Berliner Schlagfertigkeit

Man erlebt ja Gott sei Dank nicht bei jedem Einkauf solche Horrorgeschichten wie Oma und Opa bei ihrem Fleischeinkauf in der letzten Woche. Neulich also stehe ich in einem  Discounter an dem Leergutautomaten und füttere ihn mit meinen leeren Wasserflaschen. Da betritt eine hochgewachsene und gut gekleidete Dame mittleren Alters das Geschäft, sieht an den Kassen die langen Schlangen, die fast bis ans Ende des Ladens stehen, und murmelt vor sich hin: “Da hätte ich mir ja besser was zu lesen mitnehmen sollen.” Was soll ich sagen? Diese Schlagfertigkeit gibt es wohl nur in Berlin.

Ein Hauch von Winter

“Januar ganz ohne Schnee tut Bäumen, Bergen und Tälern weh”, lautet eine alte Bauernregel. Da können wir in Berlin ja nur von Glück sagen, dass es am 31. Januar gerade noch für einen leichten Schneeüberzug gereicht hat. Jedenfalls präsentierte sich am Morgen bei strahlend blauem Himmel ein Hauch von Winter, der schöner nicht hätte ausfallen können. Dass es da niemanden mehr zu Hause gehalten hat und sich alle zu einem ausgiebigen Winterspaziergang aufgemacht haben, versteht sich da von selbst. Was soll ich sagen? Jetzt können wir nur hoffen, dass auch der Februar ein paar weiße Flocken bereit hält. Denn, so eine andere Bauernregel: “Im Hornung Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß.”

IMG_0386Ein Hauch von Winter in Berlin.

Kleine Männer ganz groß

Unser jüngster Enkel ist bereits ein derart galanter und rücksichtsvoller Gentleman, dass seine Mutter jetzt total gerührt war. Als sie sich nämlich jüngst bei ihm quasi entschuldigte, dass sie wegen ihrer beruflichen Beanspruchung derzeit relativ wenig Zeit für ihn habe, meinte er ganz verständnisvoll: „Mama, das geht vorbei, da kommen auch wieder bessere Zeiten.“ Was soll ich sagen? Auf so viel Verständnis trifft man selten.

PS: Übrigens, die berufliche Beanspruchung bestand in der Mitwirkung an der Fertigstellung eines Films mit dem Titel “Ein Zwerg auf Reisen”, der sich wirklich sehen lassen kann (und hier unten ganz aktuell zu sehen ist). In jedem Fall beweisen der Hauptdarsteller und unser Enkel, dass auch kleine Männer ganz groß(artig) sein können …

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Witze: Kurz und einfach

Kurz und einfach, das ist meist das Erfolgsrezept von guten Witzen und lustigen Sprüchen. Zwei Beispiele gefällig? Von meiner Osteopathin, an die ich mich seit meiner Rücken-OP regelmäßig vertrauensvoll wende, stammt dieser Witz: Treffen sich ein Stein und ein Brett. Sagt der Stein: Ich bin ein Stein. Sagt das Brett: Wenn du Einstein bist, bin ich Brad Pitt. Ebenso einfach wie genial ist der Spruch von Heinz Erhardt, den unser bester Freund als Motto für die Feier zu seinem 70. Geburtstag verwendet hat: Das Reh springt hoch, das Reh springt weit – warum auch nicht, es hat ja Zeit. Was soll ich sagen? Wer noch bessere Witze oder Sprüche kennt, kann sie ja hier als Kommentar eintragen. Wenn unsere Enkel mit ihren ersten Witzen kommen, werden die natürlich hier sofort zum Besten gegeben.

Selektives Hören

Manchmal ist Oma eine Marke für sich. Letztens standen wir irgendwo zusammen und sie nuschelte irgendwas in ihren nicht vorhandenen Bart. Als ich nicht reagierte, zumindest nicht sofort und so, wie Oma sich das wohl vorstellte, harschte sie mich an: “Hast du das denn nicht gehört?” Nachdem ich das mit einem völlig unschuldigen “Nö” quittiert hatte, bekam ich richtig mein Fett weg: “Da kannste demnächst auch Hörgeräte testen!” Was soll ich sagen? Schlecht hören konnte ich schon immer gut. Und im Alter ist’s noch besser: Da kann man sich selektives Hören leisten.

