“Links ist da, wo der Daumen rechts ist.” Diesen wenig hilfreichen Spruch meiner verstorbenen Mutter versuche ich mir derzeit zu verkneifen. Denn unser ältester Enkel ist gerade dabei, die Richtungen links und rechts auseinander zu halten. Das klappt schon ausgesprochen gut. Mehr noch, er überträgt seine Erkenntnisse auch auf andere Bereiche des Leben. Nachdem seine Mutter ja den Beruf eines Rechtsanwaltes ausübt, ist er felsenfest davon überzeugt, dass es auch einen Linksanwalt geben muss. Was soll ich sagen? Konsequent ist er ja. Als es damals um das Rechtsamt ging, in dem seine Mutter gearbeitet hatte, war für ihn ganz klar, dass es auch ein Linksamt gibt.
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Was zu viel ist …
Man gönnt sich ja sonst nichts
Unsere jüngste Tochter und ihr Sohn waren am Wochenende in Hamburg. Mit dem Zug. Opa hat die beiden zum Bahnhof gebracht. Und es war schon herzergreifend zu sehen, wie der kleine Mann mit dem Koffer, den Mama für sich und ihn gepackt hatte, von dannen zog. Ihr blieb nur noch, den Buggy vor sich her zu schieben: Ein Bild für die Götter. In Hamburg selbst ging es dann nicht nur ums Vergnügen. Unsere Tochter musste arbeiten. Da auch ihr Mann dienstlich zu tun hatte, war ihr nichts anderes übrig geblieben, als ihren Sohn mitzunehmen. Als Entschädigung hatte sie ihm für den Abend noch einen Besuch beim Italiener versprochen, mit Pizza und allem, was sonst noch dazu gehört. Im Hotel fragte sie dann nach besagtem “Italiener um die Ecke” und landete zufällig in dem Lokal, das vom Gault&Millau 2014 so gepriesen wird: “Kein anderes neues Lokal in Eppendorf etabliert sich so rasch wie die Winebar von Remigio Poletto, dem Ex der beliebten blonden Fernsehköchin Cornelia Poletto.” Und tatsächlich scheint das ein echter Geheimtipp zu sein. Denn alle waren nach den Erzählungen meiner Tochter so nett und begeistert von unserem kleinen Charmebolzen, dass er und seine Mutter auch noch viel länger geblieben sind als eigentlich vorgesehen. Was soll ich sagen? Das ist jetzt ein echtes Problem für mich. Dummerweise habe ich dem Kleinen nämlich bei dem Transport zum Bahnhof versprochen, mit ihm auch einmal nach Hamburg zu fahren. Und wo soll ich jetzt denn, nach diesem Erlebnis, mit ihm bitte noch hingehen? Bleibt wahrscheinlich nur das Louis Jacob mit dem Zwei-Sterne-Koch Thomas Martin. Am besten – fürs Portemonnaie – fahre ich montags oder dienstags mit dem Kleinen dorthin, denn dann haben der Martin und seine Mannschaft Ruhetag. Und dann schauen wir bei Dittsches Stammkneipe, der Eppendorfer Grill-Station, vorbei. Sozusagen eine Chef-Visite der ganz eigenen Art …
Der härteste Job der Welt
Wenn Sie eine neue Arbeit suchen, hätte ich da einen Tipp für Sie. Denn die Stelle ist vermutlich noch nicht besetzt. Jedenfalls sind die Arbeitsbedingungen ziemlich hart. Die Position ist als „Director of Operations“ ausgeschrieben. Die Arbeitszeit beläuft sich auf 24 Stunden, am Tag. Pausen sind keine vorgesehen. Die Arbeit erfolgt grundsätzlich im Stehen. Gefragt ist zudem Verhandlungsgeschick. Von Vorteil wären Abschlüsse in Medizin, Finanzen und Kunst. An Schlaf ist nur zu denken, wenn der oder die zugeordneten Mitarbeiter auch schlafen. An Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien steigen die Anforderungen. Dafür ist die Bezahlung einzigartig: Es gibt nämlich keine. Sie glauben, so einen Job würde keiner machen. Weit gefehlt. Aktuell sind es weltweit mehrere Milliarden Menschen. Was soll ich sagen? Schauen Sie sich das Video an, in dem einige Bewerbungsgespräche dokumentiert sind, und urteilen selbst, ob es sich da vielleicht um den härtesten Job der Welt handelt …
PS: … und ob Sie sich nicht bei jemandem bedanken wollen. Demnächst böte sich dazu eine ausgezeichnete Gelegenheit.
