Qualität hat ihren Preis

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es noch einmal um Küchengerüchte zum Thema Pinienkerne.

Aus unserer Küche sind Pinienkerne nicht mehr wegzudenken. Vor allem in Verbindung mit Salaten kommen sie in Omas und Opas Küche ständig zum Einsatz. Dabei verleihen wir ihnen noch eine besondere Note, indem wir sie vor Verwendung ein wenig in einer Pfanne ohne weitere Zusätze rösten. Was man allerdings nicht unbedingt tun sollte, ist, statt der etwas teureren europäischen Pinienkerne auf die billigeren asiatischen zurückzugreifen. Denn bei ihnen kann nach dem Verzehr vereinzelt ein bitterer Geschmack zurückbleiben. Nach Angaben des Bundesinstituts für Riskobewertung tritt die Geschmacksirritation entweder sofort oder verzögert nach zwei bis drei Tagen auf und klingt in den meisten Fällen spätestens nach zwei Wochen wieder ab. Obwohl der erste Fall bereits 2001 in Belgien bekannt wurde, kennt man bis heute die genaueren Zusammenhänge immer noch nicht. Was soll ich sagen? Vor allem in der Küche gilt: Qualität hat seinen ihren Preis.

IMG_3226Verleiht jedem Gericht eine besondere Note: Pinienkerne, hier in gestoßener Form mit einem pochierten Wachtelei auf Rote Bete und Feldsalat.

Ein ganz komischer Traum

Also, ich hatte da einen ganz komischen Traum: Deutschland hat im Halbfinale gegen Frankreich verloren. Da ich mir das irgendwie überhaupt nicht vorstellen konnte, habe ich mal Siri – das ist die Alleswissende in meinem iPhone – gefragt. Und die konnte das Ganze – Gott sei Dank – aufklären, obwohl sie ob der Frage wohl auch etwas irritiert war – “morgen”? Jedenfalls ließ sie mich wissen, dass Deutschland gar nicht gespielt hat und das nächste Spiel erst am 10. August gegen die Fidschi-Inseln stattfindet. Was soll ich sagen? Na, an dem Tag werde ich hoffentlich nicht wieder so einen komischen Traum haben.

Siri

Im Fußball-Fieber

Ganz Deutschland befindet sich im Fußball-Fieber, so natürlich auch unsere beiden Enkel, die ziemlich eindeutig demonstrieren, wem sie besonders die Daumen halten. Bei dieser Europameisterschaft ist das insofern kein größeres Problem, weil die Elftal ja nicht dabei ist. Also wird der Mannschaft die Daumen gedrückt, die hoffentlich heute Abend Frankreich bezwingen kann. Aber gegen Gastgeber hat unsere Fußball-Nationalmannschaft immer schon gut ausgesehen. Seit 1966 hat sie gegen keine Heimmannschaft mehr bei einer EM oder WM verloren. Besonders denkwürdig ist das legendäre Halbfinale von 2014, bei dem Deutschland gegen Brasilien 7:1 gewann. Was soll ich sagen? So eindeutig dürfte das im Stade Velodrome in Marseille nicht werden. Aber so dramatisch wie gegen Italien im Viertelfinale muss es auch nicht wieder sein.

Neuer                                   Wem hier die Sympathien gelten, dürfte klar sein.

