Meine Töchter werden mir irgendwann einmal dankbar sein. All die kleinen und großen Geschichten, die ich hier in Bezug auf ihre Kinder bzw. meine Enkel aufschreibe und kommentiere, werden später wie ein Tagebuch wirken. In einigen Jahren werden die Beiden vieles vergessen haben, was ihre Kinder gesagt oder getan haben. Der Alltag frisst eben die Gegenwart auf. Und so werden die Inhalte dieses Blogs mehr noch sein als ein Tagebuch: Ein Kaleidoskop mit den Höhepunkte und prägnantesten Erlebnissen – eingebettet in die Zeit, in der sie sich ereignet haben. Und Oma hat noch ein weiteres Schmankerl beizusteuern. Sie hat in jungen Jahren, den einen oder andern Klops unserer Kinder festgehalten und aufgeschrieben. Diese Aufzeichnungen hat sie nun wiedergefunden, so dass wir sie künftig in diesem Blog mit einarbeiten können. Was soll ich sagen? Das ist Generationenvielfalt at its best.
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Omas und Opas geben Milliarden
Großeltern unterstützen ihre Enkelkinder finanziell, übernehmen Aufsichtspflichten, begleiten deren Heranwachsen und sind gerne für sie da. In Zahlen ausgedrückt sieht dies so aus: Omas und Opas greifen ihren Enkelkindern jährlich mit 30 bis 35 Milliarden Euro unter die Arme. Die (Betreuungs-)Zeit, die sie mit ihren Enkeln verbringen, liegt bei geschätzten 2,7 Milliarden Stunden – vermutlich mit steigender Tendenz. Allerdings findet der Beitrag der Großeltern zur Generationensolidarität in öffentlichen Debatten bisher wenig Aufmerksamkeit und öffentliche Würdigung, sagt der Kreisseniorenrat Tübingen und will dies ändern. Um das Anliegen auf eine möglichst breite Basis zu stellen, bemüht sich der Kreisseniorenrat darum, Verbündete aus dem Kreis der Familienarbeit und Familienpolitik zu gewinnen. “Letztlich gilt es ganz allgemein, den Beitrag von Großeltern zur Generationensolidarität ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und überhaupt Seniorenarbeit auch als Teil von Familienarbeit und umfassender Generationenarbeit zu verstehen”, heißt es in einer Erklärung. Was soll ich sagen? Recht hat der Kreisseniorenrat und Opas Blog ganz eng an seiner Seite.
Was gibt es Wichtigeres?
Die dritte internationale UNICEF-Vergleichsstudie zur Lage der Kinder in Industrieländern liegt druckfrisch auf dem Tisch. Insgesamt belegt Deutschland Platz 6 der Industrienationen, wenn es darum geht, eine gute Lebensumwelt für die junge Generation zu schaffen. Alles bestens, könnte man meinen, wenn man zudem noch berücksichtigt, dass sich Deutschland im Vergleich zur letzten Studie sogar noch leicht verbessert hat. Doch das dicke Ende lässt nicht lange auf sich warten. Man ist noch gar nicht dazu gekommen, sich richtig zu freuen, springt einen in der Zusammenfassung schon der Satz an: “Im Kontrast zu positiven Entwicklungen auf Feldern wie Bildung und Risikoverhalten steht allerdings die subjektive Sicht der Jugendlichen in Deutschland auf ihre Lebenssituation.” Und dann kommt es: “Bei der Selbsteinschätzung der Lebenszufriedenheit von Mädchen und Jungen fällt Deutschland auf Platz 22 von insgesamt 29 untersuchten Ländern. Diese Kluft hat sich in den vergangenen Jahren verbreitert und ist jetzt größer als in jedem anderen Industrieland.” Was soll ich sagen? Das ist bitter. Offensichtlich gelingt es der Mehrheit der Erwachsenen nicht mehr, ihren Kindern und Enkelkindern eine positive und zuversichtliche Lebenssicht zu vermitteln. Vor diesem Hintergrund sollten wir alle ernsthaft über den Satz nachdenken, den der Autor der Studie, Peter Adamson, an den Schluss seiner Arbeit gestellt hat: “Es wird immer etwas geben, das dringlicher erscheint als der Schutz des kindlichen Wohlbefindens. Aber es wird nie etwas Wichtigeres geben.”
