Let’s talk about s… Nein, nicht was Sie wieder denken. Let’s talk about snow. Ja, Sie hören richtig. Mitten im Frühling und kurz vor dem Sommer wollen wir über Schnee reden. Was heißt wollen, wir müssen. Denn mein ältester Enkel hat doch – und ausgerechnet an dem Tag, als die Temperaturen bereits merklich über 20 Grad gestiegen waren – tatsächlich Schneefall registriert. “Oma, es schneit”, kam er ganz aufgeregt daher und zog seine Großmutter in die Richtung, in der der mutmaßliche Schneesturm tobte. Und tatsächlich, alles war weiß: Die Straße, der Zaun, die Autos, alles war weiß. Allerdings entpuppte sich die weiße Pracht bei näherem Hinsehen nicht als Schnee, sondern als Blätteransammlung eines in voller Blüte stehenden Zierapfels auf einem der gegenüberliegenden Grundstücke. Ein wahrhaftig tolles Bild, das einen Schnappschuss verdient hätte. Doch leider war Opa mit seiner Kamera nicht zur Stelle. Was soll ich sagen? Ich werde Oma bei der nächst besten Gelegenheit wieder so eine kleine Pocketkamera schenken. Die letzte hatte leider ein gemeinsames Fotoshooting mit einem unserer Enkel nicht überlebt.
Archiv des Monats: Mai 2013
Puffreis kontra Schmatzen
Jeder hat ja so seine Erziehungsmethoden. Allerdings: Die Prügelstrafe ist vollständig out. Und auch Zuckerbrot und Peitsche sind, soviel ich weiß, nicht mehr der Weisheit letzter Schluss. Waldorf- und wie-sie-alle-heißen-Schulen haben ebenfalls ihre Probleme. Individuelle Ausgestaltungen dagegen machen immer mehr von sich reden. Und man hört ja die tollsten Sachen. Als Oma und ich jüngst bei einem Geburtstag gratuliert haben, erzählte mir die Gastgeberin eine Variante, da blieb mir fast die Luft weg. Die Begleitumstände waren natürlich andere, aber zur Wahrung der Anonymität darf man schon mal ein wenig dichten. In Zeitungsberichten heißt das dann immer: Name ist der Redaktion bekannt. Aber nun zu der Erziehungsvariante: Da soll doch eine Mutter ihrem Sohn aufgetragen haben, Puffreis und Salzstangen zu kaufen, die er sich dann in größeren Mengen in den Mund stecken sollte, um sich sein Schmatzen abzugewöhnen. Was soll ich sagen? Ich stelle mir das gerade bildlich vor und lande in meinem Kopf bei Bildern von Louis de Funès, Mister Bean, Jim Carrey, Beppo Grillo oder Otto Waalkes. Irgendwie tut mir der Junge leid.
“Mund zu, Biene!”
Was tun bei einem Bienenstich? “Essen”, lautet ein immer wieder beliebter Ratschlag, der allerdings bei einem echten Stich einer Biene nicht wirklich weiterhilft. Da kann man besser auf alte Hausmittel zurückgreifen, wie sie beispielsweise auf der Webseite bienenstiche.com beschrieben sind. Das fängt bei Wärme über 40 Grad an, geht über Salmiakgeist, Weinessig und Zwiebeln und hört auf bei Kälte und Salben. Wichtig ist vor allem, so schnell wie möglich den Stachel zu entfernen. Noch wichtiger ist aber, bei auch nur dem geringsten Verdacht auf einen allergischen Schock sofort einen Arzt hinzuziehen. Nicht minder interessant ist natürlich die Frage, was man zur Vorbeugung gegen einen Bienenstich tun kann. Um vor allem zu verhindern, dass ihre Buben eine Biene in den Mund bekommen und dort dann gestochen werden, haben sich meine beiden Mädels eine besondere Strategie ausgedacht: “Mund zu, Biene!”, heißt das Kommando, das im Bedarfsfall ihre Jungs sofort ihre Lippen aufeinander pressen lässt, die zusätzlich noch mit den kleinen Fingern verschlossen werden. Was soll ich sagen? Dieses Manöver hilft übrigens auch ganz gut, um zumindest vorübergehend eine über den Grenzwerten liegende Lautstärke beim Spielen zu reduzieren. Allerdings werden sich die beiden Jungs nicht mehr allzu lange foppen lassen. Dazu sind sie viel zu clever.
