Total im Neuer-Fieber

Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich hat auch bei uns erste Spuren hinterlassen. Jedenfalls wird unser Gärtchen immer mehr zum Fußball-Platz. Zwar ging das Lob unseres ältesten Enkel für den Rasen, der seiner Ansicht nach wie im Fernsehen aussieht, Oma runter wie Öl, vor den Toren aber kann doch schon sehen, dass da hart gearbeitet wird. Geschuldet ist das vor allem der Tatsache, dass der Große total vom Neuer-Fieber befallen ist und das Trikot des deutschen Nationaltorhüters gar nicht mehr auszieht. Was soll ich sagen? Bislang konnten wir gerade noch verhindern, dass auch noch echte Tore in unserem Garten aufgebaut werden. Wie lange wir aber noch den Widerstand aufrecht erhalten können, weiß niemand so ganz genau.

IMG_2852Erste Spuren sind schon zu sehen: Unser Gärtchen wird immer mehr zum Fußball-Platz.

Handball – Fußball – Kopfball

Handball und Fußball zählen in Deutschland zu den beliebtesten Sportarten. Vor allem Fußball hat es den Kindern und Jugendlichen angetan. 2,3 Millionen kicken in Vereinen -Tendenz steigend. Allerdings ist in jüngster Zeit ein Thema aufgekommen, das vielen Kopfzerbrechen bereitet. Es ist die Frage, ob und inwieweit Kopfball gefährlich ist. In den Niederlanden beispielsweise wird Kindern unter 16 Jahren empfohlen, beim Fußballspielen auf den Kopfball zu verzichten. In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es für Kinder unter elf Jahren sogar ein Kopfballverbot. Auch unseren beiden Enkeln haben wir jetzt beim Fußballspielen in unserem Garten ein Kopfballverbot auferlegt, obwohl wir mit einem ganz weichen Ball spielen. Was soll ich sagen? Das Thema hat unseren jüngsten Enkel noch zu einer ganz anderen Frage bewogen. Handball, klar, wird mit der Hand gespielt. Fußball, ebenfalls klar, mit dem Fuß und Kopfball, ganz klar, mit dem Kopf. „Aber“, wollte der kleine Mann jetzt wissen, „hat es so ein Spiel jemals gegeben?“

Aus der Traum

Um es gleich vorwegzunehmen: Oma und Opa sind schuld. Und es tut uns schrecklich leid. Aber nachdem die Offiziellen von Hertha BSC überhaupt nicht auf unsere Anregung reagiert und uns für das Spiel der Spiele keine einzige Karte zugespielt haben, war das Unglück wohl nicht mehr abzuwenden und die Berliner Kicker sind im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund ohne unsere Unterstützung eben ausgeschieden: Aus der Traum vom Finale im eigenen Wohnzimmer. Was soll ich sagen? Pflegeleichtere Maskottchen als Oma und Opa kann man sich für einen Fußballverein doch kaum vorstellen. Aber wer nicht will, der hat schon.

Berlin, Berlin, wir bleiben in Berlin

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, ist der Schlachtgesang von Fußballfans, die ihre Mannschaft auf einem guten Weg ins Finale um den DFB-Pokal wähnen. Denn bekanntlich findet das DFB-Pokal-Finale seit 1985 im Berliner Olympiastadion statt. Seitdem hat die Profimannschaft von Hertha BSC, die in diesem Stadion zu Hause ist, es nie geschafft, in das Finale einzuziehen und sozusagen im heimischern Wohnzimmer den Pott zu sichern. Doch seit Mittwochabend dieser Woche ist alles anders. Erstmals seit 1981 ist die alte Dame mit dem Sieg über den 1. FC Heidenheim wieder in ein Pokalhalbfinale eingezogen und hat dort nun die Chance, sich mit einem Sieg gegen Borussia Dortmund die Finalteilnahme zu sichern. Herthas Manager Michael Preetz hat sofort reagiert und den oben zitierten Schlachtgesang umgeschrieben: „Berlin, Berlin, wir bleiben in Berlin“, ließ er auf Twitter wissen. Was soll ich sagen? Wenn die Kicker fußballerisch so gut sind wie ihr Manager semantisch, dann dürfte – zumindest bis zum Finale – nichts mehr schiefgehen.

Wir bleiben in BerlinSemantisch gut: Herthas Manager Preetz auf Twitter nach dem Sieg gegen Heidenheim.

