“Na klar!”

Sicherlich habe ich schon einmal darüber berichtet, dass unsere beiden Enkel Alles-Esser sind. Jedenfalls freue ich mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich sehe, mit welchem Appetit die Kurzen alles essen. Unser Jüngster hat jetzt sogar noch einen draufgesetzt. Als ich ihn fragte: “Magst du asiatisches Risotto?”, antwortete er: “Na klar!” “Magst du denn auch Sushi?”, wollte ich dann wissen. “Na klar!”, sprudelte es wieder aus ihm heraus. “Magst du denn auch Wasabi, die grüne scharfe Paste?” Und wieder lautete die Antwort: “Na klar!” Was soll ich sagen? Sie werden aber nicht glauben, was der junge Mann überhaupt nicht mag – und auch noch nie mochte: Pommes frites!!! Unglaublich, aber wahr.

PS: Das Rezept für das asiatische Risotto gibt es demnächst in Opas Kochbuch!

Achtung Senioren!

In Berlin in der Sonnenallee steht ein Schild, das man glatt übersehen kann: “Achtung Senioren! Bitte langsam fahren!”, steht da auf einem unscheinbaren beigen Schild. Ich habe es erst gar nicht gesehen, Oma machte mich darauf aufmerksam. Normalerweise reagiere ich ja nicht, wenn Senioren angesprochen werden. Aber Oma zuliebe bin ich halt vom Gas gegangen und etwas langsamer gefahren, obwohl weit und breit kaum jemand zu sehen war. Was soll ich sagen? Ich frage mich, warum nur wir Senioren langsam fahren sollen. Denn die Straße ist breit genug. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass ich da was falsch verstanden habe …

Achtung SeniorenIn Berlin in der Sonnenallee heißt es: “Achtung Senioren! Bitte langsam fahren!”

Mögliche Brandgefahr

Die Anzeige war eine viertel Seite groß. Rot umrandet stand dort zu lesen: “WICHTIGER SICHERHEITSHINWEIS – MÖGLICHE BRANDGEFAHR.” Trotzdem: Opa hat die Anzeige noch nicht einmal registriert. Dabei ist ein Wäschetrockner von Siemens betroffen, der in dieser Form auch in Omas und Opas Hauswirtschaftsraum steht. So weit, so gut bzw. so schlecht. Gott sei Dank hat Oma geschaltet und sofort kontrolliert, ob unser Gerät betroffen ist. Ist es. Der Techniker kommt am Donnerstag. Bis dahin soll man das Gerät “nur unter Aufsicht” benutzen. Zunächst fand ich es ja ganz toll, dass Siemens so große Anzeigen schaltet. Aber dann fragte ich mich: Was ist denn mit denen, die keine Zeitung lesen? Daraufhin ging ich ins Internet und auf die Seite vom Siemens, um mal zu sehen, was das Unternehmen noch so alles unternommen hat. Doch gleich zu Beginn erschlug mich der nächste Sicherheitshinweis, der mich darauf aufmerksam machte, dass nicht nur bei einem Trockner Brandgefahr besteht, sondern auch bei einem Geschirrspüler. “Die beiden Informationen stehen in keinem Zusammenhang miteinander”, teilt das Unternehmen in fett gedruckter Schrift mit, was allerdings irgendwie merkwürdig klingt, wenn es für beide Geräte wortgleich heißt: “Bei einer sehr begrenzten Anzahl … kann es zur Überhitzung eines elektrischen Bauteils kommen, was in sehr seltenen Fällen zu einer potenziellen Brandgefahr führen kann.” Derart verunsichert recherchierte ich weiter und bekam, was den Geschirrspüler betrifft, auf einer Seite von Stiftung Warentest “Das Unerfreuliche” zu lesen: “Bosch-Siemens kannte das Brandrisiko der Geräte mindestens seit vier Jahren. Bereits Anfang 2009 rief der Konzern in den USA knapp ein halbe Million Geschirrspüler wegen Feuergefahr zurück.” Und beim Trockner sind es nach Siemens-Angaben immerhin auch noch rund 100.000 Geräte, die betroffen sind. Was soll ich sagen? Ich weiß gar nicht, warum mir nicht ganz wohl bei dem Gedanken ist, dass seit 1. August dieses Jahres ein ehemaliger Siemens-Manager Technikchef am “Fluchhafen” BER ist und Siemens die total vermurkste Brandschutzanlage fertigstellen soll. Aber ich betone: Die beiden Informationen stehen in keinem Zusammenhang miteinander.

