Hälfte der Kinder lebt in Armut

Die Lage von Kindern in der Welt ist dramatisch! Nahezu die Hälfte von ihnen lebt in Armut; das ist mehr als eine Milliarde Kinder. Etwa 90 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt. 270 Millionen Kinder haben nicht einmal die einfachste Gesundheitsversorgung. Rund 400 Millionen Kinder leben ohne sauberes Wasser und 500 Millionen Kinder können keine sanitären Einrichtungen benützen. 640 Millionen Kinder haben kein richtiges Dach über dem Kopf, mehr als 120 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule und 300 Millionen Kinder haben keinen Zugang zu Radio, Fernsehen oder Zeitung. Die Verbreitung von Aids verschärft die Lage der Kinder zusätzlich. Allein im südlichen Afrika stieg die Zahl der Aids-Waisen zwischen 1990 und 2003 von einer Million auf über 12 Millionen. 250 Millionen Kinder arbeiten, etwa ein Viertel davon unter unzumutbaren, gefährlichen Bedingungen. 30 Millionen Kinder werden ausgebeutet – als Kindersklaven oder Prostituierte. Etwa 300 000 Kinder werden als Soldaten zwangsrekruitiert und müssen unter Druck, selbst erschossen zu werden, andere töten. Vor diesem Hintergrund ist das, was UNICEF da aufgenommen hat, unfassbar. Was soll ich sagen? Manchmal fehlen einem wirklich die Worte.

Mensch größter Risikofaktor

Nachdem unser ältester Enkel in diesem Jahr in die Schule kommt, haben für mich die Tempo 30-Schilder an den daran vorbei führenden Straßen noch einen ganz anderen Stellenwert. Wie groß der Unterschied zwischen Tempo 30 und 50 ist, habe ich vor Jahren bei einem Fahrsicherheitstraining im wahrsten Doppelsinn des Wortes selbst erfahren können. Aufgefrischt wurde die Erinnerung an mein damaliges Aha-Erlebnis, die im Laufe der Jahre ja immer mal wieder verfliegt, jetzt zuletzt bei der Vorstellung des diesjährigen DEKRA Verkehrssicherheitsreports mit dem Thema Personenverkehr. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass der Mensch am Steuer der größte Risikofaktor und Aufmerksamkeit die beste Sicherheitsstrategie ist – zumal ein seit Jahren stark zunehmendes Problem mit hohem Unfallrisiko die Ablenkung am Steuer darstellt. So fand die DEKRA heraus: Jeder zweite Autofahrer (52 Prozent) nutzt während der Fahrt das Telefon, knapp fünf Prozent ohne die vorgeschriebene Freisprecheinrichtung. Mehr als jeder fünfte Fahrer (22 Prozent) programmiert das Navigationsgerät während der Fahrt, und acht Prozent beschäftigen sich unterwegs mit ihrem Smartphone. Wenn das Handy eine neue SMS oder Chat-Nachricht meldet, schreiben zwei Prozent der Fahrer noch beim Fahren eine Antwort, sieben Prozent bei Stop-and-go oder an der nächsten Ampel. Jeder Zweite (52 Prozent) isst und trinkt am Steuer, zudem stellen 79 Prozent Radiosender ein oder schieben eine CD in den Player. Drei Prozent der Frauen schminken und kämmen sich am Steuer. Nur fünf Prozent der Autofahrer verzichten ganz auf solche Nebenaktivitäten. Und wie gefährlich die beschriebenen Aktivitäten sind, macht eine einfache Rechnung deutlich: Bereits eine Sekunde Unaufmerksamkeit bedeutet bei Tempo 30 einen Blindflug von sage und schreibe 8,3 Metern bzw. bei 50 Kilometern in der Stunde von 13,9 Metern. Letztere Strecke entspricht im übrigen dem Reaktionsweg, wenn man bei Tempo 50 eine Vollbremsung machen muss. Das heißt, dass man an der Stelle, an der man bei Tempo 30 zum Stehen gekommen wäre, immer noch mit 50 Kilometern pro Stunde unterwegs ist. Was soll ich sagen? Mein eindringlicher Appell: Fahren Sie bitte vor- und umsichtig. Und denken Sie, wenn Sie an einer Schule vorbeifahren, daran, es könnte mein Enkel oder der eines anderen Großvaters sein, der da vielleicht plötzlich auf die Straße rennt.

VSR16 Der DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2016.

“Niemand darf uns wehtun!”

