Nein, Ostern ist nicht der Geburtstag des Osterhasen. Auch wenn bei den obligatorischen Umfragen zu den verschiedenen christlichen Festen und Feiertagen in konstanter Regelmäßigkeit die abenteuerlichsten Antworten herauskommen, werden diese Aussagen durch permanente Wiederholung nicht richtig. In dieser Woche verhält es sich vielmehr so: Die “Kar”-Woche leitet sich ab von dem Wort “Kara”, das im Althochdeutschen Klage, Kummer oder Trauer bedeutet. Die Woche beginnt mit dem “Palmsonntag”, dem Tag, an dem Jesus begeistert und mit Palmen in Jerusalem empfangen wurde. Am Donnerstag, dem “Gründonnerstag” gedenken die Christen des letzten Abendmahls, das Jesus und seine Jünger hielten. Am “Karfreitag” wird der Kreuzigung gedacht, der “Karsamstag” ist der eigentliche Trauertag, bevor Ostern, am “Ostersonntag” und “Ostermontag”, die Auferstehung Christi im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht. Das ist in aller gebotenen Kürze das, worum es in der Karwoche und an Ostern geht. Nachlesen bzw. nachhören kann man das alles und vieles mehr im Hausbuch bzw. auf der Erlebnis-CD des Bonifatiuswerkes mit dem Titel “Wir entdecken das Ostergeheimnis”. An der CD haben so Prominente wie Nina Ruge, Jutta Speidel und Christine Urspruch sowie Michael Mendl und Matthias Habich mitgewirkt und damit diese speziell für Kinder produzierten Werke über die Medien populär gemacht. Was soll ich sagen? Ausgesprochen lobenswert und: Schnell noch bestellen, zumal mir das Bonifatiuswerk versprochen hat, Bestellungen, die heute bis 14.00 Uhr eingehen, am selben Tag zu bearbeiten und auf die Post zu geben, so dass, so – in diesem Fall – die Post will, die Sendungen noch vor Ostern ankommen sollten.
Oma hat “Mütter-Knie”
Oma hat ein Problem: “Ich habe Hornhaut auf den Knien”, klagte sie mir ihr Leid. Als ich offensichtlich ziemlich dumm nachgefragt habe, woher das denn wohl käme, meinte sie nur lakonisch: “Du krabbelst ja auch nicht mit unseren Enkeln auf dem Boden herum.” Das saß, obwohl ich mich durchaus auch mal in die Niederungen unserer Bodenbeläge begebe. Aber ich wollte nicht so sein und begann im Netz, mich sachkundig zu machen. Und siehe da: Oma ist offenbar nicht alleine. “Meine Knie sehen aus wie Schmirgelpapier”, gibt da eine Frau auf dem Blog “Eins kann jeder …” zum Besten. Allerdings ist sie keine Großmutter, sondern Mutter von mehreren Kindern. Deshalb heißen derart geschundene Knie vermutlich auch “Mütter-Knie”, wie eine andere Leidensgenossin zu berichten weiß. Ein Patentrezept gegen Hornhaut auf den Knien indes hat keine der Damen parat, aber den Hinweis: “Nun, es wird besser, wenn sie aus dem Krabbelalter rauskommen …” Was soll ich sagen? Arme Oma. Da wird sie noch ein wenig durchhalten müssen …
Schnuller-Alarm in Windel-Biwak
Als Opa von zwei Enkeln und ehemaliger Reserveoffizier (immerhin Oberstleutnant der Reserve) mache ich mir ernsthaft Sorgen um Deutschland und insbesondere die Bundeswehr. Die verschickt nämlich schon, so berichten die Lübecker Nachrichten, Werbepost an Kinder, mit der eine Karriere “in verschiedenen Berufsfeldern” der Streitkräfte angepriesen wird. Einige der rund 1.000 Adressaten waren erst wenige Wochen alt. Die Bundeswehr selbst spricht von einer “sehr unangenehmen Geschichte” und will sich nun bei den angeschriebenen Familien entschuldigen. Dabei hat die ganze Sache die Meldebehörde in Lensahn verbockt, indem sie nicht die Adressen der über, sondern der unter Siebzehnjährigen an die Bundeswehr übermittelt hat. Dumm gelaufen, sagt auch der zuständige Büroleiter. Was soll ich sagen? Wenn nicht aktuell 6.581 deutsche Soldaten (Stand 20. März 2013) an internationalen Einsätzen vorwiegend im Ausland beteiligt wären und Tag für Tag ihr Leben riskierten, könnte man ja herzhaft lachen und auf die nächste Schlagzeile warten: Schnuller-Alarm in Windel-Biwak.
PS: Wer sich übrigens fragt, ob die Meldebehörde die Daten so einfach weitergeben darf, dem sei gesagt: Sie darf. Das steht in § 58 Wehrpflichtgesetz. Aber wer weiß schon, dass man dagegen Widerspruch einlegen kann.