„Das Spiel ist abgesagt“

Es hätte eine machtvolle Demonstration gegen den Terror und für unsere Freiheit und Demokratie werden sollen. Doch am Ende wurde das dann abgesagte Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande noch viel mehr. Und Oma und Opa waren mittendrin. Es war schon bemerkenswert, wie die Menschen zunächst gen Stadion in Hannover zogen: Ruhig und gelassen, besonnen und in dem Bewusstsein, dass es an diesem Tag um viel mehr geht als um ein Fußballspiel. Mit rund 1.500 anderen Besuchern waren Oma und Opa gerade durch den Einlass, als die Ankündigung kam: „Das Spiel ist abgesagt.“ Was bei jeder anderen Fußball-Veranstaltung zu unüberhörbaren Protesten und Schmähgesängen geführt hätte, wurde an diesem Abend mit gefasster Enttäuschung und erkennbarem Verständnis zur Kenntnis genommen. Und so zogen die Menschen ebenso ruhig und gelassen wieder von dannen wie sie gekommen waren, und die allermeisten wohl mit der festen Absicht, bei der nächsten Gelegenheit wieder mit dabei zu sein. Die Botschaft an den verbrecherischen Terrorismus war ebenso klar wie deutlich: Wir lassen uns unser Leben von euch nicht bestimmen und kaputtmachen. Was soll ich sagen? Der gestrige Abend hat bewiesen, dass der internationalen Bedrohung eine wehrhafte internationale Gemeinschaft gegenübersteht: Statt aus Hannover kamen die starken Bilder von Solidarität und Mitgefühl eben aus London, wo 80.000 Franzosen und Engländer gemeinsam und Hand in Hand die Marseillaise gesungen und dem Fußball den Stellenwert zugewiesen haben, den er für uns alle hat: Die schönste Nebensache der Welt.

HannoverUnd plötzlich waren die Tore des Stadions in Hannover zu. An anderer Stelle in der Stadt wie am Neuen Rathaus gab es mit der Trikolore Solidarität mit Frankreich und Paris.Hannover2

“Sprühsahne” auf dem Platz

Der Sommer 2016 ist gerettet! Jedenfalls braucht man sich für die Zeit zwischen dem 10. Juni und dem 10. Juli weiter nichts vorzunehmen – vorausgesetzt, man ist Fan der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Denn die hat sich gestern Abend für die Endrunde in Frankreich qualifiziert. Ob das nun weltmeisterlich war oder nicht, interessiert in ein paar Wochen ohnehin niemanden mehr. Wir sind dabei, das ist, was zählt. Für Opa ist die Sache damit erst einmal ausgestanden. Bei Oma sieht das dagegen ganz anders aus. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird Holland wohl nicht dabei sein. Eine kleine Chance ist allerdings noch da. Wenn die Elftal gegen Tschiechien gewinnt und die Türkei gegen Island verliert … Ja, wenn, wenn, wenn. Am Dienstagabend wissen wir es. Bis dahin erfreuen wir uns an unseren Enkeln. Für die, das fiel mir jetzt wieder bei dem einen oder anderen Freistoß ein, ist der Umstand, dass der Schiedsrichter „Sprühsahne“ zur Abstandsmarkierung verwendet, nach wie vor befremdlich. Was soll ich sagen? Da geht es ihnen ganz offensichtlich nicht viel anders als so manchem Fußballprofi. Denn vor allem die Freistoßschützen lassen zuweilen nichts unversucht, die Sahne wieder wegzuwischen.

Oma nicht akzeptabel

Oma hat zuweilen einen schweren Stand. Nicht bei mir natürlich, sondern bei unseren Enkeln. Nämlich immer dann, wenn’s im Kindergarten um die Zusammenstellung von Fußballmannschaften geht. So wollten beide Oma partout nicht in ihrem Team haben. Der Grund: Oma kommt aus Holland, „und die verlieren immer“, brachte es unser Jüngster schelmisch auf den Punkt, obwohl, daran sei erinnert, Holland bei der letzten Fußball-Weltmeisterschaft immerhin Platz drei belegt hat. Das Oranje-Team, auch das ist richtig, ist allerdings (noch) nicht für die Europameisterschaften qualifiziert. Und es sieht gar nicht gut aus. Wenn die Türkei sich nicht selber rauskickt, dann fahren die Holländer nicht nach Frankreich. Für die Deutschen ist die Ausgangslage schon etwas komfortabler. Ein Punkt reicht für das EM-Ticket. Aber weltmeisterlich ist anders. Was soll ich sagen? Für unsere Enkel können wir nur hoffen, dass Deutschland beim letzten Spiel gegen Georgien die Qualifikation schafft. Anderfalls dürfte in Zukunft – mangels akzeptabler Spieler – Fußball im Kindergarten ganz ausfallen. Und das wäre doch schade.

Mist, Tor für Deutschland!