Die Kinder lieben sie: Die Pixi-Bücher, die im Carlsen-Verlag erscheinen und schon vielen Generationen die Welt erklärt haben. Seit dem ersten Pixi-Buch mit dem Titel “Miezekatzen” im Jahr 1954 sind bis heute in Deutschland über 460 Millionen Exemplare an Pixi-Büchern verkauft worden. 1.700 verschiedene Titel gibt es, in 200 Serien. Der Preis für ein Pixi-Buch betrug anfänglich 0,50 DM. Heute, sechzig Jahre später, kostet ein Pixi-Buch 0,99 €. Jetzt ist ein ganz besonderes und auch noch kostenloses Pixi-Buch erschienen: “Niemand darf und wehtun!”, mit dem das Deutsche Kinderhilfswerk Kinder im Kita-Alter und Eltern auf Kinderrechte aufmerksam machen will. Der Inhalt: Jakob und sein Papa haben Stress beim Frühstück. Jacob bekommt einen Klaps auf die Hand, weil er das Milchglas umgekippt hat. Was die Kleinen schon verstehen: der Papa darf den Jakob nicht hauen, und der Jakob den Papa auch nicht. Das Buch, das mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums hergestellt wurde, kam so gut an, dass die erste Auflage in einer Höhe von 54.000 Stück bereits vergriffen ist. Oma und Opa haben noch Glück gehabt und eines ergattern können. Was soll ich sagen? Hoffentlich gibt es das Buch bald wieder. Denn das Thema “Kinderrechte” ist so wichtig, dass man diese Geschichte gar nicht oft genug unters Volk bringen kann. Die auch auf diesem Blog immer wieder beklagten Missbrauchszahlen sprechen da eine tieftraurige wie deutliche Sprache.

pixi-niemand-darf-uns-wehtun                       Mit diesem kostenlosen Pixi-Buch will das Deutsche Kinderhilfswerk                          Kinder im Kita-Alter und Eltern auf Kinderrechte aufmerksam zu machen.

Der Buddy Bär hat Geburtstag

Der Buddy Bär feiert in diesem Jahr Geburtstag. 15 Jahre ist er alt und damit eine echter Teenager. Die Pubertät allerdings ist irgendwie ausgefallen. Von Beginn an war er ziemlich staatstragend und hat weltweit für ein friedliches Zusammenleben geworben. 2002 fand bereits die erste Ausstellung statt, bei der rund 140 Bären als UNITED BUDDY BEARS die von den Vereinten Nationen anerkannten Länder repräsentieren. Jeder Bär ist zwei Meter groß und individuell von einem Künstler des jeweiligen Landes gestaltet worden. Weltweit haben bereits über 30 Millionen Menschen die Bären bewundern können, u.a. in Pjöngjang, Kuala Lumpur und Havanna. Selbst unter dem Eiffelturm, unter dem solche Veranstaltungen normalerweise nicht genehmigt werden, waren die Bären zu sehen. Überall  stehen sie „Hand in Hand“ zusammen und symbolisieren die Vision einer zukünftig friedlichen Welt. Dabei steht jeder Bär für die Menschen der Länder und deren Kultur, jedoch nicht für politische Systeme. Und das ist noch lange nicht alles. Die Buddy Bär-Aktivitäten sind unzertrennlich verknüpft mit der Hilfe für Not leidende Kinder. Durch Spenden und Versteigerungen von Buddy Bären konnten bislang über 2,1 Millionen Euro für UNICEF und lokale Kinderhilfsorganisationen generiert werden. Was soll ich sagen? Eine tolle Initiative, diese Buddy Bären, deren Eltern Eva und Klaus Herlitz sind. Opa sagt herzlichen Glückwunsch und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Buddy BärEva und Klaus Herlitz mit ihren UNITED BUDDY BEARS – hier in St. Petersburg in 2012.

Mein gutes Beispiel

Nach der tollen Auszeichnung als „regional engagiertes“ Unternehmen nimmt Opas Firma butterfly communications | mit der Kochkurs-Initiative KINDER | KOCHEN nun automatisch an dem Wettbewerb Mein gutes Beispiel teil. Der Verein Unternehmen für die Region und die Bertelsmann Stiftung rufen zum fünften Mal zu dem Wettbewerb auf. Mittelständische und familiengeführte Unternehmen können sich ab sofort und bis zum 15. Januar 2016 um die Auszeichnung ihres gesellschaftlichen Engagements bewerben. Alle Branchen und Themen sind zugelassen. Zusätzlich wird in diesem Jahr der Sonderpreis „Engagement für Flüchtlinge“ verliehen. Was soll ich sagen? Jetzt heißt es Daumen drücken.