Wieder so eine Studie …
Amerikanische Psychologen wollen herausgefunden haben, dass schon Dreijährige die Regeln für das faire Teilen kennen, diese allerdings oft nicht anwenden, sondern trotzdem zu ihrem eigenen Vorteil handeln. Erst mit etwa sieben Jahren richteten Kinder ihr Handeln nach den erkannten Regeln, weil diese dann für sie so viel Wert bekämen, dass sie dafür den eigenen direkten Vorteil aufgäben, schreiben die Psychologen im Fachjournal “Plos one“. Was soll ich sagen? Wieder so eine Studie, deren Ergebnisse ich mit Blick auf meine Enkel nicht bestätigen kann. Und das hat nichts mit der rosaroten Opa-Brille zu tun. Natürlich streiten unsere beiden Buben auch mal und wollen Dinge nicht hergeben. Aber selbst für unseren Zweijährigen ist es in aller Regel überhaupt kein Thema, fair zu teilen – mit wem auch immer. Dagegen kenne ich eine ganze Reihe Erwachsener, die da schon eher Probleme haben.
Für William und Sadie
Für all diejenigen, die immer gerne auf die “Jugend von heute” schimpfen und für die früher alles besser war, hat es dieser Tage, so sie es denn überhaupt mitbekommen haben, ein Aha-Erlebnis gegeben. Justin Timberlake, US-amerikanische Popikone hat sein neues Musikvideo zum Song “Mirrors” veröffentlicht. An sich wäre dies hier keiner Erwähnung wert. Doch Justin Timberlake hat das Video seinen Großeltern William und Sadie Bomar gewidmet. Das Paar war 63 Jahre lang verheiratet und musste sich mit dem Tod von William nach langer, schwerer Krankheit für immer voneinander trennen. Das Video erzählt in acht bewegenden Minuten die Geschichte dieses Paares und rührt damit nicht nur seine Fans zu Tränen. Was soll ich sagen? Eine tolle Geste, die hoffentlich viele inspiriert, sich ihrer vielleicht vergessenen Großeltern zu erinnern.
Berufswunsch mit Hindernissen
Unser ältester Enkel passt offenbar in den Mainstream. Er will zwar nicht Profifußballer werden, wie das nach einer Umfrage 17,3 Prozent der befragten Jungs im Alter von sechs bis zwölf Jahren wollen. Aber Polizist will er schon werden und hat sich damit für den Beruf entschieden, der mit 10,1 Prozent auf Platz zwei der Ergebnisliste liegt. Nun gibt es allerdings noch ein winziges Problem. Der kleine Mann will nicht nur Polizist werden, sondern das ausgerechnet auch noch auf dem Flughafen Berlin Brandenburg “Willy Brandt”, kurz BER. Und das ist das Problem: Während auf der Website des Flughafens Altkanzler Willy Brandt bereits die Welt begrüßt, befindet sich der Flughafen selbst noch im Bau, dessen Ende wiederum überhaupt nicht absehbar ist. Ein bisschen Zeit bleibt ja noch. Wenn wir einmal davon ausgehen, dass unser Kleiner 2015 eingeschult wird, sich nach zwölf Schuljahren bei der Polizei bewirbt und dort ein Studium aufnimmt, schreiben wir, wenn wir noch einmal drei Jahre für Studium und Praxis im Polizeidienst hinzurechnen, mittlerweile das Jahr 2030, bis er seinen Dienst am BER richtig antreten kann. Was soll ich sagen? Nach den bisherigen Erfahrungen hege ich so meine Zweifel, dass der Flughafen dann schon betriebsbereit ist. Und Flughafenchef Hartmut Mehdorn feiert derweil seinen 88. Geburtstag …
“Was ist denn ein Honk?”
