Der Berliner FDP-Politiker Sebastian Czaja will Generationengerechtigkeit als Staatsziel in der Verfassung verankern. Dazu soll das Grundgesetz um den Satz ergänzt werden: “Der Staat hat in seinem Handeln das Prinzip der Nachhaltigkeit zu beachten und die Interessen künftiger Generationen zu schützen.” Jedes Gesetz müsse dann auf mögliche Auswirkungen auf zukünftige Generationen geprüft werden, so Czaja, der das konkretisiert: “Es wäre nicht mehr möglich, zum Beispiel teure Rentengeschenke zu machen, die zwar viele ältere Wähler beglücken, doch künftige Generationen über Gebühr belasten.” Was soll ich sagen? Obwohl ich ja genau zu der Gruppe zähle, die von den (Wahlkampf-)Wohltaten der Politkern nahezu jeder Partei profitieren würde, halte ich den Vorstoß Czajas für vollkommen richtig. Endlich ist da mal jemand, der über den Tellerrand der nächsten Wahl hinausschaut und an diejenigen denkt, die für den Unsinn von heute morgen die Zeche zahlen müssen. Es ist nur zu hoffen, dass sich die FDP, wenn sie denn mal wieder in der Regierungsverantwortung im Bund ist, sich daran erinnert und die Kraft aufbringt, das auch durchzusetzen. Unser aller Kinder und Enkel würden es ihr danken.
Archiv des Autors: Opa
Mit sehr viel Liebe produziert
Da sage einer, man könne Kinder nicht mehr für Bücher begeistern. Unser jüngster Enkel mit seinen sechs Jahren ist schier ausgeflippt, als er gestern das Dino-Buch auf unserem Couchtisch entdeckte. “Das ist ja toll”, schwärmte er und war gar nicht mehr von der TASCHEN-Neuerscheinung abzubringen. Natürlich waren es auch die großflächigen Bilder aus dem Buch PALÄO-ART, die ihn faszinierten. Als ich sein Interesse aber auf den Buch-Einband lenkte, war er hin und weg von der Dinohaut-Haptik. Und dann entdeckte er auch noch den Dino-Fußabdruck: “Guck’ mal Opa, guck’ mal!” Die Prägung des Dino-Kopfes auf dem Umschlag war dann fast zu viel des Guten. Wie auch immer: Bis zum Abendessen war von dem kleinen Mann nichts mehr zu hören und zu sehen. Mehrmals blätterte er die 292 Seiten durch, bis er sich dann entschieden hatte: Dieses Bild wird nachgemalt. Und ein zweites auch gleich noch. Was soll ich sagen? Besser hätte es nicht laufen können. Das Werk bleibt jetzt erst einmal auf unserem Couchtisch liegen und ist für unsere Enkel jederzeit verfügbar. Meine Rezension muss halt noch ein bisschen warten. Bis dahin kann die Neuerscheinung bei TASCHEN ja als KInderbuch durchgehen: Auch nicht die schlechteste Empfehlung für ein Buch, das mit sehr viel Liebe produziert und gestaltet wurde. Jedenfalls hat TASCHEN seinem Namen als Verlag der schönsten Bildbände alle Ehre gemacht.





Dinos auf dem Couchtisch
Da wird unser jüngster Enkel heute aber ziemlich überrascht sein, wenn er auf unserem Couchtisch einen Dino entdeckt, dem ein blutiger Fleischfetzen aus dem Maul hängt. Dieser Zeitgenosse, der vor über 66 Millionen Jahren auf der Erde beheimat war, ziert nämlich die Titelseite eines wunderschönen Buches, das gerade bei TASCHEN erschienen ist. PALÄO-ART lautet der Buchtitel des Werkes, das sich mit Illustrationen von Dinosauriern, Wollmammuts, Höhlenmenschen und anderen Kreaturen aus der Zeit von 1830 bis 1990 beschäftigt, in denen wissenschaftliche Fakten mit zügelloser Fantasie vermengt worden sind. Zugegeben, es ist ein Experiment, ob solch ein – mit 75 Euro doch recht wertvolles – Buch einen Sechsjährigen begeistern kann, der ansonsten ja eher in der digitalen Welt zu Hause ist. Aber die Faszination, die derzeit Dinos auf ihn ausüben, ist schon mal ein gute Voraussetzung. Hinzu kommt eine bemerkenswerte Haptik, die durch bildgewaltige Darstellungen nur noch verstärkt wird. Neben dem Einband, der der Dinohaut nachempfunden ist, haben es vor allem die Doppelseiten Opa angetan, der sich an den vielen Darstellungen gar nicht satt sehen kann. Was soll ich sagen? Ich bin ja mal gespannt, inwieweit der kleine Mann auf das Buch reagiert. Wenn er es annimmt, ist einmal mehr bewiesen, dass Bücher nach wie vor „cool“ sind und selbst digital natives begeistern können. Wie es ausgegangen ist, werde ich hier dann berichten.





