Wie viele Ehen gibt es nicht, die sich auseinandergelebt haben. Und zu oft endet das in einer Scheidung, was an sich schon schlimm genug ist. Besonders schlimm aber ist es, wenn noch Kinder im Haushalt sind. Von einem solchen Trauma, das meist die zwangsläufige Folge ist, erholen sich die meisten Kinder kaum. Mittlerweile scheitert jede zweite Ehe in Deutschland. In der Hälfte der Fälle sind Kinder betroffen. Angesichts dieser dramatischen Zahlen lohnt es sich, auf die Gründe zu schauen. Die radikal gestiegenen gegenseitigen Ansprüche in der Ehe werden von Fachleuten als Ursache ausgemacht. Darüber sollten Eheleute nachdenken und die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen. Was soll ich sagen? Am besten man schaut sich den kleinen Film an, der als Clip der Woche unter dem Titel “So nah und doch so fern” auf der Seite von PR Report zu sehen ist.
Schlimmer geht immer
Kinder und Politik bzw. Politiker sind ein ganz besonderes Thema. Natürlich weiß ich, dass ein in den Medien abgedrucktes Foto von einem Politiker mit Kind auf dem Arm durch nichts zu toppen ist. Vor allem im Wahlkampf. Da aber irgendwie ja immer irgendwo Wahlkampf ist, sind unsere Kleinen ständig im Visier der Politik. Und das treibt zuweilen seltsame Blüten. Jüngstes Beispiel ist der Vorschlag der CSU-Politikerin Dorothee Bär, zur Steigerung des Kinderwunsches der Bürger dieses Landes die Tagesschau doch bitte mit Babybildern enden zu lassen. Als ziemlich einfallsreich erweist sich auch CDU-Familienministerin Kristina Schröder, die Märchen entschärfen, rassistische Begriffe wie “Negerkönig” ausmerzen und dem “lieben Gott” den bestimmten Artikel “das” verpassen will. Dass der SPD-Politiker Karl Lauterbach Kinder, mit denen “ein gesamtwirtschaftlicher Nutzen verbunden” sei, als “das Rückgrat der gesetzlichen Rentenversicherung” bezeichnet, klingt da ziemlich langweilig. Ein Aufreger ist da schon eher, wenn auf Initiative von Martina Bunge und Frank Tempel die Linkspartei in ihr Parteiprogramm “langfristig die Legalisierung aller Drogen” aufnimmt. Ein Vorschlag erfreut sich parteiübergreifend besonderer Beliebtheit und wird immer wieder gerne und vor allem von FDP-Politkern wie beispielsweise Markus Löning aufgegriffen: Das Wahlrecht für Babys. Was soll ich sagen? Schlimmer geht immer.
Ururgroßväter gibt es nicht mehr
Es gibt tatsächlich heute noch Kinder, die haben nicht nur Großeltern, sondern auch noch Urgroßeltern. In absehbarer Zeit wird es das vermutlich nicht mehr geben, wenn man das ständig steigende Alter derjenigen nimmt, die Kinder kriegen. Insofern werden auch die Wörter Urgroßmutter und Urgroßvater irgendwann aus dem Wortschatz der deutschsprachigen Menschen verschwunden sein. Das ist schade, aber wohl (nicht mehr) zu ändern. Noch schlimmer finde ich allerdings, dass es dann auch die für alle so wertvollen Begegnungen der verschiedenen Generationen nicht mehr gibt. Dabei fällt mir ein Besuch mit unserem jüngsten Enkel bei seiner Urgroßmutter ein, der ihn ziemlich durcheinander gebracht hat. Meine Mutter hat nämlich ein Ölbild von ihrem Vater, als der so ungefähr zehn Jahre alt war, an der Wand hängen. Als unser kleiner Mann das Bild sah, frohlockte er sogleich: Opa. Ururgroßväter gibt es nun wirklich nicht mehr. Aber was soll ich sagen? Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Keine Zeit mehr?
Neulich begegnete ich bei einer Geburtstagsfeier einem Mann in ungefähr meinem Alter. Wir kamen ins Gespräch und irgendwann auch auf das Thema Enkelkinder. Dabei konnte er meine Begeisterung für die Kleinen nicht ganz teilen. Abgesehen davon, dass er selbst keine Enkel hatte, litt er mehr oder weniger unter denen seiner Freunde und Bekannten. Wie das? Na ja, meinte er, die hätten alle keine Zeit mehr, sich mit ihm zu treffen und miteinander etwas zu unternehmen. Als Grund höre er nur noch: Wir müssen auf unsere Enkelkinder aufpassen. Ich und noch mehr meine Frau machen ähnliche Beobachtungen. Da fragt es sich natürlich zwangsläufig, ob das an einem selber liegt oder vielleicht diese Freunde und Bekannten auch schon früher nur ein begrenztes Interesse an einem hatten. Was soll ich sagen? Auch wir passen geregelt auf unsere Enkel auf und treffen uns gleichwohl noch mit unseren Freunden und Bekannten. Alles eine Frage der Priorität. Und wie wusste schon Alfred Herrhausen: Der Fleißige hat immer Zeit.
… aber ungemein kommunikativ
Als ich noch nicht das Vergnügen von Enkelkindern hatte, fand ich es – ehrlich gesagt – ziemlich ätzend, wenn ich dauernd von frisch gebackenen Omas und Opas Bilder von Babys unter die Nase gehalten bekam, deren Eltern ich nicht einmal kannte. Das “Ach, wie hübsch” kam denn auch meist ziemlich gequält über meine Lippen. Meine Einstellung zu diesem Phänomen änderte sich allerdings radikal, als “wir” das erste Mal schwanger waren. Noch schlimmer wurde es kurz vor der Entbindung. Da traktierte ich meine Bekannten bereits mit den aktuellsten Ultraschallbildern des noch ungeborenen Nachwuchses. Als ich dann den kleinen Wurm das erste Mal auf dem Arm hatte, begriff ich endgültig, was es heißt, Opa zu sein. In der Kirche habe ich bereits etliche Kerzen angezündet, um den vielen von mir völlig missverstandenen Großeltern Abbitte zu leisten. Was mich betrifft, so ist es heute unvorstellbar, dass mir jemand, selbst ein mir bis dahin völlig unbekannter Mensch, entkommt und ich ihm nicht ein aktuelles Bild meiner Enkel zeige. Was soll ich sagen? Großeltern sind eine ganz besondere Spezies, etwas merkwürdig zuweilen, aber ungemein kommunikativ.