Wie sich die Bilder gleichen
Dieser Tage war ich mit meinem ältesten Enkel auf der Suche nach dem Frühling. Immerhin steht der Kalender bereits auf April. Aber allerorten liegt noch Schnee. Nicht viel, aber immerhin. Eine Bauernregel besagt, dass, wenn alter Schnee so lange liegen bleibt, er auf neuen wartet. Das wollen wir allerdings nicht hoffen. Es ist so schon frustrierend genug. Um nun aber zurück auf unsere Frühlingssuche zu kommen und es kurz zu machen: Wir haben ihn nicht gefunden. Da wir irgendwann in der Nähe des Kindergartens waren, in den der Kleine geht, wollte er ihn mir natürlich ganz stolz präsentieren. Doch leider war er geschlossen, so dass nur ein Rundgang durch den Garten und die Besichtigung eines neuen Spielgeräts übrig blieb. Die Trauer bei uns hielt sich jedoch in Grenzen, zumal der Oma ein Schnappschuss der ganz besonderen Art gelungen ist. Was soll ich sagen? Wie sich die Bilder gleichen. Wer sich an meinen Beitrag “… doch lieber ins Allgäu” erinnert, weiß, was ich meine. Wer nicht, muss auf der Seite vorbeischauen. Ist doch frappierend, oder?
Nachtrag: Mit diesem Beitrag nehme ich an der Eltern-Kind-Blogparade: April 2013 teil.
Danke 2.0
Es ist nicht so, dass meine Enkel mir keinen Stoff mehr für meinen Blog liefern würden. Aber heute Nacht hat Opas Blog nach nur 52 Tagen locker die Marke von 10.000 Besuchern übersprungen. Dafür sage ich meinen treuen Lesern nur: Danke 2.0. Aber statt die Sektkorken knallen zu lassen, will ich mich dann doch lieber mit diesem Blog an der Blogparade beteiligen, die Martin von 1001erfolgsgeheimnisse.com ins Leben gerufen hat. Die Frage, die es zu beantworten gilt, lautet: Bringt Bloggen überhaupt noch was? Was soll ich sagen? Das kommt darauf an. Je nachdem, was man mit seinem Blog will und was man sich vorgenommen hat, wird die Antwort unterschiedlich ausfallen. Da ich mit meinem Blog noch in den Kinderschuhen stecke, möchte ich mich mit guten Ratschlägen zurückhalten. Aber das sollte jeder neue Blogger mitbringen: Spaß an der Freud und ein Thema, das ihn wirklich interessiert. Da halte ich es mit Maria Bachmann und ihrer Lebensweisheit: “… dann klappt’s auch mit dem Nachbarn.”
PS: Was Facebook, Twitter, Google+ und Co betrifft, so glaube ich, dass sie eher helfen, als schaden.
… doch lieber ins Allgäu
Familien-Wellness mit Kindern liegt im Trend, melden verschiedene Medien und berichten darüber, dass es mittlerweile sogar spezielle Wellness-Anwendungen für Kinder gibt. Gesichtsmasken und Schoko-Massagen für Fünfjährige sollen der letzte Schrei auf dem (Hotel-)Markt sein. Gott sei Dank gibt es noch vernünftige Menschen, die halten davon “gar nichts” und bezeichnen solche Angebote als “furchtbar”, “fragwürdig” und nicht “kindgerecht”. Darüber hinaus warnen Experten davor, Kinder vor dem dritten Lebensjahr überhaupt mit in die Sauna zu nehmen. Die grundsätzliche Frage, die sich Eltern stellen sollten, sei, ob sie besser in einem Wellnesshotel mit Familienbereich oder einem Familienhotel mit Wellnessbereich aufgehoben sind. Was soll ich sagen? Ich glaube, ich nehme meine Enkel, wenn Sie denn einigermaßen gut zu Fuß sind, doch lieber zum Wandern mit ins Allgäu, in dem schon mein Großvater mit mir durch die wunderschöne Landschaft gezogen ist.

Nachtrag: Mit diesem Beitrag nehme ich an der Eltern-Kind-Blogparade: April 2013 teil.
