Gerüchteküche-Küchengerüchte

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um die Küchengerüchte zum Thema Grünkohl.

Im November war – jahreszeitlich bedingt – der Grünkohl schon einmal dran. Aber mehr allgemein, so als Kohl eben. Heute soll es jedoch ganz speziell um den Grünkohl gehen, der hierzulande zwar nicht gerade als das eleganteste Gemüse gilt. Wer an ihn denkt, denkt vermutlich eher an Kohl- und Pinkelfahrten mit viel Fett und Alkohol als an gesunde Ernährung. Ganz anders verhält sich das aber in den USA, in denen der Grünkohl gerade total in ist und als das Gemüse schlechthin gilt. „Dort isst man ihn roh, gedämpft, blanchiert, frittiert, im Salat oder als Chips mit Parmesan überbacken“, weiß die Zeitung Die Welt und berichtet weiter: „Und so sah man während der letzten ‚New York Fashion Week‘ Modemenschen mal nicht glasweise Champagner inhalieren. Stattdessen saugten alle eine grüne Flüssigkeit durch dicke Strohhalme: Kale Kolada.“ Was soll ich sagen? Das hat sich offenbar noch nicht bis zur „Fashion Week“ in Berlin herumgesprochen. Die wollen nächste Woche doch tatsächlich noch an ihrer Vita Coco herumnuckeln. Ganz schön old fashioned.

Glückwunsch und weiter so

Wenn Sie heute auf einer Geburtstagsparty mitfeiern wollen, hätte ich einen Tipp für Sie: Die „logo!“-Geburtstagsparty, die um 19.30 Uhr im Kika, dem Kinderkanal von ARD und ZDF, startet. Denn „logo! Die Welt und ich.“, die vielfach ausgezeichneten Kindernachrichten, sind seit 25 Jahren auf Sendung. Und wer „logo!“ noch nie gesehen hat, hat etwas versäumt. Denn, so schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zum Jubiläum sehr treffend: „Wo kann man sehen, wie eine gute Nachrichtensendung gemacht wird? Im Kinderkanal Kika. ‚logo!‘ macht Abstraktes verständlich und wird auch von Erwachsenen gern gesehen.“ Noch lieber aber schalten die kleinen Fernsehzuschauer ein. Im Schnitt sind es 320.000 Kinder bis zum Alter von dreizehn Jahren, die täglich die Sendung sehen wollen. Um zehn vor acht Uhr abends ist „logo!“-Zeit: „Das Wichtigste vom Tag, verständlich, einprägsam und ohne verstörende, aber auch ohne verharmlosende Bilder präsentiert, das weltpolitische Erklärstück, basal und dennoch so aussagekräftig, dass sich die Erwachsenennachrichten eine Scheibe davon abschneiden können. Sport, Musik, Wetter, am Ende üblicherweise ein Witz“, bringt es die FAZ auf den Punkt. Was soll ich sagen? Herzlichen Glückwunsch auch von Opas Blog und weiter so.

Seniorengerechtes Einkaufen?

Mit 61 Jahren zählt Opa eindeutig zur Generation 60+. Und für diesen Personenkreis gibt es ein Seniorensiegel, das im November 2011 als „das neue Gütesiegel für ein seniorengerechtes Einkaufen“ gepriesen wurde. Es soll, so die Zielsetzung „sowohl der zunehmenden Zahl von Senioren in Deutschland mehr Sicherheit und Orientierung beim Einkauf geben, als auch den Einzelhandel motivieren, die Generation 60+ stärker in den Fokus ihrer Unternehmensphilosophie zu rücken.“ Zum Erwerb des Siegels SENIORENGERECHT muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, der u.a. folgende Fragen enthält: Sind eigene Kundenparkplätze vorhanden? Werden Sonderparkplätze z.B. breitere Behindertenparkplätze angeboten? Sind die Fußwege zum Geschäft eben und barrierefrei? Sind die Fußwege zum Geschäft ausgeschildert? Ist mindestens ein Zugang zum Geschäft ebenerdig? Ist mindestens eine Kundentoilette vorhanden? Ist mindestens eine Kundentoilette barrierearm? Gibt es Sitzmöglichkeiten oder einen Ruhebereich? Sind Wegweiser und Orientierungshilfen vorhanden? Ist der Boden rutschfest und spiegelfrei? Bereitstellung von Einkaufswagen mit integrierter, fahrbarer Gehhilfe? Gut lesebare Produktbeschilderung und Preisdeklaration vorhanden? Welche Schriftgröße wird verwendet bei Grund- bzw. Endpreisausschilderung? Ist die Preisausschilderung kontraststark? Sind Kleinpackungen für Singlehaushalte im Sortiment vorhanden? Wird die Ware/das Sortiment oft umgeräumt? Ist das Service- und Verkaufspersonal im Umgang mit Senioren geschult? Gibt es einen Bestell- oder Lieferservice? Für die Bewertung von Online-Shops wollen die Seniorensiegel-Bewahrer u.a. wissen: Ist die Seite klar strukturiert (Usability)? Ist ein ausreichend starker Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund vorhanden? Wird eine gut lesbare Schriftgröße verwendet (evtl. skalierbar)? Wird eine verständliche Sprache verwendet (einfaches, gut verständliches (Deutsch)? Werden verständliche Symboliken wie z.B. Piktogramme verwendet? Wird der User „gesiezt“? Werden Fachtermini weitestgehend vermieden? Sind die Links im Text unterstrichen? Werden wichtige bzw. relevante Inhalte optisch hervorgehoben? Ist eine telefonische Service-Rufnummer vorhanden? Fragen über Fragen, bei denen ich mich wiederum frage: Was soll ich (dazu) sagen? Die allermeisten Fragen sind vermutlich ebenso interessant für die Genration 60-. Jedenfalls hätte ich mich auch schon mit +-50 Jahren gefreut, wenn ein Geschäft die Fragen positiv hätte beantwortet können.

