Kinder haben ihre eigene Kommunikation, und, wie die Erwachsenen zuweilen auch, so ihre Schwierigkeiten damit. Unser ältester Enkel erzählte jüngst seiner Mutter, dass er sich mit seinem Cousin, als die beiden Buben alleine waren, unterhalten und ihm gesagt habe: „Auch wenn wir uns streiten, hab ich dich lieb.“ Seine Mutter wollte nun wissen, was der Kleine denn darauf gesagt habe. „Was?“, lautete die Antwort, mit der der Große offensichtlich auch nichts hatte anfangen können. Und was soll ich jetzt sagen? Das menschliche Miteinander ist manchmal eben ganz schön schwierig.
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Ein richtiger Junge
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, heißt ein altes Sprichwort und bedeutet, dass man erst den Ausgang von etwas abwarten soll, bevor man positiv urteilt und sich zu früh freut. Das hätte unsere älteste Tochter eigentlich wissen sollen, als sie neulich einer Bekannten ganz stolz erzählte, dass ihr Junge doch ganz anders sei und sie noch nie – wie andere Eltern von so richtigen Lausbuben – ärztliche Nothilfe habe in Anspruch nehmen müssen, weil ihr Sprössling irgendwelche Blessuren von irgendwelchen Rabauken-Aktionen davon getragen habe. Seitdem erwischt es den kleinen Mann sozusagen am laufenden Band: Erst die Nummer mit dem Zeh beim Spielen, jetzt ein kapitaler Sturz beim Radeln. Allein die Erzählung seiner Mutter haben Oma und Opa einen Schauer durch die Glieder gejagt. Doch auch dies konnte unseren Enkel nicht sonderlich erschüttern. Jedenfalls war bei seiner Schilderung viel wichtiger, dass er erstmals nicht nur auf dem Bürgersteig, sondern schon auf dem Fahrradweg – auf dem der Sturz Gott sei dank nicht passierte – gefahren ist. Was soll ich sagen? Es wird nicht die letzte Schramme gewesen sein. Im Zweifelsfalle ist auch er ein richtiger Junge.
Das Internet nutzen
Katharina Kokoska hat mich gebeten, an ihrer Blogparade zum Thema Goldene Onlinezeit – Webfundstücke und Netzperlen teilzunehmen. Da sie mich seinerzeit auf ihrem Blog FRISCH GEBLOGGT so nett vorgestellt hat, will ich mich des Themas einmal annehmen – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass die Internetnutzung mit zunehmendem Alter immer geringer ausfällt. So nutzen immerhin noch 62 Prozent der 50- bis 65-Jährigen das World Wide Web, während es bei den über 65-Jährigen gerade einmal 32 Prozent sind. Dies liegt sicherlich auch daran, dass neben der allgemeinen Verunsicherung und diffusen Ängsten dieser Personenkreis den Nutzen für sich nicht erkennen mag. Dabei gäbe es eine Vielzahl von Gründen, sich auch in diesem Alter etwas intensiver mit dem Medium Internet zu beschäftigen. Als Beispiele sollen an dieser Stelle die Dinge genannt werden, die im Alltag von Oma und Opa eine große Rolle spielen. So ist bei uns beiden im Browser als Startseite Google News eingerichtet, und zwar personalisiert, das heißt, mit zusätzlichen, individuellen Themenabfragen. Dass wir in diesem Zusammenhang fleißig surfen, zudem mit unseren Kindern und Enkelkindern sowie der übrigen Verwandtschaft und Freunden mailen und skypen, versteht sich von selbst. Zudem sind wir natürlich auf vielen Mama- und Papa-Blogs unterwegs, wobei aufgrund der großen Qualität der Beiträge eine Wertung richtig schwer fällt und ich an dieser Stelle nur auf meine Link-Liste verweisen möchte. Unsere absolute Lieblingsseite ist Der Postillon von Stefan Sichermann, der damit sogar den Sprung ins Fernsehen geschafft hat und ab 25. April jeweils freitags um Mitternacht im NDR zu sehen sein wird. Was sonst noch so alles einen Klick wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Wenn man Zeit (übrig) hat, ist es sicherlich auch nicht verkehrt, sich durchaus einmal treiben zu lassen und von Thema zu Thema zu springen, ganz nach dem (schon einmal von mir zitierten) Shakespeare-Satz: Wenn man nicht weiß, wohin man will, so kommt man am weitesten. Was soll ich sagen? Jeder kann für sich persönlich das Internet nutzen und seine Vorteile daraus ziehen. Voraussetzung dafür aber ist, dass man sich überhaupt damit beschäftigt.
„Du bist doch ’ne Frau!?!“
Unsere älteste Tochter sollte für ihren Sohn unbedingt Tattoos suchen, die er sich dann hier und dort auf Arme, Beine oder sonst wohin kleben wollte. Während sie so suchte, saß er auf dem Sofa und schaute sich ein Buch an. Da er noch ein paar klitzekleine Probleme beim Lesen hat, bat er seine Mutter, ihm das, was er da gerade aufgeschlagen hatte, vorzulesen. Als sie ihm daraufhin entgegnete: „Ich suche gerade für dich Tattoos. Und zwei Sachen gleichzeitig machen kann ich nicht.“ Da schaute er ganz irritiert und meinte: „Du bist doch ’ne Frau!?!“ Was soll ich sagen? Also, ich am besten gar nichts, dafür aber meine Tochter: „Er hat’s verstanden.“
Gefangen ist gefangen
Im Moment stehen bei unseren Enkeln wilde Tiere ganz hoch im Kurs, und je wilder, desto besser. Da versteht es sich von selbst, dass bei entsprechenden Rollenspielen die Wahl nicht selten auf Leoparden und Geparden fällt, wobei Letztere die Nase knapp vorne haben. Das liegt an den Unterschieden zwischen den beiden Katzen, die selbst für Erwachsene manchmal schwer auszumachen sind. Am deutlichsten erkennt man den Geparden aber an seinem kleineren Kopf und an seinen Tränenstreifen, eben den zwei schwarzen Streifen, die von den Augen zu den Mundwinkeln laufen. Für die Kinder wichtiger ist indes die Schnelligkeit, die den Geparden auszeichnet. Bis zu knapp 100 Stundenkilometer schnell kann das Tier laufen, auch wenn er dieses Tempo nur zirka 400 Meter aufrecht erhalten kann. Was soll ich sagen? Dass Geschwindigkeit nicht alles ist, mussten die beiden Buben übrigens auch schon lernen. Wenn nämlich Opa den Tierfänger spielt, wartet der manchmal mit ganz fiesen Finten auf, bei denen Schnelligkeit dann auch nicht mehr hilft. Denn: Gefangen ist gefangen.
