Silvester ohne geht nicht!

Wenn es etwas an Silvester gibt, das – abgesehen einmal vom Feuerwerk – Kultstatus hat, dann ist das der Sketch Dinner for one. Dabei handelt es sich um eine Fernsehproduktion des NDR aus dem Jahre 1963. Seitdem ist er 231 Mal ausgestrahlt worden. Und dieses Jahr Silvester kommen wieder etliche Ausstrahlungen hinzu. Der Sketch des englischen Komikers Freddie Frinton mit seiner Partnerin May Warden ist mittlerweile fester Bestandteil des Silvester-Fernsehprogramms aller dritten Programme der ARD. Wer sich einen Überblick verschaffen will, wann wo welche Variante läuft, findet das hier. Was soll ich sagen? Silvester ohne geht nicht!

Überhaupt kein Lametta

Für Oma und Opa hat Weihnachten schon begonnen. Nachdem wir uns wieder erinnert und auch noch den Baum richtig geschmückt haben, ist jetzt nur noch Ruhe und Besinnlichkeit angesagt. Kaminfeuer und Weihnachtsmusik tun ein Übriges, um die richtige Antwort auf das stürmische Wetter zu geben, das draußen überhaupt nicht an Weihnachten erinnert. So freuen wir uns denn auf Heiligabend, an dem sich wieder die ganze Familie – inklusive Schwiegereltern unserer Kinder – bei uns versammelt. Der Lachs, den es vor dem Fondue als Vorspeise gibt, ist auch schon in der entsprechenden Beize eingelegt – das Rezept dafür findet sich hier. Und da wir in der großen Runde auf die Bescherung verzichten, wird der Abend auch viel entspannter als bei den Hoppenstedts. Was soll ich sagen? Bei uns gibt es überhaupt kein Lametta.

IMG_0226 KopieDer Baum ist geschmückt, so steht einem entspannten Heiligabend nichts mehr im Wege. Wie es auch sein kann, zeigt immer wieder anschaulich “Weihnachten bei Hoppenstedts”.

Richtig weit gediehen

Obwohl es noch drei Tage hin sind bis Heiligabend, sind Oma und Opa mit ihren Weihnachtsvorbereitungen schon richtig weit gediehen: Fürs Essen haben wir die meisten Sachen eingekauft, die Geschenke für Kinder und Enkel sind eingepackt und sogar der Weihnachtsbaum ist aufgestellt. Geschmückt wird heute Abend, so dass wir es mittlerweile sogar zu einem Heiligabend vor Heiligabend vor Heiligabend vor Heiligabend geschafft haben. Dabei wissen wir nicht einmal, warum wir in diesem Jahr so fix sind. Vermutlich ist es die Gelassenheit des Alters – oder wir haben einfach nur die Hälfte vergessen. Was soll ich sagen? Belassen wir’s mal beim Alter.

IMG_0177Fertig – oder haben wir noch was vergessen?

“Glut am Glühen halten”

“Gebrannte Mandeln, Glühwein und Räuchermännchen locken nicht nur in Deutschland. Auch im Ausland sind Weihnachtsmärkte made in Germany immer beliebter. Das große Vorbild steht in Bayern”, berichtete dieser Tage die Frankfurter Allgemeine. Mit dem “großen Vorbild” ist der Nürnberger Christkindlesmarkt gemeint, der jährlich mehr als zwei Millionen Besucher anlockt. Auch Oma und Opa waren schon einmal dort. Aber das ist lange her. Dafür haben wir alljährlich ein Stück Nürnberger Christkindlesmarkt bei uns im Wohnzimmer. Opas Großvater hat, als er selbst noch in Nürnberg wohnte, eine Christkindlesmarkt-Bude in Puppenstuben-Format nachgebaut. Und diese steht nun Weihnachten für Weihnachten – gefüllt und beleuchtet – auf unserem Buffet. Eine Advents- und Weihnachtszeit ohne dieses Utensil ist ebenso unvorstellbar wie Ostern ohne Osterhase. Was soll ich sagen? “Tradition pflegen heißt nicht”, wie schon der französische Politiker Jean Jaurès (1859-1914) wusste, “Asche aufbewahren, sondern Glut am Glühen halten.”

