Georg Franck von Frankenau möge mir verzeihen. Aber eine bessere Überschrift als ihm ist mir zum Thema Ostereier auch nicht eingefallen. Unter eben der Überschrift “De ovis paschalibus” hat der deutsche Mediziner und Botaniker 1682 (andere sagen 1678) erstmals im deutschsprachigen Raum den Osterhasen und die Eier, die er bringt, erwähnt. Und so soll er denn auch hier zitiert werden: “… im Elsaß und den angrenzenden Gegenden nennt man diese Eier Haseneier auf Grund der Fabel, mit der man Einfältigen im Geiste und Kindern weismacht, der Osterhase lege solche Eier und verstecke sie in den Gärten im Grase, damit sie von den Kindern zum Ergötzen der lächelnden Erwachsenen desto eifriger gesucht werden.” Der Osterhase stand aber auch schon bei den alten Griechen und Römern hoch im Kurs, als Symbol für neues Leben, als Sinnbild für Fruchtbarkeit. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Verbindungen zwischen Ei und Hase, die es lohnt einmal nachzulesen, aber hier zu weit führen. Erwähnt werden soll aber, dass es auch noch andere Tiere gab, die dem Osterhasen Konkurrenz gemacht haben, sich am Ende aber nicht durchsetzen konnten: Der Kuckuck (Schweiz), der Storch (Thüringen), der Hahn mit der Kiepe (Österreich, Oberbayern, Sachsen und Schleswig-Holstein) oder der Fuchs (Westfalen und Raum Hannover), sie alle färbten und versteckten einmal Eier. Was soll ich sagen? Der Hase sollte vielleicht auch noch zum Symbol für Durchsetzungsvermögen gekürt werden. Da gibt es bislang nämlich nichts Treffendes.
Archiv des Monats: März 2013
“Aba kakki Oing Dokok”
Sie wissen nicht, was “Nella!”*, “Nane da?”* oder “Weihnamann …”* bedeuten? Dann sind Sie als Tagesmutter oder Tagesvater nicht geeignet. Mit diesen Wortkreationen kleiner Kinder auf Großplakaten hat das Bundesfamilienministerium jedenfalls versucht, Frauen und Männer für die Kinderbetreuung zu begeistern. In wieweit dies gelungen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Inspirieren lassen hat sich das Ministerium oder die beauftragte Agentur bei den Entwürfen aber vielleicht vom Familienmagazin “Schlingel” der Leipziger Volkszeitung. Die Redaktion hatte ihre Leser aufgefordert, die besten Aussprüche des Nachwuchses einzusenden, und daraus ein Kindermund-Lexikon mit den lustigsten Wörtern der Marke Eigenbau auf der Webseite des Magazins veröffentlicht. Da sind in der Tat starke Wortschöpfungen dabei wie “Aba kakki” (Aber zackig), “Frau Söse” (Frisöse), “Oing Dokok” (Onkel Doktor) oder “Pingelpien” (Pinguin). Ich kann von unserem Nachwuchs aber auch noch den einen oder anderen Brüller beisteuern: “dei” (zwei), “eiben” (arbeiten), “hilti” (geht nicht), “Lachdawine” (Dachlawine) oder “Omabus” (Omnibus) … Was soll ich sagen? Es geht doch nichts über Kinder-Kauderwelsch. Was die Kleinen wohl aus diesem Wortpaar machen würden?
* “Du holst mich nicht ein. Ich bin schneller.”, “Zum Nachtisch nehme ich bitte Banane, ja?”, “Das muss der Weihnachtsmann sein …”
Gift of Grandparents
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Viele Fotos haben diese Metapher schon bestätigt. Aber jetzt bin ich auf eine Fotoserie aufmerksam geworden, die in ihrer Aussagekraft und Eindringlichkeit kaum zu überbieten ist. In 26 eindrucksvollen Bildern stellt der 1950 geborene US-amerikanische Fotograf und Fotojournalist Steve McCurrey dar, welchen Wert Großeltern für ihre Enkelkinder haben. Unter der Überschrift “Gift of Grandparents” zitiert der mehrfache “Photographer of the Year” den US-amerikanischen Schriftsteller Alex Haley mit den Sätzen “Nobody can do for little children what grandparents do.
Grandparents sort of sprinkle stardust over the lives of little children.” und macht die bedingungslose Liebe von Großeltern für ihre Enkelkinder sicht- und greifbar. Was soll ich sagen? Einfach McCurrey’s Blog anschauen.