PS: Ach, was ich fast vergessen hätte, üblicherweise fallen für die Nominierung und uneingeschränkte 36-monatige Nutzung des Siegels Kosten in Höhe von 198,00 Euro bzw. 998,00 Euro an. Was die Kosten für das Siegel TRANSPARENTES UNTERNEHMEN sind, wollen Sie gar nicht wissen. Oder doch?

Wie Leonardo da Vinci

Unser jüngster Enkel hat seine ganz eigene Art zu zählen: 1, 2, 3, 8, 5, 6, 7, 4, 9. Warum er nun gerade die 4 und die 8 vertauscht, wissen wir nicht. Aber das legt sich sicher bald, zumal der kleine Mann Synästhetiker ist. Laut Wikipedia bezeichnet Synästhesie „hauptsächlich die Kopplung zweier oder mehrerer physisch getrennter Bereiche der Wahrnehmung, etwa Farbe und Temperatur (z.B. ‘warmes Grün’), im engeren Sinne die Wahrnehmung von Sinnesreizen durch Miterregung der Verarbeitungszentren im Gehirn eines Sinnesorgans, wenn ein anderes gereizt wird.“ Das versteht zwar kaum einer und hört sich auch eher an wie eine Krankheit, ist aber etwas ganz Besonderes. Denn diese Menschen sehen Zahlen oder Buchstaben farbig. Darauf gekommen sind wir dadurch, dass der Kleine den Zahlen immer wieder die gleiche Farbe zuordnet. Da auch sein Vater über diese Gabe verfügt, wollten wir wissen, was es damit auf sich hat. Dabei haben wir übrigens erfahren, dass zum Beispiel Leonardo da Vinci, Johann Wolfgang von Goethe,  Franz Liszt, Wassily Kandinsky, Miles Davis, David Hockney und Jimi Hendrix auch Synästhetiker waren. Was soll ich sagen? Es gibt schlimmeres, als sich in diese Reihe einzufügen.

Zahlen                                                  Synästhetiker sehen Zahlen farbig.

Ziemlich unpersönlich

Unser jüngster Enkel hat jetzt erstmals erfahren müssen, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, und dabei Bekanntschaft mit unserem Anrufbeantworter gemacht. Als er uns dieser Tage anrief, hörte er Opas Stimme und legte – zeitlich zufällig auch noch gut getimt nach dem Piep – mit seinem Stimmchen los: “Hallo Oma … hallo Opa …. ich hab euch lieb …” Nachdem er keine Antwort bekam, legte er leicht verstört wieder auf, weil er so etwas eigentlich von Oma und Opa nicht kennt, und beschwerte sich enttäuscht bei seiner Mutter: “Die antworten ja gar nicht!” Was soll ich sagen? Sind eben doch ziemlich unpersönlich, diese Anrufbeantworter.

Der Engel vom Dienst

Manchmal ist man ja schon alleine deshalb stolz, weil man eine bestimmte Person kennt. So ergeht es gerade Oma und Opa, die diese Frau und ihren Mann jetzt besucht haben. Diese Frau, nicht mehr die Jüngste und dazu noch ziemlich krank, könnte sich gemeinsam mit ihrem Gatten die letzten Lebensjahre versüßen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und ihr Geld auf den Kopf hauen. Jeder würde sagen: Recht hat sie. Doch genau das tut sie nicht. Sie denkt an alle und jeden, nur nicht an sich. Aufopferungsvoll wie schon ihre prominenten Vorfahren, derer sie sich niemals rühmen würde, setzt sie sich für Arme und Schwache ein, vor allem aber für Kinder. In ihrem Kiez, in dem es vermutlichen niemanden gibt, der ihren Namen nicht kennt, ist sie so etwas wie der Engel vom Dienst. Erfährt sie von einem Problem, ist es nicht die Frage, ob, sondern nur wann sie es lösen kann. Abschrecken lässt sie sich dabei von nichts und niemandem. Große Namen oder deren zahnbehaarte Vorzimmerdamen sind keinerlei Hindernis, eher der Schlüssel zum Erfolg. Als wir jetzt zu Besuch waren, begegneten wir auf dem Weg dorthin vor ihrem Haus zwei Mädchen, das eine etwa zehn Jahre alt, das andere vielleicht 14. Sagte die Jüngere zu der Älteren: „Da wohnt die …“, und zeigte auf das Gebäude, um ehrfurchtsvoll und bewundernd hinzuzufügen: „Sie ist zu Hause, es brennt Licht.“ Was soll ich sagen? Wenn jemand zu Lebzeiten eine solche Heldenverehrung verdient hat, dann ist es diese Frau.

