Keine 59 mehr …

Aktiv-Wochenende nennt man so etwas wohl: Am Samstag die Inlineskater angefeuert, am Sonntag die Läufer beim Berlin-Marathon unterstützt – und das auch noch erfolgreich: Denn der Kenianer Wilson Kipsang hat mit 2:03:23 Stunden einen neuen Weltrekord hingelegt. An- bzw. abschließend noch einen kleinen Ausritt gemacht, zwar nicht mit Fury, aber immerhin mit Schoko. Insgesamt hat unser ältester Enkel jedenfalls ziemliches Durchhaltevermögen und Sattelfestigkeit bewiesen. Zumindest hatte ich den Eindruck, dass der kleine Mann über wesentlich mehr Reserven verfügt als beispielsweise Opa. Was soll ich sagen? Kein Wunder, der ist schließlich keine 59 mehr …

Schoko     Ziemlich sattelfest: Unser ältester Enkel bei seinem kleinen Ausritt mit Schoko.

Beste Polizei-Werbung

Unser ältester Enkel ist schon ein großer Sportler und Sportfan. Er selbst spielt Fußball und interessiert sich für nahezu alle anderen Sportarten. Insofern ist dieses Wochenende für ihn ein wahres Freudenfest: Gestern die Inlineskater, heute der 40. Berlin-Marathon. Wir waren natürlich an der Strecke und haben die Skater angefeuert. Und wir werden selbstverständlich auch die Läufer unterstützen. Leider sind die großen Sporthappenings seit Boston, wo im Frühjahr bei einem Anschlag drei Menschen starben und 260 verletzt wurden, nicht mehr so unbeschwert. Die Polizei ist sehr präsent und überall gut sichtbar. So wird man daran erinnert, dass immer etwas passieren kann. Die in der Regel sehr jungen Beamten sind aber trotz des sehr wichtigen und nicht ungefährlichen Einsatzes immer noch in der Lage, beste Werbung für sich und ihren Berufsstand zu machen. Als unser Kleiner einen der Polizeiwagen inspizieren wollte, der da an der Strecke stand, war das überhaupt kein Problem. Und als er noch einen Polizei-Helm aufgesetzt bekam, war die Bewunderung für die Beamten grenzenlos. Was soll ich sagen? Hoffentlich wissen auch die Verantwortlichen, was sie an ihren Männern haben. Solche Imagemaßnahmen sind durch nichts zu ersetzen.

Skater   Polizei                   Erst die Skater angefeuert, dann die Polizei inspiziert: Beste Werbung!

Gerüchteküche-Küchengerüchte

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um die Küchengerüchte zum Thema “Blauer Schwede”:

Es ist ja heute nicht mehr so einfach, küchentechnisch etwas Neues auf den Tisch zu zaubern. Durch die verschiedenen Kochsendungen im Fernsehen und die vielen Kochbücher finden sich kaum noch kulinarische Überraschungen. Irgendwie hat man alles schon einmal gesehen. Und doch gibt es sie noch, die unbekannten Hingucker. So einer ist der “Blaue Schwede”, eine Kartoffel, die durch ihre blaue Farbe besticht. Seit den 1880er Jahren wird sie in Schweden angebaut, heißt dort allerdings “Blue Congo” und kommt vermutlich aus Südamerika. Beliebt ist sie vor allem bei Kindern, die total auf die blaue Kartoffel abfahren. Mehlig bis festkochend eignet sie sich für Kartoffelsalat ebenso wie für Kartoffelstampf. Und gesund ist die Kartoffel auch noch. Die natürlichen Pflanzenfarbstoffe (Anthocyane), die für die blaue Farbe verantwortlich sind, gelten als Fänger von „freien Radikalen“ und sollen das Krebsrisiko mindern. Was soll ich sagen? Na geht doch: Gesund und lecker.