Die Dinos sind los: Wissenschaft trifft Popkultur: Paläo-Art gestern und heute.
Es fehlt die emotionale Nähe
Die meisten Leser werden enttäuscht sein. Denn der Titel Großvater sein adressiert bereits die Zielgruppe: Großväter oder die, die es gerade werden (wollen). Denn wer sonst sollte zu diesem Buch greifen? Vor diesem Hintergrund allerdings fehlt dem Buch die emotionale Nähe, die Autor Eckart Hammer selbst eingesteht: „Nein, ich bin (noch kein) Großvater. Nicht nur meine betagte Mutter höre ich darum zweifelnd fragen, ‚wie kannst du über etwas schreiben, von dem du selbst noch keine Ahnung hast?‘ Ja, ich kann in der Tat nicht am eigenen Leib spüren, was es heißt Großvater zu sein, diese existenzielle Erfahrung fehlt mir. Deswegen könnte es mir eines Tages vielleicht wie damals gehen, als der studierte Sozialpädagoge Vater wurde und sich zwischen Theorie und Praxis plötzlich eine erstaunliche Lücke auftat.“ Das wird wohl so sein, mag man als geneigter und enkelerprobter Leser anmerken – wenn es denn so kommt, wie sich der potenzielle Großvater in spe es wünscht: „Ich hätte Lust, noch für eine dritte Runde ins Kinderzimmer und in andere Kinderwelten zurückzukehren, mit einem Enkel Sachen zu machen, die ihm und mir Spaß machen und ihm ein Entwicklungspartner zu sein, an den es mit guter Erinnerung zurückdenkt.“ Doch, und hier tut sich bereits die erste große Lücke zwischen Theorie und Praxis, zwischen Buch und wirklichem Leben auf. Denn gerade diese Sichtweise prägt nicht die 175 Seiten, sondern sein letzter Satz, der bereits auf dem Klappentext in die falsche Richtung weist: „Wahrlich, ich wäre gerne ein Vater, dem der liebe Gott eine zweite Chance schenkt!“ Doch genau darum geht es beim Großvater-Sein gerade nicht! Dieses, so sieht es jedenfalls Hammer, „eröffnet Männern eine zweite Lebens- und Entwicklungschance: Sie können im Rentenalter neuen Lebenssinn und Erfüllung erfahren und das nachholen, was sie in der Beziehung zu ihren eigenen Kindern vielleicht versäumt haben.“ Abgesehen einmal davon, dass das Vaterbild seinerzeit im Zweifel ein völlig anderes war als heute, kann es bei dem Thema doch nicht um die Perspektive des Großvaters gehen, sondern sollte doch der Blickwinkel des Enkels im Mittelpunkt stehen. Insofern verwundert es nicht und ist zudem ausgesprochen schade, dass erst auf Seite 77 von den „Chancen für die Enkel“ die Rede ist, die dann auch noch etwas kurz kommen. Dafür hat Oma dann nur noch den Kopf geschüttelt, als sie in eben diesem Kapitel lesen musste: „Dauerhaft zu Hause zu sein kann für Männer problematisch sein. Während für Frauen das Zuhause deren weibliche Identität bestärkt, fühlen sich Männer dort deplatziert und in ihrer Identität gefährdet“, und die Frage in den Raum gestellt: „Ja lebt der denn noch in einer Höhle?“ Nun will ich nicht das ganze Buch zerreißen. Es stehen auch richtige Dinge drin wie: Großvater zu werden, ist eine Gnade. Oder: Enkel werden einem ungefragt geschenkt. Aber abgesehen davon, dass der Autor ziemlich oft und willkürlich zwischen Großeltern und Großvätern wechselt, zeugen viele Aussagen von der Unkenntnis des Nicht-Großvaters: „Die Ankündigung des ersten werdenden Enkels gibt dem Mann Anlass und Gelegenheit, sich mit seiner Vergangenheit und seiner künftigen Rolle als Großvater auseinanderzusetzen“, glaubt Hammer zu wissen und kann dabei nicht einmal im entferntesten erahnen, welcher emotionale Quantensprung da auf einen zukommt. Und gleichzeitig verkennt er die sicherste Erkenntnis des Lebens: Erstens kommt es, zweitens anders und drittens als man denkt. Ich will auch die Widersprüche und Inkonsistenzen nicht überbewerten, die an verschiedenen