Nicht jeder mag es, in der Großstadt zu leben. Die Gründe dafür sind vielfältig: Krach, Hektik, Anonymität, Aggressivität – nur eine kleine Auswahl von dem, was die meisten Menschen stört. Hinzu kommt sicherlich auch, dass es vor allem die Ballungszentren sind, in denen auch die absonderlichsten Zeitgenossen aufeinandertreffen. Und Berlin ist ein besonders gutes Beispiel für Exotentum. Man braucht nur ein wenig mit S- oder U-Bahn zu fahren und erlebt die tollsten Sachen. Von einem solchen Erlebnis berichtete mir einer meiner Tischnachbarn, als ich gestern Abend mit Oma unterwegs war: Er befand sich gerade in der S-Bahn auf dem Heimweg, als die Frau, die ihm gegenüber saß, plötzlich ihren Kosmetikspiegel aus der Handtasche holte. Zunächst dachte er: “Die wird sich jetzt doch wohl nicht schminken.” Nein, tat sie nicht. Es kam noch viel besser. Denn jetzt kramte sie Zahnseide aus ihrer Handtasche heraus und begann mir der Mundhygiene und Reinigung ihrer Zahnzwischenräume. Was soll ich sagen? In diesem Fall hat Oma den Nagel auf den Kopf getroffen: “Wenn du denkst, du bist allein, mach dir deine Zähne rein …”
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Kinderwagen-Überraschung
Wenn zwei relativ junge Frauen mit Kinderwagen ihre Köpfe zusammenstecken und miteinander reden, ist man sich ziemlich sicher, dass es sich dabei um ein Gespräch zwischen Müttern handelt. Jedenfalls war ich dieser Meinung, als ich letztens auf eine S-Bahn wartete. Und nicht nur ich. Auch das Kind, das in einem der Kinderwagen zu sehen war, dachte offensichtlich ebenso. Nachdem es mich angeschaut und angelächelt hatte, blickte es nun in den anderen Kinderwagen und, ja man kann bzw. muss es so sagen, es erstarrte fast zur Salzsäule. Seine Gesichtszüge drückten nicht nur Erstaunen, sondern irgendwie auch Entsetzen aus. Dadurch alarmiert versuchte ich nun meinerseits einen Blick in den anderen Kinderwagen zu erhaschen. Als es mir endlich gelang, muss ich wohl genauso ge- bzw. verstört aus der Wäsche geschaut haben, wie das von mir beschriebene Kind. Jedenfalls kreuzten sich unsere Blicke und im Geiste zuckten wir mit unseren Schultern. Aus dem anderen Kinderwagen lugte nämlich nur eine kleine, spitze und haarige Schnauze heraus, die zweifelsohne das Vorderteil eines Hundes darstellte. Was soll ich sagen? Kinderwagen-Überraschung: Na ja, es geht auch noch verrückter, wie das nachstehende Foto zeigt.
Nicht alles ein Aprilscherz
Opa konnte einfach nicht widerstehen. Aber die Idee mit der Zwangsverpflichtung von Großeltern, um in Berliner Kitas und Schulen die zum Teil drastischen Personalausfälle zu kompensieren, war einfach zu schön, um sie nicht am 1. April niederzuschreiben und unters Volk zu bringen. Aber auch andere hatten gute Einfälle. Der Tagesspiegel beispielsweise berichtete, dass der Berliner Zoo künftig kleinere Tiere zum Mitnehmen verlosen und der Tierpark in Friedrichsfelde Nachtgolf zwischen den Tieren anbieten will – ganz zu schweigen von dem Outlet-Store am Elefantentor, “der Spezialitäten wie ,Rib-Eye vom jungen Königstiger’ anbietet, Raritäten wie den fast ausgestorbenen Hertha-Frosch oder normale Schollenfilets aus dem Aquarium.” Tierisches hatte auch die B.Z. im Angebot. Danach war es Wissenschaftler der Universität Sendai in Japan erstmals gelungen, einen Hund und eine Katze zu kreuzen. “Es vereinigt die besten Eigenschaften beider Haustiere”, wird Forschungsleiter Dr. Wau Miau zitiert. Die sogenannte Hutze sei stubenrein und könne auch zur Wach-Hutze ausgebildet werden. Lustig fand ich auch, was die Berliner Zeitung zum Besten gab: Die BVG bietet künftig über ihre App Sitzplatzreservierungen in Bussen an. Was soll ich sagen? Es dürfte nicht alles ein Aprilscherz gewesen sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die neue Kostenschätzung, über die die “Bild”-Zeitung berichtete und wonach der Flughafen BER am Ende mindestens acht Milliarden Euro kosten soll, traurig, aber wahr ist.