PS: Warum der Bienenstich übrigens Bienenstich heißt, erzähle ich ein anderes Mal.
Vatertag
Heute ist also Vatertag. Den Papas wünsche ich viel Spaß, wenn sie mit ihren Bollerwagen durch die Gegend ziehen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man es nicht übertreiben sollte – mit dem Spazierengehen. Als Opa kann ich mich derweil ganz geruhsam auf irgendeine Terrasse setzen und dem munteren Treiben zuschauen. Dabei habe ich dann genug Zeit, darüber nachzudenken, warum man als Opa dem Vatersein so entrückt ist – zumindest geht es mir so. Irgendwie habe ich nur noch meine Enkel im Kopf. Eine meiner Töchter hat sich bereits – und das zu Recht – beschwert, dass immer nur ihr Sohn sofort begrüßt wird und sie wie eine Statistin mehr oder weniger dumm daneben steht. Ich gelobe Besserung. Aber es ist schon merkwürdig, in welchen Lebensabschnitten sich doch ziemlich gravierende Prioritätsverschiebungen ergeben. Hinzu kommt, dass ich nach dem Tod meiner Mutter in unserem Familienstrang sozusagen die letzte Instanz geworden bin, was irgendwie schon ein komisches Gefühl ist. Aber was soll ich sagen? Das ist eben der Lauf der Dinge. Und neben meinen Enkeln, meinen Kindern und Oma bleibt mir ja noch Opas Blog, der sich noch einiges vorgenommen hat. Vorrang hat dabei erst einmal der Großelterntag, den es zu etablieren gilt.
Einfach nur “Gagaga”
“Von ‘Gagaga’ zu Goethe: Wie Kinder sprechen lernen” lautet die Überschrift eines Beitrages auf FOCUS Online, der darüber berichtet, dass Wissenschaftler heute immer mehr Geheimnisse der menschlichen Sprache enträtseln. Wobei, und das soll die Arbeit der Wissenschaftler in keinster Weise abwerten, einige Erkenntnisse für Eltern und Großeltern nichts Neues sind. Dazu gehört sicherlich, dass auf Platz eins der Rangliste der häufigsten ersten Worte tatsächlich “Mama” und “Papa” rangieren. Auch die Empfehlung, dass man möglichst viel mit ihnen reden, ihnen vorlesen sollte, wenn man seine Kinder fördern will, hatten viele Eltern und Großeltern schon berücksichtigt, bevor sie überhaupt ausgesprochen wurde. Und dass Konsonantenkombinationen wie das “Bl” zuweilen Probleme bereiten, kommt wohl nicht nur bei Kleinkindern vor. Interessant sind aber sicher einige Zahlen, die genannt werden: So soll ein Erwachsener aus einem Wortschatz bis zu 16.000 Begriffen schöpfen und sogar bis zu 50.000 Wörter verstehen. Oder: Kinder entwickeln bis zu einem Alter von 24 Monaten einen Wortschatz von bis zu 50 Worten, dann kommt es zu einer Sprachexplosion auf bis zu 300 Worte. Als Vater von zwei Töchtern und Großvater von zwei Enkelsöhnen ärgert mich aber, dass in diesem Zusammenhang schon wieder Schubladen wie “Late Talker” (späte Sprechende) oder “Late Bloomer” (späte Erblüher) gebildet werden, in denen die Kinder landen, die nicht der von wem auch immer gebildeten Norm entsprechen. Was soll ich sagen? Als wenn das wirklich wichtig wäre, wann wer wie viele Wörter spricht. Oder kennen Sie einen Erwachsenen, der bei 50 Worten stehen geblieben ist. Einfach nur “Gagaga”.