UEFA lässt dem Ball die Luft raus

Während die Fußball-Europameisterschaft heute mit dem ersten Halbfinale, in dem sich Portugal und Wales gegenüberstehen, in die Endphase geht, versucht sich die UEFA in der Disziplin „Spielverderber“. So hat der europäische Fußball-Dachverband erst einmal eine kleine, zehn Sekunden dauernde Video-Collage des deutschen Webkünstlers Kurt Prödel im Netz löschen lassen, in dem dieser alle deutschen Elfmeterschüsse auf das Tor von Gianluigi Buffon beim EM-Viertelfinale gegen Italien übereinander gelegt hat – auf so gut wie allen Plattformen. So ganz haben es die Herren an ihrem grünen Tisch dann aber doch nicht geschafft, das Filmchen zu verbannen. Abgesehen davon, dass die Bilder nach wie vor an der einen oder anderen Stelle (noch) zu sehen sind, hat Prödel auf seiner Facebook-Seite den Bericht des ZDF-Morgenmagazins von Montag über sein Video eingestellt. Darin wird der Clip ebenfalls gezeigt, denn ARD und ZDF dürfen diese Bilder übertragen. Und inwieweit die UEFA-Verantwortlichen mit ihrem anderen Anliegen, das überwiegend auf Kritik gestoßen ist, erfolgreich sein werden, werden wir bereits heute Abend sehen können. Denn auch Gareth Bales Tochter Alba gehört zu eben den Kindern, die der UEFA ein Dorn im Auge sind und der Verband nach den Spielen nicht mehr auf dem Feld sehen will. Doch dass sich der walisische Stürmer von den Funktionären beeindrucken lässt, erscheint eher unwahrscheinlich – und ist auch zu hoffen. Denn gerade die Fernsehbilder von den Vätern mit ihren Kindern symbolisieren, dass Fußball Sport, Spaß und Spiel sowie ein großes Familienereignis ist. Dass sich die Fußballverantwortlichen hinter Sicherheitsbedenken, Stadien seien nicht der sicherste Platz für Kinder, verstecken, schlägt dem Fass den Boden aus, oder um es in der Fußballersprache zu sagen, lässt dem Ball die Luft raus. Denn wenn dem tatsächlich so wäre, wieso gilt dann nicht in allen Stadien Europas eine Altersbeschränkung von 16 oder 18 Jahren und wieso laufen dann vor jedem Spiel Kinder mit dem Schiedsrichtergespann und den Spielern aufs Feld? Was soll ich sagen? Es ist schon traurig, wie weit sich die Fußballverbände – die FIFA ist ja auch nicht besser – von ihrem Sport und den Menschen entfernt haben. Genauso traurig ist aber auch, dass daran wohl nichts mehr zu ändern ist. Denn zu hoffen, dass sich alle einig sind und weder ins Stadion gehen noch vor dem Bildschirm sitzen, wenn die Kugel rollt, ist ebenso unrealistisch wie die Hoffnung, dass Journalisten und sonstige Medienschaffenden so viel Druck aufbauen können. Insofern werden wir alle weiter damit leben müssen.

Beeindruckt in luftiger Höhe

Das war ein toller Tag, für unsere Enkel sowie für Oma und Opa. Denn heute haben wir einen gemeinsamen Ausflug unternommen, der es in sich hatte. Ziel war der Baumkronenpfad in Beeltiz-Heilstätten, zirka eine halbe Stunde von Berlin entfernt. Dort erschließt man sich dann in 23 Metern Höhe – sozusagen auf Augenhöhe mit den Baumkronen – eine völlig neue Perspektive auf das Gelände der ehemaligen Lungenheilstätte und die von Bäumen und Schlingpflanzen überwucherten Ruinen. Wenn das Adjektiv verwunschen passt, dann an diesem Ort. Die beiden kleinen Männer jedenfalls waren tief beeindruckt, während wir den 320 Meter langen Weg in luftiger Höhe beschritten. Selbst den 40 Meter hohen Turm mit Aussichtsplattform, von der wir selbst unseren Heimatstadtteil Lichterfelde sehen konnten, haben sie locker bezwungen. Was soll ich sagen? So ein Tag mit den Enkeln ist etwas Wunderbares, allerdings auch anstrengend. Denn nach dem heimischenPfannkuchen-Essen ging’s noch auf den Bolzplatz zum Kicken, so dass Oma und ich uns fühlen wie nach einem 90-Minuten-Match, plus Verlängerung und Elfmeterschießen. Heute Nacht, da bin ich mir sicher, werden wir alle Vier selig schlafen.