PS: Wie soeben bekannt wurde, will Siemens seine gesamten Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen Bosch und Siemens Hausgeräte an Bosch abgeben. Auch diese beiden Informationen stehen in keinem Zusammenhang miteinander.SicherheitshinweisMögliche Brandgefahr: Wäschetrockner und Geschirrspüler von Siemens.

Da legst di nieder …

Grundsätzlich freue ich mich ja über jede Resonanz auf Opas Blog. Allerdings frage ich mich zuweilen, ob manche Zeitgenossen, die mir schreiben, auch nur einen Beitrag gelesen haben und wissen, worum es auf dem Blog überhaupt geht. Jedenfalls bekam ich dieser Tage eine Anfrage, ob ich Interesse an einem Artikel hätte, mit Qualitäts-Content und Exklusivitäts-Zusage. „Einen Link zu einer der Seiten, mit denen ich zusammenarbeite, würde ich einfügen“, hieß es noch so nebenbei, als wenn das die selbstverständlichste Sache auf der Welt sei. Abgesehen davon, dass außer in den Kommentaren noch nie ein Gast- oder Fremdbeitrag auf Opas Blog erschienen ist – und ganz gewiss so schnell auch nicht erscheinen wird, wollte ich dann doch noch wissen, auf wen denn da verlinkt werden sollte und was das für mich bringen würde. Und jetzt halten Sie sich fest: Für sage und schreibe 50 Euro sollte ich meinen Blog zur Verfügung stellen für einen Beitrag mit Link auf ein S e i t e n s p r u n g p o r t a l! Was soll ich sagen? Da legst di nieder …

Abhängen im Urlaub

Für Oma und Opa war die letzte Woche echt hart: Beide Enkelkinder im Urlaub – kaum auszuhalten. Wir hatten schon echte Entzugserscheinungen. Doch Gott sei Dank sind sie nun wieder da und berichten von ihren Urlaubserlebnissen. Für den Großen beispielsweise stand die Welt zeitweise Kopf. Das tut sie ja in der Tat, wenn man die täglichen Nachrichten so liest. Aber das war es in diesem Falle nicht. Vielmehr gibt es in Trassenheide auf Usedom ein Haus, das im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Kopf steht und für Kinder offensichtlich faszinierend ist. In den einzelnen Zimmern, durch die man geht, schweben alle Möbel über dem Kopf der Besucher, selbst die Spielsachen hängen kopfüber an der „Decke“. Was man jetzt nur noch machen muss, ist, die Fotos ebenfalls auf den Kopf zu stellen. Dann hängt der Besucher selbst von der Decke. Was soll ich sagen? Es gibt doch wirklich nichts schöneres, als im Urlaub so richtig schön abzuhängen …

AbhängenHerrlich, im Urlaub so richtig schön abhängen …

Kindergeräusche: Das Tedeum

Es ist nicht das erste Mal, dass Anwohner gegen Begleitgeräusche von spielenden Kindern vor Gericht gezogen sind, und es wird vermutlich auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Aber es zeigt doch wieder einmal ziemlich deutlich, wes Geistes Kind solche Menschen sind. Zum konkreten Fall: Es ging um eine private Grundschule im Berliner Stadtteil Zehlendorf, die erweitert werden und mehr Schüler aufnehmen soll. Nachbarn, deren Grundstücke an das Schulgelände grenzen, forderten nun per Klage vor dem Verwaltungsgericht eine Lärmschutzmauer sowie schallschutzisolierte Fenster in den Musik- und Gymnastikräumen – Gott sei Dank vergeblich, muss man sagen. Warum in demselben Stadtteil rund um Spielplätze und eine Kita zum Lärmschutz von Neubauwohnungen eine meterhohe Wand gezogen wird, obwohl gar keine Klage vorliegt, wissen vermutlich nur die Götter. Was soll ich sagen? Es hat schon seinen Grund, warum die Privilegierung von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Ballspielplätzen in § 22 des Bundesimmissionsschutzgesetzes das Wort “Kinderlärm” vermeidet und mit “Geräuscheinwirkungen” umschreibt. Das Wort “Kinderlärm”, auch wenn es von vielen verwendet wird, ist nämlich ein semantisches Paradoxon. Für normale Menschen sind Geräusche wie das Lachen, Singen und Kreischen von Kindern das Tedeum. 

Selfies im 19. Jahrhundert?

