1,7 Millionen rote Kappen

Wenn in dieser Woche in Bayern die letzten Schulanfänger ihren ersten Schultag absolviert haben, dann geht damit auch wieder eine große Sicherheitsaktion zu Ende, die mittlerweile ihresgleichen sucht. Seit nunmehr zehn Jahren stattet die DEKRA, die sich das Thema (Verkehrs-)Sicherheit auf die Fahne geschrieben hat, alljährlich Schulanfänger unter dem Motto “Sicherheit braucht Köpfchen” mit signalroten Caps aus. 1,7 Millionen dieser Kappen hat die DEKRA bereits unters Volk bzw. auf die Köpfe von Kindern gebracht, die damit einen doppelten Schutz haben: Bei Helligkeit sorgt die rote Farbe für Signalwirkung, im Dunkeln macht der rundum reflektierende Leuchtstreifen Autofahrer schon von weitem auf die Kleinen aufmerksam. Zusätzlich zu den Kappen raten die DEKRA Experten allen Eltern, auch bei der Kleidung, den Schuhen und den Schulranzen ihrer Kinder auf auffällig-reflektierende Elemente zu achten. Damit sind Kinder in der Dämmerung, bei Dunkelheit oder schummrigem Herbstlicht viel besser zu erkennen. Was soll ich sagen? Unsere beiden Enkel gehen zwar noch nicht zur Schule, aber die roten Kappen haben sie schon. Sicher ist sicher.

Herzlichen Glückwunsch, Oma!

Oma hat heute Geburtstag. Also stimme ich ganz laut ein Geburtstagsständchen an und singe: Happy birthday to you, happy birthday to you, happy birthday, liebe Oma, happy birthday to you! Ich hatte ja kurzfristig überlegt, das Ganze mit der Kamera aufzunehmen und hier als Video einzustellen. Dann fiel mir aber Gott sei Dank noch ein, dass, als ich das letzte Mal gesungen habe, der Raum, in dem ich das tat, schlagartig wie leergefegt war und alle die Örtlichkeit fluchtartig verlassen hatten. Stattdessen habe ich nun ein paar Zitate zusammengesucht, die Frauen zum Thema Alter bzw. Geburtstag von sich gegeben haben und an denen Oma sicher auch ihre Freude haben wird. Was soll ich sagen? Also, noch einmal: Alles Gute zum Geburtstag – ich liebe Dich! Und nun viel Spaß beim Lesen: Ich bin stolz auf die Falten. Sie sind das Leben in meinem Gesicht. Brigitte Bardot  Jung ist man, solange man noch imstande ist, den eigenen Geburtstag zu vergessen. Ingrid Bergmann – Alter schützt vor Liebe nicht, aber Liebe vor dem Altern. Coco Chanel  Alter ist irrelevant, es sei denn, du bist eine Flasche Wein. Joan Collins – Eine Frau, die mit einem Archäologen verheiratet ist, darf sich glücklich schätzen, denn je älter sie wird, desto interessanter wird sie für ihren Mann. Agatha Christie – Das Alter verklärt oder versteinert. Marie von Ebner-Eschenbach – Ich hatte schon immer den Verdacht, dass das Ausblasen der Kerzen auf der Geburtstagstorte ein getarnter Gesundheitstest für die Versicherung ist. Katharine Hepburn – Es gibt keinen Antiquitäten-Fan, dessen Vorliebe für das Alter sich auch auf Frauen erstrecken würde. Michèle Morgan – Alter spielt sich im Kopf ab, nicht auf der Geburtsurkunde. Martina Navratilova – Nur wer sein Alter verleugnet, fühlt sich wirklich alt. Lilli Palmer – Was heißt schon für uns Frauen, mit Anstand alt zu werden? Lieber unanständig jung bleiben. Olga Tschechowa – Ich verstehe nicht, warum so viele Frauen darunter leiden, dass sie schon wieder ein Jahr älter geworden sind. N i c h t mehr ein Jahr älter zu werden, das wäre eine Katastrophe. Liv Ullmann

PS an alle anderen: Bitte nicht vergessen, Oma über die Kommentarfunktion zu gratulieren.