Aluminiumhochzeit
Oma und Opa hatten Hochzeitstag und sind jetzt 37 Jahre verheiratet. Auf einer dieser Webseiten, die die Hochzeitstage beschreiben, heißt es: “Alte Liebe rostet nicht! Genauso wenig rostet Aluminium, weshalb am 37. Hochzeitstag die Aluminiumhochzeit gefeiert wird. In seiner Form wird Aluminium nach 35 Jahren nicht mehr so aussehen wie im Neuzustand. Viele Dellen, Beulen und Kratzer konnten seiner Beschaffenheit aber nichts anhaben. In der Ehe ist es wie beim Aluminium, sie hat durch schlechte Zeiten ebenfalls Beulen und Kratzer bekommen, die ihr allerdings in der Beschaffenheit nichts anhaben konnten.” Wir werden oft gefragt: “Wie habt Ihr das geschafft?” Was soll ich sagen? Nun ja, um auf die Dellen, Beulen und Kratzer zurückzukommen, man muss halt zusehen, dass sie nicht zu tief werden. Und hin und wieder sollte man sich auch daran machen, die eine oder andere Delle auszubeulen und den einen oder anderen Kratzer blank zu polieren. Es lohnt sich. Ich jedenfalls würde Oma wieder heiraten.
Geburtstag des Osterhasen?
Nein, Ostern ist nicht der Geburtstag des Osterhasen. Auch wenn bei den obligatorischen Umfragen zu den verschiedenen christlichen Festen und Feiertagen in konstanter Regelmäßigkeit die abenteuerlichsten Antworten herauskommen, werden diese Aussagen durch permanente Wiederholung nicht richtig. In dieser Woche verhält es sich vielmehr so: Die “Kar”-Woche leitet sich ab von dem Wort “Kara”, das im Althochdeutschen Klage, Kummer oder Trauer bedeutet. Die Woche beginnt mit dem “Palmsonntag”, dem Tag, an dem Jesus begeistert und mit Palmen in Jerusalem empfangen wurde. Am Donnerstag, dem “Gründonnerstag” gedenken die Christen des letzten Abendmahls, das Jesus und seine Jünger hielten. Am “Karfreitag” wird der Kreuzigung gedacht, der “Karsamstag” ist der eigentliche Trauertag, bevor Ostern, am “Ostersonntag” und “Ostermontag”, die Auferstehung Christi im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht. Das ist in aller gebotenen Kürze das, worum es in der Karwoche und an Ostern geht. Nachlesen bzw. nachhören kann man das alles und vieles mehr im Hausbuch bzw. auf der Erlebnis-CD des Bonifatiuswerkes mit dem Titel “Wir entdecken das Ostergeheimnis”. An der CD haben so Prominente wie Nina Ruge, Jutta Speidel und Christine Urspruch sowie Michael Mendl und Matthias Habich mitgewirkt und damit diese speziell für Kinder produzierten Werke über die Medien populär gemacht. Was soll ich sagen? Ausgesprochen lobenswert und: Schnell noch bestellen, zumal mir das Bonifatiuswerk versprochen hat, Bestellungen, die heute bis 14.00 Uhr eingehen, am selben Tag zu bearbeiten und auf die Post zu geben, so dass, so – in diesem Fall – die Post will, die Sendungen noch vor Ostern ankommen sollten.
Oma hat “Mütter-Knie”
Oma hat ein Problem: “Ich habe Hornhaut auf den Knien”, klagte sie mir ihr Leid. Als ich offensichtlich ziemlich dumm nachgefragt habe, woher das denn wohl käme, meinte sie nur lakonisch: “Du krabbelst ja auch nicht mit unseren Enkeln auf dem Boden herum.” Das saß, obwohl ich mich durchaus auch mal in die Niederungen unserer Bodenbeläge begebe. Aber ich wollte nicht so sein und begann im Netz, mich sachkundig zu machen. Und siehe da: Oma ist offenbar nicht alleine. “Meine Knie sehen aus wie Schmirgelpapier”, gibt da eine Frau auf dem Blog “Eins kann jeder …” zum Besten. Allerdings ist sie keine Großmutter, sondern Mutter von mehreren Kindern. Deshalb heißen derart geschundene Knie vermutlich auch “Mütter-Knie”, wie eine andere Leidensgenossin zu berichten weiß. Ein Patentrezept gegen Hornhaut auf den Knien indes hat keine der Damen parat, aber den Hinweis: “Nun, es wird besser, wenn sie aus dem Krabbelalter rauskommen …” Was soll ich sagen? Arme Oma. Da wird sie noch ein wenig durchhalten müssen …
Schnuller-Alarm in Windel-Biwak
Als Opa von zwei Enkeln und ehemaliger Reserveoffizier (immerhin Oberstleutnant der Reserve) mache ich mir ernsthaft Sorgen um Deutschland und insbesondere die Bundeswehr. Die verschickt nämlich schon, so berichten die Lübecker Nachrichten, Werbepost an Kinder, mit der eine Karriere “in verschiedenen Berufsfeldern” der Streitkräfte angepriesen wird. Einige der rund 1.000 Adressaten waren erst wenige Wochen alt. Die Bundeswehr selbst spricht von einer “sehr unangenehmen Geschichte” und will sich nun bei den angeschriebenen Familien entschuldigen. Dabei hat die ganze Sache die Meldebehörde in Lensahn verbockt, indem sie nicht die Adressen der über, sondern der unter Siebzehnjährigen an die Bundeswehr übermittelt hat. Dumm gelaufen, sagt auch der zuständige Büroleiter. Was soll ich sagen? Wenn nicht aktuell 6.581 deutsche Soldaten (Stand 20. März 2013) an internationalen Einsätzen vorwiegend im Ausland beteiligt wären und Tag für Tag ihr Leben riskierten, könnte man ja herzhaft lachen und auf die nächste Schlagzeile warten: Schnuller-Alarm in Windel-Biwak.
