“Der sieht ja aus wie Opa!”

Heute ist bei Oma (und Opa) volles Programm. Unser ältester Enkel ist schon seit dem Vormittag bei uns, der jüngere für den Nachmittag angekündigt. Das Kinder-Unterhaltungs-Programm ist gewaltig: Lesen, Schreiben, Rechnen, Spielen, Kochen nicht zu vergessen. Das Beste aber sind die Gespräche zwischen Oma und den Kleinen. So versuchte die ergebene Untertanin ihres Königs ihrem Nachwuchs das niederländische Königshaus näher zu bringen. “Zur Hälfte hast Du auch einen König”, sagte Oma zu unserem Ältesten, der ganz interessiert in dem Buch blätterte, dass jeder Haushalt in unserem Nachbarland zur Amtseinführung des neuen Königs im Jahr 2013 kostenlos bekommen konnte. Während Oma noch grinsend hinzufügte: “Nur Opa hat keinen König”, entdeckte der kleine Mann Willem-Alexander in dem Buch und stellte ganz erstaunt fest: “Der sieht ja aus wie Opa!” Was soll ich sagen? Ich habe zwar keinen König, dafür seh’ ich aus wie einer. Man kann eben nicht alles haben.

Oma – im Oranje-Jackett versteht sich – vor einem Bild ihres Königs Willem-Alexander.

Familientreffen in Berlin

Die Familientreffen der Familie Flüggen drehen sich in der Regel immer um Gisbert Flüggen, der ja als bekannter Maler in die Analen eingegangen ist. So ist es auch dieses Jahr, in dem sich die Familie in Berlin trifft. Denn eines der Bilder unseres Vorfahren hängt im Deutschen Historischen Museum, das uns bei der Vorbereitung des Treffens und der Umsetzung unserer Ideen ausgesprochen entgegenkommend unterstützt hat. Die Geldmäkler heißt das Gemälde, das in der Dauerausstellung des Museums zu sehen ist. Das werden wir natürlich besuchen und uns dabei etwas über die Kunst des 19. Jahrhunderts näher bringen lassen. Diesen Part übernimmt Anna Ahrens von der Villa Grisebach. Auch ansonsten ist einiges geboten. Ich will aber nicht zu viel verraten. Es soll ja noch die eine oder andere Überraschung geben. Was soll ich sagen? Wir freuen uns in jedem Fall schon sehr.

Wer die Wahl hat …

Viel Zeit bleibt jetzt nicht mehr. Wer noch keine Weihnachtsgeschenke hat, muss sich sputen. Denn in fünf Tagen ist Weihnachten. Wem nun gar nichts einfällt, was er seinen Lieben schenken könnte, dem seien hier ein paar Kochbücher empfohlen, die allesamt aus diesem oder dem letzten Jahr stammen und bereits von mir auf der Bücherseite rezensiert wurden. Allesamt sind sie die Lektüre wert, wobei diverse Zielgruppen bedient werden. Für Anfänger eignen sich sicher Das Prinzip Kochen oder Simplissime – Das einfachste Kochbuch der Welt. Für Fortgeschrittene zu empfehlen sind Die GU Kochbibel, Querfeldein oder Deutscher Wein – Deutsche Küche. Wer sich auf Würzen, Backen oder Burger konzentrieren will, der wird fündig bei Workshop Würzen, Brot backen in Perfektion oder Burger Unser. Und wer Kochen mit Kunst verbinden will, kann dies mit den Diners mit Gala tun. Was soll ich sagen? Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Inspiration von Tim Raue

Heute kam der Bescheid vom Finanzamt: KINDER | KOCHEN e.V. ist gemeinnützig. Das heißt, wir können auch Spendenbescheinigungen ausstellen, was das Einwerben von Geld, das der Verein dringend braucht, erheblich erleichtert. Damit ist der Prozess der Vereinsgründung jetzt endgültig abgeschlossen und wir können uns den inhaltlichen Dingen widmen. Dabei lassen wir uns auch von unserem Schirmherrn Tim Raue inspirieren, der letztes Jahr mit Deutschlands bekanntester Sommelière ein Kochbuch geschrieben hat, in dem er gemeinsam mit seinem Küchenchef Michael Jaeger „Gerichte aus Deutschland rezeptiert, die alle im Stil des La Soupe Populaire zubereitet werden.“ Deutscher Wein – Deutsche Küche heißt das Buch und ist ein Muss für alle Freunde der gehobenen Küche. Was soll ich sagen? Auf diesem Niveau kochen wir bei KINDER | KOCHEN (noch) nicht. Aber vielleicht ist unter den Schülern ja bereits der nächste Tim Raue.