Eine gruselige Vorstellung
Das war ein Ostersonntag wie aus dem Bilderbuch. Unsere jüngste Tochter und ihr Mann hatten die Familie und ein paar Freunde zum Osterbrunch eingeladen, der bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen den ganzen lieben Tag lang auch noch im Garten stattfinden konnte. Und als wir den Kindern beim Ostereier suchen zuschauten, musste ich unwillkürlich daran denken, wie schade es doch wäre, wenn es den Osterhasen nicht geben würde. Gleiches gilt natürlich auch für den Nikolaus, Weihnachtsmann und das Christkind. Ostern ohne Osterhase, Nikolaus ohne Nikolaus und Weihnachten ohne Weihnachtsmann bzw. Christkind – was soll ich sagen? Eine gruselige Vorstellung: Die strahlenden Kinderaugen würden fehlen und die Welt wäre um ein Vielfaches ärmer.
Wie gut, dass es den Osterhasen gibt, denn ansonsten gäbe es auch keine Ostereier.
Ziemlich gutes Gespür
„Immer häufiger tanzen uns unsere Kinder auf der Nase rum. Häufig deshalb, weil sie zu verwöhnt sind.“ Mit diesen beiden Sätzen wird auf einer Webseite für einen Test geworben, mit dem man herausfinden können soll, ob das auch für das eigene Kind zutrifft. Da Opas Kinder schon erwachsen sind und mir und Oma auch nicht auf der Nase herumtanzen – ganz im Gegenteil, habe ich nicht auf „weiter“ geklickt. Und auch unsere beiden Enkel, die ja bekanntlich nur süß und lieb sind, kommen nicht so wirklich für diesen Test in Frage. Unser jüngster Enkel hat letztens sogar noch einen draufgesetzt. Nachdem er ein Geschenk bekommen hatte, erklärte er seiner Mutter: „Ich brauch jetzt keine Geschenke mehr, auch nicht zum Geburtstag. Ich hab schon genug.“ Die staunte nicht schlecht und bot dem kleinen Mann an: „Wenn du wieder was brauchst, sagst du mir einfach Bescheid.“ Was soll ich sagen? Soviel ich weiß, hat er sich diesbezüglich noch nicht gemeldet. Kinder haben manchmal eben ein ziemlich gutes Gespür. Das Ganze erinnert mich an ein Weihnachten mit unseren Kindern, als diese noch ganz klein waren. Da hatten sich wieder einmal viel zu viele Geschenke unter dem Weihnachtsbaum angesammelt, obwohl wir Familie und Freunde um etwas Zurückhaltung gebeten hatten. Doch die Kinder beruhigten uns allein schon dadurch, dass sie an diesem Heiligen Abend vor allem und am meisten mit alten, ausgewaschenen Joghurtbechern gespielt haben, die eigentlich als Staffage für einen Kaufladen gedacht waren.
Mit sehr viel Liebe geschenkt
Wie lange halten Rosen? Wenn man dieser Frage nachgeht und ein wenig recherchiert, erhält man Antworten, die von “drei Tage” bis “über eine Woche” reichen. Sogar von einem Monat ist die Rede, allerdings nur bei langstieligen. Wie dem auch sei: Opas Rosen, die er Oma zum Hochzeitstag geschenkt hat, stehen immer noch und sehen aus wie neu:
Wer das nicht glaubt, der kann sich auf dem nächsten Bild, das den Strauß vor einer Woche zeigt, davon überzeugen:
Was soll ich sagen? Die müssen offensichtlich mit sehr viel Liebe geschenkt worden sein.
