Ein ganz komischer Traum

Also, ich hatte da einen ganz komischen Traum: Deutschland hat im Halbfinale gegen Frankreich verloren. Da ich mir das irgendwie überhaupt nicht vorstellen konnte, habe ich mal Siri – das ist die Alleswissende in meinem iPhone – gefragt. Und die konnte das Ganze – Gott sei Dank – aufklären, obwohl sie ob der Frage wohl auch etwas irritiert war – “morgen”? Jedenfalls ließ sie mich wissen, dass Deutschland gar nicht gespielt hat und das nächste Spiel erst am 10. August gegen die Fidschi-Inseln stattfindet. Was soll ich sagen? Na, an dem Tag werde ich hoffentlich nicht wieder so einen komischen Traum haben.

Siri

Im Fußball-Fieber

Ganz Deutschland befindet sich im Fußball-Fieber, so natürlich auch unsere beiden Enkel, die ziemlich eindeutig demonstrieren, wem sie besonders die Daumen halten. Bei dieser Europameisterschaft ist das insofern kein größeres Problem, weil die Elftal ja nicht dabei ist. Also wird der Mannschaft die Daumen gedrückt, die hoffentlich heute Abend Frankreich bezwingen kann. Aber gegen Gastgeber hat unsere Fußball-Nationalmannschaft immer schon gut ausgesehen. Seit 1966 hat sie gegen keine Heimmannschaft mehr bei einer EM oder WM verloren. Besonders denkwürdig ist das legendäre Halbfinale von 2014, bei dem Deutschland gegen Brasilien 7:1 gewann. Was soll ich sagen? So eindeutig dürfte das im Stade Velodrome in Marseille nicht werden. Aber so dramatisch wie gegen Italien im Viertelfinale muss es auch nicht wieder sein.

Neuer                                   Wem hier die Sympathien gelten, dürfte klar sein.

Wer heißt Mánuelór Peterson?

Wissen Sie, wer Mánuelór Peterson heißt? Nein!?! Macht nichts. Denn das Ganze ist ohnehin ziemlich hypothetisch. Also, Mánuelór Peterson wäre Manuel Neuer, unser Nationaltorhüter, wenn er Isländer wäre. Wie ich darauf komme? Die norwegische Zeitung „Verdens Gang“ hat zur Fußball-Europameisterschaft einen Namensgenerator ins Netz gestellt, bei dem man seinen Namen und den Namen seines Vaters eintragen kann. Ein Klick später weiß man, wie man in Island heißen würde. Was soll ich sagen? Tolle Idee. Und die Namensfindung geht sogar für Mädchen. Probieren Sie’s doch einfach mal aus.

DeinNameScreenshot von dem Namensgenerator der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“.

Von Topf und Deckel

Wer glaubt, die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich würde alle anderen Themen als König Fußball in den Hintergrund drängen, hat sich schwer getäuscht. Selbst wenn gerade ein Spiel läuft, kann es hoch philosphisch werden. Als Oma und ich in den vergangenen Tagen eine der letzten Gruppenbegegnungen verfolgten und dabei die dort kickenden Herren der Schöpfung etwas näher betrachteten, versuchte Oma angesichts der Attraktivität einiger Spieler zu ergründen, wieso so viele mit bildhübschen und langbeinigen Models liiert sind. Auf meinen Hinweis, dass am Ende irgendwie auf jeden Topf ein Deckel passt, entgegnete sie trocken: „Ja, wenn der Topf dann noch mit viel Geld gefüllt ist, fällt es dem Deckel auch viel leichter.“ Was soll ich sagen? Es kann natürlich auch ganz anders sein und die alte Regel gelten: Schön ist, was gefällt.

Härtetest nicht bestanden

Oma und ich haben uns am Wochenende einen ESGE-Zauberstab gekauft. So einen hatte schon meine Mutter – Gott hab sie selig – und war mehr als zufrieden damit. Vor allem: Der Zauberstab hielt ewig. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, dass das Ding jemals kaputt gegangen ist. Diese Erwartungshaltung haben wir jetzt natürlich auch. Die wurde allerdings am Sonntagabend – zumindest vorübergehend – ein wenig erschüttert. Denn als bei dem EM-Spiel Frankreich gegen die Schweiz fünf Trikots der Eidgenossen den Härtetest nicht bestanden und auch noch einem der Bälle die Luft ausging, projezierten wir das auf unseren Zauberstab, der ja aus der Schweiz kommt. Doch wir haben uns schnell wieder beruhigt. Trikots und Ball stammen nämlich aus Herzogenaurach, die Trikots von Puma, der Ball von Adidas. Was soll ich sagen? “Made in Germany” ist auch nicht mehr das, was es einmal war.