IMG_0346 KopieEin Stück Nürnberger Christkindlesmarkt: Nachbau einer Bude im Puppenstuben-Format.

It’s Krippen time

Die Überraschung bei unseren beiden Enkeln war groß: Als Sie letztens nach dem Kindergarten bei uns waren, staunten sie nicht schlecht, dass die Krippe, die Opa für sie schon vor Jahren gebaut hat, wieder an ihrem angestammten Platz stand. Sicher, ein bisschen früh sind wir damit schon dran. Aber die beiden spielen so gerne mit ihr und allem, was dazu gehört. Dabei durften sie die Krippe in diesem Jahr sogar selbst bestücken und alle Utensilien an der Stelle positionieren, an der sie es wollten. Opa muss jetzt nur noch ein paar Reparaturen vornehmen. Bei der “Übersommerung” im Keller ist nämlich doch das eine oder andere Teil abgebrochen oder hat sich gelöst. Für die Klebepistole dürfte das jedoch kein Problem sein, so dass beim nächsten Besuch wieder alles funktionsfähig ist und an seinem Platz steht. Dabei nimmt Opa es nicht so genau damit, dass eigentlich das Jesuskind erst ab 24. Dezember und die Heiligen Drei Könige erst ab 6. Januar mit von der Partie sein dürften. Dafür steht die Krippe aber auch länger, als anderenorts üblich, bis Maria Lichtmess ganz gewiss. Was soll ich sagen? It’s Krippen time – Advents- und Weihnachtszeit sind einfach zu schön.

Krippe2014Machten sich gleich wieder über die Krippe her: Unsere Enkel bei ihrem jüngsten Besuch.

Zwarte Piet und Messerwerfer

In den Niederlanden hat – vorerst noch – der gesunde Menschenverstand gesiegt und Sinterklaas, die holländische Version vom Nikolaus, darf auch weiterhin mit seinen schwarzen Helfern die Kinder beglücken. Letztes Jahr hatten doch allen Ernstes verschiedene Bürger und Organisationen die Stadt Amsterdam verklagt, weil diese den Sinterklaas-Umzug – einschließlich Zwarte Piet – erlaubt hatte. Jetzt hat das höchste Verwaltungsgericht entschieden, ein Bürgermeister habe kein Recht, dies wegen möglicher Diskriminierung zu verbieten. Die Diskussion ist damit allerdings noch nicht beendet. Dem Urteil zufolge können die Kläger zivil- oder strafrechtlich gegen die Organisatoren von Nikolausumzügen vorgehen, was angesichts der heftigen Proteste vom letzten Jahr durchaus zu erwarten ist. Dabei wird das Sinterklaas-Fest in den Niederlanden, das aus dem 14. Jahrhundert stammt, seit rund hundert Jahren mit “Zwarte Piet” begangen. Aber nicht nur in den Niederlanden treibt das Bemühen um politische Korrektheit seltsame Blüten, auch in Deutschland fasst man sich zuweilen an den Kopf und fragt sich wie der schwarze Schauspieler und Kabarettist Marius Jung, der sich selbst als „Neger” bezeichnet: Habt ihr sie noch alle? Ein Beispiel gefällig? In dem Kinderbuchklassiker „Die kleine Hexe” von Otfried Preußler ersetzte der Thienemann-Verlag die beiden „Negerlein” auf der verschneiten Dorfstraße durch – und jetzt halte man sich fest – „Messerwerfer”.  Was soll ich sagen? Okay, mittlerweile weiß man nicht mehr, was gerade politisch korrekt ist. Neger geht nicht mehr, Farbiger wohl auch nicht, Schwarzer könnte noch oder schon wieder gehen, beim Afroamerikaner weiß man es nicht so genau und Maximalpigmentierter ist dann vielleicht doch übertrieben. Aber Messerwerfer? Das klingt nach Realsatire. Die Angst vor Diskriminierungen geht jedoch noch weiter. Aus Martins-Umzügen werden hierzulande Lichterfeste und aus Weihnachtsmärkten Wintermärkte. Streng genommen könnte man sich an der Advents-Zeit ebenso stoßen wie an Ostern, Pfingsten oder Weihnachten. Aber was feiern wir dann eigentlich noch? An Ostern den Geburtstag des Schokoladenhasen und an Weihnachten das Herbergenfest für Obdachlose? Aber das darf man ja auch nicht mehr sagen, diese Menschen heißen jetzt Wohnungssuchende. Wo soll das noch hinführen?