Berlin verpflichtet Großeltern
Es ist kein Aprilscherz: Das Internet bei Oma und Opa funktioniert wieder. Sozusagen drei Tage ohne Kontakt zur Außenwelt ist schon ein hartes Los. Das Leiden war allerdings noch nicht ganz vorbei, da traf uns schon die nächste Hiobsbotschaft. Ein alter Bekannter aus Journalistenzeit rief mich an und berichtete, dass das Land Berlin, bekanntermaßen bei Pisa und sonstigen Bildungsstudien nicht gerade Spitze, jetzt ganz neue Wege bei der Rekrutierung von Erziehern und Lehrern gehen will. So sollen schon mit Beginn des nächsten Schuljahres, so sehe es ein Gesetzesentwurf vor, verrentete und arbeitslose Großeltern zwangsverpflichtet werden und in Kitas und Schulen die zum Teil drastischen Personalausfälle kompensieren. Die schnelle Umsetzung sei vor allem deshalb möglich, weil aufgrund der reichlichen Erfahrung von Großeltern im Kinderbetreuungs-, Erziehungs- und Bildungsbereich weitestgehend auf eine Erzieher- und Lehrer-Qualifizierung verzichtet werden könne. Zudem werde der Bildungshaushalt geschont, so dass dort entsprechend eingeplante Haushaltsmittel umgeschichtet und zur Deckung der Mehrkosten am Flughafen BER eingesetzt werden könnten. Der Gesetzesentwurf soll bereits bei der nächsten Sitzung des Abgeordnetenhauses am 10. April von der Großen Koalition eingebracht werden. Eventuelle Widerstände der Opposition könnten mit den 85 Koalitionsstimmen einfach überstimmt werden. Vorgesehen sind zudem drastische Strafen für den Fall, dass sich Großeltern ihrer Verpflichtung entziehen. So könnten im Extremfall bis zu 33,33 Prozent der Rentenansprüche gekürzt und einbehalten und für den BER verwendet werden. Inwieweit Betreuungszeiten bei den eigenen Enkel angerechnet werden können, wusste unser Bekannter nicht. Was soll ich sagen? So hatten sich Oma und Opa ihren Ruhestand nicht vorgestellt.
Ideen zum Valentinstag
Eigentlich bin ich ja einen Tag zu früh dran. Aber die Urania in Berlin, eine gemeinnützige Bildungs- und Kultureinrichtung, veranstaltet anlässlich des morgigen Valentinstages eine ganze Valentinswoche. Und die beginnt heute. In den Vorträgen soll es um „Liebe, Frust und Lust“ gehen. Nähere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden sich hier. Der Valentinstag hat aber nicht nur die Urania inspiriert, sondern auch den Dessous-Hersteller BeeDees. Das Label hat auf change.org eine Petition eingebracht, die fordert, dass aus dem Valentinstag ein gesetzlicher Feiertag wird. Und das gibt es auch noch: stern.de beglückt seine Leser zum Valentinstag mit zehn Geschenken, die Sie Ihrem Schatz ersparen sollten. Was soll ich sagen? Vielleicht hat ja noch jemand eine verrückte Idee. Opa bleibt dagegen ganz konservativ, kauft ein paar schöne Blumen, nimmt Oma einfach in den Arm und gibt ihr einen dicken Kuss.
Mit 66 Jahren …
Seniorenblogs gibt es wie Sand am Meer. Und ebenso viele Namen gibt es auch: Best Ager Blog, Silversurfer Blog, Super Senioren Blog und Seniorenland sind nur ein paar Beispiele für die Kreativität, mit der die Alten gelockt werden sollen. Besonders einfallsreich fand ich ja: Tempus-et-Gaudium.ch: Der Senioren-Blog – Spaß im Alter. Wer aber nicht so recht weiß, ob er überhaupt zur Zielgruppe gehört, dem wird mit der Zugabe von Zahlen geholfen: Blog 50 plus, forum-55Plus oder Für alle Senioren über 60. Dann allerdings hört es auch schon auf. In der Zeitung “Die Welt” habe ich zumindest noch eine Überschrift gefunden, die da lautet: Generation 65 plus fühlt sich reich, jung und fit. Immerhin. Lediglich in Bad Hersfeld, der nach eigenen Angaben seniorenfreundlichen Stadt, gibt es ein Senioren-Programm „70 plus“. Was danach kommt, ist mehr als ernüchternd: 75 plus gibt es nur noch als Fensterreiniger WV 75 plus und 80 plus ist laut Wikipedia eine nordamerikanische Initiative zur Förderung von PC-Netzteilen, die einen Wirkungsgrad von 80 % oder höher aufweisen. Was soll ich sagen? Wie gut, dass es Udo Jürgens gibt: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an! Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran. Mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss! Mit 66 ist noch lange nicht Schluss!“
Was wird Weihnachten gefeiert?