“Bepisst vor Lachen”

Einige Fehlgriffe am Rande der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich beschäftigen den geneigten Zuschauer mittlerweile fast mehr als die diversen Fehltritte der Kicker auf dem Platz, von denen es ja durchaus auch genug gibt. Aber der Griff von Bundestrainer Jogi Löw während des Spiels gegen die Ukraine ans Skrotum war wirklich nicht gentlemanlike und oszillierte, wie der Tagesspiegel schrieb, ins Widerliche. Zwar konnte Lukas Podolski die ganze Aufregung ein wenig einfangen, als er meinte: „Das ist kein Thema in der Mannschaft. Ich denke, 80 Prozent von euch und ich kraulen sich auch mal die Eier. Und daher ist alles gut.“ Aber irgendwie war der Fokus jetzt auf Körperregionen gerichtet, die üblicherweise im Verborgenen bleiben. Da passt es irgendwie ins Bild, dass das Moderatoren-Team Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl seine Arbeit an einem Tisch verrichtet, der eher an eine Toilette erinnert als an einen Moderatoren-Tisch. Während sich laut Feedom.de viele TV-Zuschauer “bepisst haben vor Lachen”, blieb Opdenhövel nicht viel anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen und der Bild-Zeitung zu sagen: “Macht euch keine Sorgen. Der Tisch riecht sehr sauber. Ich habe meine WC-Ente ja immer dabei.“ Da bleibt nur noch die bange Frage, was als Nächstes kommt. Was soll ich sagen? Vielleicht sollten sich jetzt alle wieder mal auf Fußball konzentrieren.

Total im Neuer-Fieber

Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich hat auch bei uns erste Spuren hinterlassen. Jedenfalls wird unser Gärtchen immer mehr zum Fußball-Platz. Zwar ging das Lob unseres ältesten Enkel für den Rasen, der seiner Ansicht nach wie im Fernsehen aussieht, Oma runter wie Öl, vor den Toren aber kann doch schon sehen, dass da hart gearbeitet wird. Geschuldet ist das vor allem der Tatsache, dass der Große total vom Neuer-Fieber befallen ist und das Trikot des deutschen Nationaltorhüters gar nicht mehr auszieht. Was soll ich sagen? Bislang konnten wir gerade noch verhindern, dass auch noch echte Tore in unserem Garten aufgebaut werden. Wie lange wir aber noch den Widerstand aufrecht erhalten können, weiß niemand so ganz genau.

IMG_2852Erste Spuren sind schon zu sehen: Unser Gärtchen wird immer mehr zum Fußball-Platz.

Handball – Fußball – Kopfball

Handball und Fußball zählen in Deutschland zu den beliebtesten Sportarten. Vor allem Fußball hat es den Kindern und Jugendlichen angetan. 2,3 Millionen kicken in Vereinen -Tendenz steigend. Allerdings ist in jüngster Zeit ein Thema aufgekommen, das vielen Kopfzerbrechen bereitet. Es ist die Frage, ob und inwieweit Kopfball gefährlich ist. In den Niederlanden beispielsweise wird Kindern unter 16 Jahren empfohlen, beim Fußballspielen auf den Kopfball zu verzichten. In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es für Kinder unter elf Jahren sogar ein Kopfballverbot. Auch unseren beiden Enkeln haben wir jetzt beim Fußballspielen in unserem Garten ein Kopfballverbot auferlegt, obwohl wir mit einem ganz weichen Ball spielen. Was soll ich sagen? Das Thema hat unseren jüngsten Enkel noch zu einer ganz anderen Frage bewogen. Handball, klar, wird mit der Hand gespielt. Fußball, ebenfalls klar, mit dem Fuß und Kopfball, ganz klar, mit dem Kopf. „Aber“, wollte der kleine Mann jetzt wissen, „hat es so ein Spiel jemals gegeben?“

Aus der Traum

Um es gleich vorwegzunehmen: Oma und Opa sind schuld. Und es tut uns schrecklich leid. Aber nachdem die Offiziellen von Hertha BSC überhaupt nicht auf unsere Anregung reagiert und uns für das Spiel der Spiele keine einzige Karte zugespielt haben, war das Unglück wohl nicht mehr abzuwenden und die Berliner Kicker sind im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund ohne unsere Unterstützung eben ausgeschieden: Aus der Traum vom Finale im eigenen Wohnzimmer. Was soll ich sagen? Pflegeleichtere Maskottchen als Oma und Opa kann man sich für einen Fußballverein doch kaum vorstellen. Aber wer nicht will, der hat schon.