Ziemlich lauter Herbst

Jetzt sind sie wieder unterwegs: Die Laubbläser. Alleine von der Berliner Stadtreinigung (BSR) sind derzeit rund 1.800 Mitarbeiter im Einsatz, um die Straßen von Laub zu befreien. Abgesehen einmal davon, dass die Geräte einen höllischen Lärm machen, schaden sie auch der Umwelt ganz erheblich. Denn das Laub dient vielen Insekten als Lebensraum, schützt den Boden vor Austrocknung und dient als Humus-und Nährstoffversorgung für das nächste Jahr. Das österreichische Graz hat daraus – wie bereits berichtet – letztes Jahr die Konsequenz gezogen und die Dinger einfach verboten. Aber auch Städte in Deutschland diskutieren das Thema mit eben dieser Intention. So hat beispielsweise Starnberg in Bayern den Gebrauch von Laubbläsern auf städtischen Grünflächen seit drei Jahren untersagt. Damit sollen Haushalte und öffentliche Einrichtungen animiert werden, es genauso zu machen. Und auch in München überlegen einige Bezirke, Laubbläser einzuschränken. Was soll ich sagen? Ich will ja jetzt nicht mit dem Spruch kommen: Früher war alles besser. Aber in diesem Fall wäre der Griff zum guten alten Rechen in der Tat die bessere Wahl. Und der Herbst wäre auch wieder sehr viel leiser.

IMG_2231Auch mit einem guten alten Rechen kann man dem Laub im Herbst Herr werden.

Persönliche Verkehrskontrollen

Lorenz Maroldt vom Berliner Tagesspiegel hat in der heutigen Ausgabe seines mit dem Grimme Online Award 2015 ausgezeichneten Ckeckpoints „eine kleine persönliche Verkehrskontrolle“ durchgeführt: „Um 11.38 Uhr stiegen gestern drei Polizisten in der Wallstraße (Höhe Brasilianische Botschaft) ohne Eile in ihren kleinen Streifenwagen (Opel, B-302XX, genaues Kennzeichen bekannt), fuhren ohne zu blinken aus der Parkbucht (10 Euro), hielten am Stoppschild Ecke Fischerinsel nicht an (25 Euro) und fuhren mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit (min. 50 km/h) durch die Tempo-30-Zone Richtung Leipziger Straße (80 Euro). Macht zusammen 115 Euro. Ich würde mal sagen, das wird für die Flüchtlingshilfe gespendet, ok? (Geteilt durch 3 ist das gar nicht so wild, auf die Punkte in Flensburg wird ausnahmsweise verzichtet, ist ja bald Weihnachten). Dazu zwei Vorschläge: 1) Tagesspiegel-Aktion „Menschen helfen!“ (IBAN: DE43 1005 0000 0250 0309 42), 2) Bürgerstiftung Berlin (IBAN: DE68 1012 0100 6156 9830 05). Vielen Dank.“ Auch Oma und Opa haben da so ihre “persönlichen Verkehrskontrollen” bzw. -beobachtungen gemacht: Da fährt ein Polizeiwagen mit Blaulicht bei einer Bank vor, der Fahrer steigt seelenruhig aus und geht Geld holen. Oder: Ein Polizeiwagen hält in einer mit einer Ampel ausgestatteten Kreuzungskurve, der Fahrer steigt ebenfalls seelenruhig aus und geht an einem Asia-Nudel-Stand erst einmal Essen holen. Oder: Polizeiwagen fährt nicht seelenruhig, sondern viel zu schnell und biegt ab, ohne zu blinken. Oder: Polizeiwagen fährt zwar ordnungsgemäß, der Fahrer aber telefoniert mit dem Handy. Das Ganze ließe sich durchaus fortsetzen. Was soll ich sagen? Da wäre geld- und punktemäßig eine ganze Menge zusammengekommen. Allerdings besteht noch ein grundsätzliches Problem: Wie kann man in solchen Fällen das Geld einsammeln und in gemeinnützige Kanäle münden lassen. Über praktikable Anregungen würden sich Oma und Opa freuen.

PS: Das ist jetzt nicht gegen die Polizei gerichtet. Ganz im Gegenteil, Oma und Opa haben mit der Berliner Polizei bislang nur gute Erfahrungen gemacht und können die Beamten, mit denen wir zu tun hatten, nur loben. Wie überall gibt es eben immer sone und solche.

“So wie Opa!”