Der Mann hatte keine Kinder …

Mit Kindern kann man was erleben. An ein ganz besonderes Erlebnis erinnerte sich jetzt einer unserer abendlichen Gäste. Beim Essen – die Rezepte gibt es demnächst – gab er folgende Geschichte zum Besten: Als seine Kinder noch jünger waren, musste er einmal tagsüber zwischendurch etwas in seiner Wohnung holen, die – so etwas konnte man sich früher noch leisten – nicht richtig abzuschließen war. Als er bei dem Mehrfamilienhaus ankam, stand da die Polizei, die ihn fragte: “Was wollen sie hier?” Als er wissen ließ, dass er dort wohne, teilten ihm die Beamten mit, dass in dem Haus eingebrochen worden sei. Nachdem er präzisiert hatte, dass es sich bei ihm um den Bewohner der Dachgeschosswohnung handele, erhielt er die Auskunft, dass das Delikt neben der Erdgeschosswohnung auch für sein Domizil gelte. Um ihm den Schaden zu zeigen, ging einer der Beamten vor in die Wohnung, in der zunächst nichts Außergewöhnliches zu sehen war. Ohne Umwege ging er auf eine Tür zu und präsentierte dahinter ein offenbar völlig durchwühltes Zimmer. Doch unser Gast konnte den Polizisten beruhigen: “Da wurde nicht eingebrochen. Das ist nur das Kinderzimmer!” Was soll ich sagen? Wetten, dass der Beamte keine Kinder hatte …

Getränkte Wochenübersicht (10)

Als Opa noch ein Kind war, da gab es bei ihm daheim zum Wochenende meist die Reste der Woche als Auflauf. Das hieß dann “Getränkte Wochenübersicht” und war, Hand aufs Herz, richtig lecker. Der Begriff “Getränkte Wochenübersicht” allerdings hat sich im Laufe der Jahre verselbstständigt. Irgendwann stand er für Sammelsurien aller Art. Opas “Getränkte Wochenübersicht” wird es jetzt immer samstags geben und die besten Sprüche beinhalten, die er am Schwarzen Brett von seniorbook, einem Internetportal für Menschen ab 45 Jahren, entdeckt hat. Was soll ich sagen? Viel Spaß beim Lesen.

Hab’ ne Marktlücke gefunden: Kaffeetasse mit Spiegel am Boden – dann kann man immer sehen, wie viel Kaffee man noch benötigt … Hammer, oder? Jörg Pinkenburg aus Ritterhude

Ich habe mal gefragt, was unsere Eltern früher ohne Internet und Fernsehen den ganzen Tag gemacht haben … Auch meine 22 Geschwister hatten dafür keine Antwort. 🙂 Angelika Geier-Kölbl aus Wessobrunn

Ich bin eingefleischter Vegetarier. Walter Müller aus Eckernförde

So ein Fliegengitter ist doch sehr praktisch. Es verhindert zuverlässig, dass die Mücken bei dem kühlen Wetter aus dem Fenster fliegen und erfrieren. Leonhard K. Meiler aus Schwalmstadt

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass „Leben“ rückwärts „Nebel“ heißt? Blicken wir deshalb nicht immer so genau durch? Mengia Dober aus Hergiswil

Es ist leichter, einen Sack voller Flöhe zu hüten als seine Zunge … Balu Bär aus Augsburg

Ich wär’ gern mal abends so müde wie morgens! Berni Gollin aus Gelsenkirchen

PS: Das war’s bzw. das war die letzte Getränkte Wochenübersicht. Ab nächster Woche gibt’s hier dann … lasst Euch überraschen.

Ein Video mit Folgen

Als ich auf der Suche nach Themen und Ideen so durch das Internet streifte und gerade auf den jüngsten Auftritt der SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles im Bundestag, über den sich die Netzgemeinde gerade scheckig lacht, gestoßen war, kam Oma gerade mit unserem jüngsten Enkel zur Wohnungstür herein – Oma-Tag eben. Der Kleine hörte natürlich sofort die Melodie des Pipi-Langstrumpf-Songs und machte sich auf den Weg in mein Büro, um zu sehen, was da denn wohl los ist. Ich kam natürlich nicht darum herum, ihm das Video vorzuspielen. Wer unseren Enkel dabei gesehen hätte, hätte sich nicht mehr eingekriegt – abwechselnd vor Lachen und Entsetzen. Mit total versteinerter Miene, zu der sich Marmor im Vergleich wie sanftester Seidenstoff ausgemacht hätte, saß er vor dem Bildschirm und hörte sich die Gesangsversuche der Politikerin an. Selbst als die Aufzeichnung nach gut anderthalb Minuten zu Ende war, blieb das offensichtlich stark traumatisierte Kind regungslos auf meinem Schoß sitzen. Erst als ich ihm auf die Schnelle ein anderes Video mit Pipi Langstrumpfs Musik herausgesucht und vorgespielt hatte, entkrampfte sich das Gesicht ein wenig und über sein Gesicht huschte wieder so etwas wie ein Lächeln. Was soll ich sagen? Ich schlage für alle Wahlkampfsendungen und -auftritte den zwingenden Hinweis vor: Zu den riesigen Nebenwirkungen fressen Sie das Parteiprogramm und erschlagen Sie den irren Arzt ihres Wahlkreisabgeordneten. Hätte dem Kleinen aber vermutlich auch nicht geholfen.