Nicht zu glauben: Die Geschichte der Genremalerei des 19. Jahrhunderts muss teilweise umgeschrieben werden. Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des Œuvres meines Ururgroßvaters Gisbert Flüggen ist jetzt eine Variante des Bildes Die Weinprobe auf meinem Tisch gelandet, die alle bisherigen Erkenntnisse über das 19. Jahrhundert und seine Sitten- und Historienmalerei in den Schatten stellt. Die beiliegenden Unterlagen legen den Schluss nahe, dass es sich bei diesem Bild um die erste Version der Weinprobe handelt. Flüggen scheint demnach jedoch der Meinung gewesen zu sein, dass ein naturgetreues Bild vom Zustandekommen von Selfies seiner Zeit weit voraus gewesen und vom Publikum vermutlich als Science Fiction abgetan worden wäre. Schweren Herzens hat er sich dann offensichtlich entschieden, fürs Erste dem Mann statt des Handys ein Weinglas in die Hand zu geben. Den Titel Die Weinprobe hat er vermutlich nur gewählt, um nicht frühzeitig für Irritationen zu sorgen. Gleichzeitig muss er aber auch geeignete Maßnahmen in die Wege geleitet haben, damit das Gemälde zu passender Zeit wieder auftaucht. Das ist nun wohl geschehen. Was soll ich sagen? Irgendwie erinnert mich das Ganze an eine Geschichte mit irgendwelchen Tagebüchern …

Selfie 2                Besonders auffällig ist, dass Handys damals schon Blitz gehabt haben.

PS: Zu guter Letzt erreichte Opas Blog noch ein Selfie von van Gogh.

Blöde Autokorrektur

Oma und Opa haben heute mal so richtig ausgeschlafen, was bedeutet, dass wir um 9.00 Uhr noch in unseren Betten gelegen haben. Bis dahin habe ich zwar irgendwie mitbekommen, dass unsere Handys irgendetwas empfangen haben. Aber darauf reagiert habe ich nicht. Und so standen Oma und ich fast senkrecht im Bett, als es um besagte 9.00 Uhr plötzlich an unserer Haustüre klingelte. Dort standen gut gelaunt unsere jüngste Tochter mit ihrem Sohn, der sofort loslegte: “Opa, wir haben Euch Elche mitgebracht!” Sehr zum Spaß der beiden verstand ich nur Bahnhof und muss wohl ziemlich dumm aus der ohnehin spärlich vorhandenen Wäsche geschaut haben. “Lies die SMS”, sagte meine Tochter nur, drückte mir eine Tüte Brötchen in die Hand und verschwand mit ihrem Filius wieder. Jetzt wollte ich natürlich wissen, was es mit diesen “Elchen” auf sich hat und schaute meine SMS durch. Dort fand ich dann: “Guten Morgen Oma und Opa! Wir gehen jetzt Brötchen kaufen und wollen wissen, ob ihr auch Elche wollt?” Was soll ich sagen? Immer diese blöde Autokorrektur! Ich möchte mal wissen, wer die erfunden hat.

Sonnenseite des Lebens

Oma und Opa haben gerade gefrühstückt. Auf der Terrasse. Da das Thermometer den Sprung auf die 20 Grad-Marke noch nicht ganz geschafft hatte, hat sich Oma eine Strickjacke geholt – und eine Sonnenbrille, weil der Lorenz dort in aller Früh schon ziemlich blendet. Jetzt werden viele denken: Ach die Armen, die haben eine Terrasse zur Ostseite. Aber weit gefehlt. Unsere Terrasse liegt auf Westen. Die morgendlichen Sonnenstrahlen verdanken wir unseren Nachbarn oder besser gesagt dem Nachbarhaus. Dort reflektiert nämlich ein Fenster die Sonne derart, dass wir mehr oder weniger den ganzen Tag über in den Genuss einer Rundum-Sonnen-Bestrahlung kommen. Was soll ich sagen? Oma und Opa befinden sich eben – im wahrsten Sinne des Wortes – auf der Sonnenseite des Lebens.

Sonne1  Sonne2Kein Wunder der Natur: Die Morgensonne kommt vom Fenster des Nachbarhauses.

Schweigen und denken

Also, Männer haben dieses Problem normalerweise nicht. Umso erstaunter war unser ältester Enkel, als er jetzt mit Oma in einem Laden stand, in dem eine junge Frau mit – vorsichtig gesagt – ziemlich langen Fingernägeln vor einem Computer saß. Jedenfalls zeigte er sich ganz beeindruckt von den wie Perlmutt glitzernden und mit Blümchen verzierten Plastikkreationen und den etwas ungelenk anmutenden Versuchen, unbeschadet die Tastatur zu bedienen. Oma wartet eigentlich die ganze Zeit darauf, dass der kleine Mann irgendeinen Kommentar abgeben würde. Hat er aber nicht. Was soll ich sagen? Schweigen und denken mag niemand kränken!