Oma läuft derzeit zu Hochform auf, zu (vor-)weihnachtlicher sozusagen. Gehörte Backen in der Vergangenheit nicht gerade zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, entwickelt sie sich gerade zu einer wahren Backfee. Da werden Kuchen gebacken, was die Koch- und Backbücher so alles hergeben, Plätzchen, die meine Mutter – Gott hab sie selig – auch nicht besser hätte aus dem Ofen zaubern können. Unsere Kinder und Enkel sind ebenso begeistert wie Opa, der als „Süßer“ sein Glück kaum fassen kann. Allerdings werden die Versuchungen seiner ohnehin nicht gerade asketischen Figur vermutlich den Rest geben, so dass er jetzt schon vorsorglich die ersten guten Vorsätze fürs neue Jahr formuliert. Was soll ich sagen? Und ewig lockt das Plätzchen …
Archiv des Monats: Dezember 2013
Nie mit Fremden mitgehen
Es ist offensichtlich gar nicht so einfach, Kindern zu erklären, dass sie nicht mit Fremden mitgehen sollen. Wie wir, Oma und ich, das mit unseren gemacht haben, weiß ich gar nicht mehr. Aber wir erleben gerade die ersten Versuche unserer jüngsten Tochter und ihres Mannes. Der warnte vor nicht allzu langer Zeit seinen Sohn, dass er niemals mit fremden Leuten mitgehen dürfe. „Denn ansonsten stehlen die dich und sperren dich vielleicht in den Keller, und du darfst nie wieder Mama und Papa sehen“, fügte er vorsorglich hinzu: „Also niemals mit Fremden mitgehen, und ansonsten so laut schreien wie du kannst.“ Wenig später kam der Kleine zu seiner Mutter und sagte ganz stolz. „Mama, guck mal, hab ich ganz alleine gebaut.“ Sie: „Ach, eine Polizeistation, und das ist sicher das Gefängnis.“ Er: „Nein, da liegen alle im Keller, weil sie mit Fremden mitgegangen sind …“ Was soll ich sagen? So werden Geschichten verarbeitet. Was der Arme wohl in der Nacht geträumt hat?
Kein Gefängnis, sondern ein Keller mit denen, die mit Fremden mitgegangen sind.
Berlin leuchtet
In der deutschen Hauptstadt leuchten derzeit nicht nur die Augen von Berlinern und Touristen ob des vorweihnachtlichen Glanzes, sondern auch rund 650 Bäume entlang des Kurfürstendamms und des Tauentzien. Pro Baum sorgen dafür zwischen 200 und 300 Meter Lichterketten, insgesamt 162.500 Meter. Darüber hinaus wurden 35 Kilometer Kabel verlegt. Doch diese Zahlen können nicht annähernd ausdrücken, welche Stimmung sich auf den vier Kilometern im Westen der Stadt mit Einbrechen der Dunkelheit entfaltet. Es ist einfach toll. Und jeder, der die Möglichkeit hat, sollte sich in der Adventszeit mit seiner Familie zumindest einmal eine Lichterfahrt durch die Stadt gönnen. Vor allem die Kinder werden begeistert sein. Was soll ich sagen? I love Berlin.
Wahres Horrorszenario
Die Adventszeit mit ihrer gemütlichen Atmosphäre ist schon eine tolle Zeit. Die vielen Lichter, der vorweihnachtliche Schmuck, die besinnliche Musik – all das ist so richtig was fürs Herz. Doch ganz schnell kann es mit der Beschaulichkeit vorbei sein. Vor allem die echten Kerzen, die auf Adventskränzen und in Weihnachtsbäumen für Stimmung sorgen, können, wenn man sie nicht gut und aufmerksam im Auge behält, ein wahres Horrorszenario auslösen. Das nachstehende Video, auch wenn der Kommentar einen Fehler enthält – Sauerstoff brennt nämlich nicht -, zeigt eindrucksvoll, wie schnell ein Brand entsteht und dieser dann ein Wohnzimmer in nur wenigen Minuten in Schutt und Asche legt. Was soll ich sagen? Unbedingt das Video anschauen und immer gut aufpassen.