Gottlob war alles nur aus Plastik

Eigentlich ist ja Oma bei uns fürs Spielen zuständig. Aber hin und wieder muss auch mal Opa herhalten, so wie neulich, als ein Patient für einen Notarzteinsatz gesucht wurde. Der Mediziner war in diesem Fall unser ältester Enkel, von dessen Mutter ich zu eben dieser Rolle mit dem Hinweis überredet wurde, ich könne mich ja auch aufs Bett fallen lassen. Das klang verlockend, und so machte ich es mir auf dem Bett bequem in dem Irrglauben, ich sei dort in etwa auf der sicheren Seite. Weit gefehlt. Plötzlich kam mit lautem “Tüta, Tüta” der Notarztwagen mit einer Belegschaft daher, die wiederum mit sehr eigentümlichen Instrumenten ausgestattet war. Der Notarzt, also unser Enkel, hatte eine Bohrmaschine in der Hand und zielte schnurstracks auf meinen Bauch, die Sanitäterinnen, also Oma und unsere älteste Tochter, waren mit Zange und Säge ausgerüstet. Als dann noch der Hammer ins Spiel kam, hörte ich nur noch etwas von Anästhesist und … Was soll ich sagen? Am Ende konnte sich niemand mehr erinnern, wer auf die Idee mit diesem Handwerkszeug gekommen ist. Gottlob war alles nur aus Plastik.

Nichts für unsere Enkel

Opa ist immer auf der Suche nach spannenden Ausflugsorten, zu denen er seine Enkel jetzt oder in absehbarer Zukunft „entführen“ kann. Auch Oma schaut, was es so alles an Orten gibt, die für unsere beiden Süßen geeignet erscheinen. Dabei sind wir auf einen Freizeitpark gestoßen, der allerdings weniger unsere Enkel als vielmehr Autoren oder Filmemacher von Gruselgeschichten ansprechen dürfte – um nicht gleich von Horrorbüchern oder -filmen zu reden: Der Spreepark Plänterwald in Berlin. Recherchiert man dazu im Internet, stößt man sehr schnell auf Begrifflichkeiten wie „Dornröschenschlaf“, „Geisterstadt“, „verlorener Ort“ oder „Objekt zum Gruseln“. Der Berliner „Tagesspiegel“ beschreibt das u.a. so: „Die grüne Fahrrinne der Wildwasserbahn ist von Rost zerfressen. Im schmuddeligen Wasser des Sees darunter dümpelt eine Bierflasche. … Nach der Pleite 2001 ist das Lachen der Besucher gespenstischer Stille gewichen, die Anlage zerfällt.“ Während nach wie vor ein Investor gesucht wird, sind die „Geschichten aus dem Plänterwald“ der Renner. Und nicht erst, seitdem die Neuköllner Oper 2006 die gleichnamige musikalische Standortuntersuchung vorgenommen hat. Schon vorher beinhalteten die Geschehnisse alle Zutaten, die man für nervenzerfetzende Thriller benötigt: Ein schon einmal gescheiterter Schausteller übernimmt nach der Wende de facto die Regie im Plänterwald, macht aus dem VEB Kulturpark einen Freizeitpark, geht in die Insolvenz, setzt sich fluchtartig mit sechs seiner Attraktionen nach Peru ab, floppt dort erneut und versucht seine Rückkehr nach Deutschland mit einem veritablen Kokain-Transport zu finanzieren. Auch das geht in die Hose. Und so muss das Areal nach wie vor als Kulisse für Fernseh-, Film- oder Theaterproduktionen herhalten, denn auch die jüngste Zwangsversteigerung platzte auf abenteuerliche Weise. Ansonsten: Ein Wanken zwischen Armageddon und Apokalypse. Was soll ich sagen? Also, für unsere Enkel ist der Spreepark Plänterwald derzeit ganz sicher nichts. Aber für eine Teilnahme an der „Blogparade: Unheimliche Orte und düstere Legenden aus ganz Deutschland gesucht!“ ist er genau das Richtige.