Stellen des Buches auftauchen. Mal sind Großväter Scheidungsopfer, dann profitieren sie wieder von den Trennungen, oder sie entwickelten sich im frühen 19. Jahrhundert zum Leitbild des lehrenden Großvaters, der die Schulbildung ergänzte, obwohl noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kaum mehr als ein Zehntel der Gesamtbevölkerung überhaupt das Großelternalter erreichte. Wenn der Autor allerdings auf eine Befragung von Vätern eingeht, „die 1950 geheiratet hatten“, also der Generation meiner verstorbenen Mutter angehören, dann versteht man die Welt nicht mehr. Denn dies als Beleg anzuführen, welchen unglaublichen Nachholbedarf viele Großväter haben, die ihre erste Chance als Väter verpasst haben, geht an den Realitäten völlig vorbei, weil diese Herrschaften heute um die 90 Jahre alt sind und nichts, aber auch gar nichts mit der „ganz anderen Großvätergeneration“ zu tun haben, von der an anderer Stelle die Rede ist. Was soll ich sagen? Dass Hammer selbst noch kein Großvater ist, dafür kann er nichts. Aber er hätte mit noch mehr Opas reden sollen, die seine fehlende Erfahrung vielleicht hätten kompensieren können. Derer gibt es genug. Sogar bloggende Großv@ter soll es ja mittlerweile geben …
Eckart Hammer, Großvater sein Klett-Cotta, Stuttgart, 2017, 175 Seiten, 14,95 Euro, ISBN 978-3-608-96130-0
Ab in die Kleiderkammer
Die Deutschen sind zu dick, sogar dicker als der EU-Durchschnitt. Nach einer EU-Statistik lag der Anteil adipöser Erwachsener zwischen Flensburg und Garmisch-Patenkirchen bei 16,9 Prozent gegenüber 15,9 Prozent europaweit. Auch Opa hat zu dieser Statistik beigetragen. Allerdings habe ich mittlerweile über 20 Kilogramm abgenommen und fühle mich pudelwohl. Das wiederum blieb auch anderweitig nicht ohne Folgen. Der Anteil an Kleidungsstücken, die jetzt überhaupt nicht mehr passten, war beachtlich gestiegen, so dass ich erst einmal kräftig ausgemistet habe. Doch das, was da in den Kleidersäcken gelandet ist – zum Teil Sachen, die ich vielleicht zwei Mal angehabt habe -, wandert nicht in den Müll, sondern in der Kleiderkammer der Franziskaner-Suppenküche in Berlin-Pankow. Dorthin fahren Oma und ich jetzt und geben die ausrangierten Stücke ab. Was soll ich sagen? Wer ebenfalls seinen Kleiderschrank ausmistet, sollte die Sachen nicht wegschmeißen. In der Nähe gibt es sicher eine Kleiderkammer, die sich freuen würde. Man muss nur ein bisschen recherchieren. Ein schönes Wochenende noch und bleiben Sie gesund …
Brontosaurus Eier!?!?
Wenn das unser jüngster Enkel wüsste: Opa hat Brontosaurus Eier gekauft! Brontosaurus Eier!?!? Wieso, werden Sie sich sicher fragen, hat Opa Eier von einem Dinosaurier – dem derzeitigen Lieblingsgeschöpf unseres Enkels – gekauft, der bereits seit ungefähr 150 Millionen Jahren ausgestorben ist. Weil diese Eier, so denn die Antwort, bei einem Discounter im Regal lagen. Nun handelt es sich, um bei der Wahrheit zu bleiben, bei diesen Eiern um eine Frucht, die aus einer Kreuzung aus Pflaume und Aprikose besteht. Pluot heißt sie offiziell, wurde im späten 20. Jahrhundert von Floyd Zaiger entwickelt und ist ein eingetragenes Warenzeichen (brontosaurus egg®). Die Frucht zeichnet sich dadurch aus, dass sie besonders süß ist sowie eine glatte Oberfläche und einen kleinen Kern hat. Darüber hinaus ist sie reich an Kohlenhydraten, Ballaststoffen und den Vitaminen A, B und C sowie an Kalzium, Magnesium, Kalium und Eisen. Was soll ich sagen? Auf den Punkt gebracht: Einfach nur lecker und gesund.
Sehen nicht nur toll aus, sondern schmecken auch noch fantastisch: Pluots oder auch Brontosaurus Eier genannt, die eine Kreuzung aus Pflaume und Aprikose sind.
“Ausreden können tödlich sein!”