PS: Wer mehr über das Buch “Deutscher Wein – Deutsche Küche” erfahren will, zur Rezension geht’s hier.

bienenstich Tim Raues Bienenstich. Foto: Joerg Lehmann

Einfach genial, genial einfach

„Kannst Du kochen?“ Wer diese Frage mit der Gegenfrage beantwortet, „Ist das dieses Umrühren?“, für den gibt es jetzt was: Das Prinzip Kochen, ein Kochbuch, mit dem auch die etwas anfangen können, die bislang sogar Wasser haben anbrennen lassen. Dabei ist das Prinzip dieses Buch einfach genial, weil es genial einfach ist. Und dieses Prinzip funktioniert so: Bei jedem Grundrezept wird erst einmal das dahinterliegende Prinzip erklärt, damit klar wird, um was es eigentlich geht. Danach folgt als Rezeptbeispiel ein wirklich einfacher (aber leckerer) Prototyp, an dem man das Prinzip testen kann. Danach geht es schnurstracks rein ins Kreativlabor, in dem ausprobiert und variiert werden kann, bis man ganz ohne Rezept auskommt. Und wer immer noch nicht genug hat, für den gibt es noch zehn Zeitraffervideos, in denen jeweils ein Prinzip visualisiert wird. Was soll ich sagen? Wer nach der Lektüre dieses Buches nach wie vor erst kocht und dann entscheidet, was es ist, sollte seine Küche gleich ganz verkaufen und beim nächstliegenden Pizza-Service einen Dauerauftrag vergeben.

das-prinzip-kochen-300dpi                                                                    Matthias F. Mangold, Das Prinzip Kochen
GRÄFE UND UNZER, München, 2016, 336 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3833857201

Exklusives Dinner mit Tim Raue

“Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt”, hieß es bei METRO Cash & Carry, als bekanntgegeben wurde, dass der Sternekoch Tim Raue künftig als Markenbotschafter des Großhandelsunternehmens unterwegs sein würde. Jetzt war es einmal mehr soweit: Mitten in den METRO-Großmarkt Berlin-Friedrichshain hatte der Spitzengastronom zu einem exklusiven Dinner geladen, für das Feinschmecker vermutlich mindestens ihre Großmutter verkaufen, wenn nicht Schlimmeres tun würden. Oma jedenfalls war gänzlich aus dem Häuschen und kriegte sich überhaupt nicht mehr ein. Und auch Opa war hin und weg, zumal einem die kleinen “Schweinereien” des 42-jährigen Meisters auf der Zunge zergingen. Ich will das im Einzelnen jetzt gar nicht beschreiben, das käme einer ziemlich qualvollen Folter der Leser gleich, sondern belasse es einfach mal bei den Abbildungen. Aber nicht nur beim Essen wurde das Versprechen mit der Kreativität und den Grenzen eingelöst, auch die Platzierung sprengte alle Konventionen. Oder haben Sie schon mal zwischen Hochregalen ein Sterneessen zu sich genommen, von den Spitzenweine will ich erst gar nicht reden. Was soll ich sagen? Auf so eine Inszenierung muss man erstmal kommen. Aber wenn die Kreativität von Raue in dieser Intensität die METRO ansteckt, dann dürften die Großhandelsmärkte in absehbarer Zeit für die Spitzengastronomen zum Muss werden.

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… fragen Sie Ihren Arzt …

Fernsehen ist lehrreich. Selbst das Vorabendprogramm bietet dem geneigten Zuschauer einen Erkenntnisgewinn, der ansonsten vermutlich nur mit einer aufwändigen Untersuchung möglich wäre. Doch zur Sache: Oma und ich haben gestern Abend ferngesehen, ZDF, die Folge „Affentheater“ aus der Serie „Heldt“. Zugegeben: Etwas seichte Kost, aber – wie schon gesagt – lehr- und erkenntnisreich. Denn plötzlich tauchten die Mainzelmännchen auf, ein Werbeblock startete. Zwölf Spots bekamen die Zuschauer zu sehen. Neben Schokolade, einen Baumarkt und Matratzen ging es neun Mal um Gesundheit. Eine Schmerzcreme hier, eine Kopfschmerztablette da und natürlich etwas zur Verdauung. Da fragt man sich: Wer, bitte schön, schaut um diese Zeit wohl Fernsehen? Das müssen wohl Menschen sein, denen es gesundheitlich nicht besonders gut geht. Was soll ich sagen? Ich hätte da eine Idee: Statt neun Mal den Text „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ einzublenden, könnte man die Spots unter dem Label  Dauergesundheitswerbesendung laufen lassen und am Ende nur einmal die obligatorische Einblendung vornehmen. Da würde man sicherlich noch einen ganzen Gesundheitsspot mehr unterbringen können.

Lieber ein Jahr wie ein Löwe …

Ich hab’s mir jetzt anders überlegt und will kein Pandabär mehr werden. Denn das mit dem Dickerwerden ist in meinem Alter vielleicht doch keine so gute Idee. Und faul rumliegen kann man auch als ein Anderer. Der Löwe beispielsweise schläft bis zu 18 Stunden. Das hat was. Das liegt übrigens nicht an seinem Essverhalten oder seiner Größe, sondern daran, dass alle Schiss vor ihm haben. Hat auch was, dass man sich den Respekt nicht auch noch hart erkämpfen muss: Einfach mal das Haupt heben, brüllen und weiter geht’s mit Schlafen. Was soll ich sagen? Die Italiener haben schon recht: “Lieber ein Jahr wie ein Löwe, als hundert Jahre wie ein Schaf.”

Schlafender LöweRuhe bitte!                                                                                                     Foto: Pixabay