Vor allem am kleineren Kopf und an den beiden Tränenstreifen kann man den Geparden (links) vom Leoparden (rechts) unterscheiden.
Philosophische Weisheiten
Unser jüngster Enkel hat wirklich ein bisschen Pech gehabt. Da ist er mit seiner Mutter und Oma unterwegs und besucht seine Ur-Oma , da muss er – statt sich die ganze Zeit von der Familie verwöhnen zu lassen – dort auch noch zum Arzt. Nichts Schlimmes, aber es gibt Schöneres als einen Arztbesuch. Im Wartezimmer hat Oma dann aber einen Spruch aufgeschnappt, der die Warterei im Wartezimmer mehr als aufwiegen konnte. Sagte ein Patient, der in der Warteschlange stand bzw. saß: “Ich habe viel Zeit.” Das wiederum kommentierte ein anderer Patient mit den Worten: “Alle haben die gleiche Zeit, nur manche müssen währenddessen mehr erledigen.” Was soll ich sagen? Es kommt nicht alle Tage vor, dass man in Wartezimmern philosophische Weisheiten vermittelt bekommt.
Wie schnell die Zeit vergeht
An seinen Kindern bzw. Enkelkindern kann man sehen, wie schnell die Zeit vergeht. Einen richtigen Zeitsprung habe ich dieser Tage erlebt, als ich meine Tochter und ihren Sohn mit dem Auto nach Hause gebracht habe. Saß der kleine Mann die letzten vier Jahre noch für mich im Rückspiegel immer gut sichtbar in seinem Stühlchen auf der Rückbank, nahm er nunmehr auf dem Beifahrersitz auf seiner Sitzerhöhung Platz und strahlte stolz wie Bolle. Dass er während der Fahrt schon ziemlich genaue Anweisungen gab, wie man sich korrekt im Straßenverkehr zu verhalten hat, versteht sich von selbst. Was soll ich sagen? Sie glauben das nicht?!? Da sollten Sie mal mit meinem Enkel eine kleine Spritztour machen und beispielsweise beim Abbiegen das Blinken vergessen. Entsprechender Kommentar garantiert …
Oma ist und bleibt die Beste!
Oma ist die Beste. Das wissen nicht nur Werbestrategen, die damit sogar für Kommunikations- und Sicherheitslösungen werben, sondern auch Buchautoren, die gleichnamige Bücher schreiben. Zudem ziert besagte Binsenweisheit Schmusekissen, Frühstücksbrettchen, Tassen, Holzherzen, Urkunden, Aufkleber und ansonsten auch so ziemlich alles, was bedruckt werden kann. Nur in Hannover am Neuen Theater weiß man es offensichtlich besser. Dort läuft seit November letzten Jahres und noch bis Februar die Komödie: Opa ist die beste Oma. Was soll ich (dazu) sagen? Das ehrt einen zwar als Opa, wird der Sache aber doch nicht so ganz gerecht. Denn wenn wir unsere Enkel fragen (und im Zweifel die meisten anderen auch), ist die Antwort doch vollkommen eindeutig und klar: Da kann kommen, was will – Oma ist und bleibt die Beste!
Für unsere Enkel ist eines vollkommen klar: Oma ist und bleibt die Beste!
Gute Vorsätze
Nachdem die meisten ihren Neujahrskater wieder los sind und heute das neue Jahr erst so richtig angehen, wird sich der oder die eine oder andere an die guten Vorsätze erinnern, die er oder sie an Silvester gefasst hat: Aufhören mit dem Rauchen, weniger Alkohol, mehr Bewegung, weniger Arbeiten, mehr Zeit für die Familie – das sind die Klassiker, die jedes Jahr ganz oben auf der Gute-Vorsätze-Liste stehen. Doch nicht in allen Fällen wird was draus. Und da geht es Otto-Normal-Verbraucher nicht viel anders als den Prominenten. Aber schon George Bernard Shaw wusste: Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht mit schlechten. Was soll ich sagen? Je weniger verkrampft man mit seinen guten Vorsätzen umgeht, desto größer ist die Chance, dass es am Ende klappt. Und wenn es doch in die Hose geht? Opa zeigt sich dann großzügig und nimmt den guten Willen für die Tat.
Zu Neujahr
Oma und Opa wünschen allen ein frohes, glückliches, erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr. Und wer ließe sich dazu besser zitieren als Wilhelm Busch:
Zu Neujahr
Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken,
sage dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüsst,
doch vor allen Dingen
Das, worum du dich bemühst
möge dir gelingen.
Was soll ich sagen? Also, auf geht’s! 2014 ist auch wieder schneller vorbei, als man denkt.