IMG_3268 IMG_3458Ganz schön mutig unseren beiden kleinen Männer, dort oben auf Höhe der Baumkronen.IMG_3275 IMG_3442

 

Hälfte der Kinder lebt in Armut

Die Lage von Kindern in der Welt ist dramatisch! Nahezu die Hälfte von ihnen lebt in Armut; das ist mehr als eine Milliarde Kinder. Etwa 90 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt. 270 Millionen Kinder haben nicht einmal die einfachste Gesundheitsversorgung. Rund 400 Millionen Kinder leben ohne sauberes Wasser und 500 Millionen Kinder können keine sanitären Einrichtungen benützen. 640 Millionen Kinder haben kein richtiges Dach über dem Kopf, mehr als 120 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule und 300 Millionen Kinder haben keinen Zugang zu Radio, Fernsehen oder Zeitung. Die Verbreitung von Aids verschärft die Lage der Kinder zusätzlich. Allein im südlichen Afrika stieg die Zahl der Aids-Waisen zwischen 1990 und 2003 von einer Million auf über 12 Millionen. 250 Millionen Kinder arbeiten, etwa ein Viertel davon unter unzumutbaren, gefährlichen Bedingungen. 30 Millionen Kinder werden ausgebeutet – als Kindersklaven oder Prostituierte. Etwa 300 000 Kinder werden als Soldaten zwangsrekruitiert und müssen unter Druck, selbst erschossen zu werden, andere töten. Vor diesem Hintergrund ist das, was UNICEF da aufgenommen hat, unfassbar. Was soll ich sagen? Manchmal fehlen einem wirklich die Worte.

Lust auf die Zukunft

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es noch einmal um Küchengerüchte zum Thema Urban Gardening.

Irgendwie war es aus der Mode gekommen. Doch jetzt erfreut es sich wieder wachsender Beliebtheit: Urban Gardening oder auf Deutsch urbaner Gartenbau. Noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war es völlig normal, dass in Städten schnell verderbliche Lebensmittel hergestellt bzw. angebaut wurden. Zuverlässige Kühlung und immer modernerer Transport haben den städtischen Gartenbau zeitweise in den Hintergrund gedrängt. Doch in jüngster Zeit steht Urban Gardening wieder ganz hoch im Kurs. Vor allem der immer stärker werdende Wunsch nach regionalen Produkten sowie ökologische Überlegungen befördern den Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern in den Städten. An der Humboldt-Universität in Berlin wurde im Januar 2003 sogar die erste Professur für Urbanen Gartenbau (seit 2009 Urbane Ökophysiologie der Pflanzen) in Deutschland eingerichtet. Überhaupt scheint Berlin ein gutes Pflaster dafür zu sein. So hat sich in der Stadt das Start-Up INFARM gegründet, dessen Schwerpunkt in der Entwicklung von hydroponischen Anbausystemen liegt, in denen Obst, Gemüse und Kräuter vertikal angepflanzt werden. Für die METRO hat das Start-up eine Gemüseanbau-Station entwickelt, die als METRO Kräutergarten im Markt in Berlin-Friedrichshain steht und ungeheures Entwicklungspotenzial für Urban Gardening beinhaltet. Was soll ich sagen? Wenn man erfährt, an was die INFARM-Leute so alles arbeiten und forschen, hat man so richtig Lust auf die Zukunft – zumindest kulinarisch.

KräutergartenDieser Kräutergarten wurde von INFARM eigens für die METRO entwickelt und steht aktuell in dem Markt in Berlin-Friedrichshain, in dem Produktmanagerin Shani Leiderman und Finanzvorstand Martin Weber die Innovation des Berliner Start-ups präsentierten.IMG_3170