Der Hunger kommt beim Essen
Dass Opa ein Herz für ältere Blogger hat, versteht sich von selbst. Insofern freue ich mich auf mein heutiges Treffen mit den Protagonistinnen des Blogs BERLIN AB 50. Drei Damen im Alter 60 plus, unterstützt von zwei jungen Journalistinnen, gehen dort Fragen nach, „was es bedeutet, in das zweite halbe Jahrhundert zu starten, welche Wünsche und Vorstellungen Sie für Ihre Stadt Berlin haben, was Sie an Berlin vermissen oder nicht missen wollen.“ Im Mittelpunkt stehen die Themen Gesundheit, Kultur, Soziales und Recht. Seit Mai letzten Jahren ist der Blog online und sucht noch weitere Mitstreiter. „Wir laden Sie ein, mitzumachen, zu kommentieren, zu diskutieren, zu ,meckern’, zu loben (!) – eben so, wie man mit guten Freunden telefoniert. Wenn Sie Lust haben, einen eigenen Beitrag zu schreiben, schicken Sie uns eine Mail – die Adresse finden Sie unter ,Kontakte’“, heißt es gleich auf der Startseite, die mit der Bitte endet: „Machen Sie mit, besuchen Sie unseren Blog und vor allem: Gestalten Sie ihn mit!“ Was soll ich sagen? Also für Ältere in Berlin, die sich alleine noch nicht so richtig ans und ins Internet trauen, ist das vielleicht eine einmalige Chance. Nur Mut: Auf der Seite berlinab50.com ein wenig schnuppern, der Hunger kommt dann schon beim Essen.
1&1 überlastet
Seit nunmehr einer Woche ist der Zugriff auf Opas Blog eingeschränkt. Das gilt sowohl für die Leser, die Schwierigkeiten haben, die Seite aufzurufen, als auch für Opa selbst, dem es nicht immer gelingt, seine Texte dann einzustellen, wenn er das möchte und die Zeit dazu hat. Das ist mehr als ärgerlich, zumal Opas Provider 1&1 offensichtlich nicht in der Lage ist, das Problem zu beheben. Der Server sei temporär überfordert bzw. überlastet, bekommt Opa bei seinen täglichen Anrufen beim Platinservice zu hören. Warum das so sei, wisse man aber nicht. Dass man auch schon mal über 20 Minuten in der Warteschleife abgelegt wird, sei nur am Rande erwähnt. Was soll ich sagen? Augenscheinlich ist nicht nur der Server, sondern 1&1 insgesamt überfordert bzw. überlastet – und das nicht nur temporär. Wenn sich daran auf absehbare Zeit nichts ändert, wird Opa nichts anderes übrig bleiben, als den Anbieter zu wechseln.
O Tannenbaum …
Letzte Woche schon meinte Oma, dass wir so langsam einen Weihnachtsbaum kaufen müssten. Über das Wochenende waren wir dann ja bei Omas Mama in den Niederlanden. Dabei machte Opa Bekanntschaft mit einem Weihnachtsbaum, der einmal ganz anders aussah und nur aus Holz bestand, und war auch nicht abgeneigt, in diesem Jahr neue Wege zu gehen. Aber irgendwie hat sich Oma doch durchgesetzt. Und so haben wir jetzt wieder einen klassischen Christbaum gekauft, den wir ganz pragmatisch mit offenem Cabrio transportiert haben. Opa ist vorne gefahren, Oma musste hinten das Teil festhalten. Dabei hat sie geschimpft wie ein Rohrspatz, weil sie trotz dicker Jacke, Mütze und Handschuhen gefroren hat wie ein Schneider. Was soll ich sagen? O Tannenbaum …
Bei Oma und Opa: Statt Holz- doch wieder ein klassischer Tannenbaum.