Ein Großelterntag muss her
Es gibt Gedenktage für alles und jeden. Dass es einen Tag des deutschen Apfels (11. Januar) und einen Tag der gesunden Ernährung (7. März) gibt, ist sicherlich sinnvoll. Auch der Tag des deutschen Butterbrotes (letzter Freitag im September) mag ja noch angehen. Bedenklich mutet aber schon der Internationale Weltkiffertag (20. April) an. Zumindest nicht aufregen muss man sich über den Pi-Tag (14. März), den die Freunde der Zahl Pi ins Leben gerufen haben. Und sicher hat auch niemand etwas gegen den Weltdufttag (27. Juni), denn wer mag es schon, wenn es stinkt. Mittlerweile selbstverständlich sind ganz sicher Muttertag (2. Sontag im Mai) und Vatertag (Christihimmelfahrt). Völlig unverständlich aber ist, dass es nach wie vor keinen Großelterntag gibt. Zwar wird in der christlichen Welt am Annentag (26. Juli) der Mutter der Gottesmutter Maria, also der Großmutter Jesu, gedacht. Und irgendwie hat man dann neben Anna auch noch Joachim, ihren Mann, in das Gedenken miteinbezogen, so dass der 26. Juli als Gedenktag der Großeltern Jesu in der Welt war. Darauf haben sich dann das Institut für neue soziale Antworten (INSA) und in dessen Gefolge der Verband kinderreicher Familien Deutschlands (KFRD) gestürzt und diesen Tag als Großelterntag ausgerufen bzw. gefordert. Der Erfolg war ebenso ernüchternd wie der der Kasseler Lebensabendbewegung, die am ersten Mittwoch im April den Tag der älteren Generation proklamierte. Was soll ich sagen? Mit Hilfe der Freunde von Opas Blog muss jetzt ein Großelterntag her – und zwar länderübergreifend für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dafür bietet sich jeweils der Sonntag an, der am nächsten am 26. Juli liegt. 2013 wäre das der 28. Juli. Wer diese Forderung unterstützen will, schickt einfach eine E-Mail mit “Großelterntag: Ja” im Betreff an grosselterntag@opas-blog.de. Es wäre doch gelacht, wenn wir wir das bis zum 28. Juli nicht hinbekämen.
PS: Die E-Mail-Adresse mit dem Anliegen an möglichst viele Freunde weiterleiten. Kommentare und “Gefällt mir”-Bekenntnisse sind natürlich auch willkommen. Und das Ganze läuft selbstverständlich zusätzlich als Blogparade. Alle, die die Forderung nach einem Großelterntag unterstützen möchten, sind herzlich eingeladen, auf ihrem Blog bis zum 27. Juli einen entsprechenden Beitrag zu verfassen und ihn hierher zu verlinken. Über den weiteren Gang der Dinge werde ich regelmäßig berichten.
Sieben Jahre länger
Oma hatte mir vor geraumer Zeit einmal erzählt, dass positiv gestimmte Senioren nicht so schnell krank würden. Darauf hätten die Politiker Jens Spahn (CDU) und Daniel Bahr (FDP) hingewiesen. Das wollte ich jetzt genauer wissen und recherchierte. Doch leider kam ich selbst bei Google nicht weiter. Irgendwie schien die Nachricht im Internet abhanden gekommen zu sein. Doch dann stieß ich auf eine Untersuchung, die allerdings schon aus dem Jahr 2009 stammt. Forscher der Universität Yale hatten in einer Langzeitstudie 660 Menschen ab 50 Jahren untersucht und dabei festgestellt, dass eine positive Einstellung zum Alter das Leben verlängert. Personen, die sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters glücklich, gebraucht und vital fühlten, würden im Schnitt sieben Jahre länger leben, als diejenigen, die im Alter nur Nachteile sehen. Was soll ich sagen? Dann wird es, so Gott will, Oma und Opa so um die sieben Jahre länger geben, und Opas Blog auch.
