“Zuviel der Ehre!”

Opa lässt sich heute mal in die Karten schauen und gibt den Blick frei hinter die Kulissen von Opas Blog. “PR-Profi und Kommunikations-Experte Detlef Untermann ist am 6. September zu Gast an der DEKRA | Hochschule für Medien und verrät seine Tipps zum Thema Bloggen”, heißt es dazu offiziell auf der Webseite der Hochschule. Und der Autor der Ankündigung spart nicht mit Lob: “Tiefgründig, amüsant, poetisch und auch lecker … es gibt immer einen Grund, sich auf dem Blog zu tummeln. Und hat man erst einmal angefangen, möchte man gar nicht mehr von ihm lassen.” Opa ist ja fast rot geworden und hätte am liebsten gerufen: “Zuviel der Ehre!” Aber Oma meinte nur lapidar: “Ehre, wem Ehre gebührt!” Was soll ich sagen? Na gut, immerhin bin ich, soviel ich jedenfalls weiß, nach wie vor der einzige bloggende Großv@ter Deutschlands. Aber vielleicht treten ja ein paar von den Studenten, die an dem Praxisgespräch in der DEKRA Hochschule teilnehmen, mal in meine Fußstapfen – wenn sie denn so alt sind wie ich.

Ein schattiges Plätzchen

Oma und Opa haben sich mal was gegönnt: Ein Gartentisch mit zwei Stühlen. Jetzt haben wir, wenn auf unserer Terrasse voll die Sonne steht, ein schönes schattiges Plätzchen in unserem Garten.

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Was soll ich sagen? Schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …

Elf Jahre selbst und ständig

Opas Kommunikationsbüro butterfly communications | gibt es nunmehr seit elf Jahren. Das heißt, elf Jahre Selbständigkeit – mit anderen Worten: Elf Jahre lang selbst und ständig. Aber irgendwie fand ich das für eine Blogpost zu wenig und habe mal im Netz herum gesurft und bin auf der Seite “Numerologie” auf folgenden Text zur “Schicksalszahl 11” gestoßen: “Die 11 ist eine Meisterzahl, eine Schwingungszahl. In ihrem Leben, das die Extreme auslotet, verfolgen die Menschen mit dieser Zahl jede Möglichkeit ihre spirituelle, kulturelle oder religiöse Entwicklung voranzutreiben. Diese Visionäre und Avantgardisten befinden sich auf einer höheren spirituellen Ebene. Innovativ, idealistisch und kultivert sind sie mit ihren Fähigkeiten oft in der Musik zu finden, werden Schriftsteller oder Maler. Auch als Lehrer und Heiler sind sie erfolgreich und stechen oft schon als Studenten heraus. Führungspersönlichkeiten sind diese Menschen eher weniger, sie sind vielmehr Berater, Unterstützer. Ihre hohen Ansprüche an sich selbst und andere Menschen kann sie in Schwierigkeiten bringen. Sie führen eine Menge Ballast mit sich, den sie nicht abwerfen können. Doch sie haben noch viele Leben vor sich, bis sie die vollkommene Erleuchtung erfahren.” Was soll ich sagen? Es stimmt zwar nicht alles, aber doch vieles – vor allem das mit den Ansprüchen.

IMG_3669Elf Jahre butterfly communications | und kein bisschen müde …

Herrschaften – geht ja gar nicht!