“Aba kakki Oing Dokok”
Sie wissen nicht, was “Nella!”*, “Nane da?”* oder “Weihnamann …”* bedeuten? Dann sind Sie als Tagesmutter oder Tagesvater nicht geeignet. Mit diesen Wortkreationen kleiner Kinder auf Großplakaten hat das Bundesfamilienministerium jedenfalls versucht, Frauen und Männer für die Kinderbetreuung zu begeistern. In wieweit dies gelungen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Inspirieren lassen hat sich das Ministerium oder die beauftragte Agentur bei den Entwürfen aber vielleicht vom Familienmagazin “Schlingel” der Leipziger Volkszeitung. Die Redaktion hatte ihre Leser aufgefordert, die besten Aussprüche des Nachwuchses einzusenden, und daraus ein Kindermund-Lexikon mit den lustigsten Wörtern der Marke Eigenbau auf der Webseite des Magazins veröffentlicht. Da sind in der Tat starke Wortschöpfungen dabei wie “Aba kakki” (Aber zackig), “Frau Söse” (Frisöse), “Oing Dokok” (Onkel Doktor) oder “Pingelpien” (Pinguin). Ich kann von unserem Nachwuchs aber auch noch den einen oder anderen Brüller beisteuern: “dei” (zwei), “eiben” (arbeiten), “hilti” (geht nicht), “Lachdawine” (Dachlawine) oder “Omabus” (Omnibus) … Was soll ich sagen? Es geht doch nichts über Kinder-Kauderwelsch. Was die Kleinen wohl aus diesem Wortpaar machen würden?
* “Du holst mich nicht ein. Ich bin schneller.”, “Zum Nachtisch nehme ich bitte Banane, ja?”, “Das muss der Weihnachtsmann sein …”
Gift of Grandparents
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Viele Fotos haben diese Metapher schon bestätigt. Aber jetzt bin ich auf eine Fotoserie aufmerksam geworden, die in ihrer Aussagekraft und Eindringlichkeit kaum zu überbieten ist. In 26 eindrucksvollen Bildern stellt der 1950 geborene US-amerikanische Fotograf und Fotojournalist Steve McCurrey dar, welchen Wert Großeltern für ihre Enkelkinder haben. Unter der Überschrift “Gift of Grandparents” zitiert der mehrfache “Photographer of the Year” den US-amerikanischen Schriftsteller Alex Haley mit den Sätzen “Nobody can do for little children what grandparents do.
Grandparents sort of sprinkle stardust over the lives of little children.” und macht die bedingungslose Liebe von Großeltern für ihre Enkelkinder sicht- und greifbar. Was soll ich sagen? Einfach McCurrey’s Blog anschauen.
Aluminiumhochzeit
Oma und Opa hatten Hochzeitstag und sind jetzt 37 Jahre verheiratet. Auf einer dieser Webseiten, die die Hochzeitstage beschreiben, heißt es: “Alte Liebe rostet nicht! Genauso wenig rostet Aluminium, weshalb am 37. Hochzeitstag die Aluminiumhochzeit gefeiert wird. In seiner Form wird Aluminium nach 35 Jahren nicht mehr so aussehen wie im Neuzustand. Viele Dellen, Beulen und Kratzer konnten seiner Beschaffenheit aber nichts anhaben. In der Ehe ist es wie beim Aluminium, sie hat durch schlechte Zeiten ebenfalls Beulen und Kratzer bekommen, die ihr allerdings in der Beschaffenheit nichts anhaben konnten.” Wir werden oft gefragt: “Wie habt Ihr das geschafft?” Was soll ich sagen? Nun ja, um auf die Dellen, Beulen und Kratzer zurückzukommen, man muss halt zusehen, dass sie nicht zu tief werden. Und hin und wieder sollte man sich auch daran machen, die eine oder andere Delle auszubeulen und den einen oder anderen Kratzer blank zu polieren. Es lohnt sich. Ich jedenfalls würde Oma wieder heiraten.
Oma hat “Mütter-Knie”
Oma hat ein Problem: “Ich habe Hornhaut auf den Knien”, klagte sie mir ihr Leid. Als ich offensichtlich ziemlich dumm nachgefragt habe, woher das denn wohl käme, meinte sie nur lakonisch: “Du krabbelst ja auch nicht mit unseren Enkeln auf dem Boden herum.” Das saß, obwohl ich mich durchaus auch mal in die Niederungen unserer Bodenbeläge begebe. Aber ich wollte nicht so sein und begann im Netz, mich sachkundig zu machen. Und siehe da: Oma ist offenbar nicht alleine. “Meine Knie sehen aus wie Schmirgelpapier”, gibt da eine Frau auf dem Blog “Eins kann jeder …” zum Besten. Allerdings ist sie keine Großmutter, sondern Mutter von mehreren Kindern. Deshalb heißen derart geschundene Knie vermutlich auch “Mütter-Knie”, wie eine andere Leidensgenossin zu berichten weiß. Ein Patentrezept gegen Hornhaut auf den Knien indes hat keine der Damen parat, aber den Hinweis: “Nun, es wird besser, wenn sie aus dem Krabbelalter rauskommen …” Was soll ich sagen? Arme Oma. Da wird sie noch ein wenig durchhalten müssen …