“Ich will die Kälte fühlen”

Angesichts von Temperaturen um die zehn Grad und sich immer wieder öffnenden Regenwolken ist die Cabrio-Zeit ja eigentlich vorbei. Dennoch haben wir es dieser Tage doch noch einmal gewagt. Wir, das waren Oma und Opa sowie unsere älteste Tochter und deren Sohn. Oma und Opa saßen relativ geschützt vorne, Tochter und Enkel dem Fahrtwind ziemlich ungeschützt ausgesetzt hinten. In den Tempo 30-Zonen ging es noch gerade so und zumindest unser Enkel frohlockte: “Der Wind weht so schön in meinen Mund.” Als wir aber auf die (Stadt-)Autobahn kamen, war irgendwie Schluss mit lustig. Gott sei Dank waren die beiden angeschnallt, so dass sie nicht wegfliegen konnten. Aber der kalte Wind verursachte bei ihnen doch ziemlich rote Nasen und Wangen. Als wir von der Autobahn wieder herunter waren, meinte unser Tochter denn auch mit Hinweis auf die gefühlte Temperatur, nun sei es genug und wir sollten das Dach wieder zumachen. Dem widersprach allerdings unser Enkel ganz energisch: “Ich will die Kälte fühlen.” Was soll ich sagen? Ein Junge eben, schon ein ganzer Kerl und hart im Nehmen.

PS: Heute werden haben wir den 150.000sten Besuch registrieren können! Liebe Leser, ganz, ganz herzlichen Dank!!!

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Luxus-Tante

Auch Menschen, die keine Kinder oder Enkelkinder haben, schauen regelmäßig bei Opas Blog vorbei. So beispielsweise eine junge Dame, mit der ich neulich sprach und die sich als “Luxus-Tante” bezeichnete. Da wurde ich natürlich hellhörig und wollte wissen, was das denn bitte sei. “Also”, holte sie aus, “wenn ich mal ein Kind brauche, weil ich wieder auf ein Kinderkarussell, mit einer Pferdekutsche fahren oder einen bestimmten Kinderfilm sehen will, dann leihe ich mir eben ein Kind aus.” Da müssen dann die Nichten und Neffen herhalten, die das aber gar nicht schlimm finden. “Es sind ja immer die schönen Themen, mit denen ich komme”, weiß die “Luxus-Tante” um ihre Attraktivität. Was soll ich sagen? Ganz schön praktisch: Alles Friede, Freude, Eierkuchen und wenn’s dann zuviel wird, gibt man die Kleinen wieder ab. Wenigstens konnten sich die Eltern in der Zwischenzeit erholen. Und die Kinder hatten ihren Spaß.

Das schöne blaue Bild

Wie führt man Kinder, vor allem, wenn sie noch klein sind, an Kunst und Kultur heran? Bei diesem Thema muss ich unwillkürlich an das Bonmot denken: “Das ist unmöglich, sagten alle. Dann kam jemand, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.” Jedenfalls haben wir, Oma und Opa, unseren Enkel ja jüngst, wie treue Leser wissen, zu einer Ausstellung mitgenommen. Daraus hat sich jetzt ein Mailwechsel zwischen dem Künstler und unserem Enkel entwickelt. “Lieber …, ich habe mich sehr über Deinen Besuch mit Deiner Mutter und Deinen Großeltern gefreut. Wenn Du magst, kannst Du gerne wieder mal vorbeikommen und meine Punkte anschauen. Bis dahin schicke ich Dir erst einmal eine Erinnerung an das schöne blaue Bild! Mit herzlichen Grüßen Scharein.” Das hat wiederum unseren Enkel so begeistert, dass er bereits an einer Antwort arbeitet: Eine Blume, gemalt aus Punkten – eben genau so, wie der Künstler das auch tut. Was soll ich sagen? Ich bin sicher, unser Enkel hat den richtigen Zugang zur Kunst schon gefunden und findet Ausstellungen prima: Da gibt es etwas zu sehen und zu essen, zudem nette Menschen, die auch noch auf einen eingehen und dann so tolle Mails mit einem noch tolleren Bild schicken. So einfach kann die Welt sein.

Microsoft PowerPoint - Max_DeepBlue           Eine schöne Erinnerung an den Ausstellungsbesuch von Scharein.

“Ich will jetzt zu Oma fliegen”

Unser jüngster Enkel ist von seinem Sommerurlaub zurückgekehrt. Während wir hierzulande bereits mit Wind und Regen zu kämpfen hatten, konnte er es sich auf Mallorca – gemeinsam mit seinen Eltern –  bei einigermaßen passablem Wetter noch gut gehen lassen. Was jedoch nicht nur für ihn etwas nervig war, war die Tatsache, dass es der Rückflug am Ende auf über zwei Stunden Verspätung gebracht hat. Irgendwann jedenfalls hatte er die Warterei auf dem Flughafen von Palma de Mallorca satt und brachte klipp und klar seine Erwartungshaltung zum Ausdruck: “Ich will jetzt zu Oma fliegen!” Was soll ich sagen? Pech nur für den kleinen Mann, dass er, als Opa und Oma ihn und seine Eltern mitten in der Nacht vom Flughafen abgeholt haben, tief und fest schlief. Auf der Rückfahrt im Auto wurde er dann aber doch irgendwie wach, sah Oma und strahlte übers ganze Gesicht: “Oma …”

