ältester dann seinen Nachtisch-Hamburger vor sich hatte, wollte er gleich loslegen und das Teil eben wie einen Hamburger in die Hände nehmen. Wir konnten ihn gerade noch davon abhalten, eine Riesenschweinerei zu veranstalten. Was soll ich sagen? Hamburger ist eben nicht gleich Hamburger.

“Also, ich habe gehört …”

Unser ältester Enkel fühlt sich langsam erwachsen. Jedenfalls gibt er sich seit geraumer Zeit entsprechend. Denn wenn wir so in der Familie zusammensitzen und uns unterhalten, dann verspürt er offenbar den unwiderstehlichen Drang, sich an der Konversation zu beteiligen. Zu Beginn hat er einfach drauflosgebrabbelt und dazwischengeredet. Das wiederum fand seine Mutter gar nicht gut und hat ihm erklärt, dass es so etwas wie Spielregeln auch bei Gesprächen gibt. Das hat er schnell begriffen und geht nunmehr ausgesprochen charmant, aber doch bestimmt mit der Frage dazwischen: “Darf ich jetzt auch was sagen?” Das zieht in den meisten Fällen. Wenn er dann – für ihn offenbar ziemlich überraschend – das Wort erhält, heißt es nach einer kurzen Schrecksekunde: “Also, ich habe gehört …” Dann fällt ihm aber zuweilen doch nichts Spannendes ein und er verzichtet auf seinen anvisierten Beitrag. Was soll ich sagen? Das sollten manche Erwachsene hin und wieder auch mal tun.

… doch lieber ins Allgäu

Familien-Wellness mit Kindern liegt im Trend, melden verschiedene Medien und berichten darüber, dass es mittlerweile sogar spezielle Wellness-Anwendungen für Kinder gibt. Gesichtsmasken und Schoko-Massagen für Fünfjährige sollen der letzte Schrei auf dem (Hotel-)Markt sein. Gott sei Dank gibt es noch vernünftige Menschen, die halten davon “gar nichts” und bezeichnen solche Angebote als “furchtbar”, “fragwürdig” und nicht “kindgerecht”. Darüber hinaus warnen Experten davor, Kinder vor dem dritten Lebensjahr überhaupt mit in die Sauna zu nehmen. Die grundsätzliche Frage, die sich Eltern stellen sollten, sei, ob sie besser in einem Wellnesshotel mit Familienbereich oder einem Familienhotel mit Wellnessbereich aufgehoben sind. Was soll ich sagen? Ich glaube, ich nehme meine Enkel, wenn Sie denn einigermaßen gut zu Fuß sind, doch lieber zum Wandern mit ins Allgäu, in dem schon mein Großvater mit mir durch die wunderschöne Landschaft gezogen ist.

Alt-Opa im Ällgau

Nachtrag: Mit diesem Beitrag nehme ich an der Eltern-Kind-Blogparade: April 2013 teil.

De ovis paschalibus

Georg Franck von Frankenau möge mir verzeihen. Aber eine bessere Überschrift als ihm ist mir zum Thema Ostereier auch nicht eingefallen. Unter eben der Überschrift “De ovis paschalibus” hat der deutsche Mediziner und Botaniker 1682 (andere sagen 1678) erstmals im deutschsprachigen Raum den Osterhasen und die Eier, die er bringt, erwähnt. Und so soll er denn auch hier zitiert werden: “… im Elsaß und den angrenzenden Gegenden nennt man diese Eier Haseneier auf Grund der Fabel, mit der man Einfältigen im Geiste und Kindern weismacht, der Osterhase lege solche Eier und verstecke sie in den Gärten im Grase, damit sie von den Kindern zum Ergötzen der lächelnden Erwachsenen desto eifriger gesucht werden.” Der Osterhase stand aber auch schon bei den alten Griechen und Römern hoch im Kurs, als Symbol für neues Leben, als Sinnbild für Fruchtbarkeit. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Verbindungen zwischen Ei und Hase, die es lohnt einmal nachzulesen, aber hier zu weit führen. Erwähnt werden soll aber, dass es auch noch andere Tiere gab, die dem Osterhasen Konkurrenz gemacht haben, sich am Ende aber nicht durchsetzen konnten: Der Kuckuck (Schweiz), der Storch (Thüringen), der Hahn mit der Kiepe (Österreich, Oberbayern, Sachsen und Schleswig-Holstein) oder der Fuchs (Westfalen und Raum Hannover), sie alle färbten und versteckten einmal Eier. Was soll ich sagen? Der Hase sollte vielleicht auch noch zum Symbol für Durchsetzungsvermögen gekürt werden. Da gibt es bislang nämlich nichts Treffendes.