Bargeldloser Verkehr

Das winselnde Automatenauto, von dem ich ja schon einmal berichtet habe, hat es wieder geschafft. „Fahr mit mir, fahr mit mir!“, lautet der übliche Lockruf des Gefährtes. Normalerweise können kleine Kinder und deren Eltern bzw. Großeltern dem nicht widerstehen. Als Oma dieser Tage wieder einmal bei dem Supermarkt vorbeikam, vor dem das Automatenauto steht, stellte sie fest, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere auf das Ding hereinfallen. Jedenfalls hatte es sich eine Katze in dem ansonsten 50 Cent fressenden Gebilde bequem gemacht. Auf sein Futter allerdings musste das Gerät vergebens warten. Was soll ich sagen? Gegen diesen bargeldlosen Verkehr wird sich die Geräteindustrie sicher noch etwas einfallen lassen.

IMG_3162Ob die Katze auf den Fisch wartet, der über ihr hängt?

Gerüchteküche-Küchengerüchte

Laut Duden ist die Gerüchteküche ein imaginärer Ort, an dem viele Gerüchte entstehen. Ist dieser Ort allerdings eine Küche, dann sind es eben Küchengerüchte. Die können auch spannend oder lustig oder beides sein. Jedenfalls wird sich Opa künftig jeden Samstag mit ihnen beschäftigen. Heute geht es um die Küchengerüchte zum Thema Gourmetten.

Die wenigsten Leser hierzulande werden den Begriff kennen. In Omas Heimat dagegen gibt es dazu sogar eine Wikipedia-Seite und eine eigene Website: Gourmetten.net. Diese Art des Essens kommt vermutlich aus Asien und hat gewisse Ähnlichkeiten mit Raclette, so wie es teilweise in Deutschland gegessen wird. Grundsätzlich geht es darum, sich in einem kleinen Pfännchen aus den verschiedenen Zutaten, die auf dem Tisch stehen, selbst ein Gericht zu kochen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt: Fisch, Fleisch, Geflügel, alle Arten von Gemüse und Gewürzen – alles, was als Pfannengericht zubereitet werden kann, eignet sich, und das auch noch in jeder Kombination. Was soll ich sagen? Silvester wurde bei Oma und Opa „gourmettet“. Es hat allen vorzüglich geschmeckt – müssen wohl alles gute Köche gewesen sein.

IMG_3180Gourmetten bei Oma und Opa, und als Vorspeise gab’s ein asiatisches Katoffelsüppchen.

Ein Brief an Eltern

Der Brief einer Grundschullehrerin aus Harburg an die Eltern ihrer Schülerinnen und Schüler erregt nach wie vor die Gemüter in Norddeutschland. In dem Schreiben hatte sich die 46-jährige Pädagogin über das schlechte Benehmen ihrer Erstklässler und die diesbezügliche mangelnde Unterstützung der Mütter und Väter beschwert. Sicherlich ist es nicht unproblematisch, bei solch einem emotional aufgeladenen Thema zu pauschalisieren. Und hilfreich ist sicherlich auch nicht, dass diese Diskussion jetzt öffentlich über die Medien geführt wird. Ich will mich dort auch gar nicht einmischen. Als Lesepate an einer Grundschule, an der ich fünf Jahre lang eine ganze Klasse bis zu deren Wechsel in die weiterführenden Schulen betreut und jede Woche zwei Stunden Regelunterricht gegeben habe, kenne ich aus eigenem Erleben das Verhalten der Schüler, die Einstellung vieler Eltern und die manchmal verzweifelten Versuche der Lehrerinnen und Lehrer, den Boden unter den Füßen nicht ganz zu verlieren. Was soll ich sagen? Ein gewisses Verständnis für die Harburger Lehrerin habe ich schon.

Gute Vorsätze

Nachdem die meisten ihren Neujahrskater wieder los sind und heute das neue Jahr erst so richtig angehen, wird sich der oder die eine oder andere an die guten Vorsätze erinnern, die er oder sie an Silvester gefasst hat: Aufhören mit dem Rauchen, weniger Alkohol, mehr Bewegung, weniger Arbeiten, mehr Zeit für die Familie – das sind die Klassiker, die jedes Jahr ganz oben auf der Gute-Vorsätze-Liste stehen. Doch nicht in allen Fällen wird was draus. Und da geht es Otto-Normal-Verbraucher nicht viel anders als den Prominenten. Aber schon George Bernard Shaw  wusste: Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht mit schlechten. Was soll ich sagen? Je weniger verkrampft man mit seinen guten Vorsätzen umgeht, desto größer ist die Chance, dass es am Ende klappt. Und wenn es doch in die Hose geht? Opa zeigt sich dann großzügig und nimmt den guten Willen für die Tat.