Opas Blog dankt der Firma Ei Electronics für die Genehmigung zum Einbetten des Videos.
Gerüchteküche-Küchengerüchte
Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um die Küchengerüchte zum Thema Christstollen.
Wer für das bevorstehende Weihnachtsfest noch einen Christstollen backen will, sollte sich ranhalten. Denn eine gute Woche sollte der gebackene Stollen mindestens noch ruhen, damit sich die Aromen richtig entfalten können. Die erste urkundliche Erwähnung des Christstollens datiert aus dem Jahr 1329 in Naumburg (Saale). Da Vorweihnachtszeit und Adventsfasten zusammenfielen, wurde der Christstollen zu dieser Zeit nicht mit Butter und Milch, sondern ausschließlich mit Wasser, Hefe und Mehl gebacken. Erst nachdem Papst Innozenz VIII. auf Bitten des Kurfürsten Ernst von Sachsen und seines Bruders Albrecht in dem als “Butterbrief” bekannten Schreiben das Butterverbot aufhob, entwickelte sich der Stollen zu der uns heute bekannten Köstlichkeit. Der erste Christstollen in Dresden wurde im Jahr 1500 verkauft, als „Christbrod uff Weihnachten“. Als Gebildebrot stellt er bis in unsere Tage das in Windeln gewickelte Jesuskind dar. Wie viele Stollenarten es gibt, weiß wohl niemand so ganz genau. Die bekanntesten sind Butterstollen, Champagnerstollen, Dresdner Christstollen, Mandelstollen, Marzipanstollen, Mohnstollen, Nuss-Stollen, Persipanstollen, Quarkstollen, Rotweinstollen, Schittchen, und „westfalenbäcker“-Stollen. Was soll ich sagen? Irgendwie schon gemein, dass man nach dem Backen nicht sofort loslegen darf und noch so lange warten muss.
Himmlischer Zorn
Zartbesaitete Gemüter müssen heute ganz stark sein. Denn es wird hart. Den treuen Lesern von Opas Blog sind die Hohmann-Streiche ja mittlerweile ein Begriff. Und ihnen ist sicherlich auch klar, dass diese Streiche nicht ohne Folgen bleiben konnten. Insofern wird es auch niemanden verwundern, wenn der Chronist berichtet , dass “eine der schwersten Erschütterungen in unserem Leben” einmal das Erscheinen des Nikolaus gewesen sei. Wörtlich schreibt er weiter: “Sogar unsere Großmutter brach über dem Schrecken erregenden Auftreten in Tränen aus. Michel, Christel und ich hatten uns längst vor Furcht unter die Betten verkrochen. Der himmlische Zorn des berserkernden Nokolauses kannte unter uns Bösewichtern keine Grenzen. Er hatte es besonders auf Peter abgesehen, den er als Gipfelpunkt seines Gastspiels kurzerhand packte und in seinen Rupfensack steckte, um ihn in der Isar zu ertränken, wie er sagte. Hanni umklammerte in Herz zerreißendem Schluchzen die Knie des göttlichen Unholds und flehte: ‘Bitte, bitte, lieber Nikolaus, lass meinen Bruder Peter wieder los!’ Doch dieser ließ sich nicht erweichen. Er schritt unbeirrt von dannen, bahnte sich den Weg in unser Badezimmer und warf den Sack samt Peter in die volle Badewanne, wo gerade die Kinderwäsche eingeweicht wurde. Selbst dem Peter, der sich vorher großmäulig gebrüstet hatte, für einen solchen Eventualfall eine Schere bei sich zu haben, war die Courage abgekauft.” Was soll ich sagen? Wenn das heute ein Nikolaus machen würde …
Offensichtlich eine Familientradition: Auch Opa ist schon mal in die Rolle des Nikolauses geschlüpft … Aber lang, lang ist’s her.