Männer haben es schwer

Da ich bekanntermaßen mit zwei Enkelsöhnen gesegnet bin, mache ich mir so meine Gedanken, wie sich die Rolle des Mannes in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren und Jahrzehnten geändert hat. Und es hat sich was geändert, zunächst einmal vor allem bei den Frauen. Ein anderer Großvater bringt das so auf den Punkt: „Früher hat man Frauen kennengelernt, die konnten kochen wie ihre Mütter, heute hingegen trifft man Frauen, die saufen wie ihre Väter.” Diesen und noch einige andere Gedanken mehr habe ich für die Huffington Post zusammengetragen und aufgeschrieben, die diesen Text am Weltmännertag der Jahre 2000 bis 2004, am 3. November, unter der Überschrift „Warum es Männer manchmal richtig schwer haben“ veröffentlicht hat. Wer also mag, kann sich den Beitrag ja mal ansehen. Was soll ich sagen? Das Thema ist ohnehin noch bis zum 19. November hoch aktuell, dann ist nämlich Internationaler Männertag. Toll, was es so alles gibt …

Gerüchteküche-Küchengerüchte

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um Küchengerüchte zum Thema Süßigkeiten.

Zeitlich besser passend kann man das Thema Süßigkeiten eigentlich kaum wählen. Bis in den späten gestrigen Abend hinein hieß es auch hier in Berlin: “Süßes oder Saures!” Gruselig verkleidet zogen Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus und forderten ihren Tribut. Oma und ich hatten beim freitäglichen Einkauf Gott sei Dank daran gedacht, dass der Tag ganz im Zeichen von Halloween steht und die kleinen Naschkatzen um die Häuser schleichen. So auch unsere beiden Kurzen, die natürlich bei uns vorbei kamen. “Jetzt hab’ ich aber schon viel”, war unser jüngster Enkel ganz offensichtlich zufrieden mit der Ausbeute an Bonbons und Süßigkeiten. Worum es bei Halloween geht und woher der Brauch kommt, werden unsere beiden, wie vermutlich die meisten anderen auch, nicht gewusst haben. Viele meine ja, Halloween käme aus den USA. Aber das stimmt nicht. Vielmehr ist Halloween, von All Hallows’ Eve, ein alter irischer Brauch am Abend und in der Nacht vor dem Hochfest Allerheiligen, vom 31. Oktober auf den 1. November, den die irischen Einwanderer in die Vereinigten Staaten erst mitgebracht haben und der jetzt immer mehr auf Kontinentaleuropa überschwappt. Aus Allerheiligen und tags darauf Allerseelen ergibt sich auch der Bezug zum Totenreich, der sich wiederum in den gruseligen Kostümen widerspiegelt. Dass das bunte Treiben in unserem Land nicht auf ungeteilte Zustimmung stößt, versteht sich ja fast von selbst. Wenn aber vor allem in den Kirchen beklagt wird, dass weltliche Feste den kirchlichen den Rang ablaufen, dann müssen diese sich halt was einfallen lassen und kreative Ideen entwickeln. Was soll ich sagen? Es ist wie beim Angeln: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

HalloweenGanz gruselig: Grüffelo und das kleine Gespenst gaben sich bei Oma und Opa die Ehre.