Es war wie in den Anfangstagen des Fernsehens: Oma und Opa, die keine Abonennten des Berzahlsenders sind, der immer mit der Übertragung von Fußballspielen wirbt, hatten sich am Sonntag zu Freunden auf den Weg gemacht, um dort mit Ihnen das Bundesliga-Spiel Bayern München gegen Borussia Dortmund zu sehen. Damals hatten einige eben noch keinen TV-Apparat, heute einige eben keinen Bezahlsender. Irgendwie kamen wir dann gegen Ende des Spiels, das so ganz nach dem Geschmack von Opa, einem bekennden Bayern-Fan, verlaufen war, auf das Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vom 8. Juli 2014 zu sprechen. Wenn Sie nicht wissen, was seinerzeit geschah, brauchen Sie nicht weiter zu lesen, Sie sind dann ein hoffnungsloser Fall. Also, am 8. Juli 2014 in Belo Horizonte spielte die deutsche Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Gastgeber Brasilien und – gewann mit 7:1. Und das Siebeneins steht wohl für die größte Schmach, die eine so stolze Fußball-Nation wie Brasilien erleiden kann. Jedenfalls ist das Siebeneins mittlerweile sogar in den Sprachgebrauch des Landes eingegangen, in dem die Menschen, wenn ihnen ein Missgeschick passiert, nur noch sagen „Gol da Alemanha“. Mist, Tor für Deutschland! Was soll ich sagen? Die deutschen Nationalspieler sowie deren Fans sind gut beraten, weiter so honorig mit diesem historischen Sieg umzugehen. Denn im Zweifel stimmt die alte Regel: Hochmut kommt immer vor dem Fall – und man sieht sich immer zweimal im Leben.

Es ist Fußballzeit

Es ist (schon wieder) Fußballzeit: Derzeit finden die Weltmeisterschaft der Frauen in Kanada und die Europameisterschaft der U 21 in Tschechien statt. Dabei präsentieren sich die Deutschen welt- bzw. europameisterlich. Die Frauen sind relativ souverän ins Turnier gestartet und haben zuletzt Schweden mit 4:1 abgefertigt. Auch die Männer sind nach einem etwas holprigen Start durch den 3:0-Sieg gegen Dänemark wieder im Soll und haben den Einzug ins Halbfinale sowie die damit verbundene Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro selbst in der Hand. Für Oma, deren Elftaal auch noch im Rennen ist und sich am Dienstag gegen Japan beweisen muss, ist das ein hartes Brot: Gefühlt jeden Abend Fußball und das zum Teil bis spät in die Nacht, wobei ihr Interesse durchaus noch Potential nach oben hat. Vielleicht stellt sich das ja ein, wenn die Niederlande auf Deutschland treffen, was Gott sei Dank erst im Endspiel möglich ist. Was soll ich sagen? Eine solche Konstellation gab es bei der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Brasilien bei den Männern auch schon. Da kam es dann zwar nicht zu dieser Begegnung, aber Deutschland wurde Weltmeister (und die Niederlande Dritter). Aus meiner Sicht ein durchaus wünschenswerter Ausgang, auch für dieses Jahr.

Richtig was los in unserem Kiez

An diesem Sonntag war in unserem beschaulichen Lichterfelde-West richtig was los. Denn das Eliterennen beim Berliner Velothon ging durch unseren Kiez und fast direkt an unserer Haustür vorbei. Oma und Opa hatten sich an der nächstgelegenen Kreuzung postiert und empfingen die Radler mit frenetischem Beifall. Die ersten beiden Radler allerdings, die da angerauscht kamen, waren jedoch irgendwelche Spaßvögel, die bei uns von der Hauptstrecke abbogen und sich aus dem Staube machten. Als dann die 113 Profis endlich kamen, feuerte Oma den führenden Fahrer derart begeistert wie begeisternd an, dass dieser am Ende tatsächlich gewann. Irgendwie muss sie wohl gefühlt haben, dass der Radler aus ihrem Heimatland stammt. So kam es jedenfalls, dass bei der Siegerehrung die niederländische Nationalhymne für Ramon Sinkeldam gespielt wurde. Was soll ich sagen? Statt zu fotografieren, hätte Opa besser den deutschen Gerald Ciolek anfeuern sollen. Vielleicht wäre der dann im Finale auf der Straße des 17. Juni nicht ohne Chance gewesen. Aber woher hätte ich das nun wissen sollen?

VelothonDas Berliner Profi-Velothon ging durch unseren Kiez und fast direkt an unserer Haustür vorbei. Der hier führende Ramon Sinkeldam aus den Niederlande war am Ende der Sieger.