Als Oma heute mich und unsere Praktikantin mit der Bemerkung zum Essen rief, “die Herrschaften können kommen”, förderte dies eines der wohl noch größten Probleme der deutschen Sprache zu Tage. Denn unter dem Gender-Gesichtspunkt geht das ja wohl gar nicht (mehr). Herrschaften! Also Alice Schwarzer, wäre sie schon tot, würde sich im Grabe rumdrehen, wenn nicht gar aus ihm heraus steigen. Wobei sich natürlich die Frage stellt, wie denn nun die weibliche Form zu bilden ist: Dam- bzw. Frauschaften oder Herrschaftinnen? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Was soll ich sagen? Was waren das noch Zeiten, als es noch Fräuleins gab …

005 Schloß Bad Arolsen_17.05.2007Hochherrschaftlich: Das Residenzschloss derer zu Waldeck und Pyrmont in Bad Arolsen.

Lieber ein Jahr wie ein Löwe …

Ich hab’s mir jetzt anders überlegt und will kein Pandabär mehr werden. Denn das mit dem Dickerwerden ist in meinem Alter vielleicht doch keine so gute Idee. Und faul rumliegen kann man auch als ein Anderer. Der Löwe beispielsweise schläft bis zu 18 Stunden. Das hat was. Das liegt übrigens nicht an seinem Essverhalten oder seiner Größe, sondern daran, dass alle Schiss vor ihm haben. Hat auch was, dass man sich den Respekt nicht auch noch hart erkämpfen muss: Einfach mal das Haupt heben, brüllen und weiter geht’s mit Schlafen. Was soll ich sagen? Die Italiener haben schon recht: “Lieber ein Jahr wie ein Löwe, als hundert Jahre wie ein Schaf.”

Schlafender LöweRuhe bitte!                                                                                                     Foto: Pixabay

Dunkel war’s, …

Wer das Gedicht geschrieben hat, weiß man nicht. Immer wieder im Gespräch sind Goethe und Morgenstern, wobei ich es eher Letzterem zutrauen würde. Wie dem auch sei, es begleitet mich seit frühester Jugend. Insofern bin ich immer wieder verblüfft, wenn ich jemanden treffe, der es nicht kennt. Was soll ich sagen? Am besten auswendig lernen:

Dunkel war’s, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschoss’ner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar
saß auf einer grünen Kiste,
die rot angestrichen war.

Neben ihm ’ne alte Schrulle,
zählte kaum erst sechzehn Jahr,
in der Hand ’ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.

MondDunkel war’s, der Mond schien helle …

Du bist, als ob du …

Das längste deutsche Wort laut Duden heißt Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung und ist 37 Zeichen lang. Das ist aber noch gar nichts gegen das Wortungetüm, dass bis 2013 den Rekord hielt: Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz. Das Gesetz mit seinen 63 Buchstaben wurde zwar aus dem Verkehr gezogen, hat aber immerhin die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) inspiriert, mal zu schaun, was man sich sonst noch so alles ausdenken kann. Heraus kam dabei ein Wort, das einem die Sprache verschlägt: Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungs-gesetzesentwurfsdebattierklubdiskussionsstandsberichterstattungsgeldantragsformular. Ganze 140 Buchstäben zählt der Bandwurm und ist grammatikalisch … lassen wir das. Da wirkt ja selbst das Superkalifragilistikexpialigetisch von Marry Poppins eher harmlos. Die deutsche Sprache, insbesondere im Bereich von Gesetzestexten, versprüht zuweilen ja den Charme einer Häckselmaschine. Was soll ich sagen? Mit der deutschen Sprache geht es eindeutig bergab. Das letzte neuzeitliche Highlight war eindeutig Loriots “Melusine./ Kraweel! Kraweel!/ Taubtrüber Ginst am Musenhain,/ trübtauber Hain am Musenginst./ Kraweel! Kraweel!” Ja, ja, Deutschlands Sprach-Granden Goethe und Schiller werden sich im Grabe umdrehen und denken: ” Was ist bloß aus meinem Faust, was aus meinen Räubern geworden?” Zu Ehrenrettung der deutschen Sprache und mit Blick auf die Jahreszeit soll Rainer Maria Rilke zu Wort kommen mit seinem Gedicht

Du bist, als ob du …

Du bist, als ob du segnen müßtest
wen die Madonnen längst vergaßen;
und oft, im Sommer, wenn du wüßtest:
da kamst du von den Abendstraßen
so klar, als ob du Kinder küßtest,
die traurig wo am Saume saßen.