Plänterwald Zerfällt in gespenstischer Stille: Der Spreepark Plänterwald in Berlin.

“Oma, warum redest du so viel?”

Dass unsere beiden Enkel ausgesprochen gerne mit Oma spielen, wissen die Leser von Opas Blog. Was sie allerdings nicht wissen, ist, dass die kleinen (Quäl-)Geister es gar nicht gerne sehen, wenn Oma dabei irgendeiner Nebentätigkeit nachgeht. Dazu gehört auch und vor allem, mit Opa oder gar der (noch anwesenden) Mutter zu reden. So ermahnte unser ältester Enkel Oma bei seinem letzten Besuch, als diese immer wieder mit ihrer Tochter, also seiner Mutter, sprach. “Oma, wir wollten doch spielen!”, sagte er ihr sicherlich ein gutes Dutzend Mal. Als die beiden Frauen aber nicht aufhörten, sich über dies und jenes zu unterhalten, reichte es dem großen kleinen Mann offenbar und er fragte Oma ziemlich genervt: “Oma, warum redest du so viel?” Was soll ich sagen? Wenn er den Spruch “Ein Mann, ein Wort – eine Frau, ein Wörterbuch” gekannt hätte, dann … Hat er aber Gott sei Dank nicht.

Ich liebe Cordula Stratmann …

Ich liebe Cordula Stratmann, … Nicht wirklich natürlich. Sondern nur so, wie es bei dem Werbeslogan einer großen Fastfoodkette gemeint ist. Also noch einmal: Ich liebe Cordula Stratmann, seit ich sie das erste Mal im Fernsehen als Annemie Hülchrath gesehen habe. Und die Liebe hielt auch an, als sie in der Schillerstraße mitmachte. Dann, mit der Geburt ihres Sohnes Emil im Jahr 2006, wurde es etwas ruhiger um die Frau, die für ihr komödiantisches Können u.a mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Deutschen Comedypreis, der Goldenen Kamera und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Warum ich all das hier erwähne? Weil die studierte Sozialarbeiterin ein ausgesprochen realistisches Familienbild hat und das auch lebt, was sie sagt. Und deshalb kann ich auch nur jeder Mutter und jedem Vater empfehlen, das Interview zu lesen, das sie dem Tagesspiegel in Berlin gegeben hat. “Mit der Ankunft eines Kindes muss sich im Leben beider Eltern eine Veränderung einstellen”, sagt sie dort und antwortet auf die Frage “Wenn der Kuchen spricht, schweigen die Krümel?” schlicht und ergreifend mit: “Ja!” Das entlaste Kinder ungemein. Wenn Eltern sich vor klaren Autoritätsverhältnissen drückten, tue das keinem Kind gut. Und es gibt noch weitere lesenswerte Aussagen. Was soll ich sagen? Nach diesem Interview liebe ich Cordula Stratmann noch mehr.

Familien-Frühstück

Das war ein Tag bzw. Morgen nach Omas und Opas Geschmack. Um 10.00 Uhr hatte ich die ganze Familie zum Frühstück eingeladen –  mal nicht bei uns zu Hause, sondern in einem Lokal. Alle kamen pünktlich an. Ich hatte zwar drinnen reserviert. Aber angesichts des Wetters war das Lokal so clever gewesen, die entsprechenden Reservierungen auch auf der Terrasse vorzunehmen. Und so konnten wir bei herrlichem Spätsommerwetter und angenehmen Temperaturen das Frühstück draußen genießen. Zu alledem passte, dass alle auch gut drauf waren. Oma und Opa, die Mamas und die Papas und die beiden Buben. Da saßen wir dann zu acht an einem schönen großen Tisch und ließen es uns gut gehen. Selbst die ansonsten mittlerweile ziemlich aggressiven Wespen hatten ein Einsehen und ließen uns weitestgehend in Ruhe. Der anschließende gemeinsame Besuch des angrenzenden Spielplatzes war sozusagen der krönende Abschluss. Was soll ich sagen? Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Mal.