Mit Kindern muss man aufpassen, was man sagt. Das ist zwar eine Binsenweisheit, aber offensichtlich für Erwachsene ziemlich schwer durchzuhalten. So wurde einer unserer Enkel jetzt erstmals mit dem “Honk” konfrontiert. Beim Autofahren machte seine Mutter ihrem Ärger über einen anderen Verkehrsteilnehmer Luft, indem sie diesen als “Honk” titulierte. Daraufhin wollte ihr Kleiner, der zum Glück der Einzige war, der die Beschimpfung gehört hat, wissen: “Was ist denn ein Honk?” Tja, da war der Begriff nun in der Welt ihres Sohnes angekommen. Irgendwie hat sie sich um eine Erklärung herumdrücken können. Aber die Hoffnung, dass sich die Sache damit erledigt hat, dürfte trügerisch sein. Gerade das, was die Kleinen nicht wissen sollen, erfahren und behalten sie am ehesten. Das gilt besonders für Schimpfworte. Wissen Sie eigentlich, was ein “Honk” ist? Laut Wikiwörterbuch Wiktionary “ein Mensch, der sich nicht besonders klug anstellt.” Das hört sich zunächst recht harmlos an. Dann aber wird dort vermutet, dass das Wort auf das abwertende englisch-amerikanische Slangwort “honky” (Weißer) zurückgeht. Schließlich soll es in Deutschland, vermutlich in Berlin, zu “Hauptschüler ohne nennenswerte Kenntnisse” umgedeutet worden sein. Was soll ich sagen? Das ist gemein, vor allem für die Hauptschüler. Dabei gäbe es doch so viele Synonyme: Dämlack, Depp, Dummkopf, Idiot, Trottel, Tüffel und viele mehr. Aber die darf man ja auch nicht sagen …
Schnullerfee in Gefahr
Bei unserem jüngsten Enkelsohn kommt langsam aber sicher die Zeit der Schnullerfee. Sie kennen dieses Fabelwesen nicht? Dann wird es aber höchste Zeit. Also, die Schnullerfee holt bei kleineren Kindern – so um die zwei Jahre alt – den Schnuller ab, damit die Babys wieder genug Schnuller haben. Das Ganze gestaltet sich als klassisches Geschäft auf Gegenseitigkeit. Der Tausch sieht dabei folgendermaßen aus: Das Kind legt den Schnuller auf die Fensterbank oder sonst wohin und erhält im Gegenzug ein Geschenk bzw. einen Wunsch erfüllt. Alle sind zufrieden – wirklich alle? Das Kind sicherlich, es hat ja etwas bekommen. Die Mutter gewiss auch, weil sich künftig die leidige Suche nach einem verlegten Schnuller erübrigt. Und die Schnullerfee ebenfalls, weil sie ja Schnullernachschub für die Babys hat. Aber irgendjemand fehlt noch. Was soll ich sagen? Na klar, das Finanzamt fehlt noch und schaut in die Röhre. Denn unser kleines Tauschgeschäft ist ein sogenanntes Bartergeschäft und wäre als solches steuerlich zu berücksichtigen, zumal der Wert des Geschenkes bzw. Wunsches den des Schnullers üblicherweise um ein Vielfaches übersteigt. Es geht zwar nicht um die ganz großen Beträge. Aber bekanntlich macht ja Kleinvieh auch Mist. Bleibt nur zu hoffen, dass das jetzt nicht der Bundesfinanzminister spitzkriegt. Ansonsten hat es die Schnullerfee vermutlich die längste Zeit gegeben. Und das wäre doch schade.
Im Hier und Jetzt
Wer den Roman “Momo” von Michael Ende kennt, weiß, dass man Zeit nicht sparen kann. Vielmehr führt der Versuch dazu, dass die Tage und Wochen “kürzer” und die Zeitsparer um ihre Zeit betrogen werden. Warum es ausgerechnet ein Kind ist, das den Menschen die Zeit zurückbringt, erschließt sich auf den ersten Blick nicht unbedingt. Wenn man genauer darüber nachdenkt, macht es jedoch durchaus Sinn. Denn kaum ein Wesen lebt so konzentriert im Hier und Jetzt wie ein Kind. Und das hatten die Menschen in Endes Roman eben vergessen. Abgesehen von den “grauen Herren” ist natürlich ein Grund für den Zeitverlust auch, dass Zeit ein relativer Begriff ist. Die Zeit vergeht wie im Fluge, kann aber auch still stehen. Sie wollen jetzt sicher wissen, warum ich Ihnen das alles erzähle. Was soll ich sagen? Vertrösten Sie mal ein kleines Kind mit dem Wort “gleich”. Dann werden Sie schon verstehen, was ich meine.
Auf du und du mit der Physik
Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Das gilt natürlich auch und vor allem, wenn Kinder reisen. Als sich meine älteste Tochter in jungen Jahren das erste Mal mit dem Flugzeug auf den Weg machte, frohlockte sie: “Opa, ich komme.” Hatte doch ihre Mutter, also Oma, auf die Frage, wo denn ihr verstorbener Papa sei, geantwortet: “Im Himmel.” Als nun der Sohn meiner Ältesten das erste Mal mit dem Flieger unterwegs war, gestand er seiner Mutter, er habe schon ein ganz klein wenig Angst gehabt, dass das Flugzeug abstürzen könne. “Warum denn das? Wer sagt denn so was?”, wollte sie wissen. “Niemand”, antwortete er, “aber alles, was in der Luft ist, fällt irgendwann herunter.” Was soll ich sagen? Ganz schön clever, der kleine Mann. Mit seinen gerade einmal drei Jahren steht er schon auf du und du mit der Physik und weiß ganz offenbar schon heute, was es mit der Schwerkraft auf sich hat. Von Opa kann er das eigentlich nicht haben …