“Aba kakki Oing Dokok”

Sie wissen nicht, was “Nella!”*, “Nane da?”* oder “Weihnamann …”* bedeuten? Dann sind Sie als Tagesmutter oder Tagesvater nicht geeignet. Mit diesen Wortkreationen kleiner Kinder auf Großplakaten hat das Bundesfamilienministerium jedenfalls versucht, Frauen und Männer für die Kinderbetreuung zu begeistern. In wieweit dies gelungen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Inspirieren lassen hat sich das Ministerium oder die beauftragte Agentur bei den Entwürfen aber vielleicht vom Familienmagazin “Schlingel” der Leipziger Volkszeitung. Die Redaktion hatte ihre Leser aufgefordert, die besten Aussprüche des Nachwuchses einzusenden, und daraus ein Kindermund-Lexikon mit den lustigsten Wörtern der Marke Eigenbau auf der Webseite des Magazins veröffentlicht. Da sind in der Tat starke Wortschöpfungen dabei wie “Aba kakki” (Aber zackig), “Frau Söse” (Frisöse), “Oing Dokok” (Onkel Doktor) oder “Pingelpien” (Pinguin). Ich kann von unserem Nachwuchs aber auch noch den einen oder anderen Brüller beisteuern: “dei” (zwei), “eiben” (arbeiten), “hilti” (geht nicht), “Lachdawine” (Dachlawine) oder “Omabus” (Omnibus) … Was soll ich sagen? Es geht doch nichts über Kinder-Kauderwelsch. Was die Kleinen wohl aus diesem Wortpaar machen würden?

* “Du holst mich nicht ein. Ich bin schneller.”, “Zum Nachtisch nehme ich bitte Banane, ja?”, “Das muss der Weihnachtsmann sein …”

Gift of Grandparents

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Viele Fotos haben diese Metapher schon bestätigt. Aber jetzt bin ich auf eine Fotoserie aufmerksam geworden, die in ihrer Aussagekraft und Eindringlichkeit kaum zu überbieten ist. In 26 eindrucksvollen Bildern stellt der 1950 geborene US-amerikanische Fotograf und Fotojournalist Steve McCurrey dar, welchen Wert Großeltern für ihre Enkelkinder haben. Unter der Überschrift “Gift of Grandparents” zitiert der mehrfache “Photographer of the Year” den US-amerikanischen Schriftsteller Alex Haley mit den Sätzen “Nobody can do for little children what grandparents do.
Grandparents sort of sprinkle stardust over the lives of little children.” und macht die bedingungslose Liebe von Großeltern für ihre Enkelkinder sicht- und greifbar. Was soll ich sagen? Einfach McCurrey’s Blog anschauen.