Alle Jahre wieder werden Jugendliche danach gefragt, was denn Weihnachten gefeiert wird. Und jedes Mal denke ich angesichts der Antworten: So dumm können die doch gar nicht sein. Aber offenbar sind sie es doch. Aktuell hat Stefan Raab in TV total den großen Weihnachtscheck gestartet. Wer sich das antun möchte, kann das über diesen Link tun. Wer die dort aufgezeichneten Antworten nicht komisch findet, sollte unbedingt einmal zum Buch der Bücher greifen und bei Lukas nachlesen, was sich zu dieser Zeit zugetragen hat. Was soll ich sagen? Wen dann noch interessiert, wie in anderen Ländern Weihnachten gefeiert wird, kann sich auf KinderWeb.eu schlau machen. Nur soviel sei verraten: Auf den Weihnachtsinseln gibt es kein Weihnachten.
Pakete selbst abholen?
Bei manchen Nachrichten glaubt man ja zunächst, es könnte sich um einen Aprilscherz oder gar eine Zeitungsente handeln. Aber leider ist dem ziemlich oft nicht so. So wollen einige Logistikfirmen in Deutschland jetzt tatsächlich ihren Service einschränken und Sendungen in den Geschäften der Paketdienste von den Kunden abholen lassen. Konkret sind das die Firmen GLS und DPD. Hintergrund sollen die hohen Kosten sein, die dadurch entstünden, dass die Zustellung an der Haustür immer häufiger scheitere. Der GLS-Chef wird sogar mit den Worten zitiert: „Wir brauchen einen Bewusstseinswandel. Onlinebesteller müssen sich ihre Sendungen selbst abholen.“ Was soll ich sagen? Vor allem für Mütter mit kleinen Kindern sowie behinderte und ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind, wäre das eine Katastrophe und ziemlich unsozial. Die Unternehmen tun ja gerade so, als wenn sie bei dem Versand nichts mehr verdienten. Unglaublich.
Auch NSA liest Opas Blog
Opa hat lange überlegt, ob er das Thema überhaupt aufgreifen soll. Aber dann wurde mir klar, dass es auch und vor allem um die Zukunft meiner Enkel geht. Ich selber bin da ja völlig härm- und arglos. Aber als ich gestern Abend – entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten – doch eine Talkshow zu dem Thema verfolgt habe, wurde mir plötzlich klar: Alles, was möglich ist, passiert auch. Und alles, was eigentlich unmöglich erscheint, auch. Dann habe ich mich vor den Computer gesetzt und ein wenig recherchiert. Dabei bin ich auf etwas gestoßen, was ich für undenkbar gehalten habe. Aber es muss wohl so sein. Opas Blog und Bundeskanzlerin Merkel stehen in etwa auf einer Stufe. Jedenfalls seit dem 19. Juni 2013. An diesem Tag gab es auf Opas Blog einen Beitrag mit der Überschrift: Der König von Amerika. Gemeint war damit US-Präsident Barack Obama. Zumindest hatte ihn mein ältester Enkel so genannt. Und wenn ich heute den Post noch einmal nachlese, wird mir klar, warum seit diesem Tag einige Leute den Blog mitlesen, die sich für Opas Blog normalerweise nicht die Bohne interessiert hätten. Die Zugriffszahlen aus Mountain View sprechen jedoch eine andere Sprache. Ich habe sie nie veröffentlicht, gehe aber davon aus, dass sie dort mittlerweile bekannt sind. Was soll ich sagen? Die NSA (National Security Agency) plant offensichtlich, ihre Aktivitäten noch zu verstärken. Zumindest will sie ihre Abteilung dort verstärken. Die nachstehende Internet-Anzeige, auch wenn sie plötzlich verschwunden war, spricht Bände.
Interesse? Gut bezahlte NSA-Jobs in Mountain View.
Das war der Ursprungslink zu der Anzeige, die dann plötzlich verschwunden war.
Der Mann hatte keine Kinder …
Mit Kindern kann man was erleben. An ein ganz besonderes Erlebnis erinnerte sich jetzt einer unserer abendlichen Gäste. Beim Essen – die Rezepte gibt es demnächst – gab er folgende Geschichte zum Besten: Als seine Kinder noch jünger waren, musste er einmal tagsüber zwischendurch etwas in seiner Wohnung holen, die – so etwas konnte man sich früher noch leisten – nicht richtig abzuschließen war. Als er bei dem Mehrfamilienhaus ankam, stand da die Polizei, die ihn fragte: “Was wollen sie hier?” Als er wissen ließ, dass er dort wohne, teilten ihm die Beamten mit, dass in dem Haus eingebrochen worden sei. Nachdem er präzisiert hatte, dass es sich bei ihm um den Bewohner der Dachgeschosswohnung handele, erhielt er die Auskunft, dass das Delikt neben der Erdgeschosswohnung auch für sein Domizil gelte. Um ihm den Schaden zu zeigen, ging einer der Beamten vor in die Wohnung, in der zunächst nichts Außergewöhnliches zu sehen war. Ohne Umwege ging er auf eine Tür zu und präsentierte dahinter ein offenbar völlig durchwühltes Zimmer. Doch unser Gast konnte den Polizisten beruhigen: “Da wurde nicht eingebrochen. Das ist nur das Kinderzimmer!” Was soll ich sagen? Wetten, dass der Beamte keine Kinder hatte …