Da wäre ich ja zu gerne dabei gewesen: Unsere Tochter erzählte mir von einer Kleider-Probe mit ihrem Sohn für eine Hochzeit, zu der sie eingeladen sind. Als unser Enkel sich mit Hemd, Krawatte und Jackett vor dem Spiegel aufgebaut hatte, holte er noch einmal tief Luft, zog den Bauch ein, betrachtete sich leicht von der Seite und meinte ganz leise zu sich selbst: “So wie Opa!” Was soll ich sagen? Dass Kinder das Spiegelbild ihrer Eltern sind, ist ja weithin bekannt. Offensichtlich gilt das auch für die Großeltern, vor allem wenn die Enkelkinder öfters bei ihnen sind.

Gemeinsam etwas Gutes tun

Charity, Welfare oder wie auch immer man es heutzutage nennen mag: In Zeiten, in denen der Staat seinen originären Versorgungsaufgaben nicht mehr vollumfänglich nachkommen kann und die Armut auch in unserer Gesellschaft angekommen ist, ist bürgerschaftliches Engagement für Arme, Schwache und Kranke wichtiger denn je. Doch viele scheuen vor solcher Arbeit zurück, aus welchen Gründen auch immer, und flüchten sich in Ausreden wie: Das lohnt sich doch nicht! oder Was kann ich alleine schon ausrichten? Doch es ist mehr, als die meisten denken. Darum will ich heute einmal auf ein Engagement hinweisen, mit dem Oma und sieben ihrer Freundinnen in 14 Stunden an zwei Sonntagen insgesamt 1.451,50 Euro für ein Sozialprojekt eingenommen haben, und zwar durch den Verkauf von Kleidung auf Flohmärkten. Dabei waren die acht Damen nicht einmal allesamt die ganzen 14 Stunden im Einsatz, sondern haben in Teams gearbeitet und sich abgewechselt. Insofern ist das ein stolzer Betrag, der nun für eine Kinderwohngruppe eingesetzt werden kann, für die sich die Damen seit einiger Zeit engagieren. Sicher war da auch im Vorfeld noch eine Menge zu tun. Aber das Ergebnis sowie das gemeinschaftliche Erlebnis, zusammen etwas Gutes zu tun, entschädigt um ein Vielfaches. Was soll ich sagen? Jeder kann etwas tun. Man muss nur damit anfangen. Wie wusste schon der chinesische Philosoph Laotse (im 64. Kapitel des Tao Te King): Eine Reise, tausend Meilen lang, mit einem ersten Schritt fing sie an! Also, laufen Sie einfach los!

Public Viewing

Ich weiß, es geht noch schlimmer. Schließlich funktioniert mein Kurzzeitgedächtnis noch ganz gut und ich kann mich an meinen Post aus dem vergangenen Jahr erinnern. Doch das, was sich unser Bundestrainer am Samstag zu später Stunde in der zweiten Halbzeit des Fußball-Länderspiels gegen Gibraltar geleistet hat, war auch nicht von schlechten Eltern. Deutschland hatte gerade sein 4. Tor geschossen, die Uhr zeigte die 57. Minute an und die Fernsehkamera schwenkte auf einen Jogi Löw, der sich vor den Augen von 7.464 Zuschauern im Stadion und 9,51 Millionen vor dem Fernseher – bitte jetzt festhalten – mit einer Nagelfeile die Nägel feilte und saubermachte – ganz nach dem Motto: “Wenn Du denkst du bist allein, mach dir deine Nägel rein!” Es dauerte auch nicht lange, da brach  unter dem Hashtag #feile auf Twitter zwar kein Shitstorm los, es ergoss sich aber, was in der Langzeitwirkung vermutlich noch viel schlimmer ist, Spot und Häme über den Bundestrainer. Ein Nutzer wusste zu berichten: “Löw feilt an einer neuen Taktik”, ein anderer spekulierte: “Gegen Polen sitzt er dann mit Trockenhaube da…” Und auch das gab es: “Solange er feilt, kann er nicht popeln. Lasst den Löw”, schrieb ein weiterer und brachte damit vermutlich SPIEGEL ONLINE auf die Idee zu der Geschichte Joachim Löw und seine Fingernägel: Der Feiler der Nationalmannschaft, in der ausgesprochen bildreich beschrieben wird, was Löw sonst noch so alles am Spielfeldrand treibt. Was soll ich sagen? Wie gut, dass unsere Enkel um die Uhrzeit schon geschlafen und nicht mehr vor dem Fernseher mit der deutschen Mannschaft mitgefiebert haben. Denn wie bitte schön hätte ich ihnen dieses Public Viewing Löwscher Maniküre erklären sollen?