Sorgen wegen Nikolaus
Unser ältester Enkel macht sich aktuell große Sorgen, und das in zweifacher Hinsicht. Zunächst einmal sorgt er sich, wie jedes Kind, natürlich darüber, wie er sicherstellen kann, dass der Nikolaus in der kommenden Nacht auch alle Geschenke für ihn an der richtigen Stelle ablegen kann. Damit da ja nichts schief geht, hat er bereits den ganzen Schuhschrank ausgeräumt und alle seine Schuhe vorsorglich in Position gebracht. Heute Abend werden sie dann vor die Tür gestellt und harren der Geschenke, die da kommen (sollen). Aber da ist noch etwas. Der kleine Mann weiß ja, dass nicht alle Kinder in den letzten zwölf Monaten lieb waren und der Nikolaus gegebenenfalls auch mal die Rute einsetzen muss. Dann könnte es allerdings sein, so fürchtet er nun, dass der Nikolaus ob dieses “gewaltsamen” Einsatzes seinerseits nichts vom Weihnachtsmann bekommt. Was soll ich sagen? Das Leben ist doch ganz schön kompliziert.
Update: Nachfolgend nun das angekündigte Bild der Schuhparade.
Ein Herz und eine Seele
Unsere Enkel sind zwei tolle Burschen. Als jeweils einziges Kind ihrer Eltern sind sie zwar Einzelkinder, wachsen aber gleichwohl fast wie Geschwister auf. Dabei ist es nicht nur so, dass sie in denselben Kindergarten gehen, sondern sie sehen sich auch so regelmäßig, dass sie sich annähernd wie zwei Brüder geben. Auf der einen Seite wird sich da geprügelt, um Spielzeug gestritten oder um die Aufmerksamkeit von Oma gebuhlt. Auf der anderen Seite lässt aber keiner etwas auf den anderen kommen. Und wehe ein Dritter wagt es gar, einen der beiden anzugehen. Da sind die Zwei ganz schnell ein Herz und eine Seele und verbrüdern sich zu einer schlagkräftigen Verbindung. Was soll ich sagen? So einen Bruder hätte Opa in dem Alter auch gerne gehabt.
Starke Sprüche von anderen
“Oma, Oma, er hat überhaupt nicht gebohrt”, konnte ich nach meinem jüngsten Zahnarztbesuch meiner Frau berichten, so wie eben die letzten Jahre auch. Prophylaxe, Zahn-TÜV, fertig! Allerdings war in diesem Jahr dann doch etwas anders. Beim alljährlichen Austausch von Neuigkeiten kam von meiner Seite natürlich auch Opas Blog zur Sprache, für den mein Zahnarzt sogleich eine passende Geschichte beizusteuern hatte: Als seine Kinder noch kleiner waren, stand ein Stadtbummel auf dem Programm. Als die Familie losfahren wollte, meinte seine Frau: “Ich muss mich nur noch eben schminken.” Daraufhin wollte eines der Kinder wissen: “Als was denn?” Was soll ich sagen? Nicht nur unsere Kinder und Enkel haben starke Sprüche auf Lager, andere eben auch.
Krippenvergnügen im Advent
Unsere Töchter haben sich am Sonntag mit ihren Söhnen sozusagen bei uns die Klinke in die Hand gegeben. Erst war unsere Älteste mit ihrem kleinen Großen da. Und der war begeistert, als er die Krippe sah, die Opa für die beiden Racker vor Jahren gebaut hat. Das Besondere an dieser Krippe ist, dass die Kinder mit ihr nach Herzenslust spielen dürfen. Was dabei kaputt geht, wird von Opa über Nacht wieder repariert. Und gespielt hat der kleine Mann ausgiebig, und vor allem mit Oma. Als Tochter und Sohn gegangen waren, kündigte sich unsere Jüngste mit ihrem großen Kleinen an. Der hatte die Krippe zwar schon in der vergangenen Woche gesehen, als er bei uns war und wir die Krippe bereits aufgestellt hatten. Gleichwohl stürzte aber auch er sich auf die heilige Familie und spielte, was das Zeug hielt – meistens natürlich mit Oma, die insofern alle Hände voll zu tun hatte. Was soll ich sagen? Wohl dem, der eine Oma zum Spielen hat, und einen Opa, der Krippen bauen und reparieren kann: Das ist echtes Krippenvergnügen im Advent.