Und jeder Rhythmus, der verschwiegen
aus stillen Wiesen aufgestiegen,
schien innig sich dir anzuschmiegen,
bis alles Winken, alles Wiegen
nur in dir war und nirgends mehr.
Und mir geschah: die Welt verginge –
und das Vermächtnis aller Dinge,
ihr letztes Lied, bringst du mir her.

Vorratsliste à la carte

Die Eilmeldung verbreitete Harald Schmidt: “Fressnapf gehen die Hamster aus, weil viele RTL-Zuschauer den Rat der Bundesregierung nicht verstanden haben”, schrieb er mit Hinweis auf die mittlerweile einsetzenden Hamsterkäufe. Auch Oma und Opa haben ja eine Einkaufsliste abzuarbeiten, die mittlerweile auch noch länger geworden ist. So fiel Oma ein, dass sie unbedingt holländische Spezialitäten wie Pindakaas von Calvé (Erdnussbutter) und Klene Muntendrop (Lakritze) mitnehmen könnte. Auch Nasi- und Bami-Kräuter wären nicht schlecht, müssen aber nicht unbedingt sein. Opa hält sich da eher zurück und könnte sich vorstellen, die auf einer neuen Beispiel-Liste aufgeführte Kalbsleberwurst im Glas/Dose gegen eine ordinäre grobe Leberwurst einzutauschen, wenn sie denn von unserer Fleischerei Rohde in Kassel ist – die ist sogar noch 0,20 Euro preiswerter. Was soll ich sagen? Vorratsliste à la carte – oder wem das alles zu kompliziert ist, der kann ja den Vorratskalkulator anwerfen, der einem auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft angeboten wird. Vorratskalkulator – auf so ein Wort kann auch nur ein deutscher Beamter kommen …

Erst einmal ein Gläschen Wein …

Oma und Opa melden sich für den Rest der Woche erst einmal ab. Denn bis wir die Vorräte eingekauft haben, die wir uns nach der Empfehlung der Bundesregierung, die sie am Mittwoch beschließen will, zulegen sollen, sind wir ein bisschen beschäftigt. Alleine die 75 Flaschen Wasser, die für uns vorgesehen sind, werden uns ganz schon ins Schitzen bringen. Und dann sind da ja noch 4,9 Kilogramm der Lebensmittelgruppe Getreide, Brot, Karttoffeln, Nudeln, Reis, 5,6 Kilogramm der Gruppe Gemüse, Hülsenfrüchte, 3,6 Kilogramm der Gruppe Obst, Nüsse, 3,7 Kilogramm der Gruppe Milch, Milchprodukte, 2,1 Kilogramm  der Gruppe Fisch, Fleisch, Eier bzw. Volleipulver sowie 0,5 Kilogramm der Gruppe Fette, Öle. Das macht zusammen 40,8 Kilogramm, schließlich sind ja zu Zweit. Bleiben noch die Dinge, die im eigenen Belieben stehen wie z.B. Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Schokolade, Jodsalz, Fertiggerichte (z. B. Ravioli, getrocknete Tortellini, Fertigsuppen), Kartoffeltrockenprodukte (z. B. Kartoffelbrei), Mehl, Instantbrühe, Kakaopulver, Hartkekse, Salzstangen. Von der persönlichen Checkliste habe ich noch gar nicht gesprochen. Da haben wir sogleich festgestellt, dass uns die Campingtoilette fehlt. Auch mit dem Kurbelradio sieht es ziemlich schlecht aus. Was soll ich sagen? Ich frage mich, welche Katastrophe die Bundesregierung eigentlich erwartet. Die heute-Show vermutet, dass das die bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sein könnten. Ich weiß ja nicht. Oma und Opa haben sich entschlossen, erst einmal ein Gläschen Wein zu trinken. Schließlich müssen wir ja Platz machen für das Wasser …

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