Aluminiumhochzeit

Oma und Opa hatten Hochzeitstag und sind jetzt 37 Jahre verheiratet. Auf einer dieser Webseiten, die die Hochzeitstage beschreiben, heißt es: “Alte Liebe rostet nicht! Genauso wenig rostet Aluminium, weshalb am 37. Hochzeitstag die Aluminiumhochzeit gefeiert wird. In seiner Form wird Aluminium nach 35 Jahren nicht mehr so aussehen wie im Neuzustand. Viele Dellen, Beulen und Kratzer konnten seiner Beschaffenheit aber nichts anhaben. In der Ehe ist es wie beim Aluminium, sie hat durch schlechte Zeiten ebenfalls Beulen und Kratzer bekommen, die ihr allerdings in der Beschaffenheit nichts anhaben konnten.” Wir werden oft gefragt: “Wie habt Ihr das geschafft?” Was soll ich sagen? Nun ja, um auf die Dellen, Beulen und Kratzer zurückzukommen, man muss halt zusehen, dass sie nicht zu tief werden. Und hin und wieder sollte man sich auch daran machen, die eine oder andere Delle auszubeulen und den einen oder anderen Kratzer blank zu polieren. Es lohnt sich. Ich jedenfalls würde Oma wieder heiraten.

Geburtstag des Osterhasen?

Nein, Ostern ist nicht der Geburtstag des Osterhasen. Auch wenn bei den obligatorischen Umfragen zu den verschiedenen christlichen Festen und Feiertagen in konstanter Regelmäßigkeit die abenteuerlichsten Antworten herauskommen, werden diese Aussagen durch permanente Wiederholung nicht richtig. In dieser Woche verhält es sich vielmehr so: Die “Kar”-Woche leitet sich ab von dem Wort “Kara”, das im Althochdeutschen Klage, Kummer oder Trauer bedeutet. Die Woche beginnt mit dem “Palmsonntag”, dem Tag, an dem Jesus begeistert und mit Palmen in Jerusalem empfangen wurde. Am Donnerstag, dem “Gründonnerstag” gedenken die Christen des letzten Abendmahls, das Jesus und seine Jünger hielten. Am “Karfreitag” wird der Kreuzigung gedacht, der “Karsamstag” ist der eigentliche Trauertag, bevor Ostern, am “Ostersonntag” und “Ostermontag”, die Auferstehung Christi im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht. Das ist in aller gebotenen Kürze das, worum es in der Karwoche und an Ostern geht. Nachlesen bzw. nachhören kann man das alles und vieles mehr im Hausbuch bzw. auf der Erlebnis-CD des Bonifatiuswerkes mit dem Titel “Wir entdecken das Ostergeheimnis”. An der CD haben so Prominente wie Nina Ruge, Jutta Speidel und Christine Urspruch sowie Michael Mendl und Matthias Habich mitgewirkt und damit diese speziell für Kinder produzierten Werke über die Medien populär gemacht. Was soll ich sagen? Ausgesprochen lobenswert und: Schnell noch bestellen, zumal mir das Bonifatiuswerk versprochen hat, Bestellungen, die heute bis 14.00 Uhr eingehen, am selben Tag zu bearbeiten und auf die Post zu geben, so dass, so – in diesem Fall – die Post will, die Sendungen noch vor Ostern ankommen sollten.

Oma hat “Mütter-Knie”

Oma hat ein Problem: “Ich habe Hornhaut auf den Knien”, klagte sie mir ihr Leid. Als ich offensichtlich ziemlich dumm nachgefragt habe, woher das denn wohl käme, meinte sie nur lakonisch: “Du krabbelst ja auch nicht mit unseren Enkeln auf dem Boden herum.” Das saß, obwohl ich mich durchaus auch mal in die Niederungen unserer Bodenbeläge begebe. Aber ich wollte nicht so sein und begann im Netz, mich sachkundig zu machen. Und siehe da: Oma ist offenbar nicht alleine. “Meine Knie sehen aus wie Schmirgelpapier”, gibt da eine Frau auf dem Blog “Eins kann jeder …” zum Besten. Allerdings ist sie keine Großmutter, sondern Mutter von mehreren Kindern. Deshalb heißen derart geschundene Knie vermutlich auch “Mütter-Knie”, wie eine andere Leidensgenossin zu berichten weiß. Ein Patentrezept gegen Hornhaut auf den Knien indes hat keine der Damen parat, aber den Hinweis: “Nun, es wird besser, wenn sie aus dem Krabbelalter rauskommen …” Was soll ich sagen? Arme Oma. Da wird sie noch ein wenig durchhalten müssen …