“Nur alte Leute unterwegs”

Jetzt ist es passiert. Oma und Opa sind in die Fußstapfen ihrer Vorfahren getreten: Tatort Supermarkt, Donnerstag 10.00 Uhr. Da wir für den Rest der Woche noch ein paar Lebensmittel brauchten, haben wir gedacht: “Das könnte jetzt gut passen”, und sind um diese für uns ungewöhnliche Uhrzeit in den nächstgelegenen Discounter. Als sich das erste Mal ein Stau in einem der Gänge bildete, weil irgendjemand mit seinem Einkaufswagen quer im Weg stand, habe ich mir noch nichts dabei gedacht. Auch als mir eine ältere Dame mit ihrem Wagen in die Hacke fuhr, war mir die Situation noch nicht ganz klar. Erst als mir dann ein ziemlich verwirrter Herr völlig überfordert gegenüberstand und sich mehr oder weniger überhaupt nicht mehr bewegte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Hier waren nur grauhaarige Menschen unterwegs. Und ein Rundblick bestätigte mir: Hier gab es nur eine einzige junge Frau, die den Altersdurchschnitt gleich um Jahrzehnte senkte. Als wir dann an der Kasse standen, brachte es Oma auf den Punkt: “Um diese Uhrzeit gehen wir nicht mehr einkaufen, nur alte Leute unterwegs.” Was soll ich sagen? Das war jetzt Omas Relativitätstheorie, quasi der Klassiker von über 60-Jährigen. Opas Relativitätstheorie steht auf einem anderen Blatt bzw. an anderer Stelle.

“Oma ist doof!”

Als unser jüngster Enkel Oma bei seinem letzten Telefonat mit ihr ganz überschwänglich erzählte, was er über Pfingsten so alles gerieben hat, nämlich Trampolinspringen und Autoscooterfahren, war sie so begeistert, dass ihr ein wirklich ernst und ehrlich gemeintes “Wow” entfuhr. Das kam allerdings gar nicht gut an. Denn der Kleine hatte sich im Autoscooter etwas weh getan und korrigierte sie nun voller Entrüstung: “Nein nicht, wow, sondern au!” Gleichzeitig gab er – restlos beleidigt und aufs Tiefste enttäuscht – den Telefonhörer seiner Mutter zurück und quittierte das Ganze mit der Feststellung: “Oma ist doof!” Was soll ich sagen? Oma versucht sich nun rauszureden: “Die Telefonverbindung war wohl sehr schlecht …” Na ja, früher waren die Ausreden auch schon mal besser. Allerdings hielt die Enttäuschung des kleinen Mannes nicht lange an. Denn noch bevor das Telefonat beendet war, schrie er schon wieder: “Ich will zu Oma.”

„Soddom und Gomorra!“

Bei den Affen im Berliner Zoo geht’s offensichtlich auch nicht anders zu als bei den Menschen: Ende vergangener Woche erblickte dort ein Zwergschimpansenbaby das Licht der Welt, bei dem nicht so ganz klar ist, wer denn nun der Vater ist. In Frage kommen sowohl der Jungspunt „Limbuko“ (19 Jahre alt) als auch der etwas reifere „Santi“ (33). Die sozusagen ledige Mutter „Opala“ lebt mit ihrem Neugeborenen und ihrem ersten Kind „Likemba“ zusammen mit der Affendame „Yala“ (33) und deren Kind „Kiwi“ (7), wobei es sich bei „Yala“ auch um eine ledige Mutter handeln dürfte. Wer hier der Vater ist, wissen nur die Götter. Wie dem auch sei, vertragen und benehmen tun sich wenigstens alle, so dass der Zoo derzeit keinen Grund dafür sieht, den ganzen Affen-Laden dicht zu machen und die Sippe abzuschotten. Was soll ich sagen? Man fühlt sich ja fast an die Tage der Berliner Kommune I erinnert, als die sich in Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll erging und das Vorbild für die Parole abgab: Wer zwei Mal mit der Selben pennt, gehört schon zum Establishment. Else Kling aus der Lindenstraße, Gott hab sie selig, hätte da vermutlich eine ihrer Schimpfkanonaden losgelassen, die arme Affendame als “A so a Schlamp’n, so a schlamperte Schlamp’n“ tituliert und kurz und bündig festgestellt „Soddom und Gomorra!“

IMG_6981_DxO KopieDie Zwergschimpansendame “Opala” mit ihrem Baby. Foto: Peter Griesbach (Zoo Berlin)

 

Ausgesprochen pragmatisch

Meine älteste Tochter ist am Boden zerstört und ganz traurig. Denn der Stein aus ihrem Verlobungsring ist weg und bislang auch nicht gefunden worden. Als ihr Sohn das mitbekam, zeigte er großes Verständnis und versuchte seine Mutter zu trösten. Als er merkte, dass das nicht viel half, kam er auf eine ausgesprochen pragmatische Idee. Sein Rat: „Am besten kauft dir Papa einen neuen Ring.“ Was soll ich sagen? Es ist faszinierend, auf welch einfache Lösungen Kinder doch immer wieder kommen.