Unverkäuflich

Die meisten Kinder malen gerne. So auch unsere Enkel, bei denen das wahrscheinlich ein wenig im Blut liegt. Nicht zuletzt Oma ist eine begnadete Malerin, die sich als Autodidaktin durchgebissen und auch gegenüber studierten ART-Genossinnen behauptet hat. Und so können unsere beiden Süßen stundenlang und mit wachsender Begeisterung malen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Ich, der sicherlich besser mit dem Schreib- als mit dem Malstift umgehen kann, bin immer wieder fasziniert, was die Kleinen so alles zu Papier bringen. Und so ist es natürlich selbstverständlich, dass diese Kunstwerke auch an exponierter Stelle für alle und jeden gut sichtbar aufgehangen werden – auch in unserer Wohnung. Das freut uns und vor allem die Kinder, die sich dadurch bestätigt und richtig gut fühlen. Was soll ich sagen? Es braucht sich niemand Hoffnungen zu machen. Zumindest die Werke, die sie für Oma und Opa gemalt haben, sind unverkäuflich.

Bilder                         Für Oma und Opa gemalt: Kunstwerke unserer Enkel – unverkäuflich.

Auf den Punkt gebracht

Wenn jemand etwas auf den Punkt bringt, dann, so sagt der Duden, bringt er etwas präzise zum Ausdruck. Unser Freund Scharein, den wir, also Oma und Opa, gemeinsam mit unserer ältesten Tochter und ihrem Sohn am Wochenende in seinem Atelier besucht haben, bringt die Dinge auch auf den Punkt, indem er Punkte auf die Leinwand setzt. Dabei entstehen faszinierende Bilder in immer spektakuläreren Farbwelten. Und das Punkt für Punkt. Unser Enkel, der sich jedes Bild der Ausstellung sehr interessiert angeschaut hat, bewies dabei nicht nur guten, sondern auch teuren Geschmack. Jedenfalls hat er bereits nach dem ersten Durchgang seine Wahl getroffen und das größte – und auch teuerste – Bild als das auserkoren, das ihm am besten gefällt. Hätte er jetzt noch das nötige Kleingeld parat gehabt, hätte das sowohl seine Eltern als auch unseren Freund und seine Frau gefreut. Hatte er aber nicht. Was soll ich sagen? Was nicht ist, kann ja noch werden. Denn kunstaffin ist der kleine Mann allemal, wobei er auch schon selbst tolle Bilder malen kann. Aber davon gibt es erst morgen eines zu sehen.

Scharein Kunstaffin: Unser ältester Enkel vor einem Bild des Künstlers Scharein.

Gerüchteküche-Küchengerüchte

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um die Küchengerüchte zum Thema Bio-Zitrone:

Also, wer glaubt, dass eine Bio-Zitrone völlig schadstofffrei und unbehandelt ist, der irrt gewaltig. Ob am Gemüsestand auf der Straße, im Supermarkt oder sonstwo: Die Zitrone liegt dort erst einmal rum und bekommt alles ab, was da durch die Luft fliegt bzw. die Kunden an ihren Händen haben. Nicht gerade appetitlich. Auch kann es durchaus sein, dass die Bio-Zitrone mit einer Wachsschicht überzogen ist, damit die Frucht nicht austrocknet. Das bedeutet nun, dass man die Zitrone, wenn man deren Schale zum Kochen verwenden will, in jedem Fall gut waschen und am besten mit kochendem Wasser übergießen soll. Dann geht der Dreck und gegebenenfalls die Wachsschicht ab. Danach kann man dann getrost die geriebene Zitronenschale, wie zum Beispiel bei Opas geeistem Rote-Beete-Carpaccio, verwenden. Was soll ich sagen? Gewusst wie.

PS: Da wir gerade bei Zitronen sind und sich die Erkältungszeit langsam, aber sicher anpirscht, will ich gleich noch mit einer zweiten Mär aufräumen: Mit heißer Zitrone kann man weder Husten und Schnupfen vorbeugen noch bekämpfen. Denn wenn man den Zitronensaft erhitzt, verliert er sein Vitamin C. Und mit der Erkältung ist es im übrigen so: Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie und drei Tage geht sie.

ZitronenZitronen – gemalt von Oma.