PS: Wer sich übrigens fragt, ob die Meldebehörde die Daten so einfach weitergeben darf, dem sei gesagt: Sie darf. Das steht in § 58 Wehrpflichtgesetz. Aber wer weiß schon, dass man dagegen Widerspruch einlegen kann.
Wieder so eine Studie …
Amerikanische Psychologen wollen herausgefunden haben, dass schon Dreijährige die Regeln für das faire Teilen kennen, diese allerdings oft nicht anwenden, sondern trotzdem zu ihrem eigenen Vorteil handeln. Erst mit etwa sieben Jahren richteten Kinder ihr Handeln nach den erkannten Regeln, weil diese dann für sie so viel Wert bekämen, dass sie dafür den eigenen direkten Vorteil aufgäben, schreiben die Psychologen im Fachjournal “Plos one“. Was soll ich sagen? Wieder so eine Studie, deren Ergebnisse ich mit Blick auf meine Enkel nicht bestätigen kann. Und das hat nichts mit der rosaroten Opa-Brille zu tun. Natürlich streiten unsere beiden Buben auch mal und wollen Dinge nicht hergeben. Aber selbst für unseren Zweijährigen ist es in aller Regel überhaupt kein Thema, fair zu teilen – mit wem auch immer. Dagegen kenne ich eine ganze Reihe Erwachsener, die da schon eher Probleme haben.
Für William und Sadie
Für all diejenigen, die immer gerne auf die “Jugend von heute” schimpfen und für die früher alles besser war, hat es dieser Tage, so sie es denn überhaupt mitbekommen haben, ein Aha-Erlebnis gegeben. Justin Timberlake, US-amerikanische Popikone hat sein neues Musikvideo zum Song “Mirrors” veröffentlicht. An sich wäre dies hier keiner Erwähnung wert. Doch Justin Timberlake hat das Video seinen Großeltern William und Sadie Bomar gewidmet. Das Paar war 63 Jahre lang verheiratet und musste sich mit dem Tod von William nach langer, schwerer Krankheit für immer voneinander trennen. Das Video erzählt in acht bewegenden Minuten die Geschichte dieses Paares und rührt damit nicht nur seine Fans zu Tränen. Was soll ich sagen? Eine tolle Geste, die hoffentlich viele inspiriert, sich ihrer vielleicht vergessenen Großeltern zu erinnern.
Berufswunsch mit Hindernissen
Unser ältester Enkel passt offenbar in den Mainstream. Er will zwar nicht Profifußballer werden, wie das nach einer Umfrage 17,3 Prozent der befragten Jungs im Alter von sechs bis zwölf Jahren wollen. Aber Polizist will er schon werden und hat sich damit für den Beruf entschieden, der mit 10,1 Prozent auf Platz zwei der Ergebnisliste liegt. Nun gibt es allerdings noch ein winziges Problem. Der kleine Mann will nicht nur Polizist werden, sondern das ausgerechnet auch noch auf dem Flughafen Berlin Brandenburg “Willy Brandt”, kurz BER. Und das ist das Problem: Während auf der Website des Flughafens Altkanzler Willy Brandt bereits die Welt begrüßt, befindet sich der Flughafen selbst noch im Bau, dessen Ende wiederum überhaupt nicht absehbar ist. Ein bisschen Zeit bleibt ja noch. Wenn wir einmal davon ausgehen, dass unser Kleiner 2015 eingeschult wird, sich nach zwölf Schuljahren bei der Polizei bewirbt und dort ein Studium aufnimmt, schreiben wir, wenn wir noch einmal drei Jahre für Studium und Praxis im Polizeidienst hinzurechnen, mittlerweile das Jahr 2030, bis er seinen Dienst am BER richtig antreten kann. Was soll ich sagen? Nach den bisherigen Erfahrungen hege ich so meine Zweifel, dass der Flughafen dann schon betriebsbereit ist. Und Flughafenchef Hartmut Mehdorn feiert derweil seinen 88. Geburtstag …