Gerüchteküche-Küchengerüchte

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um Küchengerüchte zum Thema Erntedankfest.

In den meisten Landstrichen in Deutschland wird am ersten Sonntag im Oktober das Erntedankfest, auch Erntedank oder Erntefest genannt, gefeiert. Es ist ein christliches Fest, an dem die Gläubigen Gott für die Gaben der Ernte danken. Ein bekanntes Lied zum Erntedankfest ist “Wir pflügen und wir streuen” von Matthias Claudius. Aber auch schon aus vorchristlicher Zeit sind ähnliche Bräuche und Riten aus anderen Gegenden und Ländern wie Nordeuropa, Griechenland, dem römischen Reich oder Israel bekannt. In Nordamerika wird das Erntedankfest als “Thanksgiving” gefeiert, allerdings etwas später. In den USA ist es der vierte Donnerstag im November, in Kanada der zweite Montag im Oktober. In beiden Ländern ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag. Auch in Japan gibt es ein Erntedankfest, das allerdings heute “Tag des Dankes für die Arbeit” heißt. Was soll ich sagen? Wenn man gegenwärtig in viele Regionen dieser Erde schaut, müssen wir hierzulande wirklich dankbar sein, dass es uns so gut geht – nicht nur, was die Ernte betrifft. Insofern ist der morgige Sonntag eine gute Gelegenheit, einmal inne zu halten und sich dessen bewusst zu werden.

ErntedankfestZu einem ganz besonderen Erntedankfest waren Oma und Opa am Tag der Deutschen Einheit bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein in Berlin eingeladen. Wenn wir vorher gewusst hätten, was es dort alles gab – Ponnyreiten, Basteln, Hüpfburg und noch vieles mehr – hätten wir unsere Enkel mitgenommen. Das wäre dann optima(h)l gewesen.

Lilienthals Villen-Burgen

Jungs lieben Ritter und Burgen. Kleine besonders, aber ältere offensichtlich auch. Also, die Enkel von Oma und Opa sind ganz verrückt nach Rittern und Burgen. Unser Jüngster hat sogar schon die Paulus-Kirche am Hindenburgdamm in Berlin zur Ritterburg umgewidmet. Opa kann das gut verstehen. In seiner Jugend war er vermutlich einer der größten Fans von Ivenhoe, einer Ritter-Fernsehserie, die leider nie wiederholt wird. Aber auch andere Männer, ganz große sogar, sind bzw. waren ganz offensichtlich begeisterte Anhänger des Rittertums. Dazu gehörte vermutlich auch Gustav Lilienthal, der jüngere Bruder des legendären Flugpioniers Otto Lilienthal, der vom 9. Oktober 1849 bis zum 1. Februar 1933 gelebt und in Berlin als Baumeister nachhaltige Spuren hinterlassen hat. Am bekanntesten sind seine im Tudor-Stil errichteten und ausgesprochen phantasievoll gestalteten Villen in Lichterfelde-West. Er selbst hat sogar eines der Häuser, in dem heute noch seine Enkelin lebt, selbst bewohnt. Allesamt erinnern sie an Ritterburgen, mit Zugbrücke und allem, was sonst noch so alles dazu gehört. Kein Wunder also, dass Touristen immer wieder in Scharen an den Häusern vorbeiziehen. Was soll ich sagen? Jungs heute können nur mit Playmobil oder Lego Burgen bauen. Zu Lilienthals Zeiten haben sie das mit richtigen Steinen getan. Und die stehen immer noch, wie man sieht.

IMG_9503   IMG_9505IMG_9519   IMG_9522IMG_9523   IMG_9526IMG_9531   IMG_9533IMG_9529   IMG_9538IMG_9540   IMG_9541IMG_9543   IMG_9545 Nicht nur bei Touristen beliebt: Ritter-Villen von Gustav Lilienthal in Berlin-Lichterfelde.