FDP: Ganz schön gemausert

Also, ich will ja nicht drängeln. Aber selbst am dritten Tag nach meiner Bitte an die Pressestelle der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, mich doch bitte einmal zurückzurufen, ist immer noch nichts passiert. Nun muss man nicht glauben, dass es da etwa um etwas Hochbirisantes geht und die Grünen die Sache lieber aussitzen würden. Nein, ich wollte am vergangenen Dienstag nur die Pressemitteilung haben, die es zur Vorstellung des „Zukunftpaktes für den Öffentlichen Dienst“ gegeben hatte. Bei der ersten Anfrage, die zugegebenermaßen nicht von mir persönlich kam, hieß es, die Mitteilung würden nur diejenigen bekommen, die auch zur Pressekonferenz erschienen seien. Ansonsten müsse man sich bis zum nächsten Tag gedulden. Dann werde die Pressemitteilung ins Netz gestellt. Da wollte ich dann doch noch einmal nachfragen, ob dem tatsächlich so sei. Leider war die dafür zuständige Referentin aber nicht an ihrem Platz, so dass ich, wie schon erwähnt, um Rückruf bat. Und der steht, siehe oben, immer noch aus. Aussteht auch noch, dass jemand die ominöse Pressemitteilung online stellt. Aber vielleicht haben sich die Grünen die Sache ja noch einmal anders überlegt. Denn die in einigen Medien zu lesenden Forderungen nach mehr Personal, besserer Bezahlung und modernerer IT-Technik sind so einzigartig, dass sie sich mehr oder weniger identisch bei allen anderen Berliner Parteien wiederfinden. Das kann man, ohne gehässig zu sein, auch als Luftnummer bezeichnen. Wenn den Grünen bei ihren Anbiederungsversuchen an die SPD nichts Besseres einfällt, dann gute Nacht, Marie! Das grenzt ja schon an die Ideenlosigkeit der CDU, die sich da ganz an das Niveau ihres sozialdemokratischen Koalitionspartners angepasst hat. Wir Berliner können uns da schon fast leidtun. Denn wenn man nicht gerade Die Linke auf der einen Seite oder diese AfD auf der anderen Seite wählen will, dann bleibt bei der anstehenden Abgeordnetenhauswahl nicht mehr viel. Die Piratenpartei hat sich ja irgendwie selbst zerlegt. Und die übrigen 26 Parteien, die vom Landeswahlausschuss zugelassen worden sind, sind in der Mehrzahl nicht gerade der Brüller. Oder wer mag schon sein Kreuz machen für „Die Violetten – für spirituelle Politik“ oder die „Menschliche Welt, für das Wohl und Glücklichsein aller“. Das klingt noch nicht einmal verlockend. Bleibt also nur, ob es einem nun passt oder nicht, die FDP. Die hat sich nach ihrem Wahldebakel 2011 mit 1,8 Prozent in letzter Zeit ganz schön gemausert und wartet in Umfragen wieder mit Werten bis zu 6 Prozent auf. Bei einer sicherlich nicht repräsentativen Online-Abstimmung des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) votierten sogar sage und schreibe 35,1 Prozent der Mitglieder für die Liberalen. Verwundern kann das nicht. Denn es vergeht kaum ein Empfang in dieser Stadt, auf dem nicht die FDP als im Abgeordnetenhaus wieder dringend benötigte politische Kraft bezeichnet wird. Wenn Spitzenkandidat Sebastian Czaja angesichts des aktuellen Höhenfluges seiner Partei weiter Bodenhaftung behält und es ihm gelingt, auch seine liberalen Mitstreiter auf dem Teppich zu halten, dann könnte es am 18. September mit der FDP in der Tat etwas werden. Was soll ich sagen? Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Oder anders ausgedrückt: Das wird für die Liberalen noch ein hartes Stück Arbeit. Denn geschenkt bekommt man in diesem Geschäft nichts.

4_FDP_Berlin_Czaja_Fortschrittsbeschleuniger                                               Mit diesem Motiv geht die Berliner FDP in den Wahlkampf.

Wer heißt Mánuelór Peterson?

Wissen Sie, wer Mánuelór Peterson heißt? Nein!?! Macht nichts. Denn das Ganze ist ohnehin ziemlich hypothetisch. Also, Mánuelór Peterson wäre Manuel Neuer, unser Nationaltorhüter, wenn er Isländer wäre. Wie ich darauf komme? Die norwegische Zeitung „Verdens Gang“ hat zur Fußball-Europameisterschaft einen Namensgenerator ins Netz gestellt, bei dem man seinen Namen und den Namen seines Vaters eintragen kann. Ein Klick später weiß man, wie man in Island heißen würde. Was soll ich sagen? Tolle Idee. Und die Namensfindung geht sogar für Mädchen. Probieren Sie’s doch einfach mal aus.

DeinNameScreenshot von dem Namensgenerator der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“.