Da war Opa einmal sprachlos
Neulich habe ich etwas gesehen, da war ich wirklich sprachlos. Und das will bei Opa schon etwas heißen. Ich kam gerade aus dem Supermarkt, als ein Auto auf einer immerhin ziemlich befahrenen Hauptstraße wendete, und das nicht einmal besonders geschickt, sondern ausgesprochen umständlich. Das Ganze geschah so gegen 18.00 Uhr – also im ohnehin immer stressiger werdenden Berufsverkehr. Das an sich war ja schon ein starkes Stück. Aber was ich dann sah, setzte dem Ganzen die Krone auf. Auf seinem Schoß saß ein kleines Kind, sicher nicht älter als ein Jahr. Ich traute meinen Augen nicht, aber es war wahr. Ich war so konsterniert, dass ich mir nicht einmal das Kennzeichen gemerkt habe. Denn anzeigen hätte man den Mann eigentlich schon müssen. Wobei, geholfen hätte es vermutlich auch nichts. Denn, zumindest nach Ansicht des ADAC, sind das größte Risiko für Kinder im Auto die Eltern, weil sie den Nachwuchs falsch angurten – oder gar nicht. Was soll ich sagen? Ein einfaches Beispiel: Wenn man mit Tempo 50 einen Auffahrunfall hat, wird ein nicht angeschnalltes Kind mit dem bis zu 25-Fachen des eigenen Körpergewichts nach vorne geschleudert. Das entspricht einem Sturz aus dem vierten Stock. Und dann werden Kinder nicht richtig oder gar nicht angeschnallt? Unglaublich!
“Oma, bitte hilf’ mir”
Unser zweijähriger Enkel liebt Eier. Und das in fast jeder Art der Zubereitung. Favorit Nummer eins ist aber ganz eindeutig das Drei-Minuten-Frühstücksei. Das kann er auch schon ganz alleine essen, ohne jede Hilfe. Voraussetzung ist allerdings, dass das Ei auch drei Minuten gekocht hat. Wenn aber, was ja schon mal vorkommen kann, aus den drei Minuten vier oder fünf geworden sind, ist das mit dem selbständigen Essens so eine Sache. Da kann es durchaus unüberwindbare Schwierigkeiten geben, an das Gelbe vom Ei heranzukommen. Bei einer seiner jüngsten Visiten war es denn auch so, dass Oma die Eier ein wenig zu lange im Topf gelassen hatte und sie doch recht hart geworden waren. Für sie war das nicht so schlimm, sie mag sie sowieso lieber etwas zu hart als zu weich. Der Kleine aber hatte seine liebe Not. Irgendwie wollte das Ei nicht auf den Löffel. Voller Verzweiflung wanderte sein Blick rund um den Tisch, ob nicht vielleicht einer der Erwachsenen etwas von seiner Notlage mitbekommen hatte. Aber nein. Alle waren in Gespräche vertieft. Da nahm er Oma ins Visier und setzte einen Blick auf, der, ohne auch nur ein Wort zu sagen, über den Tisch flehte: “Oma, bitte hilf’ mir.” Was soll ich sagen? Omas müssen eine telepathische Antenne haben. Die Unsere jedenfalls reagierte sofort.
Rollenspiel “Vater und Mutter”
Bestimmen spielt bei Kindern offensichtlich eine ganz große Rolle, egal in welchem Alter. Darauf hatte ich schon unter “Solange du deine Füße …” hingewiesen und dazu eine Begebenheit aus dem Leben meiner ältesten Tochter und ihres Sohnes erzählt. Sie selbst war in jungen Jahren übrigens auch ganz erpicht darauf, zu bestimmen. Beim Rollenspiel “Vater und Mutter” mit ihrem besten Freund machte sich das dann so bemerkbar: Ihr Freund wollte ihr in der Küche helfen, ganz nach dem Vorbild seines Vaters, der schon damals gerne kochte. Das wiederum fand unsere Tochter gar nicht gut. Sie wollte vielmehr, ganz nach dem Vorbild ihres Vaters, dass der Junge sich hinsetzt und Zeitung liest. Was soll ich sagen? Das war damals halt so bei uns. Und alle waren glücklich dabei. Aber die Zeiten haben sich geändert. Heute helfe ich selbstverständlich im Haushalt. Die Küche ist mittlerweile sogar mehr meine Domäne als die von Oma. In Opas Kochbuch gibt’s dazu ein paar Kostproben. Oma genießt es.