Der Darmkrebsmonat März ist zwar schon wieder lange vorbei. Doch das Thema Darmkrebsvorsorge sollte eigentlich jeden Monat aktuell sein und auf der Tagesordnung stehen. Denn nach wie vor sterben in Deutschland jährlich rund 26.000 Menschen an dieser Krankheit, der man wie kaum einer Krebsart so leicht vorbeugen kann. Durch Früherkennung, da sind sich die Experten einig, könnten nahezu alle Darmkrebsfälle verhindert oder geheilt werden. “Ausreden können tödlich sein!”, lautete denn auch das Motto der diesjährigen Kampagne der Felix Burda Stiftung, dessen Namensgeber 2001 mit gerade einmal 33 Jahren an Darmkrebs verstorben ist. Damit einem dieses Schicksal erspart bleibt, sollte man spätestens ab dem 50. Lebensjahr das Thema Darmkrebsvorsorge auf dem Schirm haben. Gibt es eine familiäre Vorbelastung, ist es ratsam, 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des Angehörigen aktiv zu werden. Was soll ich sagen? Opa ist heute wieder einmal mit gutem Vorbild vorausgegangen und hat eine Darmspiegelung machen lassen. Es hat nicht nur nicht weh getan, sondern auch noch ungemein beruhigt. Denn ich brauche mich erst wieder in fünf Jahre zu melden. In Berlin sagt man in solch einer Situation: Da kannste nicht meckern!
Selbst und ständig
Ein Bericht der Welt hat es heute (wieder einmal) zu Tage gefördert: Selbstständigkeit bedeutet Selbstausbeutung. Jedenfalls bewegt sich die wöchentliche Arbeitszeit in Größenordnungen, die selbst bei ganz hartgesottenen Gewerkschaftern sofort Herzrasen auslösen würden. Denn das haben die Experten des Statistischen Bundesamtes herausgefunden: Für sage und schreibe 52 Prozent aller Selbstständigen ist es völlig normal, 49 Stunden oder mehr pro Woche zu schuften. So viele Stunden im Büro verbringen gerade einmal sieben Prozent der Arbeitnehmer im Vollzeitvertrag. Auch Opa kann davon ein Lied singen, das da lautet: Selbst und ständig. Dafür muss man sich dann vorhalten lassen, dass ja der Kipplaster mit dem Geld mehrmals am Tag vorfährt und die Kohle ablädt. Schön wär das ja, aber leider ist dem nicht so. Während zwar einige mit viel Arbeit auch viel Geld verdienen, kämpfen andere Selbstständige mit Einkommen, die gelegentlich nicht einmal oberhalb der Grundsicherung liegen. Das geht sogar soweit, dass Sozialverbände es mittlerweile für geboten halten, Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren, damit in dieser Bevölkerungsgruppe keine Altersarmut um sich greift. Was soll ich sagen? Damit mich niemand falsch versteht: Ich will mich nicht beschweren! Ich liebe meine Selbstständigkeit. Ich arbeite auch gerne und viel. Und ich zahle auch gerne und viel Steuern und Abgaben(, weil ich ansonsten nämlich nichts verdienen würde.) Aber was ich mittlerweile hasse wie die Pest, ist der Umstand, dass ich mich immer wieder für mein kapitalistisches Dasein entschuldigen muss. Ich werfe ja auch niemandem vor, dass er sich in die soziale … Ach lassen wir das und freuen uns auf ein arbeitsames bzw. arbeitsfreies Wochenende – je nachdem.
KINDER | KOCHEN auf 5 Seiten
Obwohl Schulferien sind, hat Opa Post von der Humboldthain-Grundschule in Berlin erhalten. Das ist die Schule, bei der Oma und Opa im Rahmen von KINDER | KOCHEN Kochkurse für die sechsten Klassen abhalten. Unser letzter Einsatz dort, den wir gemeinsam mit Sternekoch Tim Raue, dem Schirmherrn von KINDER | KOCHEN, bestritten haben, hat nun in der aktuellen Ausgabe der Kiezwelt, der Schülerzeitschrift der Schule, seinen Niederschlag gefunden. Gleich auf fünf Seiten wurde der Projekttag gewürdigt und mit ausgesprochen netten Fotos illustriert. Was soll ich sagen? Die “Kiezwelt” ist nicht ohne Grund bereits ausgezeichnet worden. Das ist der Anfang von Qualitätsjournalismus.
KINDER | KOCHEN auf 5 Seiten in der “Kiezwelt”.

Ausgesprochen genügsam
Während unsere Versuche, eine Peperoni-Aufzucht anzulegen, nach wie vor ziemlich bescheiden verlaufen, gedeihen an anderer Stelle Steinpflanzen, die wir vor Jahren von einer Bekannten bekommen haben. Jedenfalls blühen die Hauswurze, wie sie genannt werden, prächtig. Das liegt vor allem daran, dass sie ausgesprochen genügsam sind. Die robusten Dickblattgewächse wachsen auch dort, wo andere Pflanzen schon längst aufgegeben haben. Was soll ich sagen? Einen schönen Sonntag noch, und bleiben Sie gesund …
Ziemlich genügsam: Der Hauswurz oder Sempervivum, wie der Lateiner sagt.